Reaktion vom Aktionsbündnis 8. Mai Demmin auf die Leser*innenbriefe im Nordkurier

Liebe Demminerinnen und Demminer,

Ihre zahlreichen Reaktionen und die umfassende Berichterstattung rund um den 8. Mai beschäftigen uns. Wir haben einige Fragen. Sie hoffentlich auch.

Vorweg: Wir haben uns dagegen entschieden, dass nur „eingeborene“ Demminer*innen aus dem Bündnis antworten. Denn uns allen ist die Stadt, in der wir wohnen oder wirken, wichtig. Damit sind wir direkt mitten im Kern eines Problems, das wir gerne zusammen mit Ihnen angehen wollen: Wie lange und aus welchen Gründen muss jemand irgendwo leben, um vor Ort angenommen zu werden? In welcher Stadt wollen wir leben? Was macht eine Stadt lebenswert?
Macht es Sie nicht auch traurig, dass die meisten unserer Kinder und Enkel nur noch zu Besuch vorbeikommen? Die Gründe, dass sie Demmin verlassen, sind auch mangelnde Ausbildungs- und Arbeitsplätze. Warum geben wir den Menschen, die Demmin als ihre neue Heimat aussuchen, keine Chance, Teil der Stadtbevölkerung zu sein, sich in der Stadt einzubringen, um Verbesserung der Lebensqualität bemüht.

Irritiert es Sie ebenfalls, dass die Stadt trotz mehrfacher Hinweise lieber nicht 600.000 Euro Fördergelder im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ beantragt? Warum machen das Waren, Neustrelitz, Anklam, Wolgast, etc. etc.?

Wir engagieren uns für eine solidarische, offene und ökologische Gesellschaft. Nicht nur am 8. Mai.

Sogar Bundesinnenminister Seehofer hat erkannt, dass die Gefahr des Rechtsextremismus wächst. Wir können in Demmin, wo es jedes Jahr einen Neonaziaufmarsch gibt, nicht die Augen davor verschließen und einfach warten, bis die Auswüchse des Rechtsextremismus auch bei uns Fuß fassen. Denn der Trauermarsch der Neonazis instrumentalisiert die Ereignisse in Demmin, um den Angriffskrieg der deutschen Wehrmacht nachträglich zu rechtfertigen. Und das am Datum des Schweigens der Waffen in Europa.

Lasst uns um die Demminer Toten von Ende April 1945 trauern. Vergessen wir jedoch nicht die toten Zwangsarbeiter im Woldeforst, die gefallenen Demminer Soldaten, die deportierten Demminer*innen, all die Opfer dieses wahnsinnigen Krieges. Trauern ist ein Schritt in der Aufarbeitung. Damit allein verhindern wir aber nicht die Ausbreitung des Rechtsextremismus und die Fortsetzung der Traumata.

Sollte der 8. Mai nicht dazu einen Gegenpol darstellen, einen positiven Bezugspunkt?
Als der Krieg endete, die Welt aufatmete und uns allen die Chance geboten wurde, solch zerstörerische Sackgassen hinter uns zu lassen?

Gerne tauschen wir uns über alle angesprochenen Fragen mit den Demminer*innen aus. Alle Veranstaltungen der letzten elf Jahre waren öffentlich. Vielleicht ist es an der Zeit, gemeinsam mit Stadt, Kirche und anderen lokalen Akteur*innen ein mehrteiliges Forum zur Demminer Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu organisieren, wie wir es letztes Jahr im Rahmen der Überlegungen zu einem neuen Gedenkort vorgeschlagen hatten. Wir freuen uns jedenfalls auf konstruktive Diskussionen!

Aktionsbündnis 8. Mai Demmin

Artikel dazu im Nordkurier

23.5. Neubrandenburg: Menschenrechte statt rechte Menschen! Gegen die AfD!

Hier der Aufruf von Neubrandenburg nazifrei:

Am 23. Mai, dem Tag des Grundgesetzes, ruft die rechtspopulistische Partei AfD auf, nun auch in Neubrandenburg gegen die aktuellen – vermeintlich diktatorischen – Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie zu demonstrieren. Sie wollen hier offensichtlich von den verschwörungstheoretischen Spaziergängen die letzten Montage profitieren. Dazu eingeladen hat Komning unter anderem den AfD-Bundessprecher Chrupalla.

Wir denken auch das es wichtig ist, den Umgang der Regierung mit COVID-19 kritisch zu hinterfragen. Allerdings aus anderer Perspektive!
In der Krise sind die Schwachstellen vom Kapitalismus als Gesellschaftsmodell noch deutlicher geworden, doch anstatt diese aufzuzeigen und ein von Grund auf ungerechtes System zu hinterfragen, werden durch die Covidiots abstruse Feindbilder geschaffen und Ängste geschürt.
Gerade in einer Zeit, in der wir uns miteinander solidarisieren müssten, ist es für manche Menschen anscheinend unvorstellbar, Rücksicht zu zeigen. Dieser Egoismus treibt einen Keil durch die Gesellschaft und ist nicht nur ein gewaltiger Mittelfinger in Richtung aller Risikogruppen, die immer noch täglich in Gefahr schweben, und der Pflegekräfte und anderen Berufsgruppen, die sich jedem Tag aufs Neue unglaublich belastenden Arbeitsbedingungen und einer absolut ernüchternden Realität stellen müssen, sondern ist auch eine offene Tür für komplett realitätsverzerrende Verschwörungstheorien und ein leichter Übergang zu menschenverachtenden Ideologien.

Deshalb positionieren wir uns klar gegen den Aufruf der AfD, der unserer Meinung nach nur Problemverschiebung ist und eine wahnsinnig regressive Weltanschauung beweist.

Am Samstag werden auf dem Marktplatz Neubrandenburg ab 14 Uhr einige Kundgebungen dagegen stattfinden.
Kommt mit uns auf die Straße, aber denkt bitte an einen Mundschutz und achtet auf angemessene Abstände!

Menschenrechte statt rechte Menschen!

Verschwörungsgeschichtenerzähler*innen, Rechten aus unterschiedlichen Zusammenhänge oder einfach nur Schräge?

Am Montag soll es in Demmin wieder einen „Spaziergang“ gegen Corona-Beschränkungen ab 19 Uhr geben. Das Menschen sich für Stärkung der Grundrechte, der Freiheit einsetzen oder sich gegen Impfzwang wehren ist gut und erst mal nicht falsch.
Aber das gruselige Gefühl beim Betrachten der Menschenmenge am letzten Montag auf dem Markt ging nicht weg. Nicht nur wegen der totalen Ignoranz von Corona-Regeln, sondern weil es eine skurrile, gefährliche Mischung war aus Verschwörungsgeschichtenerzähler*innen, Nazis, Reichsbürger*ìnnen, polizeibekannten Schlägern, AfDler*innen oder einfach nur schrägen Typen. Vielleicht waren unter den über 100 einige Menschen dabei, die nur mit der Regierung unzufrieden sind und/oder durch die aktuelle Situation in irgendeiner Form Schaden genommen haben (von dieser Gruppe war niemand erkennbar).
Dominiert und koordiniert wurde der „Spaziergang“ durch Nazis, andere liefen nur mit. Auch die paar wenigen Worte, die gesagt wurden, kamen von sehr Rechtsorientierten. Insgesamt sehr männerlastig. Das Transparent, welches für ein paar Sekunden zu sehen war, durften sie nicht mitführen.
Die Anwesenden waren fast alle aus der Demminer Region. Deren Mobilisierung läuft viel über Facebook. Am Anfang wollte sie fotografiert werden, lächelnd fragten sie „Youtuber“. Dann agressives Hindern beim Bildern machen, als sie erkannten, wer die Bilder macht.

Und die Frage bleibt: Warum hat das Amt sie ohne große Auflagen einfach laufen lassen, ein Mal quer durch die Stadt zum Barlachplatz und zurück, ohne Anwesenheitslisten wie drei Tage vorher.

Absurd ist, dass sie Freiheit fordern, aber klar sein sollte, dass die anwesenden Rechten nur ein unterdrückerisches System wollen, den Anlass dafür missbrauchen. Einige relativieren die NS-Zeit, bedienen sich antisemitischer oder rassistischer Erzählungen.
Der Wahn von der Weltverschwörung endet immer gefährlich.

Warum ist es so schwer, solidarisch zu sein, Maske zu tragen und Abstand zu halten. Ist es zu viel verlangt? Anderes wird doch gerade gelockert. Selbst wenn jemand der Meinung wäre, die Regierung würde uns mit Pandemiemaßnahmen unterdrücken & Grundrechte berauben:
In so einer Demo läuft mensch nicht mit!

Fortsetzung dieser Sache ist am Montag, 18.5. um 19 Uhr in Demmin. Das Amt hat den „Spaziergang“ verboten, aber die Teilnehmer*innen vom letzten Mal wollen trotzdem spazieren…
Wir werden wohl noch länger damit zu tun haben.

Und am 23.5. kommt Chrupalla und andere relevante AfDler*innen nach Neubrandenburg.
Achtet auf Protestankündigungen!.

mehr Infos:
https://netzpolitik.org/2020/wenn-die-eltern-ploetzlich-an-verschwoerungstheorien-glauben-corona-pandemie/

https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/digitaler-aktionstag-gegen-verschwoerungsmythen-und-antisemitismus-am-15-mai-56891/

https://www.volksverpetzer.de/corona/corona-fake-glossar/

https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2020-05/corona-demos-verschwoerungstheorien-rechtsextremismus-neue-rechte

https://www.aufstehen-gegen-rassismus.de/aktuelles/vorsicht-vor-hygienedemos/

https://www.belltower.news/antisemitismus-verschwoerungsideologien-im-deutsch-rap-91587/

Einige Bilder vom letzten Montag:

Der in der orangefarbenen Jacke ist der Anmelder.

Redebeitrag am 8. Mai 2020 im Hafen

Ein Mitglied vom Aktionsbündnis sprach im Hafen über die Geschichte vom 8. Mai und vom Aktionsbündnis:

Ich habe den 8. Mai 1945 nicht selbst erlebt, auch nicht das faschistische System, von dem Europa durch die Alliierten befreit wurde. Ich habe Überlebende des Widerstandes, der KZ, der Gestapokerker kennengelernt. Sie haben mir erzählt von dem Vernichtungswahn der Nazis, der fast die gesamte jüdische Bevölkerung Europas traf, der gegen Sinti, Roma und viele andere gerichtet war.

Schon als Jugendliche fuhr ich mit der Familie in die Klassikerstadt Weimar und dort auf den Ettersberg, zur Gedenkstätte des KZ Buchenwald. Hier war – neben tausenden anderen – der Bruder meines Vaters Häftling und wurde umgebracht. Für meine Familie war der 8. Mai 1945 Befreiung.

Viel später musste ich erfahren, dass die grosse Mehrheit der deutschen Bevölkerung diesen Tag als Niederlage, als Untergang empfand. Sie hatten sich mit dem Nationalsozialismus identifiziert und standen nun vor den Trümmern ihrer Gefolgschaft.

Doch der Untergang lag im Jahr 1933, als die Faschisten mit Hilfe Grossindustrieller, Banker, Grossagrariern und Millionen deutscher Wählerinnen und Wählern an die Macht kamen. Am 5. März 1933 wurde die NSDAP in Demmin mit 53,7 Prozent gewählt. Reichsweit blieb sie mit 43,9 Prozent unter dem Demminer Ergebnis.

Diese Ursachen spielen immer weniger eine Rolle in der Öffentlichkeit, gedacht wird aller „Opfer von Krieg und Gewalt“. Die Täter scheinen vom Himmel oder besser aus der Hölle zu kommen und wieder dahin zu verschwinden.

Gründe genug, sich zu engagieren. So seit 2006, als die Neonazis ihre groteske Posse in Demmin begannen. Mit einer Handvoll Leuten versuchten wir in diesen ersten Jahren, die Stadt wach zu rüttteln und den Spuk zu vertreiben. Doch da wurde die Parole herausgegeben: Schliesst die Fenster und seht weg.

Wir gründeten das Aktionsbündnis 8. Mai Demmin, organisierten Veranstaltungen zu Geschichte und Gegenwart, zeigten Filme, baten Autoren, ihre Bücher zu präsentieren.
Zum historischen Stadtspaziergang und dem Friedensfest am Hafen kamen dann ab 2009 auch viele Demminer_innen.

Gemeinsame Versuche, den Neonazimarsch aufzuhalten, scheiterten an der Polizei, die von Mal zu Mal mehr wurden und besser aufgerüstet waren. Mit ihrer brutalen Aktion 2014 einem jungen Demonstranten gegenüber verschreckten sie viele Leute.

Deshalb organisierte das Aktionsbündnis eine internationale Konferenz um den 8. Mai 2015. Esther Bejerano, die die KZ Auschwitz und Ravensbrück sowie den Todesmarsch überlebt hat, trat mit ihrer Band «microphon mafia» in Demmin auf.

Dankbar bin ich den vielen jungen Leuten aus der Region und darüber hinaus. Nachdem weder die Stadt noch die verschiedenen Ordnunghüter gewillt waren, den Neonazis das Marschieren zu verbieten, entschlossen wir uns gemeinsam, unser Fest zu feiern und den Spuk zu verlachen.

Nur das es eben kein Spuk ist, wie der NSU, Kassel, Halle, Hanau, Nordkreuz, NPD und AfD zeigen. Jahrzehntelang war man auf dem rechten Auge blind…

Für mich ist und bleibt dieser Tag, der 8. Mai, der Tag der Befreiung. Er verbindet mich mit den Antifaschist*innen weltweit. Und er muss ein Feiertag werden…

zu Hanau hier noch das Plakat zum Runterladen als PDF

Dr. Bajan wollte am 8. Mai 2020 in Demmin spielen, was wegen der aktuellen Lage und den unklaren Bedingungen nicht stattfinden konnte, hier ein paar Lieder:

Bericht und Reflexion zum 8. Mai 2020

Den Tag der Befreiung vom Faschismus feiern und mit Gedenken an die damalige Zeit, an das was geschehen ist erinnern, aber auch was wir daraus gelernt haben und was dies in der Gegenwart bedeutet, war das Thema der Veranstaltung gestern im Hafen von Demmin. Es kamen mehr als 3 X 50 Menschen für die Kundgebungen, so dass sich vor der Veranstaltung und auf der anderen Peeneseite sich dutzende Menschen aufhielten, dabei aber bis auf wenige Ausnahmen an die Corona-Abstandsregeln hielten.

Die Stimmung war gut, wenn auch teilweise ungewohnt oder seltsam durch die Corona-Regeln. Bis 20 Uhr gab es verschiedene Programmpunkte und das Video unten gibt es gutes Gesamtbild davon. Die Polizei war anfangs noch im Modus eines vorbereiteten Großeinsatzes, mit der Zeit wurde es entspannter.

Demmin war gestern nicht wirklich nazifrei. Auf der Kahldenbrücke standen ein paar und provozierten, einer mit Hitlergruß. In den Straßen um den Hafen waren sie vereinzelt unterwegs. In Demmin wohnen viele Nazis und die werden auch nicht so schnell verschwinden. Aber es gab am 8. Mai keinen Fackelmarsch und auch keine Kundgebung der Nazis. Auch wenn das vor allem wegen Corona geschah: Ohne die jahrelangen Proteste hätte die NPD für die Kundgebung gestern nicht komplett abgesagt. Sie haben zwar am Friedof noch Blumen abgelegt und was schwimmen lassen, aber mehr war nicht drin. Sie haben ein Mitglieder- und Mobilisierungsproblem.

Wir werden dran bleiben und sehen, was im nächsten Jahr ist. Bis dahin werden wir verschiedene Veranstaltungen, Ausstellungen und vieles mehr anbieten, sobald das wieder geht.

Wir wollen uns jeden Tag einsetzen für eine offene, solidarische und ökologische Gesellschaft und für den Frieden.
Wir wollen einander zuhören und diskutieren.
Wir wehren uns dabei gegen Faschismus und Rassismus und gegen menschenverachtendes Handeln.

PS: Mit unserer Veranstaltung wollten wir neben dem schon erwähnten auch fordern, dass der 8. Mai ein Feiertag wird.

Berichte dazu:
Nordkurier-Artikel
NDR-Beitrag
Mai 1945: Der Weltuntergang von Demmin
Mehr zum Thema als Podcast von Rostock nazifrei

Demmin nazifrei

Das war heute ein wirklich chilliger 8. Mai für Demmin
Es war es ein toller Tag mit Gedenken – und einer Feier, die im nächsten Jahr gerne noch größer sein kann. Danke an alle, die dabei waren.

Morgen mehr Bericht und Reflexion

Verändertes Programm für den Tag der Befreiung, den 8. Mai

Wir feiern den Tag der Befreiung vom Faschismus am
Freitag, 8. Mai ab 17 Uhr im Hafen von Demmin (Adresse: Am Bollwerk)
Musik, Reden, einem offenen Mikrofon, Abwechslung bis max. 23 Uhr

Im Hafenbereich wird es mind. drei genehmigte Kundgebungen mit jeweils 50 Menschen geben, so dass alle die wollen, mitfeiern können und die Corona-Regeln (Gesichtsmaske, Abstand, Hygiene…) eingehalten werden. Einige Gesichtsmasken haben wir in der Reseve, aber denkt daran eure eigene mitzubringen. Und nehmt euch selbst was zu essen mit, ist besser für die Hygiene.

Die Paddel-Demo wird es auch geben.

ab 16 Uhr: Friedensgebet in St. Bartholomaei
mit Präsentation vom Trauertuch

Alle anderen Kundgebungen im Stadtgebiet werden abgesagt. Und ob die Nazis noch irgendwo was versuchen haben wir auf dem Schirm.

Die, die nicht kommen können oder wollen: beteiligt euch bei der Onlineaktion und dem Hashtag #Befreiungfeiern

Info-Telefon bei Fragen: 0160-6208018

Wir freuen uns mit euch gemeinsam den Tag der Befreiung zu feiern – kommt zahlreich.

Lasst uns tanzen, lachen, feiern!

Nazis haben abgesagt !!!

irgendwie noch nicht zu fassen und wir müssen erst noch ne Nacht drüber schlafen, wie wir jetzt genau damit umgehen.

Aber die Nazis haben etwas mehr als einer Stunde abgesagt und schreiben sie seien Opfer der Staatsgewalt, die in Coronazeiten speziell die Nazis entrechten würde. Wir gingen aus anderen Gründen davon aus, dass sie dieses Jahr nur ein kleiner Haufen werden, denn sie bekamen in den letzten Monaten kaum noch was auf die Reihe. Vielleicht wollten sie sich auch diese Peinlichkeit ersparen.

Wir feiern erst mal, dass die Nazis nicht marschieren und freuen uns riesig.

Unser Programm vom 8. Mai wird morgen komplett überarbeitet und wir feiern dann den Tag der Befreiung

D E M M I N – N A Z I F R E I

#Befreiungfeiern – gemeinsam auf der Peene

Der 8. Mai steht bevor, der Tag der Befreiung, der Tag an dem vor 75 Jahren der zweite Weltkrieg beendet wurde. Ein Tag, um zu feiern.

Auch in Demmin wollen wir dieses Jahr den Tag wieder würdigen, anders als die letzten Jahre mit Abstand und Schutzmasken. Denn trotz Corona wollen die Nazis es sich nicht nehmen lassen, ihren Opfermythos zu zelebrieren und die Geschichte umzudeuten. Aber nicht mit uns!

Die antifaschistischen Peene-Pirat*Innen werden wieder in See bzw. in den Fluss stechen. Maskiert, mit Fahne- und Pappschildern als Segel und immer eine Paddellänge Abstand zueinander wollen wir die Befreiung feucht fröhlich auf der Peene feiern. Gemeinsam feiern dass die Nazis bezwungen und die Konzentrationslager befreit wurden.

Neben dem Feiern fordern wir auch, dass der 8. Mai endlich ein wirklicher Feiertag wird. Viele Jahre wurde das Kriegsende in Deutschland als „Zusammenbruch“ bezeichnet, am 50. Jahrestag gab es schließlich erste größere Befreiungsfeiern. Und jetzt, 75. Jahre später ist der 8. Mai einmalig gesetzlicher Feiertag in Berlin. Warum aber nur einmalig, warum nicht jedes Jahr, überall? „Das ist überfällig seit sieben Jahrzehnten!“ meint Esther Bejarano – und hat deswegen eine Petition gestartet die bereits über 50.000 Unterschriften gesammelt hat.

Es ist aber auch wichtig auf die Gegenwart zu achten. Auf die Lager in Griechenland und an den EU Außengrenzen, wo wir „unsere“ Humanität mit Füßen treten. Wo wir Menschen verrecken lassen, damit wir nichts von unserem Reichtum und Wohlstand abgeben müssen.

#leaveNoOneBehind mit der #Seebrücke

Ihr seid nicht Schuld an dem, was war, aber verantwortlich dafür, dass es nicht mehr geschieht.

Also schnappt eure Kanus oder auch euer Motorboot, nehmt Familie, Lebenspartner*In oder Mitbewohner*Innen mit und stecht mit uns in See. Achtet darauf das ihr einzeln oder wenn dann mit Leuten, mit denen ihr zusammen wohnt/lebt in ein Kanu steigt, um Infektionsketten zu durchbrechen.
Treffpunkt 8. Mai, bei der Kahldenbrücke/Speicher um 17 Uhr – auf der Peene

https://twitter.com/P_PiratInnen

Das Programm zum 8. Mai und eure Beteiligung

Im Programm für den 8. Mai ist immer noch Bewegung, viele geplanten Programmteile zum 75. Jahrestags der Befreiung vom Faschismus sind wegen der derzeitigen Lage weggefallen, dafür online einiges dazugekommen (siehe unten).

Angemeldet sind Kundgebungen (mit begrenzter Teilnehmerzahl, Abstand und Gesichtsmaske vom Amt beauflagt):
Es wird also keine große Demo von uns geben.
Aber kommt zu den Kundgebungen!

Mit dem Programm zum Tag der Befreiung starten wir
ab 17 Uhr auf dem Marktplatz mit einigen Reden, einem offenen Mikrofon und Begleitmusik
danach geht es im Hafen weiter mit zwei Versammlungen nebeneinander,.
Wir vermuten, dass die Nazis im Hafen einen Kranz abwerfen und wollen sie dabei kommentieren. Genauer geschrieben haben sie noch nichts, wir halten euch bei Änderungen auf dem Laufenden.
Die „Party“ im Hafen ist bis ca. 23 Uhr angemeldet.
Angemeldet ist auch eine Paddel-Demo auf der Peene.
Im Stadtgebiet sind derzeit weitere Mahnwachen angemeldet, die wir bei Bedarf nutzen werden, also je nach dem was die Nazis machen.

Denkt daran, euch Essen für den Tag einzupacken, da wir vor Ort aus gegebenem Anlass keine Essensstände haben werden.

ab 16 Uhr: Friedensgebet in St. Bartholomaei
mit Präsentation vom Trauertuch
Derzeitige gesetzliche Auflagen müssen eingehalten werden, also zum Beispiel Kontaktverbot, Abstand, 1 Person pro 10qm, …

Einige vom Programm ist ins Internet, auf Social-Media-Kanäle und auf Websites verlagert
daran könnt ihr euch gerne beteiligen also unter dem Hashtag: #Befreiungfeiern

Dabei bekommen wir Unterstützung von Rostock Nazifrei
https://www.facebook.com/Rostockfueralle/
https://twitter.com/HRONazifrei/
https://www.instagram.com/rostock.nazifrei/

Und es gibt zum Tag der Befreiung in MV eine neue Website:
https://tagderbefreiung.info/

Viele Bündnisse und Organisationen unterstützen die Petition des VVN-BdA und der KZ-Überlebenden Esther Bejarano, den 8. Mai zum Feiertag zu machen. Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, rufen wir euch dazu auf, auf kreative Art und Weise ein Zeichen zu setzen. Was bedeutet der 8. Mai
für euch? Und konkret der 8. Mai in Demmin? Warum wollt ihr, dass es ein Feiertag wird? Ob mit einem Schild & Spruch, mit einem Banner aus eurem Fenster oder Kreide auf der Straße – euer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!
Schickt uns die Fotos entweder per E-Mail an rostock-nazifrei@posteo.de. Ihr könnt sie auch einfach öffentlich (!) auf eurem Profil in den sozialen Medien posten. Nutzt dafür bitte unbedingt den Hashtag #Befreiungfeiern, damit wir eure Forderungen auch finden können! Diese
möchten wir dann am 8. Mai auf unseren Kanälen vorstellen.

Lasst uns feiern – tanzend, laut und bunt – gegen den Naziaufmarsch!
Der Tag der Befreiung vom Faschismus und das Kriegsende

Kommt am 8. Mai nach Demmin – wir feiern die Befreiung und wehren uns gegen die Geschichtsverdrehung durch die Nazis

Heute haben wir die Bestätigung vom Ordnungsamt bekommen, dass wir mehrere stationäre Versammlungen in Demmin am 8. Mai machen dürfen, sowohl im Hafen als auch in der Stadt. Die Nazis schreiben, dass sie noch keine Entscheidung getroffen haben, was sie machen wollen. Sie dürften wohl eine Kundgebung im Hafen machen, wollen aber anscheinend mehr: durch die Stadt marschieren. Bundesweit ist die Genehmigungslage unterschiedlich, aber da wir damit rechnen müssen, dass die Nazis klagen werden, müssen wir davon ausgehen, dass sie vielleicht doch einen „Trauermarsch“ machen dürfen.
Verschiedenen Gruppen haben deswegen schon länger wie in den letzten Jahren mehrere Kundgebungen entlang der Naziroute angemeldet. Pro Versammlung sind 50 Menschen erlaubt, aber wie gesagt, mehrere sind angemeldet. Wo und wie genau kommt als Info die nächste Woche.
Stellen wir uns den Nazis entgegen!

Klar ist, dass wir wollen, dass alle gesund bleiben wollen und werden uns deswegen am die Corona-Standards mit Abstand, Gesichtsmaske und anderen Auflagen halten. Wir fragen uns aber immer noch, wie das bei einem sich bewegenden Naziaufmarsch funktionieren soll.

Auf den Social Media Kanälen bekommen wir die nächsten Tage Unterstützung von Rostock Nazifrei – Hashtag: #Befreiungfeiern

Weiteres ist in Vorbereitung und folgt die Tage!

Gerade jetzt ist ein Feiern des Friedens und das Eintreten für eine offene, solidarische und ökologische Gesellschaft wichtig, um positive Bezugspunkte für die Zukunft zu setzen.
Im Zentrum steht dieses Jahr die Forderung, den 8. Mai zu einem bundeseinheitlichen Feiertag zu erklären. Ein Tag, an dem die Befreiung der Menschheit vom NS-Regime gefeiert werden kann. Die nationalistischen und rassistischen Geister von damals holen uns ständig ein und sind tödlich, wie sich allein in den letzten Monaten in Kassel, Halle und Hanau mörderisch zeigte. Wer nur nach vorne schauen will und verkennt, wie sehr unser Gestern unser Heute prägt, wird nie Frieden finden.

Lasst uns feiern – tanzend, laut und bunt – gegen den Naziaufmarsch!
Der Tag der Befreiung vom Faschismus und das Kriegsende!

Die Website http://8mdm.blogsport.eu/ ist auch wieder aktiv zum 8. Mai in Demmin:

Kranzniederlegung auf dem Gräberfeld

Heute um 9 Uhr wurde auf dem Gräberfeld vom Kriegsende ’45 in Demmin einen Kranz abgelegt mit:
Faschismus und Rassismus tötet. Wehret den Anfängen.
Aktionsbündnis 8. Mai

Heute ist der Jahrestags des Einmarschs der Roten Armee.
Heute vor 75 Jahren begannen die Massensuizide in Demmin. Nazis instrumentalisieren dies seit Jahren für ihre Zwecke.
Am 8. Mai werden wir dann die #Befreiungfeiern

Artikel im Nordkurier


Bilder: Aktionsbündnis 8. Mai

Plakat-Aktion zum 8. Mai

Noch ist unklar, ob die Nazis am 8. Mai was machen (dürfen), ob Versammlungen überhaupt am 8. Mai in Demmin vom den Behörden erlaubt werden. Vermutlich maximal Kundgebungen mit vielen Auflagen wegen der Gesundheit von allen. Genaueres wird wohl erst nächste Woche bekannt.
Doch warum wir gegen die Nazis demonstrieren hat sich auch bei Corona nicht geändert.
Deswegen wurden heute morgen um 7 Uhr drei gemietete Plakatwände in Demmin an der Naziroute beklebt mit der Forderung:, dass der 8. Mai ein Feiertag werden soll und mit einer Erinnerung an die Opfer des Rechtsterrorismus von Hanau.

Hier das Plakat mit Esther Bejerano zum Runterladen

Petition von VVN-BdA

Petition von Die Vielen

Faschismus und Rassismus töten bis heute!

Artikel im Nordkurier dazu


Bilder: Privat

Gedenken an Mohammed Belhadj

Am 22.4.2001 wurde Mohammed Belhadj, ein Aslybewerber aus Algerien, von vier Rassisten am Südufer vom Zarrenthiner Kiessee ermordet. In dieser Zeit hab es viele rechtsextreme Taten und das hat bis heute nicht aufgehört.

Am Nachmittag vom 22.4. 2020 wurden vom „Aktionsbündnis 8. Mai Demmin“ zum Blumen am Zarrenthiner Kiessee bei Jarmen abgelegt, wegen Corona nur von zwei Menschen in Vertretung von vielen.
Das war zum ersten Mal ein öffentliches Gedenken am Todesort.
Bis zum nächstes Jahr, dann zum 20. Todestag, soll es viele Gespräche geben und sich für einen dauerhaften Gedenkort eingesetzt werden.

Ganz in der Nähe vom Tatort findet sonst das „Wasted in Jarmen“ statt.

Viele Infos bei Pro Bleiberecht MV

Informativer Artikel im Nordkurier


Das Gedenken war in der Badesanstalt vom Zarrenthiner Kiessee, Der Tatort ist am Südufer (hinten rechts im Bild zu sehen, damals mit dem Auto befahrbar, heute abseits gelegen)

Mohammed Belhadj

Digitaler Ostermarsch von Lebenslaute – Gemeinsam für den Frieden

An 20 Orten spielt und singt Lebenslaute das Aserbeidschanische Friedenslied Lazemder, in dem es heisst: Asien, Afrika, auf der ganzen Welt, Europa, Amerika, auf der ganzen Welt, kommt mit ihr Väter, Töchter, Söhne und stimmt mit uns zusammen das Lied des Friedens an.
Und ruft zum aktiven Engagement für Frieden und Menschenrechte auf, z.B. gegen die Rüstungsprduktion in Unterlüß.
mehr Infos:
https://www.lebenslaute.net/

Gewissen in Aufruhr (Film in fünf Teilen)

Deutschland vor 75 Jahren: von allen Seiten rücken alliierte Streitkräfte vor. Die Wehrmacht ist auf dem Rückzug, der Ausgang des Krieges schon klar, aber an vielen Stellen gibt es noch erbitterte Kämpfe. Was genau passierte, hing teilweise an der Entscheidung einzelner Befehlshaber. Die Kapitulation der Stadt Greifswald rettet vielen Menschen das Leben.
In Demmin war es verboten, weiße Fahnen rauszuhängen. Bei einer anderen Entscheidung wären viele Ereignisse in Demmin vielleicht anders verlaufen.

Hier ein älterer Film über die Ereignisse in fünf Teilen. Sehenswert sind alle Teile, auch wenn aus heutiger wissenschaftlicher Perspektive das eine oder andere ein wenig anders präsentiert werden würde.
Wir wollten dies im April in Demmin öffentlich zeigen und mit euch darüber diskutieren, was jetzt gerade leider nicht geht.

Also wenn ihr die nächsten Tage Zeit habt, schaut es euch an und empfehlt es weiter.
Hier der Teil Nr. 3, die anderen sind aber auch auf Youtube:

Teil 1

8. Mai unter besonderen Vorzeichen

Der 8. Mai 2020 in Demmin wird sich deutlich unterscheiden von den vorangegangenen. Die Ansteckungsgefahr soll sich nicht erhöhen und trotzdem wollen wir nicht vergessen. Angesichts der Corona-Pandemie sucht das „Aktionsbündnis 8. Mai Demmin“ derzeit nach alternativen Wegen, an den 75. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs und der Befreiung vom Faschismus zu erinnern. Gerade jetzt ist ein Feiern des Friedens und das Eintreten für eine offene, solidarische und ökologische Gesellschaft wichtig, um positive Bezugspunkte für die Zukunft zu setzen.

Im Zentrum steht dieses Jahr die Forderung, den 8. Mai zu einem bundeseinheitlichen Feiertag zu erklären. Die Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano erklärte dazu „Ich fordere: Der 8. Mai muss ein Feiertag werden! Ein Tag, an dem die Befreiung der Menschheit vom NS-Regime gefeiert werden kann. Das ist überfällig seit sieben Jahrzehnten.“ In Deutschland fehlt bis heute ein fester Rahmen, um kollektiv an die Gräuel des Zweiten Weltkrieges und an das weltweite Aufbäumen gegen eine menschenfeindliche Ideologie zu erinnern. Die nationalistischen und rassistischen Geister von damals holen uns ständig ein und sind tödlich, wie sich allein in den letzten Monaten in Kassel, Halle und Hanau mörderisch zeigte. Wer nur nach vorne schauen will und verkennt, wie sehr unser Gestern unser Heute prägt, wird nie Frieden finden.

Seit einigen Wochen erleben wir sehr deutlich, dass wir alle im selben Boot sitzen. Und wir sehen, was möglich wäre, wenn die Bedrohungen nicht nur marginalisierte Menschen hier und anderswo, sondern allen gefährlich werden. Gesundheit und Menschenleben sind plötzlich wichtiger als das Wirtschaftswachstum. Der Mangel an medizinischer Ausrüstung macht die Umstellung von Produktionsprozessen möglich. Alle militärische Aufrüstung der Welt hilft nicht gegen einen kleinen Angreifer. Hoffentlich gibt uns das für die Zukunft zu denken. Denn wie wären wir heutzutage gewappnet, wenn die Rüstungsetats in den vergangenen Jahrzehnten in Gesundheit, in Bildung oder die Bekämpfung von Armut, Wohnungslosigkeit und Unterernährung gesteckt worden wären. Angesichts der Soforthilfen taucht das bedingungslose Grundeinkommen am Horizont auf. Wir würden es begrüßen.

Gleichzeitig ist auch jetzt Solidarität oft nicht grenzenlos. Mit der unteilbaren Menschenwürde ist nicht vereinbar, dass Geflüchtete nicht aus griechischen und bosnischen Lagern evakuiert werden, während zehntausende Saisonarbeiter*innen für die Ernte eingeflogen werden. Auch das Ringen um die knappen medizinischen Güter prägt vielfach das Recht des Stärkeren und Reicheren.

Unserem kreativen Protest können wir wahrscheinlich diesmal nicht auf der Straße Nachdruck verleihen, möchten aber allen fleißigen Stricker*innen aus Demmin, den umliegenden Dörfern und über die Grenzen unserer Region hinaus danken, die sich bereits an der Aktion „Bunte Maschen statt brauner Märsche“ beteiligt haben. Unsere Grüße gehen deshalb auch nach Gribow, Hamburg, Berlin, Malchin, Gnoien, Rostock, Greifswald, Freiburg… Auch wenn wir aller Voraussicht nach aufgrund der Einschränkungen während der Corona-Pandemie die vielen bunten Schals nicht anbringen können, werden wir dafür sorgen, dass sie zu einem anderen Zeitpunkt ihren aussagekräftigen Einsatz bekommen.

Für eine solidarische Zukunft können wir uns jetzt gut einsetzen. Welche Wege wir dafür finden und wie wir unterstützt werden können, ist auf www.demminnazifrei.blogsport.de zu verfolgen. Wir hoffen, dass die große Beteiligung der letzten Monate an Organisation und Überlegungen zum 8. Mai 2020 und darüber hinaus erhalten bleibt.

Hier die Petition zum 8. Mai als Feiertag:
https://www.change.org/p/8-mai-zum-feiertag-machen-was-75-jahre-nach-befreiung-vom-faschismus-getan-werden-muss-tagderbefreiung-bkagvat-bundesrat

Massenlager auflösen – überall * Evakuierung der griechischen Lager * Hier ist Platz * Aktion am 5.4.

Schutz vor Corona: Recht auf Abstand für Flüchtlinge !

Asylsuchende aus Aufnahmeeinrichtungen in die Kommunen umziehen lassen!
Corona-Risikogruppen in Wohnungen einziehen lassen!

Der gesellschaftliche Zusammenhalt wächst in Zeiten von Corona. Zusammenhalt und Solidarität – das muss für Alle gelten. Menschen in Flüchtlingsunterkünften dem Infektionsrisiko mit Corona auszusetzen, während alle denkbaren Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung ergriffen werden, ist rassistisch. Wir fordern von der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern (MV): Vernünftige Asylpolitik statt institutionellem Rassismus!

Unterschreibt die Petition:
https://weact.campact.de/petitions/schutz-vor-corona-recht-auf-abstand-fur-fluchtlinge-in-m-v

05.04.2020
Gemeinsamer bundesweiter Aktionstag zur Evakuierung der griechischen Lager

Am Sonntag setzen wir ein Zeichen. Wir setzen ein Zeichen unseres Protestes vor den Orten, die gerade darüber entscheiden, ob die Menschen auf den Inseln ihrem Schicksal überlassen werden oder nicht. Und wir setzen ein Zeichen an öffentlichen Orten und sagen: Hier ist Platz! Wir kippen Farbe aus, ziehen uns alte Schuhe an, spazieren einzeln im Minutentakt an diesen Orten vorbei und hinterlassen farbige Fußabdrücke. Wir können nicht zeitgleich mit vielen an einem Ort sein und wir werden auf unserer aller Gesundheit achten, aber wir können trotzdem zeigen, dass wir viele sind und unsere Spuren im öffentlichen Raum hinterlassen.

mehr Infos hier:
https://seebruecke.org/wir-hinterlassen-spuren-leavenoonebehind/

Der 8. Mai und Corona

Noch ist unklar, wie der 8. Mai in Demmin dieses Jahr aussehen wird, doch der Coronavirus wirft seine Schatten voraus. Große Demonstrationen ähnlich wie im letzten Jahr wird es vermutlich nicht geben. Pläne und Vorbereitungen wurden in den letzten Monaten schon viele gemacht und angemeldet. Ein konkreter Aufruf zur Teilnahme an den Protesten ist vorbereitet, aber noch nicht veröffentlicht. Die Nazis haben noch nichts angekündigt. Spätestens Ende April wird mehr Klarheit da sein.

Derzeit wird verstärkt an Ideen gearbeitet, was an Protest / Meinungsäußerungen bei Verbot von Großveranstaltungen noch umgesetzt werden kann. Einige tolle Ideen gibt es schon. Das Aktionsbündnis 8. Mai Demmin hatte dazu gerade die erste Telefonkonferenz seit Bestehen, denn auch hier finden keine normalen Gruppentreffen mehr statt.
Vor drei Tagen gab es beispielsweise eine angemeldete Kundgebung in Kiel, mehr Infos hier

Wegen der Corona-Krise dürften keine Grundrechte über den Haufen geworfen werden. Zugriff des Staates auf die Handyortungen ist keine Lösung. Keine Maßnahmen einführen, die danach schwer wieder rückgängig gemacht werden können wie der Bundeswehr-Einsatz im Inneren. Keine autoritäre Strukturen aufbauen. Statt dessen viele Menschen auf Corona testen und andere Maßnahmen zur Eindämmung umsetzen.
Grenzenlos solidarisch sich um andere kümmern ist angesagt, sich gegenseitig helfen und körperlichen Kontakt minimieren, ohne dabei den Lagerkoller zu bekommen. Und Care-Arbeit wie die Arbeiten im Krankenhaus und in der Lebensmittelversorgung sollten gut bezahlt werden, nicht wie in den letzten Jahren kaputtgespart.

In den nächsten Tagen werden wir verstärkt zu Online-Protest aufrufen.

29.03.2020 16 Uhr Hängt Banner raus und beteiligt euch an der Online Aktion der Seebrücke
https://seebruecke.org/

Beteiligt euch an der Petition: Der 8. Mai muss Feiertag werden!
https://weact.campact.de/petitions/petition-der-vielen-diebefreiungfeiern-1

Emailaktion: Schreibt Politiker*innen, dass sie die Lager an den Außengrenzen evakuieren und auflösen müssen.
http://bleiberecht-mv.org/de/2020/03/26/gefluechtete-aufnehmen/

Fordert: Tödliche Exporte verbieten!
https://www.ohne-ruestung-leben.de/mitmachen/toedliche-exporte-verbieten.html

Griechische Lager jetzt evakuieren

8. Mai als Feiertag – gefordert unter anderem von Esther Bejarano

Keine Rüstungsexporte in andere Länder auf der Welt. In der Corona-Krise werden leider immer noch Waffen produziert wie bei Rheinmetall oder Heckler und Koch. Warum produzieren die jetzt keine Beatmungsgeräte für die medizinische Versorgung?

Vor 100 Jahren: Der Kapp-Lüttwitz-Putsch und die Demminer Region

Am 22. März 1920 wurden in Demmin-Stuterhof fünf Gnoiener Männer ermordet, weil sie gegen den Militärputsch kurz nach Beginn der Weimarer Republik waren. Die Täter waren Demminer Garnisonstruppen und „Baltikumer“.
Die sogenannten Baltikum-Freikorps waren extrem antidemokratisch. Auf ihren Helmen trugen sie Hakenkreuze als Zeichen ihrer völkisch-nationalistischen Gesinnung.
Nachdem sie nach dem Ende des ersten Weltkriegs aus dem Baltikum abgezogen wurden, kamen viele auf den Gütern um Demmin unter, da sie von dort auch zuvor Hilfe bekamen. Sie unterstützten den Militärputsch in Berlin und in Gnoien gab es eine heftige Auseinandersetzung mit Einwohner*innen aus Gnoien und Soldatenräten aus Rostock, die gegen den Putsch waren. Bei den Kämpfen kamen fünf Männer in Gefangenschaft, die dann in Demmin ermordet wurden.

In Stavenhagen wurde am 19. März 1920 von den Demminer Einheiten SPD-Stadtrat August Seidel erschossen.

Am 13. März 1920 versuchten Freikorpssoldaten unter der Führung des Generals Walther von Lüttwitz und des Politikers Wolfgang Kapp die vom Volk gewählte Regierung des Deutschen Reichs abzusetzen. Es war der erste Versuch rechtsextremer Kräfte, die junge Weimarer Republik zu beseitigen.
Nach 100 Stunden (am 17. März) scheiterte der Putschversuch, vor allem weil die Bevölkerung sich mit einem Generalstreik wehrte – der größte in der deutschen Geschichte.

Diesen Sonntag ist der 100. Jahrestag. An die Getöteten zu erinnern ist wichtig.
Während der Coronakrise werden wir keine große Gedenkveranstaltung machen.

Wir werden einzeln am Sonntag, 22.3. zwischen 12 Uhr und 14 Uhr Blumen an dem Gedenkstein in der Rosestraße (beim DRK) ablegen.


Wir gedenken:

Johann Puffpaff
Wilhelm Zach
Wilhelm Martz
Richard Hubbe
Karl Sell
August Seidel
und vielen weiteren, die durch den Kapp-Lüttwitz-Putsches ums Leben kamen.


Das Denkmal steht in der Demminer Rosestraße beim DRK.

Bilder: Demmin Nazifrei

Demo: Nein zu Abschiebungen!

***trotz Corona gehen die Planungen erst mal weiter, genaueres sehen wir zeitnäher***

Am 18. April gibt eine Großdemo in Hamburg gegen Abschiebungen. Wir fahren aus MV gemeinsam mit dem Zug dorthin. Wir fahren mit Bummelbahn und Mecklenburg-Vorpommern-Tickets und setzen auf eine solidarische Fahrtkasse für diejenigen, die wenig Geld haben.

Weiter Infos: bleiberecht-mv.org/18April

Abfahrt Demmin: 9.10 Uhr oder gemeinsam 9:06 Uhr über Stavenhagen, damit wir länger bleiben können (der Bahnhof Demmin ist leider schlecht angebunden…)

andere Abfahrtszeiten:
Strecke Greifswald-Rostock-Schwerin-Hamburg
9.21 Uhr Greifswald | 10.00 Uhr Stralsund | 11.07 Uhr Rostock | 11.29 Uhr Bützow | 12.11 Uhr Schwerin | 12.52 Uhr Boizenburg

Strecke Neubrandenburg-Waren
9.31 Uhr Neubrandenburg | 11.08 Uhr Güstrow | 11.29 Bützow – hier treffen sich die beiden Wege

Weitere
10.30 Uhr Waren (Müritz) | 11.24 Uhr Wismar | 11.32 Uhr Parchim

Wir kommen um 13.38 Uhr in Hamburg an. Wir wissen, dass die Demo eigentlich um 13 Uhr losgeht. Unsere Ankunftszeit ist mit den Organisator*innen in Hamburg abgesprochen.

Vermutlich werden wir mit dem Zug um 18.21 Uhr zurück fahren.

Der nächste Strickmarathon

Je kreativer Protestaktionen sind, desto mehr Aufmerksamkeit gewinnen sie – und desto mehr Spaß machen sie allen Beteiligten. Genau das können wir bei unseren Strickevents und den vielen positiven Reaktionen feststellen. Bisher haben uns 39 kunterbunte Schals (2 m lang/ 35cm breit) aus Dänemark, Freiburg, Cottbus, Rostock, Karsdorf, natürlich aus Demmin und aus dem weiten Umland erreicht. Außerdem sind zu unserer Guerilla-Strickgruppe in Demmin weitere Strickgruppen in Hamburg, Berlin, Rostock und Ückeritz gegründet wurden.

Am 13.3.2020 ab 17 Uhr laden wir alle Interessierten mit und ohne Strickerfahrung, jeden Alters und jeder Couleur zu unserem 4.Strickmarathon ins Café 3K des Demminer Bürger e.V. in der Clara-Zetkin-Straße 16 ein. Hier gibt es Gelegenheit, sich auszutauschen, mehr Informationen zu dem Straßenkunstprojekt „8. Mai 2020 -Demmin wird noch bunter!“ zu erhalten und natürlich los zu stricken. Wolle und Nadeln stehen dank vieler Spenden bereit.

Im Unterschied zu herkömmlichem Graffiti hinterlassen unsere keine Spuren oder gar Schäden auf den ummantelten Flächen.. Natürlich haben wir den erforderlichen Antrag auf Sondernutzung beim Ordnungsamt gestellt und genehmigt bekommen. Straßenlaternen, Zäune und eventuell geeignete Gegenstände werden mit selbst gefertigten Strickstücken verkleidet. Alle bunten Garne und Wollreste, die nicht mehr benötigt werden, dienen als Material ganz nach dem Upcycling Motto: Aus alt wird sinnvoll. So tragen wir zur Verschönerung des öffentlichen Raumes bei und tun unsere politische Meinung, „Bunte Maschen statt brauner Märsche“, kund.
Wir sind begeistert wie viele Menschen sich beteiligen und mithelfen, Demmin am 8. Mai 2020 bunt einzustricken, um so Gemeinschaft und Zusammenhalt für Solidarität und gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Faschismus zu demonstrieren.
Wer Lust hat mit zu stricken, kommt vorbei am 13.3. 2020
Für Wolle, Nadeln, Snacks und Getränke ist gesorgt.

mehr Infos zum Strickmarathon per Email: demmin.n@gmx.de
oder bei Facebook: https://www.facebook.com/Cafe3KDemmin/
oder direkt beim Treffen


Alle Bilder vom Aktionsbündnis 8. Mai

Die Frauen im Sudan fordern ihre Rechte ein

Im April 2019 wurde nach Jahrzehnten endlich der Diktator Omar al-Baschir im Sudan durch die Bevölkerung gestürzt. Mit kontinuierlichem Protest, an dem sich viele Frauen beteiligten, wurde danach auch erreicht, dass kein neuer Diktator die Macht übernehmen konnte und seit April 2019 arbeitet eine Übergangsregierung, in der auch Frauen Ministerposten übernommen haben. Die alte Einheitspartei wurde abgeschafft und die nächsten Wahlen wurden auf 2022 festgelegt, da die Gesellschaft Zeit braucht, sich neu zu organisieren. Die Gleichberechigung ist noch nicht da, aber die Frauen holen sich Stück für Stück ihre Rechte. Eines der wichtiges Zeichen war Ende letzten Jahres die Abschaffung des Scharia-Gesetzes zur Kleiderordnung für Frauen. Aber der Unterschied zwischen Stadt und Land ist noch sehr stark und die Zahl der Analphabetinnen sehr hoch. Vieles ist noch zu verändern und selbst wenn die Bedingungen sehr widrig sind – die Frauen setzen sich aktiv für Gleichberechtigung ein.
Infos gibt es hier im Beitrag vom Deutschlandfunk

Die großen Veränderungen im Sudan wurden durch Generalstreik, zivilen Ungehorsam und gewaltfreien Protest erreicht. Auch wenn die Militärs schossen – meist bleiben die Proteste gewaltfrei. Das lag auch daran, dass Mahmud Muhammad Taha im Sudan eine sehr fortschrittliche Interpretation des Korans entwickelte. Taha schrieb nur den frühen, in Mekka offenbarten Suren überzeitliche, ethische Bedeutung zu. Die Suren aus Medina hingegen hielt er für zeitbedingt und als historisches Modell nur für das 7. Jahrhundert gültig. Dadurch setzte er sich für Gewaltfreiheit, Trennung von Gesellschaftsstruktur und Religion, ein modernes Menschenrechtsverständnis und weiteres ein.
„Das grundlegende Prinzip (al-asl) im Islam ist, daß jeder Mensch frei ist […], denn die Freiheit ist ein natürliches Recht (haqq tabi´i), dem die Pflicht zum verantwortlichen Umgang mit der Freiheit (husn at-tasarruf fi l-hurriya) entspricht.“
„Das grundlegende Prinzip im Islam ist vollkommene Gleichberechtigung (al-musawat at-tamma) zwischen Männern und Frauen.“[
Mehr Infos in diesem Buch: Im Kampf gegen die Tyrannei

Hier ein interessanter Beitrag von Arte aus der bewegten Zeit im letzten Jahr:

Todesopfer rechter Gewalt in MV – Erinnern und Mahnen

„Erinnern und Mahnen über rassistische Verbrechen der Vergangenheit sind wichtige Beiträge um rechte und autoritäre Ideologien in der Gegenwart zu bekämpfen. Rassismus und rechte Weltbilder gehen immer mit Gewalt einher. Für viele Migrant*innen und Asylsuchende bedeutet Mecklenburg-Vorpommern genau das: Die Gefahr rassistischer Gewalt, Beleidigungen, Bedrohungen. Wir müssen uns bewusst machen, dass rechte Gewalt ein Teil dieser Gesellschaft ist, den wir fortwährend zurückdrängen müssen.“ Zitat von PRO BLEIBERECHT

Rechte Morde in MV seit 1990:
Staatlich anerkannt: 5
Tagespiegel: 10, Verdacht: 3
Amadeu-Antonio-Stiftung: 13
Es gibt weitere Verdachtsfälle

Hier zwei Fälle, die seit kurzem zurück in die Erinnerung geholt werden:

Dragomir Christinel
In der Nacht zum 15. März 1992 drangen zwischen 25 und 40 rassistische Jugendliche aus der näheren Umgebung in die Unterkunft für Asylsuchende in Saal bei Ribnitz-Damgarten und erschlugen Dragomir Christinel. An seinem 27. Todestag 2019 gedachten erstmals Antifaschist*innen von PRO BLEIBERECHT und vom Alternativen Jugendzentrum Kita vor der ehemaligen Unterkunft in Saal seines Todes. Sie wollten einen ersten Schritt gehen, um Dragomir Christinels Geschichte zu rekonstruieren und seines gewaltsamen Todes zu gedenken.
Gedenk-Veranstaltungen 2020
Der Angriff auf die Unterkunft in Saal war einer von 157 Angriffen rechter Motivation auf Asylsuchende und Linke im Jahr 1992 in Mecklenburg-Vorpommern. Er war einer von mehr als fünfzig Angriffen von Nazizusammenrottungen auf Unterkünfte in diesem Bundesland.

mehr Infos zu den Veranstaltungen und zum Tod von Dragomir Christinel finden sich hier

Mohammed Belhadj
Vier Männer im Alter zwischen 18 und 22 Jahren quälen in Jarmen in der Nacht vom 21. zum 22. April 2001 den 31-jährigen algerischen Asylsuchenden Mohammed Belhadj stundenlang und erschlagen ihn schließlich mit einem Stein am Ufer des Zarrenthiner Kiessees.
An einer Tankstelle in Greifswald begegnet Mohammed Belhadj am Abend des 21. April 2001 vier jungen erwachsenen Männern. Auf der Suche nach Haschisch, wenden sie sich an den Algerier und nehmen ihn im Auto mit. Als sich herausstellt, dass er ihnen nicht behilflich sein kann, fangen sie an, ihn zu schlagen und eine stundenlange Tortur beginnt, an deren Ende die Täter ihr Opfer töten. Nachdem sie Mohammed Belhadj, erschlagen im See zurück lassen, äußert einer von ihnen Reue, woraufhin der Haupttäter entgegnet: „Mach dich doch nicht fertig. Es war doch nur ein Scheiß-Ausländer.“ Mohammed Belhadj erliegt im Wasser seinen Verletzungen. Die Täter wurden zu Jugendstrafen zwischen fünf und neun Jahren verurteilt. Der 18-jährige Haupttäter sei in „menschenverachtender Weise“ mit dem Opfer umgegangen, so das Gericht. Ein rechter Hintergrund wurde nicht erwähnt.
Bis heute ist Mohammed Belhadj nicht staatlich anerkannt als Todesopfer rechter Gewalt.

mehr Infos hier

KEIN VERGESSEN !

Rechte Morde in MV seit 1990:

Es gibt weitere ungeklärte Verdachtsfälle

Gedenk-Veranstaltungen 2020 für Dragomir Christinel

Grafik von Pro Bleiberecht

Mittelmeerdialoge in Stavenhagen

Nach 700 Aufführungen der Asyl-Monologe, Asyl-Monologe und NSU-Monologe erzählen die Mittelmeer-Monologe von den politisch widerständigen Naomie aus Kamerun und Yassin aus Libyen, die sich auf einem Boote nach Europa wiederfinden, von brutalen “Küstenwachen” und zweifelhaften Seenotrettungsstellen und von Aktivist*innen, die dem Sterben auf dem Meer etwas entgegen setzen.

Dokumentarisches Theater (Organisation Wort und Herzschlag)
- mit anschließendem Publikumsgespräch -

14. März, 19.00 Uhr, Alte Synagoge Stavenhagen
(in Zusammenarbeit mit dem Projekthof Karnitz)
mehr beim Facebook

Gegen jede Kriegstreiberei ! Ja zu Frieden, Entspannungspolitik und Abrüstung

Heute Nacht sollen die ersten US-Militärkonvois von Hagenow durch Mecklenburg-Vorpommern nach Torglow rollen - für das Nato-Manöver Defender 2020 an der russische Grenze.
Mehr Infos hier und hier
Sie hat begonnen, die Hauptphase des NATO-Großmanövers
#DefenderEurope2020. Rund 37.000 Soldaten aus 18 Staaten sind beteiligt.
Durch ganz Europa bewegen sich die Nato-Truppen, die genauen Wege sind unklar. Die Schiffe kommen in verschiedenen europäischen Hafen an, Panzer und anderes schweres Gerät werden mit der Bahn in Extra-Waggons und eingebauter Vorfahrt transportiert. LKW rollen in geschlossenen Konvois über die Autobahn.

Doch Defender 2020 verteidigt nichts, es provoziert.
aus der Erklärung des DGB:
„Statt dieser Konfrontation sind aus Sicht der Gewerkschaften Entspannungspolitik und kooperative Beziehungen mit Russland das Gebot der Stunde. In der Charta von Paris wurde 1990 das Ende des Zeitalters der Konfrontation und der Teilung Europas ausgerufen. Spätestens seit Ausbruch des Kriegs in der Ukraine wissen wir zwar, wie weit wir heute von diesem Anspruch entfernt sind. Unverändert gültig bleiben muss aber das Ziel, auf das sich alle europäischen Staaten einschließlich Russland, den USA und Kanada in der Charta gemeinsam verpflichtet haben: „Wir erklären, dass sich unsere Beziehungen künftig auf Achtung und Zusammenarbeit gründen werden.“ Dieses Bekenntnis muss wieder ins Zentrum der internationalen Beziehungen rücken – sowohl seitens der NATO als auch seitens Russlands.“

Unsere Lektion aus den Schrecken der beiden Weltkriege lautet: „Nie wieder!“
Jeder Krieg bringt unsägliches Leid, egal wo und wann auf dieser Welt.
Also werdet aktiv und zeigt euch auf den Straßen!

Infos:
http://www.imi-online.de/
https://www.antidef20.de/

Entschlossen gegen den Rechtsterrorismus

Am Donnerstag trafen sich 30 Menschen zur Mahnwache am Luisenplatz (Bericht Nordkurier) Unsere Trauer war gepaart mit unendlicher Sorge vor weiteren rechtsterroristischen Attentaten. Menschen mit Migrationshintergrund trauten sich leider kaum zu der Demminer Aktion trotz Einladung. Sie scheuten sich, wollten keine Probleme oder Rassismus abbekommen. Denn bei den Kommentare auf Facebook zur Ankündigung der Demminer Mahnwache und auf der Straße während der Aktion war einiges krasse dabei.

Aus der Pressemitteilung des Verbands der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt:
Unsere Solidarität gilt allen, die von rassistisch, antisemitisch und rechts motiviertem Terror und Gewalt betroffen sind: den Hinterbliebenen, den Verletzten, den Überlebenden und den angegriffenen Communities.

Jetzt gilt es den Betroffenen zuzuhören.
Konsequenzen zu ziehen und zu handeln sowie antirassistische, antifaschistische Initiativen zu stärken!
Damit so etwas nie wieder passiert.

und ja, die AfD ist der verlängerte Arm des Rechtsterrorismus.

Im Gedenken an die zehn Ermordeten des rassistischen Terroranschlags von #Hanau. Vergesst ihre Namen nicht!
Wir trauern um:

Ferhat Unvar
Gökhan Gültekin
Hamza Kurtović
Said Nessar El Hashemi
Mercedes Kierpacz
Sedat Gürbüz
Kaloyan Velkov
Vili Viorel Păun
Fatih Saraçoğlu
Gabriele Rathjen

mehr Infos zu den Opfern unter anderem hier

Mahnwache am 20.2. in Demmin

Heute: Mahnwache gegen den rechten Terror in Hanau und anderswo – wir trauern um die Opfer!

Die Nachrichten sind voll mit dem rechten Terror von gestern Abend in Hanau.
Ein Mann hat 9 Menschen, alle mit Migrationshintergrund, teilweise kurdisch, in zwei Shisha-Bars, einem Kiok und einem Auto erschossen. Der mutmaßliche Täter und seine Mutter wurden leblos aufgefunden
Ein Rechtsterrorist der rassistische Säuberungen will, Verschwörungstheorien anhängt, …
Das ist ein weiterer Rechter der gezielt Menschen erschießt. Erinnert an die Tat in Halle und die vielen anderen Ermordungen durch Rechte wie die Erschießung von Lübcke oder die Taten des NSU.
Die AfD schafft mit ihrer rassistischen Hetze das Klima für solche Taten.

Wir trauern um die Ermordeten, unser Mitgefühl gilt den Überlebenden,
Angehörigen und Freund*innen.
Wir sind schockiert, haben Angst und sind wütend.
Wir klagen den rassistischen Terror in diesem Land an.

Mahnwache heute am Luisenplatz in Demmin, 18 Uhr

„Hass vernichtet“ -Ausstellung und Vortrag

“Nachdem ich die ersten Hassbotschaften entdeckt habe, die auch zum Mord an Juden, Immigranten und Andersdenkende aufforderten, machte ich mich sofort daran, diese nach der fotografischen Dokumentation zu entfernen.”
Die Aktivistin ist für ihren unermüdlichen Einsatz gegen braune Parolen deutschlandweit bekannt geworden und natürlich immer unterwegs.

Ausstellung und Vortrag
von/mit Irmela Mensah-Schramm

mit Schülerarbeiten aus dem Schülerworkshop

5. März 2020, 19.00 Uhr, Alte Synagoge Stavenhagen
(in Zusammenarbeit mit dem Projekthof Karnitz)

Mehr auf Facebook

Vorbereitungen für den 8. Mai 2020 laufen

Eine große Feier
Das Kriegsende des 2. Weltkriegs jährt sich dieses Jahr zum 75. Mal. Der 8. Mai ist der Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus. Dies wollen wir richtig feiern.
Vermutlich wollen die Nazis, vor allem NPD und Kameradschaften, an diesem Tag leider wieder in Demmin ihren „Trauermarsch“ machen und die Geschichte dabei verdrehen. Gegen diese faschistische Ideologie, gegen Rassismus und Antisemitismus gilt es aktiv zu sein auf der Straße.
Toll wäre, wenn einfach so viele Leute feiern, dass die Nazis ihr Ding nicht machen (können) und frustriert wegfahren.
Wir wollen diesen Tag bunt und vielfältig begehen mit einem interessanten Programm, welches noch in Vorbereitung ist. Die Wochen davor wird es mehrere Veranstaltungen geben.

Die AfD Mecklenburgische Seenplatte ist von der NPD inhaltlich nicht weit entfernt:
aus der AfD-Pressemitteilung zum 8. Mai von 2019: „Gleichzeitig sehen wir angesichts des unermesslichen Leids, das die Menschen in Ohnmacht und Verzweiflung in den Freitod trieb, die Umdeutung des 08. Mai zum „ Tag der Befreiung“ ebenfalls als zynisch an.“
von 2018: „Den Tiefpunkt bildet in diesem Jahr der Auftritt der Band „ Feine Sahne Fischfilet“

Für Frieden – gegen die aktuellen und kommenden Kriege
„Nie wieder Krieg“ war eine der Erkenntnisse aus dem Zweiten Weltkrieg – die derzeitige Lage sieht anders aus. Die aktuellen Kriege, auch innerhalb von Staaten, laufen ohne Perspektive weiter und neue kündigen sich an / werden provoziert. Bei den Kriegen ist die Zivilbevölkerung immer die Leidtragende und Krieg ist Fluchtursache Nr. 1 in der Welt. Strategische Machtinteressen, Verteilungskämpfe um Ressourcen, ungerechte Wirtschaftssysteme und weiteres heizen das Ganze an.
Lösung sind nicht noch weitere militärische Einsätze sondern Aktivitäten für gewaltfreie Konfliktbearbeitung. Ein erster Schritt wäre, dass aus Deutschland keine Waffenexporte mehr stattfinden. Und mehr Ziviler Friedensdienst! Die Energie und das Geld, welches derzeit in das Militär gesteckt werden, braucht es dringend im sozialen Bereich und im Umweltschutz.
Wir werden uns an uns an den Protesten gegen das NATO-Militärmanöver Defender 2020 beteiligen, welches um den 8. Mai stattfindet.
https://www.antidef20.de/

Ähnlich wie in den letzten Jahren soll es am 8. Mai in Demmin eine große Demo am späten Nachmittag und Protest entlang der ganzen Naziroute geben.
Weitere Planungen werden bald veröffentlicht – ihr könnt euch gerne an der Vorbereitung beteiligen.

Der nächste Strickmarathon ist am 28.2. um 17 Uhr im Cafe 3K
Wir machen Demmin noch bunter!

Die evangelische Kirchengemeinde hat ihre Veranstaltungen um den 8. Mai schon veröffentlicht.

Strickmarathon im Café 3K:

Bild: Cafe 3K



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