Archiv für September 2012

Plakat und Flyer für den 13.10.

Ab morgen gibt es das Plakat und die Flyer gedruckt und sie liegen dann in Demmin zum Verteilen aus.

Plakat 16.10,
Plakat zur Veranstaltung als pdf


Flyer Seite 1 als pdf
Flyer Seite 2 als pdf

Kontakt zum Aktionsbündnis: achtermai[ätt]demmin.de

NPD gewinnt keinen Blumentopf

Als Kundgebung getarnt gab es heute seit längerem mal wieder einen Infostand der NPD-Fraktion in Demmin am Luisentor von 14 bis 17 Uhr, nachdem sie am Vormittag ab 9 Uhr in Altentreptow präsent waren. Zwei bis drei Gestalten standen unter einem roten Schirm und versuchten altes, bekanntes Papier inklusive Tasche mit Henkel zum Wegschmeißen zu verteilen, ließen dabei ihre übliche Musik laufen. Teilweise war auch eine Stimme zu hören, kam aber alles vom Band.
Durch das gute Wetter waren einige unterwegs, aber die wenigsten blieben bei der NPD stehen, vor allem bekannte Problemfälle.

Wie das letzte Mal wurde es sofort von AntifaschistInnen wahrgenommen und ab 15 Uhr gab es dann wieder ein paar Meter daneben auf dem selben Platz eine spontane Gegenkundgebung mit Transpis und Flyern um den Faschisten ihre Grenzen aufzuzeigen. Soweit dazu in Kürze. Wir können hier gerade nur von Demmin berichten, anderes wird nach Möglichkeit nachgetragen.

Veranstaltung im Oktober und mehr

Das Aktionsbündnis 8. Mai Demmin lädt ein:

Öffentliche Filmvorführung mit anschließender Podiumsdiskussion:
„The Truth lies in Rostock“ – „Die Wahrheit liegt/lügt in Rostock“

am Sa, dem 13.10.2012
Film ab 15:00 Uhr, Podiumsdiskussion ab ca. 16:30 Uhr

im ‚Blumenladen‘
Am Hanseufer 2, Demmin

Der Film „The Truth lies in Rostock“ dokumentiert die Ausschreitungen von Rostock-Lichtenhagen zwischen dem 22. und dem 26. August 1992 gegen die Zentrale Aufnahmestelle für Aslbewerber (ZAST) und ein Wohnheim für vietnamesische VertragsarbeiterInnen im so genannten Sonnenblumenhaus.
Es handelt sich dabei um die massivsten fremdenfeindlichen Übergriffe der deutschen Nachkriegsgeschichte, in der nicht nur die rechtsextremen Randlierer und Tausende applaudierende ZuschauerInnen, sondern auch Polizei und Feuerwehr aufgrund mangelnden Eingreifens stark in der Kritik stehen.
Die Videoproduktion entstand 1993 unter maßgeblicher Beteiligung direkt betroffener Personen.
Erstellt von Rostocker Mediengruppen in Zusammenarbeit mit der unabhängigen TV-Produktionsfirma Spectacle London und aufgrund seiner objektiven Meinungswiedergabe aller beteiligten Parteien (Täter, Opfer, Polizei, etc.) wirkt der Film sehr authentisch.

In der anschließenden Podiumsdiskussion thematisieren wir die heutige Situation von Asylsuchenden in der Bundesrepublik und die Akzeptanz in der Bevölkerung 20 Jahre danach. Die Moderation trägt Joost Hinnen.

Teilnehmen werden unter anderem:
Frau Ingrid Laatz (die Leiterin des Jugendmigrationsdienstes des CJD Waren) und VertreterInnen des Asylbewerberheimes Jürgenstorf

Plakat zur Veranstaltung
Flyer Seite 1 als pdf
Flyer Seite 2 als pdf

Ab Oktober bis in den Mai plant das Aktionsbündnis 8.Mai Demmin (Kontakt: achtermai[ätt]demmin.de) voraussichtlich mindestens eine Veranstaltung pro Monat. Weitere Infos zur Veranstaltungreihe folgen.

Der Kaiser und die Konservativen

Ein Blick in die Zeitungen lässt derzeit das Gefühl aufkommen, einigen Menschen ist Traditionspflege wichtig, egal was das im Detail auch bedeutet. In Demmin leben die Ulanen wieder auf und bekommen einen neuen Gedenkplatz, in Pasewalk rauchen und jagen die Kürassiere wieder.

Den Konservativen ändern sich anscheinend die Werte zu schnell. Denn selbst die CDU ist jetzt irgendwie gegen Atomkraft, setzt sich teilweise für Homosexuelle ein und vieles mehr.
Sie wollen anscheinend zeigen, dass es eine Geschichte gibt, die des Erinnerns wert ist, in der die eigene Stadt noch was darstellte, damals in der Kaiserzeit. Bevor die bösen Nazis kamen. Und aus welcher Tradition sind die denn entstanden? Wollen die Konservativen wirklich zurück in Leibeigenschaft und all dem anderen? Diese Zeit war nun wirklich nicht toll. Da ließen sich weit aus bessere Geschichten finden, von Menschen die sich gegen Unterdrückung und Ausbeutung gewehrt haben. Nur waren das keine Konservativen.
Ein Aspekt ist auch, dass den Konservativen das Militär, der deutsche Held – das deutsche Opfer zu wenig gewürdigt wird. Die Bundeswehr steht aber zu Recht oft in der Kritik für ihre Auslandseinsätze und hat genauso Schwierigkeiten mit der Traditionspflege. Das Militär ist Teil des Problems, nicht der Lösung. Sinnvolle zivile Konfliktlösung sieht anders aus.

Über solch konservatives Erinnern freuen sich logischerweise auch die Neo-Nazis, kommt das doch deren Traditionspflege sehr entgegen.
In Münster (Westfalen) wurde zumindest gerade in einem BürgerInnenentscheid die Rückbenennung eines Platzes auf Hindenburgplatz verhindert. Hoffen wir, dass sich in Vorpommern genügend Menschen finden die eine andere Art von Erinnern und Zukunft wollen.

Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!