Der Kaiser und die Konservativen

Ein Blick in die Zeitungen lässt derzeit das Gefühl aufkommen, einigen Menschen ist Traditionspflege wichtig, egal was das im Detail auch bedeutet. In Demmin leben die Ulanen wieder auf und bekommen einen neuen Gedenkplatz, in Pasewalk rauchen und jagen die Kürassiere wieder.

Den Konservativen ändern sich anscheinend die Werte zu schnell. Denn selbst die CDU ist jetzt irgendwie gegen Atomkraft, setzt sich teilweise für Homosexuelle ein und vieles mehr.
Sie wollen anscheinend zeigen, dass es eine Geschichte gibt, die des Erinnerns wert ist, in der die eigene Stadt noch was darstellte, damals in der Kaiserzeit. Bevor die bösen Nazis kamen. Und aus welcher Tradition sind die denn entstanden? Wollen die Konservativen wirklich zurück in Leibeigenschaft und all dem anderen? Diese Zeit war nun wirklich nicht toll. Da ließen sich weit aus bessere Geschichten finden, von Menschen die sich gegen Unterdrückung und Ausbeutung gewehrt haben. Nur waren das keine Konservativen.
Ein Aspekt ist auch, dass den Konservativen das Militär, der deutsche Held – das deutsche Opfer zu wenig gewürdigt wird. Die Bundeswehr steht aber zu Recht oft in der Kritik für ihre Auslandseinsätze und hat genauso Schwierigkeiten mit der Traditionspflege. Das Militär ist Teil des Problems, nicht der Lösung. Sinnvolle zivile Konfliktlösung sieht anders aus.

Über solch konservatives Erinnern freuen sich logischerweise auch die Neo-Nazis, kommt das doch deren Traditionspflege sehr entgegen.
In Münster (Westfalen) wurde zumindest gerade in einem BürgerInnenentscheid die Rückbenennung eines Platzes auf Hindenburgplatz verhindert. Hoffen wir, dass sich in Vorpommern genügend Menschen finden die eine andere Art von Erinnern und Zukunft wollen.

Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!


1 Antwort auf „Der Kaiser und die Konservativen“


  1. 1 Der „Tag des Reservisten“ in Demmin « Kombinat Fortschritt Pingback am 05. September 2013 um 14:56 Uhr
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