Archiv für Januar 2013

Magdeburger Ehrenmal

Als Nachtrag jetzt noch ein paar Anmerkungen zum Artikel über Diskussionskultur

Auf dem vor ein paar Wochen angebrachten Plakat ist das Magdeburger Ehrenmal von Ernst Barlach zu sehen.

Ernst Barlach veränderte sich, vor allem durch seine direkten Erfahrungen im ersten Weltkrieg, vom Kriegsbefürworter zum Kritiker von Gewalt und Kriegsgegner. Mehr als 400 seiner Werke wurden während der Nazi-Zeit als „entartete Kunst“ aus öffentlichen Sammlungen entfernt.
Das Magdeburger Ehrenmal von Ernst Barlach, eine aus Eiche geschnitzte Skulptur, enstand Jahre 1929 und ist den Opfern des Ersten Weltkrieges gewidmet. Während der NS-Zeit wurde das Mahnmal auch auf Drängen des damaligen Magdeburger Domgemeinderates vorübergehend entfernt und 1955 wieder im Magdeburger Dom aufgestellt.

Hier ein paar weitere Infos dazu http://www.wege-zu-barlach.de/index.php?id=18

Das jetzt am BarlachPlatz in Demmin sichtbare Plakat wurde von der Ernst-Barlach-Stiftung aus Güstrow zur Verfügung gestellt.

Der erste Weltkrieg war auch für die Ulanen der Niedergang. Gegen die moderen Waffentechnik konnten die Soldaten zu Pferde nicht mehr viel ausrichten.

Diskussionskultur

Als Beitrag im öffentlichen Raum zum Diskurs um das Erinnern wurde vom Aktionsbündnis 8. Mai Demmin kurz vor Weihnachten direkt neben dem „Ulanengedenkplatz“ ein Beitrag von Ernst Barlach angebracht. Das Motiv soll in nächster Zeit durchaus auch mal wechseln.


Der angrenzende Barlachplatz selbst und das Erinnern, welches auf ihm stattfindet, ist durchaus wert, mehr in den Blickpunkt zu kommen.


Um die Nähe zur Kanone zu verdeutlichen: Im Hintergrund ist die Litfaßsäule zu sehen.

Die Meinungsverschiedenheiten zu den Ulanen beschäftigen weiter die Menschen. Am 7. Januar gab es einen skurrilen Leserbrief von Karsten Behrens aus Demmin:
Über Namensänderung kann man nachdenken
Das Traditionsverständnis in einer Demokratie ist breit gefächert. Im Meinungsstreit um die Traditionspflege könnte es kaum einen besser geeigneten Ort als Demmin geben! Sechzig Jahre war Demmin Standort einer Militäreinheit, so wie es hunderte Städte im In- und Ausland waren. Dass an diesem Zeitraum in angemessener Form erinnert wird, halte ich für längst überfällig und legitim. Über die einzelnen Stücke des Ensembles an der Ostkaserne kann man weiter streiten.
Dafür nahm man sich vor Errichtung zu wenig Zeit. Auch über eine Namensänderung des Platzes könnte man nachdenken.

Vielleicht sollten die Verteidiger der Ulanentradition noch mal einiges reflektieren.
Kaum ein geeigneterer Ort als Demmin für Traditionspflege? Wieso gab es zu wenig Zeit vor der Errichtung der Kanone? Und ist Ensemble nicht ein Wort vom Erzfeind?

Im Jahresrückblick vom Demminer Nordkurier war übrigens unter anderem ein Bild zum 8. Mai (gogotrash) und ein Bild von dem Kondom über der Kanone (keines zur Aufstellung der Kanone…)

Kein religiöser Staat – kein Militärstaat! Für eine freie Gesellschaft

Der Blogger Maikel Nabil Sanad ist einer der bekanntesten Kritiker der ägyptischen Militärführung.

Maikel Sanad

Dienstag, 19. Februar, 19 Uhr
Aula des Goethe-Gymnasiums
An der Mühle 7
Demmin

Auf der Veranstaltung berichtet er differenziert über die Lage in Ägypten aufgrund seiner Aktivitäten in der Demokratiebewegung und seiner Arbeit zu Kriegsdienstverweigerung und Menschenrechten.
Danach folgt eine offene Diskussion.

Maikel Nabil Sanad kritisierte als Kriegsdienstverweigerer Anfang 2011 die Rolle des ägyptischen Militärs während und nach der Revolution und berichtete auf seinem Blog ausführlich über vom Militär verübte Menschenrechtsverletzungen.
Er wurde daraufhin von einem Militärgericht in einem unfairen Verfahren zu zwei Jahren Haft verurteilt. Nachdem er zwischenzeitig mehrere Wochen in den Hungerstreik trat, wurde er Ende Januar 2012 nach fast 10 Monaten Haft im Rahmen einer Generalamnestie aus dem Gefängnis entlassen, nachdem sich international viele für ihn eingesetzt haben.

Im Mai 2012 gab es schon eine Veranstaltungsreise quer durch Deutschland zusammen mit seinem Bruder Mark: http://www.connection-ev.de/article-1666

Weiter Infos unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Maikel_Nabil_Sanad und http://www.maikelnabil.com/

Veranstaltet von Aktionsbündnis 8.Mai Demmin
achtermai [@] demmin.de

Magdeburg und Dresden: Naziaufmarsch blockieren!

Prinzipiell sind wir ja gegen alle Naziaufmärsche. Auf ein paar davon lohnt es sich nochmal extra hinzuweisen.

Zwei größere sind demnächst: Magdeburg am 12.1. und Dresden am 13.2. mit jeweils einem ähnlichen Geschichtsrevisionismus wie in Demmin.

In Dresden gilt es an die antifaschistischen Erfolge der letzten Jahre anzuschließen. Es liegt nun an uns allen, dafür zu sorgen, dass dies auch 2013 so bleibt und den Nazis nun auch den 13.02. selbst als Tag zu nehmen.
In Magdeburg wurde der Aufmarsch die letzten Jahre langsam größer auf 1300 TeilnehmerInnen, unter anderem nachdem es in Dresden für die Nazis nicht mehr so spannend war. Deswegen sollen sie dieses Jahr mal richtig blockiert werden.
Bei den Aktionen geht auch um die alltägliche rassistische und neofaschistische Gewalt.

weitere Infos dazu unter:

http://magdeburg-nazifrei.com/
http://365tageoffensiv.blogsport.eu/

http://www.dresden-nazifrei.com/

Für eine öffentliche Aufklärung und Auseinandersetzung mit den NSU-Morden in MV

Auch das Aktionsbündnis 8.Mai Demmin unterstützt die Forderung nach einem NSU-Untersuchungsausschuß in MV.
Alle wollen erfahren und diskutieren, was da passiert ist.
Dass darf nicht in geheimen Kreisen bleiben!

Dazu gibt es eine Pressemitteilung und einen Aufruf

Ulanendenkmal – wie geht es weiter?

Die Diskussion um das Gedenken an die Ulanen köchelte Ende des Jahres wieder munter vor sich hin:

Nordkurier, Fr. 14. Dezember 2012
Jetzt wird die Ulanenkanone vollends zum Politikum

Nordkurier, Fr. 28. Dezember 2012
Demmin-Chronist nimmt „Ulanen-Unsinn“ aufs Korn

Es gab auch eine weitere Anmerkung dazu in Demmin kurz vor Weihnachten: Hat sie schon wer entdeckt? Mehr dazu demnächst!

Diese Thema wird uns 2013 auch noch beschäftigen. Wir sind gespannt auf die verschiedenen Beiträge dazu.

Wer mehr dazu lesen will: Kategorie Militärkritik

Nachtrag: ältere Tollensetaler Stimme

Zu Beginn des Jahres (bei dem sich hoffentlich noch viel in unserem Sinne bewegen wird) gibt es hier noch einen Nachtrag:

Da die älteren Tollensetaler Stimmen noch nicht online sind, kommt hier zumindest mal zwei Teile, die sich vor allem mit dem 8. Mai beschäftigen.

Tollensetaler-Sonderausgabe-2011

Tollensetaler-Sonderausgabe-2012

„Das Geheimnis unserer Großmütter“

Veranstaltung des Demminer Regionalmuseums:

Das Geheimnis unserer Gro�mütter

Gespräch mit Svenja Eichhorn, Autorin von

„Das Geheimnis unserer Großmütter. Eine empirische Studie über sexualisierte Kriegsgewalt um 1945“

Wiederaufnahme der Diskussionsreihe über das Kriegsende in Demmin

Termin: Sonnabend, 12. Januar 2013, 10.30 Uhr

Ort: Hanseufer 2, im ehemaligen „Blumenladen“ (neben der Spielothek)

Svenja Eichhorn ist Dipl.-Psychologin und hat mit Frauen gesprochen, die am Ende des Zweiten Weltkrieges Opfer von Vergewaltigungen wurden. Sie hat festgehalten, was die Frauen ihr erzählt haben und – als Psychologin – nach den späten Folgen solcher Kriegserfahrungen gefragt. Ihre Untersuchung ist 2011 unter dem Titel „Das Geheimnis unserer Großmütter. Eine empirische Studie über sexualisierte Kriegsgewalt um 1945“ erschienen (Koautor Philipp Kuwert). Sie führte sie als Diplomandin am Institut für Psychologie der Universität Greifswald durch und arbeitet heute als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie an der Universität Leipzig.
Auf der Veranstaltung des Museums wird Svenja Eichhorn von den Eindrücken erzählen, die die Interviews mit den Frauen bei ihr hinterlassen haben und über die Ergebnisse ihrer Studie sprechen.