Archiv für Februar 2013

Die Revolution konnte bis jetzt den Diktator loswerden, aber nicht die Diktatur

„Wie können wir den Menschen in Ägytpen bei ihrem Kampf gegen Unterdrückung helfen?“ war eine der Fragen am Ende der Veranstaltung am 19.2. mit Maikel Nabil Sanad.
Eine erste Forderung ist, keine Waffen in die Region zu liefern, also auch keine Militärboote nach Saudi-Arabien, keine Finanzierung des Militärapparates und keine andere Arten der Unterstützung des diktatorischen Regimes in Ägypten.
Da GewerkschafterInnen die Peenewerften retten wollen und sich über jeden Auftrag freuen, berühren sich hier die Aktivität des Aktionsbündnisses 8. Mai mit der Aktivität der GewerkschafterInnen, die bei den Protesten gegen die Nazis mit dabei sind.

Die Inhalte des Vortrags selbst können gut auf den Seiten der War Resisters International nachgelesen werden.

In der Diskussion danach kam die gleichberechtigte Rolle der Frauen während der Proteste (viele Initiativen wurde von Frauen gestartet) zur Sprache. Die Akivistinnen werden unter anderem von verschiedene religiöse Gruppen aber auch durch den Staatsapparat dadurch bekämpft, dass Männer geschickt werden um sie auf dem Tahrir-Platz zu vergewaltigen.

Maikel Nabil Sanad studiert seit kurzem in Erfurt und fühlt sich derzeit in Deutschland wohler als in Ägypten, auch weil ihm hier keine Verfolgung droht wie in Ägypten, wo er jederzeit wieder in Knast landen könnte. Trotzdem will er nach dem Studium wieder zurück und sich weiter für den Frieden engagieren, bis dahin seine Kriegsdienstverweigerer-Organisation weiter aufbauen.
Eine anregende Diskussion über die anzustrebende Gesellschaftsform litt an sprachlichen Barrieren und unterschiedlichen kulturellen Hintergründen. Klar wurde, dass in Deutschland nicht alles so frei und toll ist, wie es von außen scheint, die Freiheit in einer parlametarischen Demokratie auch begrenzt ist.
In Ägypten selbst gibt es auch viele Diskussionen darüber wie es weitergeht, welche an verschiedenen Stellen gut nachzulesen ist.

Jedenfalls war es eine interessante Veranstaltung die Lust auf mehr Diskussion geweckt hat.

Pasewalker Gespräche

Zum 70. Jahrestag der Hinrichtung der Geschwister Scholl veranstaltet das Aktionsbündnis „Vorpommern: weltoffen, demokratisch, bunt!“ am 22. & 23. Februar 2013 die Pasewalker Gespräche. Das Bündnis hatte sich letztes Jahr im östlichen Vorpommern gegründet. Anlass war das Pressefest der „Deutschen Stimme“. Seit dem gibt es im Landkreis Vorpommern/Greifswald eine größere Vernetzung gegen rechts. Diverse Arbeitsgruppen haben sich gegründet und einige Aktionen sind gelaufen, zum Beispiel gegen den Naziaufmarsch in Wolgast und zum Volkstrauertag.
Durch das breite Spektrum der beteiligten Organisationen und einzelnen Aktiven existieren einige Meinungsverschiedenheiten. Auch um diesen Diskurs fortzusetzen gibt es jetzt die Veranstaltung „Pasewalker Gespräche“

Die Dialog-Foren der ersten Pasewalker Gespräche beschäftigen sich mit den Themenkomplexen
1. Freiheit – Sicherheit – Angst
2. Arbeit – Unternehmen – Anerkennung
3. Kultur – Leben – Kunst

Alles weitere demnächst auf http://www.vorpommern-weltoffen-demokratisch-bunt.de/

Toll gemacht!

Ein Lob an alle, die gestern in Dreseden aktiv waren gegen den Naziaufmarsch:

+++ Blockaden von Dresden Nazifrei behindern Plan der Nazis massiv + Nazis erreichen eigentliche Route gar nicht + deutlich weniger Nazis als erwartet +++
So beschreibt Dresden Nazifrei in Kürze die Ereignisse von gestern.

Kann ruhig so weitergehen.

Nachtrag: Glückwünsche auch nach Cottbus:
+++ Naziaufmarsch in Cottbus blockiert
+++ Weniger Neonazis – mehr Protestierende

Zu den Kriegerdenkmälern

Immer wieder gibt es die Diskussion um die Kriegerdenkmäler, vor allem vom ersten Weltkrieg, in dem die Soldaten noch keine bösen Nazis waren wie zum Beispiel in Alt Kentzlin.
Doch Soldaten sind keine Helden, egal wo, egal wann, selbst wenn dies von vielen immer wieder behauptet wird. Es gibt keinen gerechten Krieg, auch wenn wir uns teilweise über den Sturz eines Regimes freuen.
Soldaten im Krieg sind Täter. Sie kämpfen nicht für Menschenrechte, sie produzieren Unrecht.
Die kaiserlichen Soldaten waren vor allem in den Kolonien menschenverachtende Besetzer, Rassisten und sie haben auch gemordet. Und mit den aktuellen Berichten unter anderem aus Mali bekommt mensch den Eindruck, dass sich nicht viel geändert hat. Gewaltfreie Konfliktbearbeitung, gewaltfreier Widerstand und Gespräche, wie sie auch in Mali geplant waren, kurz bevor der Krieg startete, sollten der Weg sein.

Was vor kurzem in Dargun gelaufen ist, ist extra absurd: Der Schützenverein schießt auf ein Bild eines Kriegerdenkmals aus Teterow und verunglimpft damit das Kriegerdenkmal seiner eigenen Kameraden, was große Wellen schlägt.

„Gefallen im Krieg“, was auf vielen Kriegerdenkmälern steht, verharmlost den Krieg und seine Folgen.
Den Opfern, den Toten des Krieges zu gedenken ist menschlich und wichtig.

Dieses Thema und was die geeignetere Form des Erinnerns ist, wird uns wohl noch länger beschäftigen.
Ein Denkmal für den Deserteur wäre doch was schönes für Demmin.

Dresden und Cottbus

Wir hatten schon mal drauf hingewiesen:

am 13.2. ist in Dresden ein relevanter Naziaufmarsch geplant, bei dem es gilt an die Erfolge der Proteste dagegen anzuschließen:
http://dresden-nazifrei.com/

In Cottbus am 15.2.: Hier soll der Naziaufmarsch zum ersten Mal komplett verhindert werden, was in allen anderen Städten von Brandenburg schon mal gelang.
http://www.cottbus-nazifrei.info/

Jeweils geht es um die Folgen der Stadt durch den zweiten Weltkrieg und die Verdrehungen der Geschichte durch die Neonazis.

Seid aktiv.