Die Revolution konnte bis jetzt den Diktator loswerden, aber nicht die Diktatur

„Wie können wir den Menschen in Ägytpen bei ihrem Kampf gegen Unterdrückung helfen?“ war eine der Fragen am Ende der Veranstaltung am 19.2. mit Maikel Nabil Sanad.
Eine erste Forderung ist, keine Waffen in die Region zu liefern, also auch keine Militärboote nach Saudi-Arabien, keine Finanzierung des Militärapparates und keine andere Arten der Unterstützung des diktatorischen Regimes in Ägypten.
Da GewerkschafterInnen die Peenewerften retten wollen und sich über jeden Auftrag freuen, berühren sich hier die Aktivität des Aktionsbündnisses 8. Mai mit der Aktivität der GewerkschafterInnen, die bei den Protesten gegen die Nazis mit dabei sind.

Die Inhalte des Vortrags selbst können gut auf den Seiten der War Resisters International nachgelesen werden.

In der Diskussion danach kam die gleichberechtigte Rolle der Frauen während der Proteste (viele Initiativen wurde von Frauen gestartet) zur Sprache. Die Akivistinnen werden unter anderem von verschiedene religiöse Gruppen aber auch durch den Staatsapparat dadurch bekämpft, dass Männer geschickt werden um sie auf dem Tahrir-Platz zu vergewaltigen.

Maikel Nabil Sanad studiert seit kurzem in Erfurt und fühlt sich derzeit in Deutschland wohler als in Ägypten, auch weil ihm hier keine Verfolgung droht wie in Ägypten, wo er jederzeit wieder in Knast landen könnte. Trotzdem will er nach dem Studium wieder zurück und sich weiter für den Frieden engagieren, bis dahin seine Kriegsdienstverweigerer-Organisation weiter aufbauen.
Eine anregende Diskussion über die anzustrebende Gesellschaftsform litt an sprachlichen Barrieren und unterschiedlichen kulturellen Hintergründen. Klar wurde, dass in Deutschland nicht alles so frei und toll ist, wie es von außen scheint, die Freiheit in einer parlametarischen Demokratie auch begrenzt ist.
In Ägypten selbst gibt es auch viele Diskussionen darüber wie es weitergeht, welche an verschiedenen Stellen gut nachzulesen ist.

Jedenfalls war es eine interessante Veranstaltung die Lust auf mehr Diskussion geweckt hat.


1 Antwort auf „Die Revolution konnte bis jetzt den Diktator loswerden, aber nicht die Diktatur“


  1. 1 MVer 24. Februar 2013 um 12:28 Uhr

    Ich weiß, ich fang jetzt hiermit an, aber alles andere habt Ihr hier schon gut angesprochen.
    Man sollte aber auch nicht vergessen, dass die Politik in Ägypten immer auch was damit zu tun hat, wie der Nachbar Israel regiert wird und wie er mit Palästina umgeht! Auch wenn das viele nicht hören wollen. Der Radikalen Vertreter des Islams auch in Agypten werden sich immer daran anstoßen und da hilft es auch nicht das die BRD seine U-Boote nach Israel vertreibt!

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/u-boote-fuer-israel-wie-deutschland-die-sicherheit-in-nahost-gefaehrdet-a-836816.html

    Es ist ein ewiger Wettstreit in der Region. Und Saudi-Arabien ist mit dem Jemen und Qatar auch ein williger Partner der USA und wem wundert’s da wurden die Aufstände blutig niedergeschlagen und keinen stört es großartig oder berichtet darüber. Denn diese Staaten bleiben stabil für die USA als Partner „gegen“ den Terror!
    In dieser Region, die mit so vielen Kulturen und religösen Ausrichtungen belebt ist, wird es immer schwer sein Frieden zu bringen, das ist schon seit Jahrtausenden so und ob es überhaupt jemals möglich ist …
    Denn solange da Öl ist und jedem seine Religon oder Staatsform so wichtig ist, das man sich auf Märkten einer anderen Glaubensrichtung in die Luft bombt, einer Großmacht/Geld hörig ist oder mit Panzern gegen Demonstranten vorgeht, wird sich da nichts ändern.

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