Archiv für März 2013

Juggern in Demmin

Juggern ist eine interessante Sportart, die seit 2010 in der Demminer Gegend gespielt wird und bei der Menschen aus dem Aktionsbündnis 8. Mai mitmachen.

Von ihrer Website:
„Jugger fördert Fairneß, Selbstbeherrschung, Vertrauen, Einsicht in klare Werte und Regeln, Achtsamkeit … (Siehe dazu auch das Buch “Juggern statt Prügeln” von Ruben Philipp Wickenhäuser). Spielende merken sehr bald, daß es dann, wenn kein Schiedsrichter mehr gebraucht wird, am meisten funzt.
Man kann dem Juggern auch eine theatralische Note geben, neue Ausdrucksformen probieren, sich stilecht verkleiden, schminken, Rollen spielen und unerhört laut sein.
Jugger bietet die Möglichkeit, mit gewalttätigen Impulsen, wer sie denn intus hat, umzugehen, ohne Schaden anzurichten. Das martialisch anmutende Spiel spricht somit Gewaltbereitschaft an, die gefahrlos integriert werden kann.
Und Juggern bringt mit seiner Ansteckungspotenz Menschen zusammen.“

Auch am 8. Mai 2013 wird es dazu eine Veranstaltung geben unter dem Motto: „Fair Spielen statt Mitmarschieren. Juggern statt Prügeln“, geplant im Marienhain, wo sich derzeit jeden Montag ab 13.00 Jugger-Begeisterte ab 9 Jahren aufwärts treffen.

Doch lassen wir die Gruppe selbst erklären:
„Wir wollen auf unserer Versammlung die politischen und sozialen Dimensionen und Möglichkeiten kundtun und diskutieren, die sich aus der Spezifik der Sportart Jugger ergeben, ebenso wie unsere Erfahrungen, die wir mit unserer strikten demokratischen Organisation unseres Spielbetriebs und mit den beteiligten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen z.B. in punkto Toleranz- und Kompetenzenerwerb gemacht haben (das betrifft auch Konflikte beim Aufeinandertreffen mit Jugendlichen der Demminer Nazi-Nachwuchszene).
Gerade der Tag der Befreiung ist dafür besonders geeignet: auf der einen Seite ein demokratisch organisiertes, unglaublich dynamisch-schönes Spiel, das Selbstkontrolle, Teamgeist, Halten an die Regeln erfordert und fördert, in Reflexion und Diskussion – auf der anderen Seite ein dumpfer Nazi-Trott, von eigenen Kapos bewacht und kontrolliert, der nicht viel mehr Perspektiven als Gehorsam und Gewalt bietet.“

Weiter Infos unter:
http://juggerdemmin.wordpress.com/

Rassisten stoppen! Solidarität mit Flüchtlingen!

Die letzte Phase der Mobilisierung läuft an. Also informiert jetzt auch noch alle Bekannten und Verwandten und wir sehen uns am 23.3. in Güstrow!


Siehe auch Indymedia

Die letzten wichtigen Infos findet ihr kurz vorher auf Rassisten stoppen!

Diskussion zu Nazi-Schmiererei

da heute wieder ein Artikel zur Nazischmiererei in der Demminer Zeitung ist eine kurze Anmerkung dazu:

In Demmin gab/gibt es um einiges mehr Hakenkreuzen als die, welche zur Anzeige gekommen sind (Nach Nordkurier 10 Anzeigen seit Anfang 2012). Und die Nazi-Schmierereien sind nicht nur Hakenkreuze. Daneben gibt es öfter Nazi-Aufkleber in der Stadt mit heftigem Inhalt.
Es scheint sogar Menschen zu geben die von der Stadt beauftragt werden, so einen Kram wegzumachen. Doch dann werden Hakenkreuze oft nur schlecht übermalt, so dass sie noch zu sehen sind – bei der Zille-Schule ist zum Glück nichts mehr zu sehen. Normalerweise wird das Problem immer noch lieber verschwiegen. Genauso wie die sonstige Präsenz von Nazis auf Veranstaltungen oder im alltäglichen Stadtbild. Spannend wären die Reaktionen, wenn hier auch ein AsylbewerberInnenheim wie in Güstrow geplant wäre.

Bis zum 8. Mai ist jedenfalls noch öfter mit Aktivitäten der Nazis in Demmin zu rechnen, auch weil die NPD Ende März bis Anfang Mai allgemein stärker präsent sein will.

Soliparty in Berlin am 23.3.

Die antifaschistische Traumatherapie aus Berlin organisiert eine Soliparty für die Proteste am 8. Mai in Demmin. Am 23.03.2013 ab 22 Uhr steigt das Ganze in der Schreinerstr. 47 in Berlin-Friedrichshain – also falls ihr nach den Protestaktionen in Güstrow noch nichts vorhabt…

Es wird wieder Infoveranstaltungen der Gruppe geben, die Termine werden veröffentlicht sobald bekannt.

Und mindestens einen Bus aus Berlin soll es auch diesmal wieder geben zum 8. Mai in Demmin.

Dazu ist eine erneuerte Mobilisierungsseite online gegangen, die noch ein wenig sparsam ist:
http://attdemmin.tumblr.com/

Selbstbewußte weibliche NeoNazis?

Wahrnehmbarer sind sie, die weiblichen NeoNazis. Doch bei der NPD und anderen rechten Organisationen herrscht weitesgehend noch ein klassisches Rollenverständnis. Die Frau soll sich um Haus und Kinder – welche Pflicht sind – kümmern. Mitmachen darf sie auch bei den öffentlichen Aktionen und sie soll viel im Hintergrund helfen. Aber wie sieht es aus, wenn sie in anderen Bereichen mitbestimmen wollen. Bei den letzten Wahlen sind Frauen für die NPD in MV angetreten und nach oben gewählt worden, traten dann aber zugunsten der Männer zurück. Eine NPDlerin aus Sachsen, die dagegen protestierte, mußte danach ihren Posten in der rechtsradikalen Frauenorganisation räumen. Die Frauen sollen nur in der Not ihren „Mann“ stehen, wie auch damals zu Kriegszeiten, als sie ’45 noch Panzergräben bei Demmin aushoben.


Weibliche Neonazis in der Mitte des Trauermarschs 2012 in Demmin (Bild: H. Schlechtenberg, Picasa (Link). Alle Rechte vorbehalten)

Trotzdem gibt es immer selbstbewußtere Frauen in der rechten Szene, sind nicht nur Anhängsel ihres Partners und sie sind nicht weniger radikal, einige machen auch bei illegalen Aktionen mit. Im Alltag werden sie oft unterschätzt, z.B. ihr Agieren in soziale Vereinen.

Thema in der gut besuchten Veranstaltung am 9.3. zum Frauentag vom Aktionsbündnis 8. Mai waren unter anderem die Strukturen der Neonazis in der Region Demmin und MV. Beim Vortrag von Juliane Lang aus dem Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus ging es auch um die „normale“ Gesellschaft. Zeigen Sprüche wie die von Bundesverkehrsminister Ramsauer, dass Mehdorn Chef der Flughafengesellschaft in Berlin werden soll, weil er noch ein richtiger Kerl ist, dass wir noch einiges verändern müssen, um wirkliche Gleichberechigung zu erreichen. Die lebendige Diskussion nach dem Vortrag zeigt das Interesse daran.

Ein Artikel zu der Veranstaltung erschien im Nordkurier.

Tag der Befreiung

Der 8. Mai rückt näher und auch andere Gruppen beschäftigen sich intensiv mit den Ereignissen vom Kriegsende 1945.
Zum Beispiel das Infoportal für antifaschistische Kultur und Politik aus Mecklenburg-Vorpommern.
In deren aktueller Kampagne zum 8. Mai geht es vor allem um die Schuldfrage vom zweiten Weltkrieg. Die Ereignisse von Kriegsende wurde in DDR-Zeiten leider nur wenig aufgearbeitet, in Demmin gab es auch ein Forschungsverbot, um die Verbrechen der roten Armee nicht thematisieren zu müssen, was aber den Nazis half, um sich selbst als Opfer darzustellen.

Kampagne von ino.blogsport.de
Unter http://ino.blogsport.de/befreiung/ kann Material dazu bestellt werden.

Auch das Demminer Regionalmuseum wird zu diesem Thema demnächst eine Broschüre herausgeben und das Aktionsbündnis 8. Mai Demmin präsentiert dazu eine Veranstaltung am 30.4. mit Frau Dr. Elke Scherstjanoi, Institut für Zeitgeschichte. Sie wird über ihre Recherchen im Militärarchiv in Moskau sprechen bezogen auf die Ereignisse vom 30. April und 1. Mai 1945 in Demmin.

Tollensetaler Nr. 20

gerade erschienen und hier zum download: das pdf für die 20. Ausgabe der Tollensetaler Stimme:
Tollensetaler 20

Mit den Texten:
Nicht mit der Lüge leben / Im ländlichen Raum / Alles muss klein beginnen / Zwischen Himmel und Erde / Landleben / Politikverdrossenheit / Mobilmachung / In Sachen Natur / Allerlei

Kontakt zur Redaktion: tollensetaler (ätt) googlemail.com

Aktuelle Infos zum Naziaufmarsch am 23.3. in Güstrow…

…findet ihr auf dem wieder aktivierten Blog
http://rassistenstoppen.blogsport.eu/
Die nächsten Tage erscheinen dort alle wichtigen Infos für die Protestaktionen.

Solidarität mit den Flüchtlingen!

Nazi-Schmiererei in Demmin

In der Nacht auf den Mittwoch, 6. März wurde an die Rückseite der Grundschule Heinrich Zille mit schwarzer Farbe ein 70 mal 70 Zentimeter großes Hakenkreuz gestrichen. Nachdem die Nazis sich den Winter über nicht gross aktiv zeigten in Demmin, wollten sie jetzt wohl zeigen, dass es sie auch noch gibt. Der 8. Mai rückt näher und bis dahin werden sie wohl noch mehr stinkende Duftmarken loswerden wollen, auch wenn sie wie diesmal nicht lange Bestand haben werden.

Demmin braucht keine FaschistInnen, auch nicht nachts!

Güstrow am 23.3.: Nazis wollen gegen Flüchtlingsheim marschieren

Am 23.3 wollen die Nazis in Güstrow unter dem Motto ,,Kein Asylantenheim in Dettmannsdorf oder anderswo“ schon wieder gegen ein AsylbewerberInnenheim demonstrieren.

Mitt­ler­wei­le haben be­reits ver­schie­de­nen an­ti­ras­sis­ti­sche und an­ti­fa­schis­ti­sche Grup­pen Wi­der­stand an­ge­kün­digt. Unter an­de­rem hat die An­ti­ras­sis­ti­sche und An­ti­fa­schis­ti­sche Kam­pa­gne Güs­trow (ARAF) be­reits ver­laut­bart:

„ Das gilt es zu ver­hin­dern! Wir wer­den uns ihnen in den Weg stel­len. Nun ist es an der Zeit, den Fa­schis­ten zu zei­gen, dass Güs­trow kein ru­hi­ges Hin­ter­land ist. Es ist nicht ihre Ho­me­zo­ne.
Wir pla­nen be­reits Ge­gen­maß­nah­men und hal­ten euch auf dem lau­fen­den.“

Solidarität mit Flüchtlingen!

Spannender Film: „Töte zuerst“

Als Nachtrag zu der Diskussion zu Ägypten, Kriegsdienstverweigerung und der Kritik an Waffenexporten sei hingewiesen auf einen mehrfach ausgezeichneten Film, der gestern abend bei arte.tv lief. Ein Dokumentarfilm in dem sechs ehemalige Chefs des israelischen Inlandsgeheimdienstes über Moral, Sicherheit, Gewalt und den palästinensischen Staat reden. Sie kommen zu dem Schluss, dass der Krieg zwischen Israel und Palästina nicht zu gewinnen ist und der Weg, den es schon lange hätte nehmen müssen, nur über Vertrauen und Reden geht. Sonst wird es nur noch schlimmer, und Israel sei schon (fast) ein Geheimdienststaat.

Sehenswert – mit bedrückenden Bildern

Nachtrag: leider ist der Film auf arte nicht mehr zu sehen. Auf den Videokanälen mit freiem Zugang wird er schnell wieder gelöscht, aber wer sucht wird finden.

Hier ein kurzer Eindruck vom Film:

Kleine Änderung am Samstag

den Vortrag am 9.3. zu „Braune Kameradin“ wird nicht Frauke Büttner halten sondern Juliane Lang, die genauso Mitglied im Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus ist. Ansonsten ändert sich nichts und wir freuen uns über zahlreiches Erscheinen (außer von NeoNazis)

Braune Kameradin

KameradInnen 8.Mai 2011
Weibliche NeoNazis an der Spitze des „Trauermarsches“ am 8. Mai 2011 in Demmin (Bild: OS, alle Rechte vorbehalten)

Etwa jeder fünfte Neonazi ist weiblich. Mit rund 20 Prozent stellen junge Mädchen und Frauen die „zweite Front“ innerhalb des braunen Spektrums. Obwohl immer noch Männerbastion, treiben sie rassistische Ideologie, Gewaltbereitschaft, aber vor allem die kommunale Verankerung mit voran. In den Reihen von NPD, „Freien Kameradschaften“ und völkischen Kulturschaffenden gelten Frauen als nicht weniger radikal als die Männer. Sie wirken im Hintergrund, ziehen aber immer häufiger auch politisch an den Fäden. Sie sind dabei, wenn extrem rechte Kameraden aufmarschieren, sie gestalten Info-Tische, unterstützen den Wahlkampf und sorgen für eine national gesinnte Erziehung des Nachwuchses.

Gezeigt wird der Film „Braune Kameradin – Frauen in der Neonazi-Szene“ (13 min) von Otto Belina, Andrea Röpke und Laas Boje am

Sonnabend, den 9. März 2013, um 10.30 Uhr
im ehemaligen Blumenladen am Hanseufer, Demmin

Juliane Lang arbeitet seit vielen Jahren zu den Themenschwerpunkten Rassismus und Rechtsextremismus. Sie ist Mitglied im Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus und wird in ihrem Vortrag (30 min) zu dieser Problematik informieren. Danach gibt es die Möglichkeit zur Diskussion.
Zur Veranstaltung, die zur Vorbereitung auf das Friedensfest am 8. Mai 2013 gehört, lädt das „Aktionsbündnis 8. Mai Demmin“ ein.