Selbstbewußte weibliche NeoNazis?

Wahrnehmbarer sind sie, die weiblichen NeoNazis. Doch bei der NPD und anderen rechten Organisationen herrscht weitesgehend noch ein klassisches Rollenverständnis. Die Frau soll sich um Haus und Kinder – welche Pflicht sind – kümmern. Mitmachen darf sie auch bei den öffentlichen Aktionen und sie soll viel im Hintergrund helfen. Aber wie sieht es aus, wenn sie in anderen Bereichen mitbestimmen wollen. Bei den letzten Wahlen sind Frauen für die NPD in MV angetreten und nach oben gewählt worden, traten dann aber zugunsten der Männer zurück. Eine NPDlerin aus Sachsen, die dagegen protestierte, mußte danach ihren Posten in der rechtsradikalen Frauenorganisation räumen. Die Frauen sollen nur in der Not ihren „Mann“ stehen, wie auch damals zu Kriegszeiten, als sie ’45 noch Panzergräben bei Demmin aushoben.


Weibliche Neonazis in der Mitte des Trauermarschs 2012 in Demmin (Bild: H. Schlechtenberg, Picasa (Link). Alle Rechte vorbehalten)

Trotzdem gibt es immer selbstbewußtere Frauen in der rechten Szene, sind nicht nur Anhängsel ihres Partners und sie sind nicht weniger radikal, einige machen auch bei illegalen Aktionen mit. Im Alltag werden sie oft unterschätzt, z.B. ihr Agieren in soziale Vereinen.

Thema in der gut besuchten Veranstaltung am 9.3. zum Frauentag vom Aktionsbündnis 8. Mai waren unter anderem die Strukturen der Neonazis in der Region Demmin und MV. Beim Vortrag von Juliane Lang aus dem Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus ging es auch um die „normale“ Gesellschaft. Zeigen Sprüche wie die von Bundesverkehrsminister Ramsauer, dass Mehdorn Chef der Flughafengesellschaft in Berlin werden soll, weil er noch ein richtiger Kerl ist, dass wir noch einiges verändern müssen, um wirkliche Gleichberechigung zu erreichen. Die lebendige Diskussion nach dem Vortrag zeigt das Interesse daran.

Ein Artikel zu der Veranstaltung erschien im Nordkurier.