Tag des unbequemen Denkmals

Ein Spaziergang, eine Lesung, ein Konzert und Ausstellung/Dokumention zur Geschichte der Orte auf und rund um den Barlachplatz war heute das abwechslungsreiche Programm vom Denkmaltag.

Bewegend war die Lesung mit Karl Schlösser in der Hansebibliothek. Er las aus der neusten Ausgabe von „Demmin – die andere Chronik. Fußnoten lokaler Geschichte“. Dabei kritisierte er die unsägliche Aufstellung der Kanone am Bebelplatz zum Gedenken an die Ulanen, lobte die diversen temporären Veränderungen, die daran vorgenommen wurden.
Irgendwie war es das Gegenstück zum Reservistentag. Auf den Tischen lag eine Vielfalt an Informationen zur gewaltfreien Konfliktlösung.

Viel wurde diskutiert über Symbolik von Denkmälern. Leben lässt sich halt nicht zum Archivieren in Stein meißeln. Die Gedenkstele für die Opfer von Krieg und Gewalt, die (versteinerte) Blütenknospe, bedarf eigentlich der Unterstützung durch Kräuter und Blumen, die die Ritzen der Steinplatten weiter aufsprengen – jeden Tag ein wenig mehr.


Für diesen Tag wurden Bruchstücke der Geschichte des Barlach-Platzes wieder sichtbar.


Auf dem Weg zum Ulanendenkmal liegt der jüdische Friedhof.


Die kriegsverherrlichende, nationalistische Darstellung des 1924 erbauten, 1946 zerstörten und 1994 teilweise wieder hergestellten Ulanen-Denkmals wurde durch die Ausstellung nochmal verdeutlicht.


Das ursprüngliche heroische Reiterbild würden einige in der Stadt gerne wieder errichten – in der jetzigen Form spiegelt es besser das historische Geschehen.