Gedenkkulturen und Veränderungen

Sowjetische und deutsche Kriegsgräber – Veränderungen im Gedenken an die Toten des Zweiten Weltkrieges nach 1990 in Demmin und anderenorts.

Veranstaltung des Demminer Regionalmuseums und des Aktionsbündnisses „8. Mai Demmin“

Donnerstag, 13. März 2014, 18.00 Uhr im Museum (Demmin, Hanseufer 2, 4. Etage)


Sowjetische Kriegsgräber am Barlachplatz in Demmin

Der Zweite Weltkrieg endete in Demmin mit zahlreichen Selbsttötungen und einer großflächigen Zerstörung der Stadt. Nach der weitgehenden Tabuisierung der Ereignisse zu DDR-Zeiten brach in der Stadt eine Debatte um die Deutung der Vergangenheit aus, wurden der sowjetische Friedhof umgestaltet und Erinnerungszeichen neu gesetzt, besetzten Rechtsextreme das Thema. Was setzt die Erinnerungspolitik der Stadt dagegen? Welchen Stellenwert hat historisches Wissen gegenüber Gedenken? In der Stadt, in ihren Schulen weiß und spricht man jetzt mehr über die zivilen deutschen Kriegstoten. Wie steht es um das Wissen über Einsatz und Tod sowjetischer Kriegsgefangener und Zwangsarbeiter/innen in der Stadt, in Demmin-Woldeforst, in den Dörfern der Umgebung? Wie hält man es in anderen Kommunen mit sowjetischen Grabanlagen?

Diesen Fragen gehen in einem Podiumsgespräch nach:
Dr. Lutz Prieß und Sebastian Kindler, Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst
PD Dr. Elke Scherstjanoi, Institut für Zeitgeschichte München-Berlin
Dr. Michael Koch, Kreisvorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. und Bürgermeister der Stadt Demmin
Eleonore Wolf, Leiterin des Stadtarchivs Neubrandenburg, das u.a. zuständig ist für die Sammlung, Dokumentation und Bewahrung von Beständen zur Gedenkstätte Fünfeichen
Dr. Petra Clemens, Demminer Regionalmuseum
Moderation: Thoralf Plath, Journalist beim Nordkurier, Lokalredaktion Demmin

Einleitend spricht Dr. Lutz Prieß zur Frage „Sowjetische Gräberstätten in Deutschland – unbequeme Denkmale?“. Sebastian Kindler stellt das Dokumentationsprojekt „Sowjetische Grabstätten und Ehrenmale in Deutschland“ des Museums Berlin-Karlshorst vor. (jeweils 15 Minuten) Im Anschluss an die Veranstaltung besteht die Möglichkeit, in der Datenbank des Deutsch-Russichen Museums gezielt nach Orten (in der Region) zu recherchieren.

Wir laden Sie herzlich ein und freuen uns auf eine Diskussion, in der wir gemeinsam den Stand der Dinge aufnehmen und Überlegungen für zukünftige Erinnerungsarbeit und Gedenkkultur vor Ort anstellen.