Archiv für März 2014

Isolation aufbrechen! Kundgebung und Solifest am 29.3. vor dem Lager Horst

Dazu eine passenden Beitrag von Deutschlandradio Kultur: Rechts ist in der Mitte
Gibt es einen geeigneten Ort für Mahnwachen vor der Mitte?

Und heute Abend eine Lesung und Diskussion in Anklam: OhneMacht

Auch in Ueckermünde: Aktiv gegen Rassismus und Naziaufmarsch

Das bunte Fest auf dem Parkplatz an der Belliner Straße und die zwei weiteren Mahnwachen auf der Nazistrecke zwischen Bahnhof und der Oststadt strahlten viel Lebensfreude aus mit Musik und Tanz. Insgesamt ca. 200 Menschen zeigten, dass jetzt auch im tiefsten Vorpommern, wo die Neonazis ihre Homezone verorten, sich Viele gegen faschistisches Gedankengut wehren. Sie wanden sich aktiv gegen die zwei mal direkt daran vorbeilaufenden 170 Rassist_innen.

Ziel der nationalen Bürgerinitiative „Schöner und sicherer Wohnen“ war der Osten von Ueckermünde, in dem in nächster Zeit 25 Asylsuchende untergebracht werden. Bei den langen Reden am Haffring blieb der erhoffte weitere Zustrom aus den Wohnblocks aber aus. Daran änderte sich auch nichts durch die „Theatergruppe“ mit dem letzten Deutschen und den Männern, die sich unter Burkas versteckten.

Am Anfang wurde noch versucht in klassischer Aufmarschformation zu laufen. Die Anwohner_innen, die ca. 1/4 des Zuges ausmachten und mehrheitlich aus der Oststadt waren, unterliefen aber diese Vorgabe, so dass das Spalier gegen Ende nicht mehr sichtbar war.

Die Frauenquote war mit ca. 20 % höher als üblich, was sich schon vorher andeutete. Andrejewski und eine Truppe, die versuchte Hetzschriften an Passant_innen zu verteilen, wirkte beim Rückmarsch mehr gereizt als zufrieden. Denn es gibt schon eine Weile ein Mobilisierungsproblem in den Reihen der nationalen Kameraden – auch an diesem Tag.


Das Demokratie-Fest protestierte an der Straße, wenn der Aufmarsch vorbeikam.

Zum Abschluß wurden die Neo-Nazis dann von den auf dem Fest Feiernden aus der Stadt gekehrt.

Ein Bericht findet sich im NDR von Minute 9.15 bis 10.28

Weitere Bilder hier bei google+ von Hans Schlechtenberg.

Zum „letzten Deutschen“ ein Artikel bei publikative.org

Schutzlos ausgeliefert – DDR-Heimkinder erzählen

Filmvorführung und Gespräch zu Spezialheimen in der DDR

Dienstag, 8. April 2014, 18 Uhr im Lesesaal der Hanse-Bibliothek Demmin,
Pfarrer-Wessels-Straße 1, 17109 Demmin

In dem Dokumentarfilm „Schutzlos ausgeliefert-DDR-Heimkinder erzählen“ berichtet eine Zeitzeugin über ihre Erlebnisse im Durchgangsheim Demmin. Die Filmemacherin Uta Rüchel steht für die anschließende Gesprächsrunde zur Verfügung, die Moderation übernimmt die Landesbeauftragte Anne Drescher.

Menschenrechtsverletzungen in Heimen für Kinder und Jugendliche sind aufgrund der Berichterstattung über Missbrauchsskandale in den letzten Jahren verstärkt diskutiert worden. Ein Ergebnis dieser Debatte ist die Einrichtung des Fonds Heimerziehung seit 2012. Ehemalige Kinder und Jugendliche, die in Heimen der DDR Leid und Unrecht erfahren haben und heute noch unter den Folgen leiden, können Leistungen aus dem Fonds erhalten.


Schlafraum eines Spezialkinderheimes Ende der 1960 Jahre. Foto: Initiativgruppe Geschlossener Jugendwerkhof Torgau e.V.

Methoden der „schwarzen Pädagogik“, die auf Erziehungsvorstellungen voriger Jahrhunderte zurückgehen, sind in fast allen europäischen Ländern angewandt worden. Eine Besonderheit in der DDR war jedoch der erklärte Wille, in den Spezialheimen wie Spezialkinderheimen für Schwererziehbare und Jugendwerkhöfen unangepasste Kinder und Jugendliche oder solche mit „abweichendem“ Verhalten zu „sozialistischen Persönlichkeiten“ umzuerziehen, also zu
brechen und passend zu machen. Der Eintritt ist frei.

Veranstalter:
Die Landesbeauftragte für MV für die Stasi-Unterlagen
Hansestadt Demmin, Hanse-Bibliothek
Mit Unterstützung von DemokratieLaden Anklam, ein Projekt der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern

Keine Rassist_innen in die Parlamente

Zur Kommunalwahl am 25. Mai 2014 sind auf den Listen in Demmin und Demmin-Land keine Vertreter_innen der NPD, auch keine der AFD. Dies betrifft nicht nur die kommunalen Parlamente sondern auch die Wahlen zu den Bürgermeister_innen.
Das mag daran liegen, dass die Fans dieser Parteien hier meist nur Dumpfbacken sind, die bei der konkreten Arbeit versagen würden, wie in anderen Städten wie Schwerin und Rostock die Vertreter der NPD zeigten. Deswegen finden sie keine Personen, die zur Wahl antreten.
Im Kreistag Mecklenburgische Seenplatte sieht das ein wenig anderes aus, aber vom selbständigen Agieren der NPDler ist da nicht die Rede. Sie bringen oft Anträge rein, die auch in andere Kreistage eingebracht werden.

Vorbehalte gegenüber Geflüchteten sind auch bei Vertreter_innen der demokratischen Parteien zu finden. Da ist noch viel zu diskutieren in dieser Gesellschaft.

Für eine Will­kom­mens­kul­tur, die ihren Namen wert ist. Re­fu­gee wel­co­me.

Wie wollen wir uns an die Geschichte erinnern?

Neue Erkenntnisse zu Gräbern von Zwangsarbeiter-innen?
Sollen die Namen wieder auf die sowjetischen Gräber?
Welche Denkmäler in welcher Form sind wichtig für eine vielfältige Erinnerungskultur?
Ein komplexes Thema, das am letzten Donnerstag bei der Gedenkkulturen-Veranstaltung viel Diskussion im Detail barg und an diesem Abend sachlich und historisch diskutiert wurde.


Ca. 50 Menschen widmeten sich den zwei Vorträgen vom Deutsch-Russischen Museum Berlin/Karlshorst und der folgenden Diskussion.

Bis Anfang der 90er waren an den Kriegsgräbern am Barlachplatz 21 Namen zu lesen, die dann bei der Umgestaltung verschwanden. Kommen diese bald wieder zuück? Die Stadtspitze sagte, sie hat neue Erkenntnisse. Sie sprach von 5 Namen und will ihnen eine gemeinsame Gedenktafel aufstellen, da nicht genau klar sei, wo sie liegen. Hier ist wohl noch einiges aufzuklären / recherchieren in der nächsten Zeit, da blieben an dem Abend einige Fragen offen.

Wie die Erinnerungskultur aussehen soll, da gibt es von wissenschaftlicher Seite klare Äußerungen, aber mehrere Fragen sind auch politisch/gesllschaftlich zu klären. Den Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion sind die Kriegsgräber wichtig, weniger die sowjetischen Denkmäler wie das an zentraler Stelle in Malchow. Ob der rote Stern und Hammer/Sichel sichtbar bleiben? Vielleicht braucht es das für die Erinnerung.

Neu sind gerade die Erkenntnisse von Gräbern in der Woldeforst. 100 bis 150 Tote sollen dort liegen sagen jetzt Zeitzeugen. Viele Jahre war dort eine Munitionsfabrik. Vielleicht kommt die nächsten Monate mehr Licht in die Sache. Wäre zu wünschen.

Einen Artikel gibt es vom Nordkurier und demnächst wohl auch vom NDR-Fernsehen
Update 21.3.: Noch ein Artikel vom Nordkurier

Hintergrundinformationen finden sich in der Broschüre vom Demminer Regionalmuseum: „Das Kriegsende in Demmin 1945 – Umgang mit einem schwierigen Thema“

Unterstützung aus Berlin

Soliparty für den Widerstand gegen die´den Naziaufmarsch in Demmin
am 29.3. in der Scharnweberstraße 38, Berlin-Friedrichshain

http://kaffeefahrten.wordpress.com/

Einen Bus soll es genauso wieder geben von Berlin nach Demmin am 8.5. und demnächst auch Infoveranstaltungen.

Weitere NPD-Mini-Kundgebungen am Mittwoch und Donnerstag

Mittwoch, 19. März
08.30 Uhr – 10.00 Uhr Ahlbeck
10.30 Uhr – 12.00 Uhr Heringsdorf
13.00 Uhr – 14.30 Uhr Zinnowitz
15.00 Uhr – 16.30 Uhr Wolgast

Wehrt euch gegen faschistische Propaganda!

Update:

Donnerstag, 20. März

09.00 – 10.30 Uhr Grimmen
11.30 – 13.00 Uhr Ribnitz-Damgarten
14.00 – 15.30 Uhr Barth

Am 22.3. nach Ueckermünde gegen den Naziaufmarsch

Die Nazis müssen sich dran gewöhnen: es gibt kein ruhiges Hinterland!! Nachdem der Wahlkampfauftakt der NPD gestern daneben ging und sich in Demmin viele Menschen lautstark bemerkbar machten, beteiligten sich ein paar Stunden später 140 Menschen beim Friedenssingen in Pasewalk gegen die NPD.

Am 22.03.2014 ruft die rechte „Bürgerinitiative Schöner und sicherer Wohnen in Ueckermünde” zu einem Aufmarsch unter dem Motto „Asylbetrug stoppen“ auf, um rassistische Parolen gegen Asylsuchende auf die Straße zu tragen. Sie wollen ab 13.30 Uhr am Busbahnhof starten.
Dagegen soll es Wochenende ein Friedensfest und eine Mahnwache in Ueckermünde geben. Aus Greifswald kommt jetzt ein Aufruf zu den Protesten und es fahren am 22.03. Busse von Greifswald nach Ueckermünde.


Unsere Solidarität gilt den Flüchtlingen.
Kommt mit uns nach Ueckermünde und lasst uns gemeinsam gegen den Naziaufmarsch protestieren!

Update 21.3.
: Infos von Vorpommern-weltoffen-demokratisch-bunt

Die NPD: In Demmin einfach untergegangen

Nur ganz wenige hartgesottene Passant_innen, besser gesagt Sympathisant_innen, trauten sich noch an den Stand der NPD in Demmin. Von der Kundgebung war kaum was zu hören, denn von 13 Uhr bis 14.30 gingen die Verlautbarungen der Neo-Nazis im Lärm unter. Ca. 40 bis 50 Menschen taten ihren Unmut kund und zeigten der NPD klare Kante. Auch ein paar Vertreter der Stadtspitze protestierten neben einige aus den Fraktionen der Stadt gegen die menschenverachtende Hetze der NPD.

Die Polizei sorgte meist nur für den Abstand der Demonstrant_innen. Bei den wenigen Kontakten, die es doch noch gab, wirkten die bezahlten NPDler sehr angespannt. Ein paar kleine Rangeleien teilte sie aus. Aber wenn die Gelegenheit gewesen wäre, hätte die Neo-Nazis gerne zugeschlagen, wie sie selbst indirekt ausdrückten. Für ihre kriminellen Machenschaften sind sie bekannt. Doch zum Glück kam es diesmal nicht dazu.

Einige Demonstrant_innen nutzen die Fläche zum Juggern.

In Demmin war nur noch ein Kleinbus mit einem Stand zu sehen, der mit Norman Runge, Hannes Welchar, Frank Klawitter, Daniel Ohm und Stefan Kunz besetzt war.

In Malchin und Demmin haben sie übrigens die Sonnenschirme, von denen in Stavenhagen einer im wahrsten Sinne das Wortes unter die Räder kam, nicht wieder aufgebaut. In Malchin war der „Andrang“ bei der NPD nicht größer als in Stavenhagen.

Dazu ein Bericht vom Nordkurier

Der Wind in Stavenhagen

Nichts mit deutscher Pünktlichkeit. Erst 9.20 beginnt die NPD-Kundgebung auf dem Maktplatz in Stavenhagen. Anmelder Norman Runge kam erst 9.15 auf den Platz gefahren. 5 Minuten nach Beginn schlug die Natur zu und der Sonnenschirm, den es nicht brauchte, flog direkt vor ein fahrendes Auto.

Da konnten sie ihn nur wieder einpacken. Des öfteren sammelte Norman Runge wieder seine Schriften ein, die der Wind wie Blätter verwehte. Der Lautsprecher erzählte was von Problemen von Inklusion. Viel los war nicht bei der Mini-Kundgebung, die mit zwei Kleinbussen, zwei Ständen und vier Menschen ausgestattet war. Da kann schon von Missachtung durch die Bevölkerung gesprochen werden.
Nachher in Demmin werden sie noch mehr Missfallen abbekommen…

Weitere NPD-Kundgebungen in der kommenden Woche

Gerade erreichte uns die Info von geplanten NPD-Kundgebungen:

Montag, 17.03.14

09.00 Uhr – Stavenhagen
11.00 Uhr – Malchin
13.00 Uhr – Demmin

Dienstag, 18.03.14

08.30 Uhr – Altentreptow
10.30 Uhr – Friedland

Die Veranstaltungen sollen unter dem Motto stehen:

„Ausländer kosten Millionen – Recht auf Asyl abschaffen“

„Auswanderung stoppen – Deutsche Familien fördern“

Sobald wir von weiteren Gegenkundgebungen neben der in Demmin erfahren, erscheinen hier die Informationen.

Mit Trillerpfeife und Kochtopf gegen die Nazi-Kundgebung

Am Montag, 17.3. von 13 bis 14 Uhr wollen die Nazis auf dem Markplatz in Demmin wieder gegen Flüchtlinge hetzen, wie schon am 1.8.2013
Auch diesmal gibt es wieder ein breites Bündnis aus Zivilgesellschaft und demokratischen Parteien, welches den Nazis zeigen will, was wir von ihnen halten. Das Aktionsbündnis 8. Mai Demmin ruft dazu auf, ab 12.30 auf dem Marktplatz präsent zu sein und lautstark den Protest kund zu tun. Seid dabei!
Für eine Willkommenskultur, die ihren Namen wert ist. Refugee welcome.

gegen nazis

NPD-Kundgebung am Montag, 17.3. auf dem Markt in Demmin

Gerade wurde bekannt: die NPD hat am Montag, 17.3. von 13.00 -14.00 auf dem Marktplatz von Demmin eine Kundgebung angemeldet.
Weitere Infos dazu noch heute.