Wie wollen wir uns an die Geschichte erinnern?

Neue Erkenntnisse zu Gräbern von Zwangsarbeiter-innen?
Sollen die Namen wieder auf die sowjetischen Gräber?
Welche Denkmäler in welcher Form sind wichtig für eine vielfältige Erinnerungskultur?
Ein komplexes Thema, das am letzten Donnerstag bei der Gedenkkulturen-Veranstaltung viel Diskussion im Detail barg und an diesem Abend sachlich und historisch diskutiert wurde.


Ca. 50 Menschen widmeten sich den zwei Vorträgen vom Deutsch-Russischen Museum Berlin/Karlshorst und der folgenden Diskussion.

Bis Anfang der 90er waren an den Kriegsgräbern am Barlachplatz 21 Namen zu lesen, die dann bei der Umgestaltung verschwanden. Kommen diese bald wieder zuück? Die Stadtspitze sagte, sie hat neue Erkenntnisse. Sie sprach von 5 Namen und will ihnen eine gemeinsame Gedenktafel aufstellen, da nicht genau klar sei, wo sie liegen. Hier ist wohl noch einiges aufzuklären / recherchieren in der nächsten Zeit, da blieben an dem Abend einige Fragen offen.

Wie die Erinnerungskultur aussehen soll, da gibt es von wissenschaftlicher Seite klare Äußerungen, aber mehrere Fragen sind auch politisch/gesllschaftlich zu klären. Den Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion sind die Kriegsgräber wichtig, weniger die sowjetischen Denkmäler wie das an zentraler Stelle in Malchow. Ob der rote Stern und Hammer/Sichel sichtbar bleiben? Vielleicht braucht es das für die Erinnerung.

Neu sind gerade die Erkenntnisse von Gräbern in der Woldeforst. 100 bis 150 Tote sollen dort liegen sagen jetzt Zeitzeugen. Viele Jahre war dort eine Munitionsfabrik. Vielleicht kommt die nächsten Monate mehr Licht in die Sache. Wäre zu wünschen.

Einen Artikel gibt es vom Nordkurier und demnächst wohl auch vom NDR-Fernsehen
Update 21.3.: Noch ein Artikel vom Nordkurier

Hintergrundinformationen finden sich in der Broschüre vom Demminer Regionalmuseum: „Das Kriegsende in Demmin 1945 – Umgang mit einem schwierigen Thema“