Bunter Widerstand mit Blumen in Bützow

Um die 300 Menschen zeigten sich gestern in Bützow solidarisch mit den Flüchtlingen und demonstrierten gegen die menschenverachtende Hetze – trotz der kurzfristigen Bekanntmachung von der „Bürger-Demo“ gegen Asylmissbrauch, die dann doch ein Naziaufmarsch war. Entlang der ganzen Route gab es immer wieder Proteste. Drei Sitzblockaden auf der Nazistrecke gelangen, und zwangen die ca. 120 Rassist_innen zu Planabweichungen.


Direkt neben den Gegendemonstrant_innen sammelten sich die Nazis, nach einer Weile durch Polizeiautos getrennt.

Als es kurz nach 11 losgehen sollte, lief die Gegendemo spontan auf die geplante Route und sperrte eine Brücke.
Dadurch musste der Aufmarsch mit Verspätung in umgekehrter Reihenfolge losgehen.

Auch wenn zu Beginn gleich die freien Kameradschaften in ihrem klassischen Outfit zu sehen waren – spätestens am Marktplatz zeigte sich dann der volle Einfluss der NPD. Udo Pastörs betrieb seine Propaganda im bekannten Stil. Spontaner Applaus von Passant_innen blieb aus, dafür gab es Technomusik, die den Marktplatz beschallte.

Am Forsthof war schon am Morgen ein Infotisch aufgebaut worden.

Die zweite Zwischenkundgebung am Leninplatz mussten die Nazis sogar ganz ausfallen lassen, weil ihnen der Weg am Forsthof versperrt war.
Die Polizei wollte anscheinend größere Konfrontationen mit den Gegendemonstrant_innen vermeiden und löst die Blockaden nicht auf.

Zwar waren einige Bützower_innen schockiert, wer bei den Nazis mitlief, aber die Nazis hatten fast nur ihr leider schon bestehendes Klientel mobilisieren können.

Die Marschformation in Dreier-Reihen löste sich nach der Hälfte der Demo wieder auf. Dazu reichte die Disziplin dann doch nicht.


Die dritten Blockade auf der L11 zwang die Rechten mit ihrem Lautprecherwagen über eine Wiese auszuweichen, um ihr Hetze gegen die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen in Bützow in der Karl-Marx-Str. fortsetzen zu können.


Einige Frauen wurden mal wieder das Frontbanner in die Hand gedrückt.


Die Hoffnung, der Rassist_innen, in Bützow mehr „normale“ Bürger_innen zum Mitmachen zu bewegen, misslang, sie blieben klar unter der von Ihnen mit 150 angekündigten Teilnehmer_innenzahl.

Angetan war die erst seit Juni existierende Gruppe „Eine Blume für Bützow“ von der breiten Unterstützung, die trotz des heißen Sommerwetters in Bützow Gesicht zeigte.


3 Antworten auf „Bunter Widerstand mit Blumen in Bützow“


  1. 1 Blume 20. Juli 2014 um 13:38 Uhr
  2. 2 Admin 21. Juli 2014 um 15:51 Uhr

    Auch Menschen vom Demminer Aktionsbündnis waren in Bützow

    Anmerkung: Bei der ersten Blockade wollten sich ein paar Nazis zu Fuss noch durchdrängeln und provozierten, wodurch es zu Rangeleien/Handgreiflichkeiten kam, was anscheinend mit ein paar Platzverweisen endete.

  3. 3 me 24. August 2014 um 10:34 Uhr

    “ Ei­ni­ge Frau­en wur­den mal wie­der das Front­ban­ner in die Hand ge­drückt.“ – soll damit die Unselbstständigkeit der Nazifrauen zum Ausdruck gebracht werden?
    also ich verachte die tanten auch, aber abwertung aufgrund des geschlechtes sollte nicht das mittel unserer wahl sein.

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