Archiv für Oktober 2014

Weitere Infos zum Fackelmarsch in Güstrow am 18.10.

Unter dem Motto „Kinder sind unsere Zukunft“ will die Initiative „Güstrow wehrt sich gegen Asylmissbrauch“ am Samstag ab 16.30 am Rathaus startend einen „Fackelumzug für groß und klein ohne Gewalt gegen Asylmissbrauch“ veranstalten, zu dem es bei facebook schon 93 Zusagen gibt. Ganz unpolitisch wollen die Nazis so mir ihren Inhalten Akzeptanz finden.
Damit dies nicht gelingt, hat sich ein breites Bündnis gebildet aus Gewerkschaften, antirassistischen Gruppen, Parteien, Einzelpersonen sowie Bündnissen gegen rechts aus anderen Bereichen von MV.
Um 13 Uhr startet in Güstrow ein Herbstfest am Pferdemarkt. Ein vielfältiges Programm gibt es am Nachmittag bis in den Abend hinein, bei dem auch über die Lebenssituation von Flüchtlingen informiert wird. Auf dem Markt und am Borwinbrunnen gibt es jeweils eine Mahnwache.

Refugee welcome

Das Ziel der Nazis ist vermutlich das neu entstehende, dritte Flüchtlingsheim in der Südstadt. In dem leergezogenen Wohnblock in der Werner-Seelenbinder-Straße 9-12 ist der Bezug ist ab dem 1. Dezember vorgesehen. Angemeldet ist der Fackelmarsch bis 23 Uhr. Mal schauen, ob ihnen nicht vorher die Puste / die Fackeln ausgehen.
Auf dem Herbstfest ist als ein Programmpunkt auch buntes Geistertreiben angesagt.

Nachtrag: Das Herbstfest war schon lange geplant und wird durch den Anlass ein wenig vergrößert.
Die Nazis in Güstrow hetzten schon im letzten Jahr intensiv gegen die Flüchlinge und wollen vermutlich mit dem Fackelmarsch das Herbstfest stören. So viele wie März 2013 beim Marsch gegen das Flüchtlingsheim in Güstrow-Dettmannsdorf werden es wohl nicht werden.

Erfolgreiche Protestaktionen gegen einen kümmerlichen Trauermarsch und ein unverhältnismäßiger Polizeieinsatz

Mehrere Blockaden zwangen die Nazis immer wieder zum Warten und Umwege laufen. Sie erreichten erst spät die Altstadt. Die Polizei fiel wieder durch heftige Aktionen auf, bei denen sie die Versammlungsfreiheit nicht mehr wahrten. Und die Nazis mussten ihren Plan verkürzen und trollten sich frustriert nach Hause. Insgesamt waren an den verschiedenen Protesten erfreulicherweise mehr als 1000 Menschen beteiligt, die an verschiedenen Punkten verteilt in der ganzen Stadt schon am Nachmittag anfingen.

Der Aufmarsch startete um mehr als eine Stunde verspätet und mit nur ca. 100 Beteiligten. Schon zu Beginn am Bahnhof gab es es große Proteste auf der Straße. Die größte Blockade war am Eingang der Altstadt beim Theater. Hier sammelten sich schon früh viele Menschen vor allem aus Stralsund auf der Straße. Die Teilnehmer_innenzahl am Kreisel wuchs auf mehrere hundert Menschen. Unterschiedliche Versuche der Polizei die Blockade beiseite zu schieben hatten keinen Erfolg. Doch der Naziaufmarsch wurde nicht zurückgeschickt sondern über einen kleinen Weg auf die Sundpromenade umgeleitet. Der Blockadepunkt wurde gekesselt.
Sonja Steffen (SPD, MdB): “Es kann nicht sein, dass man Gegendemonstrationen behindert, um den Nazis einen Marsch durch die gesamte Altstadt zu ermöglichen.“
Offiziell waren wieder 500 Polizist_innen wie in Demmin im Einsatz. Wahrnehmbar waren im Vergleich mehr Polizeieinheiten anwesend. Trotzdem konnte die Polizei nicht mehr alles kontrollieren. Als der Trauermarsch von der Sundpromenade aus den Hafen erreicht war es wieder wie in Demmin am 8.5.: Der Naziaufmarsch sollte unbedingt laufen dürfen. Polizeieinheiten stürmten mit dem Küppel auf die Menschen los, ohne sich um die Anwesenheit von angemeldeten Mahnwachen oder das Recht auf spontane Versammlung zu kümmern. Zum Glück kam es dabei zu keine schweren Verletzungen. Demonstrant_innen wurde der Zugang zu angemeldeten Versammlungen versperrt.
Jürgen Suhr (Grüne, MdL): “Friedlich demonstrierende NPD-Gegner wurden überrannt oder zu Boden gestoßen.“

Bei der Sitzblockade in der Seestraße wurden einige Demonstrant_innen wie am Bahnhof einfach beiseite geschoben und der Aufmarsch direkt daran vorbeigeleitet. In der Semelower Straße kurz vor dem alten Markt war dies nicht mehr möglich. Mit der Ansage, dies sei eine Verhinderungsblockade und somit eine Straftat, gab es nur eine Aufforderung vor der Räumung. Der Hinweis, die Aktion sei eine Versammlung und müsse vor Räumung ordentlich aufgelöst werden, ignorierte der Einsatzleiter.

Die erste und letzte Kundgebung der Nazis auf dem alten Markt dauert über eine Stunde und dabei gingen ihnen zu Beginn einfach die Fackeln aus. Absurde Thesen wurden verbreitet und ihr Frust über die Gegendemo wurde deutlich. Sie schaffen es nicht mehr wie vor einigen Jahren mit einem Lächeln über die Proteste hinweg zu gehen – sie spüren zu deutlich den Gegenwind. In Stralsund konnten sie mit ihrem Thema nicht punkten, trotz ihrer populistischen Anbiederung schlossen sich keine Passant_innen dem Gedenkmarsch an. Die Route der Nazis wurde abgekürzt, es ging dann über die leeren Shoppingmeile direkt zum Neuen Markt, wo sie mit Pfiffen empfangen wurden. Sie führten keine Kundgebung mehr durch und kein Niederlegen von Blumen und Kranz. Es ging für sie nur noch ohne Glanz direkt zur Bahnhofstraße um ca. 22.30 Uhr.

Die Ereignisse sollen auch wieder Thema im Landtag sein. Frustrierend ist zu sehen, dass die Aufarbeitung der Ereignisse vom 8. Mai in Demmin keine wirkliche Verhaltensänderung der Polizei bewirkte. Ein wenig zurückhaltender agierte die Polizei und setzte mehr auf Kommunikation im Vergleich zu Demmin. Die schlimmsten Fehler wollten sie nicht wiederholen. Aber die gesamte Strategie und das taktische Verhalten haben sich nicht geändert. Sobald es wirklich darauf ankommt hat der Naziaufmarsch immer noch mehr Rechte als die Proteste dagegen und das wird mit Gewalt durchgesetzt. Wenn die Polizei merkt, das der Aufmarsch nicht mit verhältnismäßigen Mittel durchgesetzt werden kann, muss halt abgebrochen werden. Schon bei der Anreise wurden die Gegendemonstrant_innen in den Bussen wieder stundenlang festgehalten und durchsucht. Sind Menschen, die sich für eine demokratische Kultur einsetzen, immer noch die Störenden? Da gibt es noch einiges zu verändern. Sinnvoll wäre beispielsweise auch endlich mal eine Kennzeichnungspflicht für die Polizei in MV.

Unverständlicherweise lobte Caffier unterdessen „die professionelle Arbeit und den erfolgreich durchgeführten Einsatz der Polizei“ und die GdP meint, die Kritik am Polizeieinsatz geht wieder einmal deutlich an der Realität vorbei.

Einige Stunden nach dem Ende vom Naziaufmarsch gab es dann einen Brandanschlag in Groß Lüsewitz auf eine Flüchtlingsunterkunft.

Weitere Berichte: Stralsund Nazifrei mit Links zu Presseberichten wie: Ostsee Zeitung (Video), Kombinat Fortschritt (Bilder), Endstation rechts (Bilder und Video) und NDR

Bilder sind hier und hier zu finden.

Der nächste Naziaufmarsch gegen ein Flüchtlingsheim kommt schon am 18.10 in Güstrow, am 9.11. in ? und ….

Naziaufmarsch am 18.10 in Güstrow stoppen!

Bei den Nazis ist weiterhin das ADHS ausgebrochen. Nach dem die NPD in Stralsund nicht mal ihre eigenen Kameraden zum Trauermarsch mobilisieren konnte, organisiert der Güstrower Stadtvertreter und regionale „Reinigungsfachkraft“ Nils Matischent an diesem Samstag ab 16.30, angemeldet bis 23 Uhr, einen „Fackelumzug für Groß und Klein“ und gaukelt politisches Desinteresse mit der Veranstaltung vor. An manchen Tagen müssen wir ihm das sogar glauben. Anders ist es nicht zu erklären, warum er am Freitag wegen des Diebstahls von fast zwei Dutzend Waschmaschinen vor Gericht erscheinen muss.
Vor dem jetzigen Aufruf wurde von den Nazis per Facebook jedoch unter dem Motto „Wehrt euch gegen Asylmissbrauch“ mobilisiert. In Güstrow soll demnächst eine dritte Flüchtlingsunterkunft im Stadtteil Südstadt eröffnet werden.

Kommt nach Güstrow. Bringt, wenn ihr Lust habt, bunte Lampions und Intrumente mit und lässt uns dem braunen Spuk etwas schönes, vielfältiges und fröhliches entgegensetzen!

Ein update mit neuen Infos findet sich hier

Wichtige Infos für heute in Stralsund

Hier der Link, zur Seite, die regelmäßig aktualisiert wird

Falls ihr Pennplätze benötigt meldet euch per e-mail mit Personenzahl und Kontaktdaten: info@rockgegenrechts.com
Bitte kalkuliert ein, dass ihr einen Schlafsack mit Isomatte benötigt.

Reihennfolge der Mahnwachen an der Route:
1. Martinsgarten Ecke Friedrich Engels Straße, 2. Knieperdmm Ecke Gerhart Hauptmann Straße, 3. Olof-Palme-Platz / Theatervorplatz, 4. Fährwall Ecke Fährstraße, 5. Alter Markt Einmündung Ossenreyerstraße, 6. Fischmarkt, 7. Mönchstraße Ecke Katharinenberg, 8. Neuer Markt / vor dem Toilettenhäuschen, 9. Tribseer Damm Ecke Frankenwall (vor der Deutschen Bank)

Aktionskarte:
Die Aktionskarte findet ihr hier: http://aktionskarten.noblogs.org/files/2014/10/StralsundA4_print03.png

Twitter-hashtag: #NoNazisHST
EA – Nummer: 01573-3730212
Presse – NR für Journalist_innen: 01748171346

Es gibt auch noch Bustickets.

Rückblick auf „Zeit im Zelt“

Das „Flüchtlingszelt“ wurde auf dem Markt zu einem richtigen Anlaufpunkt, vor allem am Freitag Nachmittag, am 3. Oktober. Die Projekt-Akteure waren überrascht, dass auf dem Markt viele Nicht-Deutsche „flanierten“ und das Zelt besuchten. Auch viele Anwohner_innen kamen vorbei und informierten sich.
Die Bilder sind vom Donnerstag Nachmittag auf dem Markt:

Musiker, ein Seilkünstler und Kinder am Zelt zeigten am Zelt, was sie können.

Ab Montag, 29.9. war das Zelt vor der Pestalozzischule aufgestellt und vormittags überfüllt mit Schüler_innen. Nachmittags war es ruhiger. Dafür war dann aber auch möglich vieles im Detail mit den anwesenden Interessierten zu besprechen. Am Dienstag besuchte eine syrische Familie das Zelt für längere Zeit und kam auch am Donnerstag Nachmittag auf den Markt mit Selbstgebackenem.

Schon ab Montag gab es pöbelnde Autofahrer_innen und nen Böller in Richtung vom Zelt.
Nach der Attacke in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, bei der ein paar Seile vom Zelt durchgeschnitten wurden, stimmte dann doch das Rathaus nach stärkerer Intervention zu, dass das Zelt schon ab Donnerstag Nachmittag auf den Marktplatz durfte, was davor abgelehnt wurde.
Am Freitag tauchten dann den ganzen Tag über ein paar örtliche Nazis auf, die teilweise auch schon die Woche über gesichtet wurden. Kurz vor dem Abbau wurden dann 8 bis 9 Glatzen in dunklen Thor Steinar Klamotten anstrengend, die sich dem Zelt näherten und nervten, sich dann aber nicht trauten öffentlich mehr zu machen.

Das Projekt als interkultureller Treffpunkt auf dem Markt wurde von allen Anwesenden als richtig und ermutigend empfunden.
Den Akteuren wurde Mut zu gesprochen, solche Aktionen zu wiederholen – gegen den Widerstand einiger Gruppierungen.

Weitere Infos bei proVie

Nordkurier: Zelt findet Zulauf ­– auch unerwünschten

Staudenbörse und Erntetausch am 18.10.

Jedes Mal ein tolles Ereignis:

Neben den Pflanzen, Samen und Gemüse gibt es auch viele Informationen, Erfahrungsaustauch, Geselligkeit und ….
Also kommt vorbei, bringt mit was ihr geben wollt/könnt und freut euch über den Austausch.

mit Kaffee/Tee und Kuchen im Hafen von Demmin

Lübecker Speicher Demmin e.V.
Am Bollwerk, 17109 Demmin (der Verein freut sich auch über Spenden, um das Gebäude weiter ausbauen zu können)

Kein Naziaufmarsch am 11. Oktober in Stralsund!

Am 11. Oktober ist in Stralsund ein NPD Trauer- und Gedenkmarsch mit Fackeln geplant, ähnlich wie in Demmin am 8. Mai.

Neben dem Gedenken an die deutschen Opfer bei der Bombardierung von Stralsund vor 70 Jahren thematisieren die Geschichtsrevisionisten gleichzeitig die Ukraine-Krise und stellen sich diesmal zur Abwechslung auf die Seite von Russland. Ab 17.30 Uhr wollen sich die Nazis auf dem Parkplatz in der Bahnhofstr. treffen.

Dieser geschichtsrevionistischen Aktion gilt es entgegenzuwirken.

Aus diesem Anlass hat sich in Stralsund ein Bündnis gebildet:

Ein Demokratiefest gibt es am Samstag ab 17 Uhr vor der Jacobikirche. Dort und an anderen Mahnwachen in der Stadt soll ein Anlaufpunkt für alle sein, die sich gegen die Rechtsextremisten und für eine weltoffene Region engagieren wollen.
Alle sind eingeladen, sich mit kreativen, musikalischen oder politischen Aktionen an dem Fest zu beteiligen. Das bunte Bündnis hat es sich zum Ziel gesetzt, einen familienfreundlichen und gewaltfreien Protest zu ermöglichen sowie eine angemessene Auseinandersetzung mit unserer gemeinsamen Geschichte zu befördern. Toleranz und Mitmenschlichkeit stellen die Grundlage für alle Aktionen des Stralsunder Bündnisses dar.
Das Bündnis will zeigen, dass Rechtsextremisten in Stralsund nicht willkommen sind!

Weitere Gruppen rufen dazu auf, kreativ aktiv den Nazis zu zeigen, dass sie unerwünscht sind:

Infos Auch bei Endstation rechts, Kombinat Fortschritt und Defiant Greifswald

Achtet auf weitere Ankündigungen.

Wir sehen uns in Stralsund!

Tollensetaler zu Heimatplanet MV?

Hier der Link zur neusten Ausgabe der Tollensetaler Stimme:

Heimatplanet MV?

Schon nach 30 Minuten soll man sich an Gestank gewöhnen können. Windkraftanlagen werfen immer längere Schatten auf die Dörfer. Auf der MeLa protzt die Agrarindustrie mit Megamaschinen.
Noch bleibt es auch nach der Wahl wie es war:
Nach Pestizideinsatz flüchten die Einwohner in ihre Häuser…

In der aktuelle Ausgabe:
GEMEINDELEBEN 2
AUS DEM NACHBARKREIS 3
WERTMASSSTÄBE 4-5
IN SACHEN HEIMATPFLEGE 6-7
SCHÖNE HEILE WELT 8
FRIEDEN SCHAFFEN 9
IN SACHEN NATUR 10
WAS WANN WO 11
ALLERLEI 12

(diese Ausgabe wurde wegen fehlender Finanzkraft erstmals nicht gedruckt, so dass der Großteil der Einwohner Alt Tellins sie bisher leider nicht bekam)

Das „Flüchtlingszelt“ ist am Freitag auf dem Marktplatz

Als Reaktion auf den rassitischen Vereitlungsversuch von der Information über Flüchtlinge wird jetzt das Projekt „Zeit im Zelt“ am Freitag, 3. Oktober auf dem Marktplatz in Demmin sein, was ursprünglich vom städtischen Ordnungsamt nicht gewollt war.
Wir lassen uns nicht einschüchtern sondern zeigen Flagge.

Morgen, am Donnerstag, um 14 Uhr wird an der Pestalozzischule eine syrische Familie vor Ort ein mit selbstgemachtem Gebackenen und freut sich über Interessiertre, die kommen wollen.

Gegen jede Form der Diskriminierung, Refugees welcome!

Rassistische Attacke in Demmin

Heute Nacht wurden an dem Zelt, in dem zur Zeit über die Situation der Flüchlinge in Demmin informiert wird , einige Seile durchgeschnitten, wodurch das Zelt teilweise in sich zusammenfiel.
Wer außer Rassist_innen sollte den ein Interesse an der Sabotage der Veranstalungen des proVie-Theater vor der Pestalozzischule in Demmin haben.

Die Veranstaltungen gingen heute im Zelt trotzdem weiter. Über weitere Reaktionen auf die Attacke wird noch beraten.

Siehe dazu auch den Artikel im Nordkurier.

Weitere Infos folgen