Archiv für April 2015

Letzte Infos zum Naziaufmarsch am 1. Mai in Neubrandenburg

Am Freitag wollen NPD und Gefolgschaft durch die Oststadt marschieren und trifft sich um 12 Uhr in der Oststadt in der Helmut-Just-Straße. Mittlerweile ist nun auch die Route bekannt geworden. (siehe Karte unten)

Schaffen wir am 01. Mai 2015 in Neubrandenburg gemeinsam einen breit aufgestellten zivilgesellschaftlichen Widerstand, um den Nazis klar zu machen, dass sie und ihre Ideen weder hier noch anderswo erwünscht sind oder geduldet werden.

Treffpunkt für die Gegendemo: 10 Uhr // Salvador-Allende-Straße 15 (bei Rewe)
Ticker/Wap: demoticker.org (ab Freitag)
Twitter: @nbnazifrei (ab Freitag)
Hashtag: #1mNB
Weitere Infos: http://nbnazifrei.blogsport.eu/

Weiterhin sind folgende Kundgebungen in der Oststadt angemeldet:

Kundgebung von “Die Linke” – ab 11 Uhr Oststadt – Ecke Robert-Koch-Straße / Fritscheshofer Straße (Am Ihlenpool)

Kundgebung von “Bündnis 90 / Die Grüne” – ab 10 Uhr Oststadt – Ecke Ziolkowskistraße / Einsteinstraße Ziolkowskistr. / Keplerstr.

Kundgebung vom Verein “Latücht” – ab 10 Uhr Oststadt – Ecke Salvador-Allende-Str. / Kopernikusstr.

Straßenfest von der Friedenskirche und dem Stadtteilbüro Oststadt – ab 10 Uhr Oststadt – Markscheiderweg (bei der Geflüchtetetenunterkunft)

Critcal Mass von “Critical Mass Neubrndenburg” – ab 10 Uhr Innenstadt am Marktplatz in Richtung Oststadt

Ansonsten haben wir außerhalb der Osttadt noch das:

Das 6. Demokratiefest des DGB – ab 10 Uhr
Innenstadt / Marktplatz

Das Fest der Farben vom Nordkurier – ab 11 Uhr
Datzeberg

Und zu guter letzt sind noch weitere Demonstrationen in anderen Stadtteilen geplant:

“Die Linke” – ab 11 Uhr
Südstadt – Treff: “DIVI” Parkplatz

“Die Linke” – ab 10:00 Uhr
Ihlenfelder Vorstadt – Treff: Parkplatz Brücke Johannisstr.

“Bündnis 90 / Die Grünen” – ab 10 Uhr
Reitbahnweg – Treff: Fasanenstraße Ecke Greifstraße

Wir sind auch bei den Protesten dabei und beobachten die Mobilisirungsfähigkeit der NPD nach den den vielen MVgida-Demos und die Taktik der Polizei kurz vor dem 8. Mai in Demmin, also was die gemeinsame Erklärung der demokratischen Parteien und die Diskussionen die Monate danach jetzt gebracht haben.

Ignorieren hilft nicht!
Stellen wir uns den Nazis entgegen!
Gemeinsam für eine solidarische Gesellschaft!

Pressemitteilung der Fahrraddemo

Fahrraddemo von Rostock zum antifaschistischen Kongress in Demmin

Rostock, 29.4.15 – Die internationale Konferenz „70 Jahre Befreiung vom Faschismus – Wo stehen wir heute?“, die Anfang Mai in Demmin stattfindet, sorgt auch für Aktivitäten in Rostock. Am Mittwoch den 6. 5. startet ab 11:30 Uhr mit einer Kundgebung am Denkmal für die Opfer des Faschismus am Rosengarten eine zweitägige antirassistische Fahrraddemonstration von Rostock nach Demmin. Die AktivistInnen wollen entlang der Demonstrationsroute in den Orten Groß Lüsewitz, Sanitz, Tessin, Gnoien und Dargun mit Kundgebungen auf den Kongress aufmerksam machen. So soll an die Befreiung vom Faschismus vor 70 Jahren erinnert werden, und auf einen thematischen Zusammenhang mit zunehmenden fremdenfeindlichen Tendenzen innerhalb der deutschen Gesellschaft hingewiesen werden. Diese äußern sich in Ressentiments gegenüber Flüchtlingen, in sogenannten Spaziergängen der NPD dominierten MVgida, als auch in Angriffen von rechten Strukturen auf vermeintlich Nichtdeutsche und Andersdenkende.

Die Fahrraddemonstration startet eine halbe Stunde nach der Kundgebung um 12:00 Uhr am Steintor. Sie wird am kommenden Tag gegen 12:30 Uhr in Demmin am Hafen beim Lübecker Speicher eintreffen. Für Verköstigung und gegebenenfalls kleine Reparaturen steht ein Team in Begleitfahrzeugen bereit. Die Übernachtung erfolgt in eigenen Zelten. Es kann auch unterwegs zu der Fahrraddemonstration hinzu gestoßen werden. Um dieses und auch die Art der Rückreise zu organisieren, wird darum gebeten, dass Mitfahrende sich (ggf. gern anonym) unter tourdelide@systemausfall.org anmelden.

Sowohl auf der Fahrraddemonstration als auch auf dem in Demmin stattfindenden Kongress werden die Versuche von selbst ernannten rechten HistorikerInnen, geschichtliche Zusammenhänge zu verdrehen, um die das Hitlersystem stützende deutsche Zivilbevölkerung nicht als Täter sondern als Opfer darzustellen, scharf kritisiert. TeilnehmerInnen der Fahrraddemonstration haben im Anschluss Gelegenheit, sich am 8. Mai an Protesten gegen den durch NPD-Mitglieder organisierten sogenannten „Trauermarsch“ zu beteiligen. Der Kongress in Demmin geht über drei Tage.

Weitere Informationen zur Fahrraddemonstration entnehmen Sie bitte der Seite http://www.tourdelide.blogsport.de

Rückfragen richten Sie bitte an tourdelide@systemausfall.org

Flyer zum Ausdrucken und Verteilen

Damit das Mobilisieren für die 1. Demminer Konferenz gegen Krieg und Faschismus in der Demminer Region einfacher geht, anbei verschiedene Flyer-Varianten zum selber vervielfältigen, am Besten auf buntes Papier. Die Rückseite ist jedes mal der Zeitplan für die drei Tage um den 8. Mai

Variante 1

Variante 2

Variante 3

Variante 4

Diese Wochenende wurden die Flyer schon bei der Demminer Kunstnacht verteilt und haben zu interessantem Feedback geführt.

Der 70. Jahrestag des Kriegsendes ’45 in Demmin

um den 30. April, an dem sich der Einmarsch der roten Armee in Demmin jährt, gibt es dieses Jahr von offizieller Seite zum ersten Mal einige Veranstaltungen:

Florian Huber liest am Mittwoch, 29. April, ab 18 Uhr im Demminer Rathaussaal aus seinem Buch: „Kind versprich mir, dass du dich erschießt – eine Geschichte über den Untergang der kleinen Leute 1945“ Die Veranstaltung ist organisiert vom Verein Demminer Bürger. Das Buch hat schon viele Besprechungen bekommen, die Vermarktung ist ein wenig reißerisch. Das Buch selbst ist nicht einseitig, solange das ganze Buch betrachtet wird.

Am 30.4. gibt es eine gemeinsame eintägige Konferenz der Landesbeauftragten für Mecklenburg-Vorpommern für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern und der Hansestadt Demmin mit dem Titel: Schwierige Erinnerung
anschließend ein ökumenischer Gedenkgottesdienst und der Gang zum Gräberfeld.

multilinguale Konferenz

Das Konferezprogramm vom 7. bis 9. Mai gibt es jetzt auch in englisch, französisch und spanisch. Bei den Vorträgen wird es auch eine Simultanübersetzung geben, die Übersetzer_innen sind von Echoo , die Technik kommt von Bla aus Marseille.

Here the program in english

Le programme en francaise

Programa espagnol

With BLA (Equipment and support for simultaneous interpretation in multilingual gatherings) and ECHOO-Interpreters
Avec BLA (Équipement et support pour la traduction simultanée de rencontres multilingues) et des interprètes de ECHOO
Mit BLA (Technologie und Unterstützung für simultanes Dolmetschen bei mehrsprachigen Treffen) und Dolmetscher_innen von ECHOO

Infos zur Anreise

Hier die Liste der Anreisemöglichkeiten am 8.5. 2015, von denen wir gehört haben:

Busse nach Dem­min bis jetzt geplant aus
Ber­lin
Greifs­wald
Ros­tock
Neustrelitz/Neu­bran­den­burg
Stralsund
Ham­burg
(für weitere Information den Städtenamen anklicken)

Damit die Ticketpreise für die Busse aus MV sozial verträglich gestaltet werden können bitten wir um Spenden dafür unter dem Betreff „Nazifrei in den Mai“ an folgendes Konto:
BDP MV e.V.
Rostocker VR Bank
IBAN: DE64 1309 0000 0001 4547 65
BIC: GENODEF1HR1

Ihr könnt auch mit einer Fahrradtour anreisen: http://tourdelide.blogsport.de/

Daneben gibt es noch weitere gemeinsame Anreisemöglichkeiten. Hört Euch in Eurer Stadt um.

Demonstrationskultur & Erinnerungspolitik

Pressemitteilung, 24.4.2015 vom Ratschlag der Bündnisse

Einladung zur öffentlichen Gesprächsrunde, Schwerin 27.4.2015

Vor 70 Jahren ging der von Deutschland entfesselte 2. Weltkrieg zu Ende. Der 8. Mai wird in Mecklenburg-Vorpommern offiziell als Gedenktag der Befreiung vom Nationalsozialismus begangen. Denn Deutschland und Europa wurden von der sich allgemeinen Kategorien entziehenden Unrechts- und Schreckensherrschaft der Nazis befreit, wie es das Bundesverfassungsgericht in der sog. ‘Wunsiedel Entscheidung’ (1 BvR 2150/08, 4.11.2009). beschrieb.

Der Ratschlag der Bündnisse und das Aktionsbündnis 8. Mai Demmin laden daher zu einer öffentlichen Versammlung und Gesprächsrunde nach Schwerin:

27. April 2015, am Pfaffenteich, gegenüber dem Innenministerium, von 15 – 17 Uhr.

Dort wird thematisiert, welche Veränderungen notwendig sind im Umgang mit den geschichtsrevisionistischen Aktionen von Nazis in Demmin und anderswo, besonders am 8. Mai. Welche Lehren für Behörden und Zivilgesellschaft sind daraus zu ziehen, wenn das Bundesverfassungsgericht die Bundesrepublik Deutschland als ‘Gegenentwurf’ zur Nazi-Herrschaft definiert? Reicht die Erklärung des Landtags zur Demonstrationskultur als Antwort auf problematische Erfahrungen mit Polizeigewalt in den vergangenen Jahren, z.B. in Demmin? Welche Formen angemessener Kooperation zwischen Behörden des demokratischen Rechtsstaats und der demokratischen Zivilgesellschaft müssen entwickelt werden?

Als Impulsgeber wird Jörg Wanke, stellv. Vorsitzender des Aktionsbündnis Brandenburg, deren Broschüre Rechte Aufmärsche und demokratische Proteste in Brandenburg vorstellen und über Entwicklungen im Nachbarland berichten. Mitglieder des Aktionsbündnis 8. Mai Demmin, der Bündnisse Rostock Nazifrei, Schwerin für alle, Vorpommern: weltoffen, demokratisch, bunt! und der Villa Kunterbündnis Güstrow werden zu Gesprächen zur Verfügung stehen.

Der Ratschlag der Bündnisse für die Entfaltung demokratischer Kultur und gegen Nazis in Mecklenburg-Vorpommern

https://ratschlagderbuendnisse.wordpress.com/

Nachfragen bitte schriftlich an: bp@systemausfall.org

Der Versammlungsleiter behält sich vor, Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind, während der Versammlung oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Versammlung zu verwehren bzw. von dieser auszuschließen.

„La Vita Continua“ – Friedenskonzert am 9. Mai

ab 14.30 Friedenskonzert am Hafen
14.30 Leo Kraus und Amri Habimana, Percussion-Aktion
15.30 Basart, Rap aus Marseille
16.30 – Bejarano und Microphone Mafia, „La Vita Continua Tour“
(Esther Bejarano ist Überlebende des KZ Auschwitz, wo sie im Häftlingsorchester spielte)
18.30 – Die Stormbirds, Pirate Blues Music


Bejarano & Microphone Mafia – La Vita Continua Tour“

Eine Kritik von http://resurrectionofrap.blogspot.de

Die jüngste Vergangenheit brachte viele interessante Kollabo-Projekte, Mash-Ups und anderes hervor, doch ein ähnlich krasses Aufeinandertreffen zweier so unterschiedlicher Welten wie es bei dieser CD der Fall ist, hat es wohl bis dato nicht gegeben und wird es wohl in naher Zukunft auch nicht geben. Nur ein weiterer Grund, weshalb wir uns unbedingt diesem ganz besonderen Projekt widmen sollten.
Zu den Charakteren dieser Zusammenführung:

Esther Bejarano hat Geschichte am eigenen Leibe erlebt, hat den Schrecken des dritten Reiches mitsamt Aufenthalten in den KZs Auschwitz und Ravensbrück auf schmerzliche Art und Weise spüren müssen. Ihre Eindrücke, ihre Herkunft, ja ihre Geschichte, drückt sie dabei seit Jahren schon zusammen mit ihren beiden Kindern Edna und Joram, sowie weiteren Musikern als Mitglied der Gruppe „Coincidence“ aus. Die dabei behandelten Themen wie Ausgrenzung, Rassismus oder etwa Gewalt sind dabei damals wie heute unglücklicherweise noch aktuell und gehören noch längst nicht der Vergangenheit an.

Den Beweis dafür liefert die Microphone Mafia, welche schon seit mittlerweile sage und schreibe zwanzig Jahren ihre Erfahrungen mit Rassismus als sogenannte „Jugendliche mit Migrationshintergrund“ in ihren Musikstücken verarbeitet und sich nicht zeitwilligen Trends, wie bspw. dem bis vor kurzem noch extrem populären Gangsta-Rap, beugt, sondern auf konsequent gehaltvolle Texte, mit Sinn und Verstand getextet und eingerappt, setzt.

Auf den ersten Blick mag man meinen, dass dieses Zusammentreffen niemals funktionieren könnte, zu groß sind die Unterschiede, allein auf musikalischer Ebene. Auf den zweiten Blick ergibt diese Kombi aber durchaus Sinn. Hier treffen zwei gänzlich unterschiedliche Zeitepochen aufeinander, die Vergangenheit und die Gegenwart prallen aufeinander und verschmelzen zu einem.

Das Ganze klingt dabei derart harmonisch, dass man sich unweigerlich fragen muss, wieso es Projekte dieser Art nicht öfters gibt. Texte, die es wert sind geschrieben und verbreitet zu werden, mal anprangernd, meist jedoch voller Optimismus, verpackt in einem musikalisch aktuellen Gewand, das schlicht und einfach zu gefallen weiß und wohl auch die Jugend zum Hinhören und Nachdenken bewegen kann. „Per La Vita“ heißt übersetzt „Für das Leben“ und genau so klingt diese CD auch – vielschichtig, facettenreich und dabei stets dem Leben zugewandt. Großartig.

„Forty Eight Crash“ am 7. Mai um 20 Uhr

„Gegen Demokraten helfen nur Soldaten…!“ -­‐ Wissen Sie vielleicht, von wem diese legendäre Zeile stammt?
Allerhöchstwahrscheinlich nicht. Körbel & Letz aber sind tief in die Archive gestiegen und haben Erstaunliches zu Tage gefördert. Das Jahr 1848 kann als die Geburtsstunde der deutschen Demokratie gesehen werden – aber wie kam sie zur Welt! Ein preußischer König sieht sich „an der Spitze der Bewegung…“ – und ist zu feige, die ihm vom Volk angebotene Kaiserkrone aufzuheben („Ich bin nicht Friedrich der Große….!“). Eine Berliner Bürgerwehr entsteht – und stellt sich unter den Befehl des königlichen Stadtkommandanten. Advokaten, Ärzte, Bankiers und Geschäftsleute, Männer mit Geld also, dürfen sich in den Zeughäusern Waffen kaufen – aber die Opfer auf den Barrikaden sind Schlosser und Bäcker, Erdarbeiter und Droschkenkutscher. Körbel & Letz fackeln ein furioses Feuerwerk ab und ziehen alle Register ihres kabarettistisch-­‐musikalischen Könnens. Acht Musikinstrumente und diverse Requisiten runden die Atmosphäre ab und bereiten den Boden für urbanen Folk, für überraschende Entdeckungen in jedem Moment.

Die „Frankfurter Rundschau“ schrieb über das Gastspiel im legendären Club Voltaire u.a.: „Das Publikum hätte sie am liebsten dabehalten!“ Na bitte.

Lieder und Texte aus der Revolution 1848 mit Stefan Körbel und Michael Letz
am Donnerstag, 7. Mai um 20 Uhr im Tannenrestaurant, Sandbergtannen 1, Demmin im Rahmen der 1. Demminer Konferenz gegen Krieg und Faschismus

Die Mobilisierung läuft

Aktuell gibt es Infoveranstaltungen zum 8. Mai in Demmin in:
Rostock 24.04. 19 Uhr Café Median
Ribnitz-Damgarten 25.4. 19 Uhr AJZ Kita
Lübeck 28.04. 19 Uhr Walli
Neubrandenburg 29.04. 19 Uhr AJZ
Hamburg 29.04. 18.30 Uhr Rote Flora
Greifswald 30.4. 20 Uhr Ikuwo
Stralsund 5.5. 19Uhr Grünes Büro Alter Markt 7, 18439 Stralsund

Wir können hier nicht alles auflisten, hört euch bei euch vor Ort um.
Mobilisiert wird auch in Lüneburg, Berlin und erfreulich vielen anderen Orten.
Bei den Infoveranstaltungen gibt es auch Infos zur gemeinsamen Anreise.

In Marseille gab es schon Mitte März eine Infoveranstaltung. Zur Konferenz werden viele internationale Teilnehmer_innen erwartet.

Diese Jahr ist die Aufmerksamkeit um einiges größer, weswegen beispielsweise El País und contratste darüber schreiben.

Von den Berliner_innen ist auch eine Präsentation online

Hier gibt es auch weiteres Mobilisierungsmaterial

Bei den Aktionen gegen den Naziaufmarsch ist auch eine Gruppe von Lebenslaute dabei

Gespenstische Aura – Zur Choreographie neonazistischer Trauermärsche

entnommen aus: AIB 105 / 4.2014

„Zigarette aus!“, „Hände aus den Taschen!“ herrscht ein Ordner eine Gruppe junger Neonazis an. Für Gleichschritt und Schweigen im Aufzug sollen Ordner bei den Trauermärschen der Szene sorgen. Es ist bereits dunkel, als die Fackeln entzündet werden. Zur Musik Richard Wagners stellt sich der neonazistische Gespensterzug in einem Halbkreis auf und senkt die Fahnen zum Gedenken an die Opfer der Bombardierung deutscher Städte.

Eine „gespenstische Aura“ umgebe die Fackelmärsche der SA, notierte der Philosoph Ernst Bloch im Exil über die Geschehnisse der Januartage des Jahres 1933 in Berlin. Die „Geisterstunde“ der nächtlichen Aufmarschkolonnen galt Bloch als Sinnbild des kommenden Terrors des Nationalsozialismus. Handelt es sich bei den neonazistischen „Trauermärschen“ um eine pure Neuinszenierung historischer Vorbilder? In der Tat: Das Muster des neonazistischen Totengedenkens folgt der Logik einer poli­tischen Nekrophilie. Die Toten sind zum Behelf der Lebenden aufgerufen. Wem dies wie eine Gespenstershow vorkommt, liegt völlig richtig. Die Trauermärsche dienen als Beistandserklärung der „Toten unseres Volkes“ für die heutigen AktivistInnen der Szene.

In der politischen Choreographie rechter Aufmärsche gilt es zu unterscheiden zwischen Themen und Aktionsformen, (mehr…)

Weitere Mahnwachen gesucht

Einige Mahnwachen für den Abend des 8. Mai (ca. 18 Uhr bis 23 Uhr) in Demmin sind schon angemeldet von verschiedenen Vereinen und Organisationen.
Damit der Protest entlang der Route vom Naziaufmarsch sichtbar ist, wären ein paar weitere Anmeldungen noch sinnvoll.
Für weitere Informationen, zur Koordination und bei Fragen wendet euch bitte an:
Michael Steiger: finderhkb@gmx.net

Zur Info: Die Neo-Nazis haben ihren Treffpunkt am 8. Mai in Demmin derzeit um 19.30 Uhr am Parkplatz vom Stadion angekündigt, von wo aus sie wieder in den Hafen laufen wollen, sehr ähnlich wie die letzten Jahre.

Swing-Blockade – Nazis ärgern



Hier der Aufruf zur Swing-Blockade
:

Am Ende des 2. Weltkrieges, direkt nach dem Einmarsch der Roten Armee, kam es zu hunderten Selbstmorden der deutschen Bevölkerung in Demmin. Jedes Jahr am 8. Mai, dem Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus, ziehen mehrere hundert Nazis mit einem Fackelmarsch durch die Kleinstadt Demmin in Mecklenburg-Vorpommern, um den „deutschen Opfern“ zu gedenken und ihren Geschichtsrevisionismus zu verbreiten.
Vom 7.-9. Mai 2015 finden zahlreiche Gegenveranstaltungen in Demmin statt: Vorträge, Diskussionen, Konzerte, Demonstrationen und Blockaden. Wir wollen mit einer Tanzblockade unseren Beitrag leisten. Alle sind eingeladen sich tanzend dem braunen Spuk entgegenzustellen.

Swing gegen Rechts
Unsere Musik wird bunt und vielfältig sein. Ein Element dabei: Swing-Musik und Swing-Tanz. Bei den Nazis galt Swing als „entartete Musik“, als „künstlerische Zuchtlosigkeit“ und „Verlotterung und Verschlampung im musikalischen Ausdruck“. Die Rede war auch von „unanständigen Tanzformen“, “Negermusik“ und einem „politischem Kampfmittel der Juden“. Swing-Musik entstand in den 20er und 30er-Jahren in den USA. Vor allem Afroamerikaner_innen entwickelten den Swing aus vorangegangen Stilrichtungen des Jazz. Die ursprüngliche Variante des Swing-Tanzes stammt aus dem Tanztempel Savoy Ballroom in Harlem (New York). Es war der erste Tanzsaal, in dem sich trotz Rassentrennung Schwarze und Weiße zum Tanzen treffen konnten.
Auch im Deutschland der 30er Jahre wurde Swing sehr populär. Aber schon 1932 wurde von der Reichsregierung unter Franz von Papen (später Vizekanzler unter Hitler) ein Auftrittsverbot für schwarze Musiker veranlasst und 1935 vom Reichssendeleiter Eugen Hadamovsky das „endgültige Verbot des Niggerjazz für den ganzen deutschen Rundfunk“ erlassen. Trotzdem wurde weiter Swing-Musik gespielt, gehört und dazu getanzt. So entstand die Swing-Jugend, eine oppositionelle Jugendkultur in vielen deutschen Großstädten, die sich oft erst mal nur gegen Uniformierung und militärischen Drill in der Hitlerjugend wendete.
Am 18. August 1941 wurden bei der „Sofort-Aktion gegen die Swing-Jugend“ über 300 Mitglieder der Swing-Jugend verhaftet. Die Repression reichte vom Abschneiden langer Haare über Schutzhaft und Schulverweise bis zur Verhaftung angeblicher Rädelsführer und deren Deportation in Konzentrationslager. Nach der Verhaftungswelle begannen einige Swing-Jugendliche den Nationalsozialismus auch politisch zu bekämpfen. Sie verteilten regimekritische Flugblätter und es gab Kontakte zur „Weissen Rose“ und zu den „Edelweisspiraten“.
An diese Geschichte wollen wir mit unserer (Swing-)Tanzblockade anknüpfen.

Busse ab Berlin:
https://kaffeefahrten.wordpress.com/

Kontakt: swing-gegen-nazis@mail36.net

Aktuelles Kurzkonzept: Tour de Liberación Demmin

Eine Fahrradtour quer durch MV nach Demmin im Gedenken an die Befreiung durch die Alliierten und im Widerspruch zu Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und anderer Kackscheiße.

Wir möchten am 6.Mai mittags gemeinsam in Rostock starten und mit dem Fahrrad nach Demmin zu dem dortigen Kongress „70 Jahre Befreiung vom Faschismus – wo stehen wir heute“ fahren. Zwischendurch wird es eine Übernachtungsmöglichkeit geben, sodass wir am 7. Mai pünktlich in Demmin ankommen. Entlang der Route möchten wir uns mit Akteuren vor Ort im ländlichen Raum treffen, vernetzen und austauschen.

Explizit wollen wir uns mit den Menschen solidarisieren, die in ihren Gemeinden und Kleinstädten der allgemeinen rassistischen Mobilisierung durch MVgida und diverse Wutbürger*innen widersprechen und an einer aktiven selbstorganisierten Nachbarschaftshilfe für Geflüchtete arbeiten.

Auch wollen wir schon Tage vor dem 8.Mai den Befreiern gedenken, den Sieg über die deutsche Diktatur feiern und den Volksgemeinschaftler*innen, die am 8. Mai schon wieder ihrem Nationalismus und Revisionismus frönen wollen mit inhaltlichem Widerspruch entgegentragen.

Um das Radeln so angenehm wie möglich zu machen wird Infrastruktur zur Verfügung gestellt, wie eine mobile Küche und eine Transportgelegenheit für liegengebliebene Räder und Radler*innen.

Da die Konferenz mit Demonstration und Friedensfest vom 7. Mai bis zum 9. Mai geplant ist, wird es in Demmin selber ein selbstorganisiertes Camp geben.

Weitere Infos in den nächsten Tagen auf dem blog: tourdelide.blogsport.de
mail an: tourdelide@systemausfall.org

Die Vorbereitungsgruppe trifft sich jeden Donnerstag um 18:30 Uhr. Mitstreiter*innen und Helfer*innen sind gern gesehen, schreibt uns einfach eine Mail

Lesung: Die Jüdin von Toledo

Lesung aus “Die Jüdin von Toledo” nach Lion Feuchtwanger mit sephardischer Musik

Montag, den 4.5.2015 um 18:00 Uhr im Lübecker Speicher, am Bollwerk, 17109 Demmin

mit Liane Krüger, Antonio Morejón Caraballo und Fabian Klentzke

Sonntag gegen MVgida in Güstrow

Am Sonntag, den 19.4. wollen die Rassist_innen von Mvgida in Güstrow aufmarschieren. Damit kehren sie an den Ort zurück, an dem der Gida-Ableger-Wahnsinn in M-V im Dezember 2014 mit einem Haufen besoffener Neonazis begonnen hat. Dass es nun erneut nach Güstrow gehen soll, ist kein Zufall, sondern durch eine immer bedrohlicher auftretende Neonazi-Szene vorbereitet worden. Ständige Anfeindungen gegen antirassistisch Engagierte vor Ort, Anschläge, Übergriffe und schließlich eine selbsternannte „Bürgerwehr“, die fast allabendlich durch die Straßen patroulliert, kennzeichnen die aktuelle Situation in Güstrow. Auch MVgida, die bisher in Stralsund, Schwerin und Rostock aufmarschierte, tritt immer offener rassistisch auf und ist nichts anderes mehr, als ein typischer Naziaufmarsch mit erweitertem Mobilisierungskreis. Am Sonntag wollen sie sich um 14.30 Uhr am Bahnhof treffen und dieselbe Route zum Flüchtlingsheim in der W.-Seelenbinder-Straße in die Südstadt laufen, wie zuletzt am 14. März. Lassen wir die Flüchtlinge, von Rassismus Betroffenen und die engagierten Menschen vor Ort nicht mit dem Mob alleine!

GÜSTROW FÜR ALLE

Das Demokratiebündnis der Stadt Güstrow und das Kinder- und Jugendparlament der Stadt Güstrow rufen zum Protest gegen den Naziaufmarsch am 19.04.2015 auf.

13:00 Uhr Villa Kunterbündnis mit verschiednen Aktionen auf dem Pferdemarkt
14:00 Uhr Mahnwachen am Bahnhof/ Ecke Jobcenter, Borwinbrunnen, Markt
15:00 Uhr Geistervertreiben am Markt
16:00 Uhr Geistervertreiben in der Südstadt
17:00 Uhr Mahnwache am Bahnhof/ Ecke Jobcenter

Unterstützt wird der Aufruf durch Gewerkschaften, die Asylinitiative, Parteien, Verbände, Kirchen und Privatpersonen

#mvfüralle

Am 19.4. nach Güstrow!

refugee welcome

Und am 1. Mai nach Neubrandenburg gegen den Naziaufmarsch

Am Tag der Arbeit wollen die Neo-Nazis in Neubrandenburg ab 12 Uhr in der Oststadt laufen.
Dazu wird es viele entschlossene Protestaktionen geben und auch das Aktionsbündnis 8. Mai Demmin wird vor Ort dabei sein.

Ignorieren hilft nicht!
Stellen wir uns solidarisch und offensiv den Nazis entgegen!
Gemeinsam für eine solidarische Gesellschaft!

Weiter Infos unter http://nbnazifrei.blogsport.eu/

#mvfüralle

#‎1mNB‬

Als die Deutschen vom Himmel fielen

Dokumentation: “ Als die Deutschen vom Himmel fielen“ über den Widerstand der Bevölkerung Kretas gegen die deutschen Truppen, die im Mai 1941 die Mittelmeerinsel angriffen.
Buch und Regie: Olga Schell

Mittwoch, den 15.04.2015 Mittelhof Gessin 7a, 17139 Gessin von 18:00 Uhr bis 20:00 Uhr
Dienstag, den 21.04.2015 in der Stadtbibliothek Demmin, Pfarrer-Wessels-Strasse 1, 17109 Demmin von 17.00 Uhr bis 19.00 Uhr

Der Film erzählt vom Widerstand der Bevölkerung Kretas gegen die deutschen Truppen, die im Mai 1941 die Mittelmeerinsel angriffen. Für die Frauen, Männer und Kinder war es ein Kampf um Freiheit, gegen die Vernichtung ihrer Angehörigen und die Zerstörung der Dörfer.
Doch die Erzählungen offenbaren auch die Konflikte, die sich während der Besatzungszeit innerhalb des Widerstandes an der Frage der politischen Zukunft des Landes entzündeten und unter Einflußnahme der Alliierten und der deutschen Truppen im Bürgerkrieg mündeten.
Den Erzählungen der griechischen Protagonisten folgend greift der Film eine weitere Spur auf. An 1941 errichteten Ehrenmälern pflegen Wehrmachtsveteranen im Schulterschluss mit Bundeswehrsoldaten ihre Geschichtsschreibung: Es ist der Mythos von mutigen und opferbereiten Soldaten, die der Pflicht der Vaterlandsverteidigung gefolgt seien

Programm vom Aktionsbündnis 8. Mai Demmin: Konferenz, Demonstration, Konzert

Konferenz

Donnerstag, den 7. Mai 2015
Ort: Tannenrestaurant, Sandbergtannen 1, Demmin
13.00 Uhr Pressekonferenz
14.00 bis 16.00 Uhr „Rückblick“
• Der heutige Umgang mit der Geschichte von Demmin
• 1942/43 Die Rettung von Juden durch die ländliche Bevölkerung in Frankreich (Lou Marin, Marseille)
• Freund_innen berichten von der Lagergemeinschaft Ravensbrück
• Zurück in die Zukunft. Wir starten in der Gegenwart, gehen zurück in die Vergangenheit des Naziterrors, um einen Ausblick in die Zukunft zu haben (Standpunkt e.V. Bremen)

16.30 bis 18.30 Uhr „Heute“
• Das Aufleben des Neofaschismus in Europa und der Vergleich mit dem fanatischen Islamismus (Tomasz Konicz, Polen)
• Bericht eines Betroffenen über den heutigen Krieg gegen Flüchtlinge
• Polizeirepression in Europa (Monroy, Berlin)

20.00 Uhr Kulturprogramm
„forty eight crash“ Lieder und Texte aus der Revolution 1848 mit Stefan Körbel und Michael Letz

Freitag, den 8. Mai 2015
10.30 bis 12.30 Uhr „Neue Kriege?“
• Rückkehr zu einer Ost-West-Konfrontation: Wie wahrscheinlich ist ein Krieg gegen Russland? (Kai Ehlers, Publizist)
• Wiederaufrüstung in Europa (Claudia Haydt, Informationsstelle Militarisierung, Tübingen)
• Psychologie der Kriegsmobilisierung (Prof. Klaus-Jürgen Bruder „Neue Gesellschaft für Psychologie“, Berlin)

Nachmittag: Austausch unter den Konferenzteilnehmern, Erfahrungen antifaschistischer Bewegungen in verschiedenen Ländern

14.00 – 17.00 Uhr Marktplatz: Friedensfest von Vereinen und Verbänden der Stadt, u.a. mit ZivilCHORage – Einladung für alle zum offenen Singen am Markt
17.00 Uhr Friedensgebet, Kirche St. Bartholomaei
17.30 Uhr Friedensdemonstration vom Marktplatz bis zum Barlachplatz, mit mehreren Stationen für Kundgebungen

19 Uhr bis 22 Uhr Mahnwachen von verschiedenen Vereinen und Organisationen in der Stadt

Sonnabend, den 9. Mai 2015
11.00 Uhr Pressekonferenz über die Ereignisse vom 7. und 8. Mai

ab 14.30 Friedenskonzert am Hafen
14.30 Leo Kraus und Amri Habimana, Percussion-Aktion
15.30 Basart, Rap aus Marseille
16.30 – Bejarano und Microphone Mafia, „La Vita Continua Tour“
(Esther Bejarano ist Überlebende des KZ Auschwitz, wo sie im Häftlingsorchester spielte)
18.30 – Die Stormbirds, Pirate Blues Music

Für Verpflegung während der Tagung ist gesorgt. Für Unterbringung bitte anmelden. Vermittlung über demmin.n (ät) gmx.de

Wir freuen uns über Spenden: MV Nazi frei – IBAN: DE 54 1505 0500 0102 0489 24 – BIC: NOLADE21GRW

Wir behalten uns vor, einzelne Personen der Veranstaltungen zu verweisen