„La Vita Continua“ – Friedenskonzert am 9. Mai

ab 14.30 Friedenskonzert am Hafen
14.30 Leo Kraus und Amri Habimana, Percussion-Aktion
15.30 Basart, Rap aus Marseille
16.30 – Bejarano und Microphone Mafia, „La Vita Continua Tour“
(Esther Bejarano ist Überlebende des KZ Auschwitz, wo sie im Häftlingsorchester spielte)
18.30 – Die Stormbirds, Pirate Blues Music


Bejarano & Microphone Mafia – La Vita Continua Tour“

Eine Kritik von http://resurrectionofrap.blogspot.de

Die jüngste Vergangenheit brachte viele interessante Kollabo-Projekte, Mash-Ups und anderes hervor, doch ein ähnlich krasses Aufeinandertreffen zweier so unterschiedlicher Welten wie es bei dieser CD der Fall ist, hat es wohl bis dato nicht gegeben und wird es wohl in naher Zukunft auch nicht geben. Nur ein weiterer Grund, weshalb wir uns unbedingt diesem ganz besonderen Projekt widmen sollten.
Zu den Charakteren dieser Zusammenführung:

Esther Bejarano hat Geschichte am eigenen Leibe erlebt, hat den Schrecken des dritten Reiches mitsamt Aufenthalten in den KZs Auschwitz und Ravensbrück auf schmerzliche Art und Weise spüren müssen. Ihre Eindrücke, ihre Herkunft, ja ihre Geschichte, drückt sie dabei seit Jahren schon zusammen mit ihren beiden Kindern Edna und Joram, sowie weiteren Musikern als Mitglied der Gruppe „Coincidence“ aus. Die dabei behandelten Themen wie Ausgrenzung, Rassismus oder etwa Gewalt sind dabei damals wie heute unglücklicherweise noch aktuell und gehören noch längst nicht der Vergangenheit an.

Den Beweis dafür liefert die Microphone Mafia, welche schon seit mittlerweile sage und schreibe zwanzig Jahren ihre Erfahrungen mit Rassismus als sogenannte „Jugendliche mit Migrationshintergrund“ in ihren Musikstücken verarbeitet und sich nicht zeitwilligen Trends, wie bspw. dem bis vor kurzem noch extrem populären Gangsta-Rap, beugt, sondern auf konsequent gehaltvolle Texte, mit Sinn und Verstand getextet und eingerappt, setzt.

Auf den ersten Blick mag man meinen, dass dieses Zusammentreffen niemals funktionieren könnte, zu groß sind die Unterschiede, allein auf musikalischer Ebene. Auf den zweiten Blick ergibt diese Kombi aber durchaus Sinn. Hier treffen zwei gänzlich unterschiedliche Zeitepochen aufeinander, die Vergangenheit und die Gegenwart prallen aufeinander und verschmelzen zu einem.

Das Ganze klingt dabei derart harmonisch, dass man sich unweigerlich fragen muss, wieso es Projekte dieser Art nicht öfters gibt. Texte, die es wert sind geschrieben und verbreitet zu werden, mal anprangernd, meist jedoch voller Optimismus, verpackt in einem musikalisch aktuellen Gewand, das schlicht und einfach zu gefallen weiß und wohl auch die Jugend zum Hinhören und Nachdenken bewegen kann. „Per La Vita“ heißt übersetzt „Für das Leben“ und genau so klingt diese CD auch – vielschichtig, facettenreich und dabei stets dem Leben zugewandt. Großartig.