Archiv für Mai 2015

„Wir wollen Frieden und Glück“ – Aufruf zur Flüchtlingskundgebung für Flüchtlingsrechte und gegen Rassismus

30.05.2015 | 13 Uhr 30 | Rathaus – Güstrow

Wir, eine Gruppe Güstrower Flüchtlinge, haben uns zusammengeschlossen, weil wir nicht länger am Rand stehen wollen, während über uns und unsere Situation geredet wird. Im Gegenteil, wir wollen mitreden und die Situation der Flüchtlinge in Güstrow aus unserer Sicht schildern und mithelfen, diese zu verbessern.

Seit fast zwei Jahren sind Flüchtlinge in Güstrow untergebracht. Rassismus ist Alltag für uns in Güstrow. Immer wieder gibt es Demonstrationen neonazistischer Gruppen und Parteien gegen uns. Sie versuchen mit rassistischen Parolen in der Bevölkerung Stimmung gegen uns zu machen. Immer wieder werden wir auf der Straße und in Geschäften rassistisch beschimpft oder sogar bedroht. Aber auch bei Behördengängen wird uns oft kein Respekt und Vertrauen entgegengebracht. Das alles führt dazu, dass viele von uns sich in Güstrow nicht glücklich und sicher fühlen.

Aus diesem Grund wollen wir am 30.05.2015 ein klares Signal gegen Rassismus und für ein friedliches und solidarisches Zusammenleben aller Güstrower und Güstrowerinnen setzen.

Wir wünschen uns ein sicheres und friedliches Leben in Deutschland. Wir sind bereit, uns auch als Bürger und Bürgerinnen Güstrows einzubringen, aber wir fordern von der Politik und der Bevölkerung, dass uns die Chance gegeben wird, am öffentlichen und sozialen Leben als vollwertige Mitglieder teilzunehmen.

Wir wollen Deutsch lernen, eine Ausbildung machen oder eine Arbeit finden. Die Gesetze und die vielen Einschränkungen im Alltag lassen das aber derzeit nicht zu. Viele von uns werden krank durch die fehlende Privatsphäre, die ungewisse Perspektive und Aufgabenlosigkeit sowie die oft traumatischen Erfahrungen in unserer Heimat und auf der Flucht. Um hier anzukommen und unser Leben nach unseren Wünschen zu gestalten, haben wir folgende Forderungen aufgestellt:

Wir fordern für alle Geflüchteten in Güstrow:

• Ein klares Bekenntnis der Stadt zu den Flüchtlingen
• Internetzugang in allen Heimen
• Mehr Platz pro Person in den Heimen (jedem von uns stehen nur 6 m² zu)
• Mehr Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen in den Heimen und für dezentrale Flüchtlinge
• Mehr professionelle und bezahlte Dolmetscher und Dolmetscherinnen für Arztbesuche und Behördengänge
• Langfristig fordern wir Flüchtlinge in Wohnungen statt in Heimen unterzubringen

Wir fordern von der Regierung und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge:
• Schnellere Bearbeitung der Asylverfahren (oft Wartezeiten bis zum Anhörungstermin von über 9 Monaten)
• Dass von jedem, der in Deutschland Asyl sucht, die Fluchtgründe angehört werden sowie ein Ende des Dublin-Systems
• Keine Abschiebungen – ob innerhalb der EU oder in unsere Herkunftsländer
• Besserer Zugang zu Arbeit/Ausbildung/Praktika
• Eine gleichwertige medizinische Versorgung
• Deutschkurse für alle vom ersten Tag an
• Einfacherer und schnellerer Familiennachzug

Stavenhagen steht auf gegen Rechts

Ca. 50 Menschen aus Stavenhagen und dem Umland demonstrierten heute ab 9 Uhr fröhlich und bunt auf dem Markt, als die NPD mit ihrem Fraktionsmobil auftauchte. Ein wenig isoliert standen die fünf rechten Gestalten auf der einen Ecke des Marktes und spulten vorgekaute Aufnahmen ab. „Inklusion ist der Kommunismus in der Schule“ und noch mehr verquollenes kam über die Lautsprecher. Peinlicherweise war noch die Begrüßung an die Menschen aus Waren von vorgestern dabei. Selbst die ortsansässigen Nazis trauten sich – anders als in Waren – selten an den Stand, blieben auf der anderen Seite vom Marktplatz und verdrückten sich bald wieder.

Mitglieder der Arbeitsloseninitiative, der AWO und der Linken sowie der Bürgermeister und der Stadtpräsident von Stavenhagen zeigten heute Flagge gegen Rassismus.

Vom Aktionsbündnis 8. Mai Demmin waren mehrere vor Ort

Hannes Welchar und seine Kamaraden auf der Suche nach Kundschaft…

Frank Klawitter hielt sich meist im Hintergrund

Ab 11 Uhr war dann der Spuk wieder vorbei.


Artikel im Nordkurier


PM der Linken

NPD-Kundgebungen in der Mecklenburgischen Seenplatte

Die NPD stand heute in Waren auf dem Markt mit einer Mini-Kundgebung um gegen Flüchtlinge zu hetzen. Die letzte Zeit war für die NPD nicht wirklich erfolgreich und sie muss um ihren Wiedereinzug in den Landtag fürchten. Aber so richig Anklang fanden die Nazis heute nicht. Die Gegendemonstrant_innen waren auch zahlreicher.

Am Donnerstag sind die Nazis von 9 Uhr bis 11 Uhr in Stavenhagen auf dem Markt mit voraussichtlich gleichem Inhalt und Erscheinungsbild.
Mal schauen wo sie noch auftauchen wollen in nächster Zeit.

Nachtrag: Die Linken haben auf dem Markt von Stavenhagen für Donnerstag eine Versammlung gegen die NPD-Kundgebung angemeldet.

Hier zwei Bilder von heute aus Waren (Müritz):

Die Bilder sind von Endstation Rechts

Heute NPD-Demo in Waren (Müritz) um 9.30 Uhr auf dem Neuen Markt / Demo von Geflüchteten am 30. Mai in Güstrow

Kurzfristig haben die Nazis in Waren jetzt etwas angemeldet.
Unter dem Titel „Wir sind nicht das Sozialamt der Welt – unsere Dörfer und Städte haben genug eigene Probleme“ wollen sie heute eine Kundgebung auf dem Neuen Markt abhalten. Das Thema haben sie gewechselt. Ursprünglich wollte Chris Knaak mit seinen Kamerad_innen am Samstag, 16. Mai „gegen System und Kapital“ auflaufen. Siehe auch Nordkurier. Der Mega-Event wird es wohl nicht werden. Trotzdem ist es wichtig gegen das NaziTreiben aktiv zu sein. SPD und Linke haben Mahnwachen angekündigt.

Nachtrag: Am Donnerstag sind die Nazis von 9 Uhr bis 11 Uhr in Stavenhagen auf dem Markt mit gleichem Inhalt. Und das ist wohl auch eher ein Infostand, der als Kundgebung angemeldet ist.

Übrigens:
Eigene Akzente setzen Geflüchtete am 30. Mai in Güstrow und organisieren eine Kundgebung mit anschließendem Info-Nachmittag in der Südstadt. Mehr dazu demnächst.

Naziaufmarsch am 16. Mai in Waren (Müritz) abgesagt !

Am Sonnabend planten die Nazis zur Müritz-Sail in Waren gegen „System und Kapital“ aufzumarschieren. Der Anmelder ist im direkten Umfeld von Doris Zutt (NPD-Stadtvertreterin). Jetzt haben sie es abgesagt. Der Landkreis hatte Druck gemacht und ein Verbot angekündigt (siehe auch Nordkurier). Aber wahrscheinlich rechnen sie derzeit nicht mit einer großen Mobilisierungsfähigkeit. Die letzten Aufmärsche in MV waren für die Nazis nicht motivierend. Der Aufmarsch in Waren soll an einem anderen Termin nachgeholt werden.

Der derzeit nächste NeoNazis-Aufmarsch in MV ist vermutlich Ende Mai der nächste MVgida-Aufzug, welche jetzt im Monatsrhythmus stattfinden sollen. Weitere Infos gibt es dazu noch nicht, aber vielleicht überlegen die sich das auch noch mal

Ein noch kommender, relevanter Naziaufmarsch ist am 6. Juni in Neuruppin
http://neuruppin.no-tddz.org/

Das Friedenskonzert in Demmin

3 Tage Veranstaltungen mit Frieden diskutieren, Frieden demonstrieren und Frieden feiern fanden heute ihren Abschluss mit einem tollen Konzert.

Bilder vom Auftritt von „Bejarano und Microphone Mafia“

8. Mai 2015 in Demmin – Naziaufmarsch erfolgreich aufgehalten

Pressemitteilung vom Aktionsbündnis 8. Mai Demmin

Mit ca. 500 Demonstranten brachte das Aktionsbündnis 8. Mai in diesem Jahr so viele Menschen für die Friedensdemonstration auf die Straße wie noch nie. Ein deutliches Signal für aktiv gelebte Demokratie und gegen Rechtsextremismus. Bei der Abschlusskundgebung sprachen Vertreter des Landkreises, der Kreistagspräsident, Landtagsabgeordnete und internationale Gäste.

Bereits seit dem Vortag fand in Demmin anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung vom Faschismus die Erste Demminer Konferenz – gegen Krieg und Faschismus, für ein kulturelles Miteinander und für Toleranz statt. An der mehrtägigen Veranstaltung nahmen über 150 Menschen teil, darunter mehr als 20 Franzosen.

Ein beeindruckendes Beispiel für Zivilcourage waren zahlreiche friedliche und fantasievolle Blockaden. Dadurch kam der in diesem Jahr zahlenmäßig deutlich kleinere Neo-Nazi-Aufzug immer wieder zum halten und musste sich der ablehnenden Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger stellen. Dabei waren vielfältige Protestformen zu sehen: Es wurde getanzt, gesungen und Musik gemacht. Insgesamt waren fast 1000 Menschen auf der Straße.
Die Neo-Nazis mussten stundenlang ausharren, bis sie auf ihrer Route weiter kamen.

Erstmals waren neben der regionalen und überregionalen Presse auch 12 internationale Beobachter aus Belgien, Großbritannien, Kamerun, Frankreich und der Schweiz vor Ort und begleiteten die Veranstaltungen. Insgesamt konnten Sie ein besonnenes Verhalten der Demonstrationsteilnehmer und der Polizeieinsatzkräfte resümieren, nur vereinzelt gab es unübersichtliche Situationen. Dennoch fahren die Beobachter mit dem bedrückenden Eindruck nach Hause, dass der politische Revanchismus in Deutschland wieder auflebt. Im Ergebnis haben die Veranstaltungen und Aktionen von Aktionsbündnis und den Demonstranten zum ersten Mal in Demmin den Neo-Naziaufzug erfolgreich aufgehalten. Das engagierte Auftreten und die gezeigte Zivilcourage haben deutlich gemacht: Demmin bleibt bunt!

Heute, am 9. Mai, haben die Veranstaltungen vom Aktionsbündnis ihren Abschluss mit dem Friedenskonzert ab 14.30 Uhr im Hafen von Demmin mit „Bejarano und die Microphone Mafia“ sowie weiteren.

Letzte Informationen

Infotelefon ab dem 8. Mai 12 Uhr: 0160-62 080 18
Ermittlungsausschuss: 0157 337 30 212

Twitter-Hashtag:: #8mDM
Ticker: https://twitter.com/#!/demminnazifrei
Antifa-Ticker: https://twitter.com/nonazisdm

Friedensdemonstration: Start um 17.30 Uhr am Marktplatz
Mahnwachen von verschiedenen Organisationen starten ca. 18 Uhr

Karte für Morgen:

Wir freuen uns über Ansagen wie diese der GEW-MV: „Demmin 2015 – den braunen Block verhindern!“

Ignorieren hilft nicht!
Stellen wir uns den Nazis entgegen!
Gemeinsam für eine solidarische Gesellschaft!

Morgen geht es auf die Straße

Morgen wollen die NeoNazis wieder durch Demmin marschieren, die Geschichte Demmins für ihren Opferkult umschreiben und die Toten für ihre nationalistische Propaganda .missbrauchen. Ignorieren hilft nicht! Es braucht eine lebendige Erinnerungskultur „Weinen allein bildet nicht“

Schaffen wir am 8. Mai 2015 in Demmin gemeinsam einen breit aufgestellten zivilgesellschaftlichen Widerstand, um den Nazis klar zu machen, dass sie und ihre Ideen weder hier noch anderswo erwünscht sind oder geduldet werden. Der Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis hat eine der Mahnwachen am 8. Mai angemeldet und sagt: „Stellungnahme der Synode folgen Taten“

Die Tour de Liberación Demmin ist seit gestern auf dem Weg und erreicht um 12.15 Uhr den Hafen von Demmin. Ein erster Bericht der Tour findet sich schon hier.

Die Karte für morgen kommt noch. Die wichtigsten Telefonnummern und die Ticker findet ihr hier rechts an der Seite.

Und schaut euch den Brölliner Aktionskonsens an.

Änderungen im Programm des Aktionsbündnisses vom 7. – 9. Mai

Mitteilung vom Aktionsbündnis 8. Mai Demmin:

Nach der Tagung „Schwierige Erinnerung“ am 30. April in der Friesenhalle, hat das Aktionsbündnis beschlossen, nicht noch einmal ausführlich auf die Geschichte von Demmin einzugehen. An der „1. Demminer Konferenz gegen Krieg und Faschismus“, die am 7. Mai um 14:00 Uhr im Tannenrestaurant (Demmin) beginnt, werden deshalb einige Beiträge ersetzt. Unter anderem wird ein Betroffener über den unwürdigen Kampf der Europäischen Union gegen die Flüchtlinge heute berichten.

Zum Start der Konferenz wird Lou Marin aus Frankreich über die massenhafte Rettung von Juden durch die bäuerliche Bevölkerung in den Jahren 1942/43 sprechen. Es folgt ein Vortrag über die Lagergemeinschaft Ravensbrück, an dem Vera Dehle-Thälmann aus gesundheitlichen Gründen leider nicht persönlich teilnehmen wird. Weitere Themen an diesem Tag sind, die Entwicklung des
Naziterrors in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg bis hin zur NSU, das Aufleben des Neofaschismus in Europa und des radikalen Islamismus und die Aufrüstung der Polizei. Am 8. Mai beginnt die Konferenz um 10:30 Uhr mit der aktuellen Ost-West-Konfrontation, der Wiederaufrüstung in Europa und der Psychologie der Kriegsmobilisierung. Sie endet um 12:30 Uhr.

Das genaue Programm ist hier

Die angekündigte Friedensdemonstration beginnt am 8. Mai nach dem Friedensgebet in der St. Bartholomaei-Kirche um 17:30 Uhr auf dem Marktplatz und endet auf dem Barlachplatz mit einer Schlusskundgebung und Kranzniederlegung. Eine Gruppe von internationalen Beobachtern wird die verschiedenen Kundgebungen an diesem Tag verfolgen.

Am 9.Mai beginnt das Friedenskonzert um 14.30 Uhr am Hafen vor dem Lübecker Speicher. Um 16.30 tritt die Gruppe „Bejarano & Microphone Mafia“ auf, mit ihrem Programm La vita Continua Tour“.

Sephardische Musik und mehr

Eine andere Art von Einstieg in den 8. Mai war gestern die Lesung mit sephardischer Musik. Zum Entspannen und gestärkt weitergehen.
Einfach mal Kultur genießen. Inhaltlich (Die Jüdin von Toledo, nach Lion Feuchtwanger) und musikalisch
Ein gut besuchter Abend im Lübecker Speicher im Demminer Hafen

Pressemitteilung vom Aktionsbündnis

Die Stadt Demmin hat unter anderem mit der Vorstellung des Buches von Florian Huber über die zahlreichen Menschen, die am Kriegsende ihre Kinder und sich selbst umgebracht haben, eine breite Diskussion über diese Ereignisse angestoßen und mit der anschließenden Konferenz versucht, mit Fachleuten die Hintergründe zu beleuchten. Wir unterstützen diesen Versuch und die damit verbundene öffentliche Debatte. Wir verstehen aber nicht, dass die Stadt gleichzeitig zulässt, dass das Demminer Regionalmuseum geschlossen wird. Dort wurde gerade in den zurückliegenden Jahren ernsthaft und professionell die Geschichte aufarbeitet und für die Öffentlichkeit dokumentiert und zugänglich gemacht.
Wir bedauern, dass der jährliche Fackelmarsch der NPD in Demmin am Tag der Befreiung auf der Konferenz „Schwierige Erinnerung“ in keiner Weise diskutiert wurde. Die NPD missbraucht die Geschichte Demmins für ihren Opferkult und vereinnahmt die Toten für ihre nationalistische Propaganda. Wie wir in Demmin damit umgehen, hat mit der Veröffentlichung des Buches auch internationale Aufmerksamkeit erhalten. Die FAZ schrieb dazu, es nähmen nur wenige Demminer_innen an Gegendemonstrationen gegen den NPD-Aufmarsch teil und die Stadt sei hilflos.
Das Aktionsbündnis widerspricht dieser fatalistischen Darstellung. Es haben im vergangenen Jahr rund 800 Menschen an den Gegendemonstrationen teilgenommen. Es wird leicht vergessen, dass aus der Umgebung Demmins und natürlich auch aus der Stadt selbst hunderte Jugendliche in den letzten Jahrzehnten abgewandert sind, um zu studieren und eine Arbeit zu suchen. Wir haben festgestellt, dass viele von ihnen sich von dem Missbrauch ihrer eigenen Geschichte durch die NPD betroffen fühlen und deshalb am 8. Mai nach Demmin kommen. Auch das gehört zum heutigen Umgang mit der Geschichte. Wir freuen uns, dass viele der jüngeren Generation sich ihrer Geschichte stellen und erwarten, dass sie ernst genommen werden. Das Aktionsbündnis hofft, dass die Verantwortlichen in Politik und Behörden in der Stadt, im Landkreis und im Land Mecklenburg-Vorpommerndies als Bereicherung der demokratischen Kultur und als Anregung betrachten.
Wir laden alle Demminer_innen zu den diesjährigen Veranstaltungen des Aktionsbündnisses vom 7. bis zum 9. Mai herzlich ein und freuen uns, dass in diesem Jahr nicht nur ein Franzose daran teilnimmt, sondern mehrere Gäste aus dem Ausland sich angekündigt haben.