Archiv für August 2015

Kriege verhindern ist Handarbeit! Ein Kommentar zu: Festumzug: Wie sieht das dunkelste Kapitel aus?

Uns erreichte folgender Kommentar von Peter K., welchen wir hier veröffentlichen:

Heute, am Abend vor dem 1. September, dem Weltfriedenstag, wude über die leider immer noch existierende Kanone am Bebelplatz in Demmin wieder ein Kondom gestülpt. Anlass war auch der Nordkurierartikel vom 28. August: Festumzug: Wie sieht das dunkelste Kapitel aus?: „Wir wollen mit dem Umzug an wichtige Kapitel der Stadtgeschichte erinnern. Nicht alles lässt sich umsetzen, klar. Aber der 8. Mai ist ein Muss.“ so Karsten Behrens, der Hauptorganisator vom Festumzug. „Inzwischen hat man sich, nach vertraulichen Gesprächen mit Altbürgermeister Ernst Wellmer und Günther Behnke als Vertreter des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge, auf eine stille Variante geeinigt: Ein Lkw der Stadtwerke soll auf der Ladefläche, von der die seitlichen Klappen demontiert werden, eine Nachbildung des Kugelkreuzes tragen. Besagtes Kreuz steht als markantes Mahnmal auf dem 45er Gräberfeld, in dem auch viele Opfer der Massensuizide bestattet liegen.“

Das Einizge, was also beim Festumzug zur Nazizeit präsent sein soll ist die Trauer über die Demminer Toten von ’45. Damit wird wieder unterstrichen, dass die Stadt den Tiefpunkt der Geschichte ’45 sieht bei der Zerstörung von Demmin und nicht bei der Machtergreifung der Nazis oder dem Kriegsbeginn. Komischerweise läuft diese Trauer dann nicht unter dem Termin 30.4./1.5. sondern unter dem Termin 8. Mai. Das heißt der 8. Mai ’45 wird anscheinend betrauert, nicht als Tag der Befreiung vom Faschismus gefeiert, was sehr nah an der Deutung der Nazis liegt. Von einem Ulanenverein, der sich mit Geschichte beschäftigen will, könnte ein wenig mehr Reflektion erwartet werden…


Bild vom Mittag des 1.9. – das Kondom war lange auf der Kanone.

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Auszüge vom Aufruf des Rostocker Friedensbündnis:

Der 1. September ist der Tag, der an den faschistischen deutschen Überfall auf Polen 1939 und damit die Auslösung des Zweiten Weltkriegs erinnert. In diesem Jahr, 70 Jahre nach 1945, denken wir auch an die Befreiung vom Faschismus, die diesen Krieg beendete. Frieden zu fordern, ist besonders an diesem Tag nötig. Denn die Lehren aus der Geschichte sind nicht gelernt.
„Wer noch einmal ein Gewehr in die Hand nehmen will, dem soll die Hand abfallen!“ Mit diesen Worten wird Franz Josef Strauß (CSU) aus dem Jahr 1949 zitiert. Aber das war nur der Populismus einer Rede im Wahlkampf zum ersten Deutschen Bundestag. Bald erfolgte die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik. Heute ist Deutschland das viertgrößte Waffenexportland und schickt wieder Bewaffnete in die Welt: angeblich in Friedensmissionen oder zu Ausbildungszwecken, in Wirklichkeit zur Durchsetzung ökonomischer und strategischer Interessen. (siehe auch die Diskussion in Japan dazu)

Aus den Ländern, bei deren Zerstörung die bundesdeutsche Außenpolitik geholfen und damit auch Kräften wie dem IS den Weg bereitet hat, in die deutsche Waffen gehen und in denen sich die Bundeswehr „engagiert“, kommen Flüchtlinge zu uns. Hier gibt es viele Menschen, die ihnen helfen wollen. Aber hier werden sie auch mit Steinen beworfen, ihre Heime werden angezündet oder sie werden auf der Straße beschimpft.
(Dazu ein Kommentar aus den Tagesthemen vom 25.8.2015).

Viele wollen aber derzeit den Flüchtlingen helfen Es macht Mut, zu sehen, wie das Verständnis der meisten Menschen für die Lage der Flüchtlinge tagtäglich der offiziellen Politik Lehren erteilt.