Archiv für März 2016

Kurzer Rückblick auf den Naziaufmarsch heute

Schon vor 19 Uhr war klar, dass die Rassist_innen heute weniger auf die Straße bringen werden. Und es werden dann auch nur ca. 120, also nur die Hälfte von dem letzten Aufmarsch im November. Sie hetzten wie nicht anderes zu erwarten von Anfang bis Ende über die Flüchtlinge. Die Heimat sei das tollste und die „Gutmenschen“ würden die Welt nicht verstehen, weil halt nicht alle Menschen gleiche Rechte haben.
Die Gegendemo war mit ca. 50 Menschen ähnlich besucht wie bei den letzten Anlässen. Eine bunte Mischung aus Schüler_innen, Stadtvertreter_innen, Handwerker_innen,…
Die Nazis drehten dann noch eine Schleife und liefen vom Markt aus über Frauenstr, Gartenstr, ehemalige Gasanstalt und Baustr. wieder zum Markt, unterwegs mit kleinen Zwischenkundgebung. Dabei fiel ihnen aber nichts Neues ein, alles schon mal in den letzten Monaten gehört. Geredet hat am Anfang Andrejewski und dann weitgehend Norman Runge, beide sind NPD-Kader. Die Infrastruktur war wie beim 8. Mai und wurde komplett von der NPD gestellt. Begleitet war das Ganze von einem großen Polizeiaufgebot. Weiterer Berichte folgen noch.

Nachtrag: Bericht vom Nordkurier
Bericht von der Polizei

Anbei ein paar Impressionen von heute


Frontbanner der Nazis mit zwei Fackeln daneben

Infos für morgen

Hier noch das
Infotelefon für den 18.03.: 0160-62 080 18

Die Nazis laufen vom Markt aus eine Schleife durch die Stadt und beenden wieder am Markt.
Stellen wir uns den Nazis entgegen!
Wir freuen uns auf viele Menschen, die uns unterstützen wollen!

Der rechten Menschenfeindlichkeit am 18.3. in Demmin entgegentreten

Viele haben Angst vor Unbekanntem, vor zu viel Veränderung, suchen Sicherheit.
Doch Sicherheit findet sich nicht, in dem wir wieder Mauern bauen sondern in einem offenen, direkten Umgang miteinander. Nach dem Wahlsonntag gibt es Diskussionen, wie mit den Flüchtlingen weiter umzugehen ist. Aber eine neue Lage ergibt sich nicht. Schon seit Jahren gibt es Umfragen die auf rassistische Vorbehalte bei 20 bis 30 % der Bevölkerung hinweisen und das zeigt sich jetzt. Daneben spielen oft auch Sozialneid und anderes eine Rolle. Aber statt gegen die immer größer werdende Lücke zwischen arm und reich anzugehen, mehr Sozialwohnugen zu fordern oder anderes werden leider von vielen die Flüchtlinge beschuldigt.
In der Gesellschaft bekommen die Flüchtlinge aber auch viele Unterstützungsangebote von Freiwilligen, die sich für eine bessere Gesellschaft einsetzen. Die Polarisierung wird sichtbarer. Es gilt sich für eine emanzipierte Gesellschaft einzusetzen.
In Folge der letzten (Gesetzes-)Änderungen ist Deutschland/Europa aber schon weitgehend abgeschottet und die Flüchtlinge verzweifeln in Lagern wie Idomeni ohne eine sichtbare Perspektive.
1945 mussten viele Flüchtlinge, auch in der Demminer Region, aufgenommen werden, damals wurden sie als „Polaken“ beschimpft. Nicht nur die Menschen, die vor Nazideutschland ins Ausland fliehen mussten, trafen in der Fremde auf Ausgrenzung. Nach 70 Jahren scheint die Erinnerung verblasst und anscheinend wurde viel vergessen über den Krieg und seine Folgen. Heute geht es oft um die eigene Besitzstandswahrung. Dabei leben wir hier gut durch die billigen Ressourcen aus den ehemaligen Kolonien. Wirtschaftsgerechtigkeit sieht anderes aus, wodurch weitere Menschen fliehen.
Und für alle die den Islam als die Bedrohung sehen: Im Namen Christi wurden schon ganze Landstriche verwüstet wie im 30-jährigen Krieg und in Nordirland bekriegen sich noch heute Protestanten und Katholiken. Harmlos ist kaum eine Religion, aber es kommt doch auf den Umgang miteinander an. Und auch viele Islam-Gläubige wollen einen friedlichen und offenen Umgang miteinander. Über die Details hierbei zu diskutieren lohnt sich, den die Gleichberechtigung aller will erkämpft werden.

Am Freitag ab 19 Uhr
wollen nach längerer Pause wieder die Rassist_innen durch Demmin marschieren. Diesmal ist es organisiert von MVGIDA. Das heißt die Oberfläche ist vielleicht ein wenig anders als im November, aber es ist wieder von der NPD und ihrem Umfeld durchorganisiert und NPDler werden auch reden und wir werden sie auch wieder Nazis nennen. Die Nazis laufen vom Markt aus eine Schleife durch die Stadt und beenden wieder am Markt.


Frontbanner der Rassist_innen-Demo am 7.11. in Demmin

Alltagsrassismus bekämpfen, Fluchtursachen bekämpfen und Ausbeutung stoppen.
Und keine Waffenexporte! Die heizen nur die Kriege an!

Aufhebung der Abschottung von Europa!

Wir treffen uns am Freitag, 18.3.2016 um 18.30 auf dem Marktplatz in Demmin zur Gegenkundgebung. Infotelefon für den 18.03.: 0160-62 080 18

Refugee welcome!
MV für alle!

Lesung am 2.3.: „Krieg – Stell dir vor. er wäre hier“

zum Thema Flucht und Krieg veranstaltet der Tischtennisverein gemeinsam mit der Hansebibliothek eine Buchlesung.

am 2.3. um 16 Uhr in der Hansebibliothek Demmin, Pfarrer-Wessels-Straße 1

Das Motto der Veranstaltung ist gleichzeitig der Titel eines Buches der dänischen Autorin Janne Teller, aus dem die Bibliotheksmitarbeiter vorlesen werden.

Buch autorin Janne Teller

In diesem Buch werden die aktuellen Verhältnisse in Europa und dem Nahen Osten vertauscht. In Europa herrscht Krieg. Die demokratische Politik ist gescheitert. Wer kann, flieht in den Nahen Osten, wie ein 14-jähriger Junge aus Deutschland. In einem ägyptischen Flüchtlingslager versucht er, mit seiner Familie ein neues Leben zu beginnen. Weil er keine Aufenthaltsgenehmigung hat, kann er nicht zur Schule gehen, kein arabisch lernen und keine Arbeit finden. Er fühlt sich als Außenseiter und sehnt sich nach Hause. Doch wo ist das?
Anschließend soll zum hochaktuellen Thema Flucht, Migration und Fremdenfeindlichkeit ausgiebig diskutiert werden.
Zwei Flüchtlinge, die in Demmin eine Unterkunft gefunden haben,werden über ihre Flucht aus ihrer Heimat erzählen und Fragen dazu beantworten. „Wir hoffen, dass viele Interessierte diese Diskussionsrunde nutzen, um Vorurteile abzubauen und Antworten auf viele Fragen zu erhalten“, sagt der Mitorganisator des Tischtennisvereins Dieter Schulz. Im Oska-Treff des Vereins treffen sich regelmäßig viele Flüchtlinge, sie erhalten Hilfe bei Behördengängen und bei der Integration.
Das Buch ist auch als Theaterstück umgesetzt worden und soll ab dem Juni im Goethe-Gymnasium Demmin auch zur Diskussion präsentiert werden.