Archiv für September 2016

Für Menschlichkeit und Toleranz statt Fremdenhass und Gewalt

Rechtsextremisten und Rassisten werden in Deutschland immer häufiger gewalttätig. Von Januar bis Mitte September registrierte die Polizei bereits 507 Fälle fremdenfeindlicher Gewalt. Damit hat sich die Zahl gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt. Insgesamt wurden in den ersten achteinhalb Monaten des Jahres mehr als 1800 politisch motivierte Straftaten gegen Asylbewerber und Flüchtlinge registriert. Neonazis und Asylgegner legten in diesem Jahr schon 78 Mal Feuer, die Polizei zählte sieben Tötungsdelikte.
Trotz der massiven Zunahme rechter Gewalt stufen die Behörden nur 20 Rechtsextremisten als „Gefährder“ ein. Zum Vergleich: Bundesweit sind 520 islamistische Gefährder registriert. Da klafft im rechten Bereich ein gewaltiges Loch zwischen der Anschlagswirklichkeit und der Zahl derer, die man real im Fokus hat.

In MV haben sich die Straftaten in diesem Bereich verdreifacht. Mehrere fremdenfeindliche, gewalttätige Vorfälle gab es in letzter Zeit in Schwerin. Dort soll nun ein neu gegründetes mobiles Team dagegen vorgehen.

Auch in den Straßen von Demmin ist das zu spüren und es gibt es vermehrt Vorfälle, hier ein paar Beispiele: Am Nachmittag des 29.8. haben zwei Frauen und ein Mann, alle drei betrunken und polizeibekannt, in der Treptower Straße in Demmin zwei afghanische Frauen beleidigt, das Kopftuch runter gerissen und ins Gesicht geschlagen. Grund: Fremdenhass. Die Afghaninnen wurden leicht verletzt und mussten zur Behandlung ins Demminer Krankenhaus. Siehe auch den Nordkurierartikel dazu.
Am 20.9. wurde im Sky-Markt eine Demminerin, deren Partner einen Iraner ist, von einer der Frauen, die schon beim ersten Vorfall dabei war, im und vor dem Sky-Markt mit „Ausländerschlampe“ und weiterem beleidigt Später kam noch die Drohung: „Ich verprügele dich und deine Kinder.“ Siehe auch den Nordkurierartikel dazu.

Sonntag, 25.9. ist ein Gruppe von Syrer auf dem roten Fußballboltzplatz bei der Pestalozzi-Schule am Spielen. Zwei Autos mit Rechten fahren vollbesetzt vor und steigen aus. Einer geht auf einen Syrer zu, trägt dabei komische Sprüche vor und gibt dem Syrer einen Schlag in den Bauch. Dann sagt er, sie sollen hier verschwinden, Fußballspielen sei vorbei. Schon in der Zeit davor saßen die Deutschen öfter auf dem Platz beim Bier trinken und wurden dabei beobachtet, wie sie die Flaschen zerstört und die Scherben auf dem Platz verteilt haben, um das Fußballspielen zu stören.

Rassistische Pöbeleien sind leider Alltag in Demmin. Aus Gruppen heraus werden oft fremdenfeindliche Parolen ausgestoßen gegen Nicht-Deutsche, die an der Gruppe vorbei laufen. Deswegen trauen sich auch Frauen mit Migrationshintergrund nicht alleine auf die Straße.
Angefeuert werden die Rassisten_innen durch fremdenfeindlichen Sprüchen aus der Politik und sie fühlen sich motiviert von den Erfolgen der AfD. Doch Flüchtlinge aufnehmen ist ein Zeichen der Menschlichkeit. Auf der Flucht haben sie schon genug Schreckliches erlebt und brauchen unsere Hilfe. Wehren wir uns gegen die rassistische Hetze und fremdenfeindliche Gewalt.

Wichtig ist schon im Alltag gegen die Pöbeleien direkt den Mund auf zu machen. Denn wenn es da schon Widerspruch gibt, trauen sie sich weniger, noch aggressiver zu werden. Und falls irgendwer Übergriffe sieht hilft es oft, mit anderen zusammen dazwischen zu gehen um die Situation zu deeskalieren.

Kommt zur Kundgebung am 5.10.2016 um 18 Uhr in Demmin auf dem Luisenplatz (beim Luisenturm an der Clara-Zetkin-Str.)