Rede am 8. Mai gegen Rüstungsproduktion und Kriegsführung

Vorab hier eine Rede, die am 8, Mai auf dem Stadtspaziergang bei einer Zwischenkundgebung vorgetragen wird:

Man sollte es kaum glauben: Deutschland ist im Krieg. Das nach 73 Jahren, wo sich nach dem 2. Weltkrieg viele Menschen geschworen haben: Nie wieder Krieg!! Nie wieder Faschismus!
Der 8. Mai erinnert uns, dass Krieg die schlimmste Übel der Menschheit ist und nur Erschütterung und Zerstörung mit sich bringt. Warum merken wir so wenig davon? Warum gibt es so wenig Widerstand?

Krieg wird nämlich exportiert. Wir bekommen nur ab und zu mal etwas mit, wenn Geflüchtete es schaffen, die um uns und Europa geschaffenen Mauern zu durchbrechen. Viele scheitern, viele bezahlen diesen Versuch mit ihrer Gesundheit, mit einer seelischen Verstümmelung. mit dem Tod.

Wer denkt von uns täglich daran, dass deutsche Soldaten außerhalb Deutschlands in 15 Einsätzen verwickelt sind. Manche im Auftrag der UN (was nicht heißt, dass diese auch nicht interessengeleitet sind), manche aber auch völkerrechtswidrig wie der Syrien, Afghanistan und Mali-Einsatz. Und wer weiß schon, dass deutsche Soldaten wieder unmittelbar an der Grenze zu Russland, in Litauen, stationiert sind. Dies ist wegen der historischen Last zweier Weltkriege sicher für viele Menschen in Russland eine erneute Provokation und Bedrohung.

Schon jahrelang ist Deutschland Rüstungsexportweltmeister hier in Europa, nach USA und Russland steht es an der Weltspitze und heizt damit die gegenwärtigen Kriege erst richtig an. Es gibt auf der Welt kein einziger Krisen- und Kriegsherd, wo deutsche Waffen nicht eingesetzt werden, häufig von beiden beteiligten Konfliktparteien. Das deutsche G3-Gewehr oder auch das Nachfolgemodel, das G 36-Gewehr, aber auch andere Kleinwaffen aus deutscher Entwicklung und Produktion können mit Recht als das täglich eingesetzte Massenvernichtungsmittel Nr. 1 in den gegenwärtigen Konfliktgebieten betrachtet werden. Mehr als 2 Millionen Menschen (so grobe Schätzungen) sind damit in den letzten 3 Jahrzehnten verstümmelt, seelisch traumatisiert oder getötet worden, ihr Leben lang gezeichnet. Entgegen den eigenen Grundsätzen werden täglich Kriegsgüter in kriegsführende Staaten verkauft und damit am Leid von so vielen Menschen noch Profit gemacht.

Auch an der Vorbereitung eine Atomkrieges ist Deutschland beteiligt: Es lässt völkerrechtswidrig Atomwaffen auf seinem Territorium zu,. Deutsche Soldaten üben täglich den Abwurf des ultimativen Massenvernichtungsmittel und die deutsche Regierung unterstützt die neue Atomwaffenaufrüstung. Gegen den Willen der Mehrheit der Staaten und Menschen auf der Welt bekämpft sie vehement den im letzten Jahr beschlossenen Atomwaffenverbotsvertrag, der völkerrechtlich längst überfällig ist. ICAN und damit die internationale zivile Friedensbewegung hat dafür im Dezember den Friedensnobelpreis erhalten.

Aber auch die zukünftigen Kriege werden schon vorbereitet. Norddeutschland und MV spielen da eine zentrale Rolle: In Schleswig Holstein entsteht das zentrale Drohnentrainingszentrum der Bundeswehr, in Jagel. Mit Drohnen werden vor allem unbeteiligte Menschen ermordet, in Angst und Schrecken versetzt und schwerst traumatisiert, und das ohne jegliches Risiko für die Mörder. Krieg wird so zum Spiel hinter dem Computer, weit weg vom eigentlichen Geschehen. Von MV werden alle seegestützten Operationen gesteuert und koordiniert, das Marineoberkommando sitzt in Rostock und wird weiter ausgebaut. In Laage zwischen Rostock und Güstrow befindet sich die zentrale Ausbildungsstätte der deutschen Luftwaffe. Von hier starten die Bundeswehrpiloten zu ihren Übungsflügen, z.T. in gesetzeswidrigen Tiefflügen.. Darunter leiden viele hier in Mecklenburg Vorpommern. MV avanciert zum Übungsfeld zukünftiger moderner Kriege und zum Kriegsvorbereitungsfeld Nr. 1.in Deutschland.

Dagegen regt sich Widerstand. Proteste gibt es am 8. Mai in Berlin bei der Hauptversammlung von Rheinmetall, einem der größten Rüstungsproduzenten. Aber nicht nur weit weg, sondern auch hier in Mecklenburg-Vorpommern gibt es Rüstungsproduktion, die gestoppt werden kann.
Auf der Mecklenburger Seenplatte tun sich mehr und mehr Menschen zusammen, dokumentieren, schreiben Protestbriefe und organisieren eine neue Bürgerinitiative. Das darf sicher auch hier in Demmin geschehen. Was der 8. Mai lehrt: Aufstehen gegen jegliche Kriegsvorbereitung und Kriegsführung ist das Gebot der Stunde. Statt Deutschland zur Militärmacht und zu immer mehr Waffen auszubauen, sollte in die zivilen Konfliktstrategien investiert und Deutschland zur Friedensmacht umgeformt werden. Das kann aber nur durch uns, durch jeden einzelnen von uns bewirkt werden. Nehmen wir die Lehren des 8. Mai ernst!!!


In Deutschland produzierte Leopard2-Panzer verwendet die Türkei, um damit in der Türkei und in Syrien gegen die Kurden vorzugehen,


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