Archiv für September 2018

Am 22.9. in Rostock hinhocken, damit die AfD alt aussieht

Am Samstag wird es in Rostock wohl ziemlich voll und je voller es wird desto weniger kann die AfD sich bewegen. Denn ihre Inhalte speziell an diesem Tag sind rassistisch und nationalistisch. Und das liegt nicht nur daran, dass die sächsische AfD mobilisiert oder Björn Höcke reden will. Generell fällt gerade die schon länger nur scheinbar aufrechterhaltene Trennlinie zwischen AfD und der ganz rechten Nazisszene. Björn Höcke allein hält aber auch sehr heftige Reden und in seinem Buch schreibt er (hier kommen jetzt Textpassagen aus einem Artikel von Andreas Kemper) über die „Volksopposition“ (zu der er auch „remonstrierende“ Beamte zählt) und die Renovation (sprich „Revolution“).
Höckes faschistische Agenda lässt sich als ein völkischer Machiavellismus beschreiben. Zu den machiavellistischen Elementen zählen u.a.
- der Verfassungskreislauf als Geschichtsrad;
- die Bejahung von Grausamkeit als politisches Mittel und die Ablehnung von moralischen Maßstäben;
- die Annahme einer Machtenergie („virtù“), die im Volk vorhanden sei, sich aber in einzelnen Führern („uomo virtuoso“) besonders manifestiert;
- eine Geschlechterpolarität, die durch das Herkules-Bild symbolisiert wird

Beim Kyffhäusertreffen erklärt Höcke, dass nun die Zeit des Wolfes sei. Wenn eine AfD-Demo behindert werde, würde der Polizei fortan fünf Minuten Zeit gegeben, danach werde die Demo beendet und tausend Patrioten würden im Rücken der Gegendemonstranten auftauchen. Schon zuvor hatte Höcke die Bundespolizei aufgefordert ihren Vorgesetzten nicht mehr zu folgen, mit der Drohung, dass sie nach der Machtübernahme „des Volkes“ zur Rechenschaft gezogen werden würden.

Zu diesen Themen positioniert sich die AfD im Demminer Raum nicht so gerne. Sie hat einige moderate Mitglieder aber auch Hardliner, gibt sich öffentlich handzahm und macht Diskussionsveranstaltung zur allgemeinen Bildung. Da gibt es viel aufzuklären.

Also am 22.9. auf nach Rostock der AfD entgegentreten.

Ab 14 Uhr am Doberaner Platz und an anderen Orten in der Innenstadt von Rostock
ab 15:30 Uhr, am Steintor mit viel Musik:
Roter Hering, Amir und Band, Die Blowboys, Mauler und Admission Reduced and Mc Fly

#hro2209 #hinhocken

Mehr Infos unter: https://www.facebook.com/Rostockfueralle/
und hier: https://rostock.blackblogs.org/

Neue Broschüre zu den Gräbern sowjetischer Kriegsgefangener in Demmin

Nach der öffentlichen Einweihung der Gedekstätte in der Woldeforst ist zu diesem Thema jetzt eine Broschüre erschienen. Es geht neben Woldeforst und dem damalige Geschehen im Lager auch um das Fehlen der Namen der Toten auf dem Barlachplatz sowie um Gräber auf dem Vorwerker Friedhof und in Kletzin.

Die Broschüre gibt es für 2,50 Euro in der Stadtinformation, in der Buchhandlung Steinke und beim Verein „Demminer Regionalmuseum“. Kontakt: demminer-regionalmuseum@web.de

20.9. Buchlesung „Distelblüten – Russenkinder in Deutschland“

Die Diskussionen um die Ereignisse ’45 gehen weiter. Ein wichtiges Thema, welches im Film „Über Leben in Demmin“ nicht angesprochen wird, sind die Russenkinder, die durch Vergewaltigung oder durch Liebe entstanden sind. Martin Farkas hatte für den Film mit Russenkindern in Demmin gesprochen. Aber diese wollten nicht im Film auftauchen. Sie sind schon genug stigmatisiert und durch ein öffentliches Interview würde die Ausgrenzung weiter steigen, was wahrscheinlich bedeuten würde, dass sie wegziehen müssten. Es ist halt immer noch ein gesellschaftliches Tabu.

Zu dem Thema gibt es eine Veranstaltung mit einer Buchlesung: „Distelblüten – Russenkinder in Deutschland“
Winfried Behlau und Birgrit Michler, beide sind Russenkinder, lesen und diskutieren am:

Donnerstag, 20. September, 19 Uhr in der Evangelische Kirchengemeinde St. Bartholomaei

Mehr Infos hier oder hier

In Goldberg gibt es gerade eine Fotoausstellung: „Die Russen kommen!“, hier ein Filmbeitrag dazu.

18.9. „Über Leben in Demmin“ im Kino mit Regisseur und Diskussion

Über Leben in Demmin“ läuft am Dienstag, 18.9. um 18 Uhr im Filmeck Demmin, Martin Farkas ist da zur Diskussion, da der Film als DVD erscheint.
Kommt und diskutiert mit! Wie können wir aus der Geschichte lernen?

Heute um 18 Uhr: Kundgebung gegen Fremdenhass und Gewalt, für eine offene und solidarische Gesellschaft!

Heute wollen wir ein Zeichen setzen gegen den Rassismus. Auch heute sagten einige Geflüchtete, dass sie auf der Strasse in Demmin unschöne Bemerkungen und Blicke bekommen haben… Syrische Kinder haben gerade Angst, abends auf die Strassen von Demmin zu gehen. Und nachts gehen ihnen immer noch die Bilder vom Krieg durch den Kopf, von den Bomben des Assad-Regimes. Sie sind gekommen um Sicherheit zu haben, nicht um angepöbelt zu werden. Aber die Hetze gegen Geflüchtete nimmt zu, egal ob Chemnitz, Plauen, Köthen oder sonstwo. und die AfD ist immer vorne dabei.
Deswegen müssen wir aufstehen.

Kommt um 18 Uhr zum Luisenplatz in Demmin!


#wir sind mehr #genug ist genug


Ein paar Bilder aus dem interkulturellen Café 3K

22.9: In Rostock der AFD entgegentreten

Wir schließen uns dem Aufruf von Rostock Nazifrei an und werden am 22.9. auch mit vor Ort aktiv der AfD entgegentreten.

#hro2209 #hinhocken

Mehr Infos unter: https://www.facebook.com/Rostockfueralle/
und hier: https://rostock.blackblogs.org/

10.9.: Gegen Fremdenhass und Gewalt! Für eine offene und solidarische Gesellschaft! Kundgebung am 10.9. um 18 Uhr am Luisenplatz in Demmin

In der Nacht von Mi., 5.9. auf Do., 6.9. gab es in Demmin einen rassistischen Übergriff auf eine syrische Familie. Um 1.15 Uhr klopften und schlugen zwei Männer gegen Fenster und Türen einer Wohnung in der Rosestraße und riefen, dass die Familie „abhauen und in ihr Land zurückkehren“ soll. Durch die Schläge öffnete sich ein Fenster. Einer der Täter beugte sich durch das Fenster, ergriff den schlafenden 13-jährigen Jungen, der unter dem Fenster auf einer Couch lag, an der Schulter und erschreckte ihn. Die Mutter konnte die Angreifer zurückdrängen; der Vater war geschäftlich unterwegs. Einer der Männer pisste dann noch an die Haustür. Die Polizei sucht jetzt die Täter. Die Mutter und die zwei Kinder erlitten einen Schock und kamen ins Krankenhaus.

Dieser Vorfall reiht sich ein in die vielen rassistischen Vorfälle, die es die letzten Wochen gab, in Chemnitz aber auch an vielen anderen Orten.

Grund genug jetzt auf die Straße zu gehen und klar zu sagen, dass diese Übergriffe nicht geduldet werden. Das Problem heißt Rassismus. Refugee welcome!

Kommt zur Kundgebung am 10.9.2018 um 18 Uhr am Luisenplatz in Demmin.

#wirsindmehr #enoughisenough

Nordkurierartikel dazu