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Comedy-Lesung am 12.11.: Eingedeutscht – die schräge Geschichte unserer Integration

Am 12.11. um 19 Uhr liest Allaa Faham in der Sporthalle des Schulzentrums „Katharina von Bora“ aus dem Buch „Eingedeutscht. Die schräge Geschichte unserer Integration“. 100.000 Facebook-Follower und über eine Million Youtube Views – Allaa Faham erzählt davon, wie er sich in seinen ersten Monaten in Deutschland gefühlt hat, von Missverständnissen, seinen liebsten deutschen Sätzen und davon, wie deutsch er mittlerweile geworden ist.
„Ich finde, dass er klasse erzählen kann, absolut unterhaltsam und glaube, dass er den richtigen Ton trifft. Humor ist wichtig, um Vorurteile abzubauen und sich besser verstehen zu lernen“, sagt Gundula Meyer vom Café 3K im Demminer Bürger e.V.. „Gerade für junge Leute ist Allaa Faham mit seiner witzigen Art ein Türöffner.“
Das Buch hat Allaa Faham gemeinsam mit seinem Freund Abdul Abbasi geschrieben auch wenn er, wie er sagt, selber gar nicht so gerne liest. In seinen ersten Videos erklärte er Neuankömmlingen auf arabisch, wie die Menschen in Deutschland leben. Dann drehte er Videos auf Deutsch und untertitelte sie mit arabischen Übersetzungen. Damit die Geflüchteten Deutsch lernen – und damit Deutsche zuhören können. Und die schätzen Allaa Fahams liebevoll-ironischen Blick auf Deutschland offenbar – auch um mal über sich selber zu lachen.
Allaa Faham und Abdul Abbasi wurde 2016 die Integrationsmedaille der Bundesregierung verliehen.

Die Veranstalterin, das Café 3K im Demminer Bürger e.V. gründete sich 2016, um Geflüchtete zu unterstützen und hat sich um Laufe der Zeit mehr und mehr auch zu einem Treffpunkt für viele einheimische Demminerinnen und Demminer entwickelt. Zurzeit finden neben Abendveranstaltungen wie dieser Lesung in der Sporthalle, Nähcafés, Upcycling- und andere kreative Projekte und gemeinsame Koch- und Spieleabende in den Räumen des Demminer Bürger e.V. statt.

Die Lesung ist eine Veranstaltung der Reihe weltwechsel, die dieses Jahr unter dem Titel „Gerechtigkeit – sozial global klimaneutral“ stattfindet. Gerechtigkeit und das Streben danach verbindet alle soziale Bewegungen weltweit. Die Veranstaltungsreihe weltwechsel trägt dieses Jahr den Ruf nach Gerechtigkeit mit Veranstaltungen in 22 Orten in ganz Mecklenburg-Vorpommern. In Theaterstücken, Filmen, Lesungen, Vorträgen, Workshops und sogar einem Escape Room suchen insgesamt 50 Vereine, Initiativen, Stiftungen und Verbände vom 5. bis 27. November nach Wegen zu einer gerechteren Welt. Finanziert wird die Reihe von Engagement Global, der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung, dem Kirchlichen Entwicklungsdienst der Nordkirche und dem Land Mecklenburg-Vorpommern. weltwechsel findet jedes Jahr im November statt und wird vom Eine-Welt-Landesnetzwerk koordiniert.

Zeit: 12.11., 19 Uhr, Einlass nach der 3G Regel ab 18:30 Uhr
Ort: Sporthalle des Ev. Schukzentrum Demmin, Waldstr. 20

Der Eintritt ist frei – Spenden sind gern gesehen.

Veranstalter*in: Demminer Bürger e.V.
weitere Infos: https://www.weltwechsel.de/

https://www.youtube.com/c/GermanLifeStyleGLS

6.11.: Theaterstück „Geister ungesehen“

Geister ungesehen ist eine multiperspektivische Theaterperformance an der Schnittstelle von Film und Bühne. Das Projekt setzt sich dokumentarisch/ künstlerisch mit den Geschehnissen in Demmin Ende des 2. Weltkrieges auseinander, die nach dem Einzug der russischen Armee zu einem Massensuizid führten, der zwischen 600 und 1500 Menschen das Leben kostete. Heute werden diese letzten Tage im Mai 1945 von Neonazis für einen Aufmarsch der letzen „Gefallenen“ für Adolf Hitler funktionalisiert. Wie geht die Stadt Demmin mit dieser Historie um, was macht solch eine Geschichte mit einer Stadt, wie war es nach dem Krieg, nach der Wende und wie ist es jetzt? All das wird, neben der eigenen Auseinandersetzung der Performer:innen mit interfamiliären transgenerativen Traumavererbungen, in diesem Stück behandelt.

Samstag, 6.11.2021, Beginn 19 Uhr, beermann Arena, Schützenstr. 1, Demmin
Eintritt: 15 Euro, reservieren über info@t30-demmin.de

mehr Infos: https://analogtheater.de/wir/2020-geister-ungesehen/

Die Mittelmeer-Monologe am 24.9. in Demmin

„Die Mittelmeer-Monologe“ erzählen von der politisch widerständigen Naomie aus Kamerun und von Yassin aus Libyen, die sich auf einem Boot nach Europa wiederfinden, von brutalen ‚Küstenwachen‘, zweifelhaften Seenotrettungsstellen und von Aktivist*innen, die dem Sterben auf dem Mittelmeer etwas entgegensetzen. Die Aktivist*innen versuchen, beim Alarmphone die Küstenwachen zu überzeugen, nach Menschen in Seenot zu suchen oder auf dem Seenotrettungsschiff Seawatch, Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren – kurzum sie retten menschliches Leben!
„Die Mittelmeer-Monologe“, das ist dokumentarisches, wortgetreues Theater, basierend auf mehrstündigen Interviews. Dadurch werden reale Fälle der Seenotrettung rekonstruiert, erzählt aus Sicht von Betroffenen und Aktivist*innen.
Im Anschluss an die Aufführung findet eine Gesprächsrunde mit dem Publikum statt.

Freitag, 24.09.2021, 19:00 Uhr (Einlass ab 18:30) Lübecker Speicher, Am Bollwerk 5, 17109 Demmin

Dokumentarisches Theater – Buch/Regie: Michael Ruf (Berlin)
Im Rahmen der Interkulturellen Woche 2021 unter dem Motto – #offengeht – findet die Veranstaltungsreihe mit dem Theaterstück „Die Mittelmeer-Monologe“ an 6 Orten in MecklenburgVorpommern vom 22. September bis 2. Oktober 2021 statt.
Initiiert und koordiniert werden die Theaterabende vom Zentrum für Mission und Ökumene -
Nordkirche weltweit, unterstützt durch den Flüchtlingsrat M-V e.V., das Diakonische Werk MV e.V. und die Kirchenkreise Mecklenburg und Pommern.

Die Veranstaltung wird organisiert durch den Demminer Bürger e.V.

Der Eintritt ist frei, vor Ort wird eine Spende für Flüchtlingshilfe oder Seenotrettung erbeten.
Es gelten die aktuellen CORONA-Regeln. Wir bitten die Besucher gegebenenfalls ihren jeweiligen GGG Nachweis bereit zu halten.

Regionale Förderer in Demmin sind die Amadeo Antonio Stiftung und die kommunale Stiftung Hospital St. Spiritus.

Weiteres zu den Mittelmeer-Monologen gibt es hier:
http://www.wort-und-herzschlag.de/

Übergabe des Johannes-Stelling-Preis

Am 12. August 2021 wurde der mit 2.000 Euro dotierte Johannes-Stelling-Preis 2020 der SPD-Landtagsfraktion an das „Aktionsbündnis 8. Mai Demmin“ überreicht. Die Jury würdigte insbesondere, dass das Aktionsbündnis „8. Mai Demmin“ auf Versuche von Rechtsextremisten, die tragischen Ereignisse in Demmin nach dem Krieg für sich zu vereinnahmen, kreative Antworten gesucht und gefunden hat. Die Laudatorin war Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.

weiteres dazu hier:
https://www.facebook.com/SPDLandtagsfraktionMV/posts/2184068901734794

Wir bedanken uns an dieser Stelle noch mal ausdrücklich für die Würdigung und Unterstützung.

Medienbericht


Die Bilder sind von der SPD-Landtagsfraktion

Wie wird eine Frau zur Heldin? Porträt einer Widerständigen

Wer Sophie Scholl wirklich war und wie aus ihr eine Projektionsfläche für Linke und Rechte wurde.
Zum 100. Geburtstag von Sophie Scholl – MV diskutiert über Widerstand

Lesung mit Robert M. Zoske und Diskussion am Donnerstag, 5. August um 19 Uhr im Lübecker Speicher Demmin

„Ich bin nach wie vor der Meinung, das Beste getan zu haben, was ich gerade jetzt für mein Volk tun konnte.“ Das sagte Sophie Scholl nach ihrer Verhaftung im Februar 1943, so steht es im Protokoll der Geheimen Staatspolizei. Doch wie gelangte die 21-Jährige zu dieser Überzeugung? 1942 schrieb Sophie: „Habe ich geträumt bisher? Manchmal vielleicht. Aber ich glaube, ich bin aufgewacht.“ Was musste geschehen, damit aus einem begeisterten Hitlermädchen eine entschlossene Widerstandskämpferin wurde? Robert M. Zoske spürt dieser Frage in seinem empathischen Porträt nach. Auf der Basis neuer Quellen und bisher unveröffentlichter Dokumente zeigt er Sophie Scholl, so wie man sie bislang noch nicht kannte. Sophie Scholl wäre in diesem Jahr am 09. Mai 100 Jahre alt geworden.

Sophie Scholl: Es reut mich nichts. Ein Porträt. Propyläen, Berlin 2021 (3. Aufl.), 448 S., Abbildungen, 24 €.

Vita: Robert M. Zoske, geboren 1952 in Schleswig-Holstein, ist evangelischer Theologe und Historiker der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“. Bis 2017 arbeitete er als Pastor der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland. Er hat 2014 über Hans Scholl promoviert, 2018 erschien die vielbeachtete Biografie Flamme sein! Hans Scholl und die Weiße Rose. Zoske lebt mit seiner Frau in Hamburg.
Eine Veranstaltung vom Peter-Weiss-Haus Rostock und dem Aktionsbündnis 8. Mai Demmin
Teil einer Veranstaltungsreihe vom 5. bis 14. August in MV

Am Eingang kontrollieren wir, ob die Besucher*innen getestet, geimpft oder genesen sind.

Mehr Infos: http://peterweisshaus.de/widerstand/


Copyright des Bildes: Frederika Hoffmann

Esther Bejarano ist tot

In der Nacht auf den 10. Juli ist Esther Bejarano im Alter von 96 Jahren gestorben. Sie hatte Auschwitz überlebt. Ihr Leben hatte sie der Musik und dem Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus gewidmet. Bejarano war eine der letzten Zeitzeuginnen des Holocaust und hatte sich jahrzehntelang sowohl für Verfolgte des Naziregimes eingesetzt als auch immer wieder gegen neue Nazis positioniert.
Sie forderte, dass der Tag der Befreiung, der 8. Mai ein Feiertag werden muss.
Wir werden sie vermissen.
Baruch Dayan ha‘Emet.

Auf dem Foto oben ist sie zu sehen bei ihrem Auftritt zusammen mit Microphone Mafia am 9. Mai 2015 in Demmin.

Esther bleibt uns in Erinnerung wie hier auf dem Fusion-Festial 2016

Gedenken an Mohammed Belhadj

Heute vor 20 Jahren: Sonntagspaziergänger fanden am Morgen des 22. April 2001 am Ufer des Zarrenthiner Kiessees bei Jarmen im Landreis Vorpommern-Greifswald die Leiche von Mohammed Belhadj, einem 31-jährigen algerischen Asylbewerber.
Vier Männern haben ihn aus menschenfeindlichen Motiven schwer misshandelt und dann ermordet.

Diese Jahr wird das Gedenken nur Online stattfinden. Bis zum nächsten Jahrestag soll es Gespräche geben, wie ein dauerhaftes Gedenken und Erinnern aussehen kann.

Gegen rassistische Gewalt!

Kein Vergessen!

weitere Infos:

Amadeu-Antiono-Stiftung

LOBBI MV

Pro Bleiberecht

Nordkurier


Hier das Gedenken vom 22.4. 2020 am Zarrenthiner Kiessee

Reichsbürger Woller als Bürgermeisterkandidat?

Am 25. April 2021 ist in Demmin Bürgermeisterwahl. Einige haben jetzt schon per Briefwahl abgestimmt, aber die meisten werden erst noch einen der drei Kandidaten wählen. Zu Stefan Woller, der jetzt ziemlich unglaubhaft sagt, er sei nicht mehr Reichsbürger beim Freistaat Preußen, haben wir hier ein paar Medienberichte verlinkt.
Woller hätte nicht als Kandidat zugelassen werden sollen!

Offener Brief an die Bürger*innen Demmins, unsere Familien und Freund*innen

Endstation Rechts: Ein Reichsbürger will Bürgermeister werden
Nordkurier: Bürgermeister-Kandidat von Demmin wartet auf den „Umsturz”
Nordkurier: Kandidat Stefan Woller will „bei der Wirtschaft etwas unternehmen”

In Gedenken an Hanau

#HanauWarKeinEinzelfall
#HanauIstUeberall
#saytheirnames

Plakat-Aktion zum Jahrestag von Hanau 19.2.

Wir trauern und erinnern uns. An Ferhat Unvar, Hamza Kurtović, Said Nesar Hashemi, Vili Viorel Păun, Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov, Fatih Saraçoğlu, Sedat Gürbüz und Gökhan Gültekin.
Infos zum 10. Opfer, Gabriele Rathien, der Mutter. des Attentäters


Erinnerung
Gerechtigkeit
Aufklärung
Konsequenzen
Gemeinsam für eine offene Gesellschaft !

Morgen ist der Jahrestag – 19.2.2020 #Hanau
Heute haben wir dazu Plakate in den Straßen von Demmin verteilt, die eine Woche sichtbar bleiben.

Der rechte Terror existiert auch in MV. Die rechtsextreme Gruppe Nordkreuz um ihren Gründer Marko Groß (SEK-Polizist) plante wesentlich mehr Menschen umzubringen, organisierte sich Leichensäcke und Löschkalk dafür.

In Demmin ist der Alltagsrassismus jeden Tag zu spüren. Auch hier gilt sich öffentlich dagegen zu stellen, den Mund auf zu machen.

Weitere Infos: https://19feb-hanau.org/ und Statement aus der Klimagerechtigkeitsbewegung

Nordkurier-Artikel

Dazu:
Filmbeitrag der ARD: Hanau – Eine Nacht und ihre Folgen
Radiobeitrag: Der letzte Tag – das rassistische Attentat von Hanau
Deutschlandfunk: Der letzte Tag – Das Attentat von Hanau

„Es sind diese fließenden Formen rechten Terrors, die in den Handlungen Einzelner ihre mörderische Zuspitzung und Folge finden und damit niemals Einzeltaten sind. Schluss damit! Damit wir keine Angst mehr haben müssen, muss es politische Konsequenzen geben.“
Initiative 19. Februar Hanau

Offener Brief an Ministerpräsidentin Schwesig

Sehr geehrte Frau Ministerpräsidentin Schwesig,

wir möchten Sie auf einen Missstand bei den Strafverfolgungsbehörden in MV hinweisen. Jährlich finden am 8. Mai in Demmin rechtsradikale Aufmärsche statt, mit denen die Neonazis den Massensuizid großer Teile der Demminer Bevölkerung instrumentalisieren, um ihre relativierende und verharmlosende Darstellung der Nazigreuel auf die Straße zu tragen. Dagegen organisiert das Demminer Aktionsbündnis 8. Mai Gegenveranstaltungen und auch Proteste. Diese beinhalten seit drei Jahren als einen wesentlichen Kern die Forderung, den 8. Mai zu einem bundesweiten Feiertag der Befreiung vom Faschismus zu machen. Diese Forderung teilen auch einige SPD-Landesverbände wie die SPD Berlin und die SPD Bayern. Somit sind unsere Proteste am 8. Mai in Demmin stark von einem feiernden Charakter geprägt.
Sehr geehrte Frau Schwesig, vielleicht erinnern Sie sich an die Preisverleihung am Freitag, den 13. September 2019, als das Aktionsbündnis den Publikumspreis der Ehrenamtsstiftung erhielt. Und nun wurden wir vor drei Wochen für dieses friedliche und engagierte antifaschistische Engagement mit dem Johann-Stelling-Preis der SPD-Landtagsfraktion ausgezeichnet.

Umso erschrockener waren wir nun, als einem langjährigen Mitglied unseres Bündnisses ein Strafbefehl über 1500 € zugestellt wurde. Begründet wurde der Strafbefehl damit, dass er als Versammlungsleiter bei der Feier am 8. Mai 2019 die für alle 7 Minuten verordneten Musikpausen von 5 Minuten nicht strikt eingehalten hätte. Zudem seien einige Menschen mit Club-Mate-Flaschen zugegen gewesen und hätten mit Sekt auf die Befreiung angestoßen.
Uns geht es in diesem Fall neben der juristische Klärung, ob ein Straftatbestand vorliegt, um die über den Einzelfall hinausgehende Bedeutung. Wir als Bündnis wollen sowohl in diesem als auch in den kommenden Jahren die Befreiung vom Faschismus in Demmin feiern und damit den Neonazis die Stirn bieten. Die Repression durch Polizei und Staatsanwaltschaft, die mit Anzeige und Strafbefehl den Charakter der Feier unseres Protests nicht anerkennen, wird uns dies erschweren.
Die Proteste in Demmin sind von einem dezentralen Aktionskonzept geprägt, in dessen Rahmen sich verschiedene zivilgesellschaftliche Akteur*innen mit kleineren und größeren Kundgebungen beteiligen und verschiedene Orte des Feierns entwickeln. Es ist wünschenswert, dass sie hierbei eigene Akzente setzen können.
Wenn man sich aber aufgrund von nicht abschätzbarer Bestrafungsgefahr gleich zweimal überlegt, ob man das Risiko in Kauf nimmt, eine Versammlung anzumelden, kann das Versammlungsrecht nur zu schnell auf der Strecke bleiben. Es ist darüber hinaus auch nicht zielführend, dass sich keine VersammlungsanmelderInnen mehr finden, die den Verlauf einer Versammlung im Vorfeld mit Versammlungsbehörde und Polizei abstimmen. Uns ist es zudem wichtig, dass die Versammlungsauflagen das politische Fest nicht verhindern. Es muss möglich sein, durchgehend Musik zu hören und Getränke zu sich zu nehmen. Die Landesregierung MV, insbesondere der sozialdemokratische Teil, betont auch immer wieder, wie wichtig es ist, gegen rechtsradikale Auswüchse in MV vorzugehen und bürgerschaftliches Engagement gegen Rechts zu stärken.
Die Diskrepanz des bisherigen Nichtstuns des Innenministeriums gegen rechte Netzwerke auf der einen Seite und des nicht nachvollziehbaren Ermittlungseifers der Staatsanwaltschaft gegen Antifaschist*innen wegen absoluter Belanglosigkeiten auf der anderen Seite lassen die vollmundigen Versprechungen der Landesregierung, gegen rechts vorzugehen, allerdings zu Lippenbekenntnissen werden. Wir sehen zudem einen weiteren, noch gefährlicheren Punkt, nämlich die direkte Wirkung eines solchen staatsanwaltlichen Vorgehens auf die Neonaziszene im Land, die sich nun freuen dürfte. Wenn Staatsanwaltschaft und Polizei wegen solcher Kleinigkeiten gegen demokratische, antifaschistische Bündnisse vorgehen, ist das Wasser auf die Mühlen der Neonazis, die sich dann zu Recht damit rühmen können, Stichwortgeber für eine repressive Praxis gegen antifaschistisches Engagement zu sein.
In dem Sinne fänden wir eine deutliche politische Stellungnahme der Landesregierung wünschenswert. Den politischen Flurschaden, den Staatsanwaltschaft und Polizei mit diesem Strafverfahren angerichtet haben, kann man zwar nicht so einfach wieder aus der Welt schaffen. Zumindest aber böte ein Stopp des Strafverfahrens eine Möglichkeit, Bedingungen auszuloten, unter denen in Zukunft Versammlungen angemeldet werden können, ohne dass die AnmelderInnen befürchten müssten, wegen Belanglosigkeiten vor Gericht gestellt zu werden.
Denn gerade der in diesem Fall entscheidende § 25 des Versammlungsgesetzes (Verstoß des Leiters gegen versammlungsrechtliche Auflagen) bietet wie nahezu kein anderer Paragraph des Versammlungsgesetzes der Willkür der Ermittlungsbehörden einen dermaßen großen Raum, dass ein massives juristisches Vorgehen gegen auch noch so unbedeutende Auflagenverstöße genauso im Rahmen des Möglichen liegen wie eine vollkommen straffreie Würdigung solcher Verstöße. Insofern hängt die Einleitung eines Strafverfahrens natürlicherweise hauptsächlich von der politischen Einstellung des zuständigen Staatsanwaltes ab. Daher kann eine Äußerung der politisch Verantwortlichen im Land eine sinnvolle Hilfestellung zur Rechtsgüterabwägung der Ermittlungsbehörden darstellen. Wir stellen es der Landesregierung anheim, sich im Rahmen einer Bundesratsinitiative für eine komplette, schon längst überfällige Streichung des § 25 VersG einzusetzen. Dabei geht es bei der Kritik an dem § 25 VersG nicht darum, sämtliches fehlerhaftes Verhalten von Versammlungsteilnehmer*innen straffrei zu stellen. Die Kritik ist vielmehr, dass die versammlungsleitende Person nach dem aktuellen § 25 VersG die komplette strafrechtliche Verantwortung übernehmen muss für alle Aktivitäten, die von jedem und jeder einzelnen Teilnehmenden ausgeht – eine unserer Meinung nach für eine versammlungsleitende Person viel zu hohe und unkalkulierbare Hürde. Da dieses Gesetzgebungsverfahren aber Zeit in Anspruch nimmt, wäre eine deutliche Stellungnahme der Landesregierung, also von Ihnen, in Richtung Staatsanwaltschaft sinnvoll, um im aktuellen Fall von einer Kriminalisierung desjenigen antifaschistischen Protestes abzusehen, der den feiernden Charakter der Befreiung vom Faschismus zum Inhalt hat.

Wir feiern: Die Befreiung vom Faschismus!
Wir fordern: 8. Mai wird Feiertag!

Artikel im Nordkurier dazu

Artikel Ostseezeitung

Foto der umstrittenen Versammlung:

Foto: Bildwerk Rostock

Hauptpreis des Johann-Stelling-Preises 2020

Das Aktionsbündnis 8. Mai Demmin bekommt den Hauptpreis des Johannes-Stelling-Preises 2020.
Wir freuen uns über die Auszeichnung.
Was wir mit den 2000 Euro umsetzen, ist noch in der Diskussion. Wir suchen gerade nach einer interaktiven Mitmachaktion für das nächste Jahr.

Den nächsten 8. Mai werden wir noch kreativer gestalten, damit die Nazis richtig das Interesse vergeht, noch mal aufzutauchen.

https://www.facebook.com/SPDLandtagsfraktionMV/photos/a.495074153967619/1990070541134632/

Nordkurierartikel

dpa-Meldung

Johann Stelling Preis 2020

Das Aktionsbündnis 8. Mai Demmin ist einer der drei Preisträger des Johann-Stelling-Preises der SPD-Landtagsfraktion MV

Wir freuen uns !

Hier gibt es ein Video, welches dafür gedreht wurde:
https://facebook.com/SPDLandtagsfraktionMV/posts/1967306640077689

Welchen der drei Preise wir gewonnen haben und wie der Preis in der derzeitigen Situation verliehen wird, wird in der nächsten Wochen von der SPD veröffentlicht.

Artikel im Nordkurier dazu

Offener Brief: Zivilgesellschaft ist gemeinnützig – und muss es bleiben

Nachdem mehreren Organisationen die Gemeinnützigkeit entzogen wurde, ist die Verunsicherung groß: Wie weit dürfen sich gemeinnützige Organisationen auch politisch engagieren? Über 70 Organisationen haben sich mit der Bitte um rechtliche Absicherung an die Finanzministerien von Bund und Ländern gewendet. Antworten kamen nur aus vereinzelten Ministerien, und sie waren vor allem beschwichtigender Natur. Teilweise wurde gar geleugnet, dass überhaupt ein Problem besteht. Deshalb veröffentlichen wir unseren Brief und bitten um Unterstützung und Verbreitung seiner Inhalte.
siehe auch:
https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/offener-brief-zivilgesellschaft-ist-gemeinnuetzig-und-muss-es-bleiben-62907/

Sehr geehrte Frau Finanzministerin, sehr geehrter Herr Finanzminister, sehr geehrter Herr Finanzsenator,

wir wenden uns an Sie, um der Besorgnis und Verunsicherung Ausdruck zu geben, die sich seit den Aberkennungen der Gemeinnützigkeit politisch aktiver Organisationen im Nachgang des Attac-Urteils in unseren Reihen breitmachen.

Wir, das sind über 70 Trägervereine, Initiativen und Organisationen, in denen sich Engagierte zusammenfinden, die für Demokratie, Grund- und Menschenrechte einstehen. Unser Einsatz gegen Hass und Menschenfeindlichkeit, gegen Rassismus, Antisemitismus und andere Formen von Diskriminierung ist leider zunehmend von Angriffen der extremen Rechten begleitet.
Das Ausbleiben weiterer Aberkennungen der Gemeinnützigkeit aufgrund kulanter Auslegungen der Abgabenordnung durch die Finanzbehörden nehmen wir dankbar zur Kenntnis. Wir befürchten aber, dass ohne eine starke und werteorientierte Gesetzesreform unser Problem nur aufgeschoben wird. In dieser Situation haben Sie es mit einer Reform des Gemeinnützigkeitsrechts in der Hand, wichtige Demokratiearbeit dort zu schützen und zu unterstützen, wo sie am nötigsten gebraucht wird, und den Aktiven vor Ort die Sorge vor der existenziellen Bedrohung zu nehmen, die für sie der Verlust der Gemeinnützigkeit darstellt.

Shrinking Spaces – Zivilgesellschaft in Bedrängnis

In unserer Arbeit verteidigen wir Demokratie und Grundgesetz dort, wo sie angegriffen werden. Wir setzen Anreize für demokratisches Engagement und geben ihm einen Rahmen. Wir leisten politische Bildungsarbeit, vermitteln demokratische Werte und Kultur und übernehmen so einen zentralen Beitrag zur Prävention von Menschen- und Demokratiefeindlichkeit. Dies alles tun wir selbstlos und mit Blick auf das Gemeinwohl.

Eine lebendige, vielfältige und eigenständige Zivilgesellschaft ist ein zentrales Merkmal unseres demokratischen Systems – wird ihre Rolle in Frage gestellt und werden ihre Akteure angegriffen, muss das allen Demokratinnen und Demokraten sehr zu denken geben. Zivilgesellschaftliche Organisationen werden von einer immer wirkmächtigeren rechtsalternativen und rechtsextremen Gegenöffentlichkeit im Internet diskreditiert, systematisch delegitimiert und kriminalisiert. Verleumdungen und Hetze werden umso problematischer, weil sie von Anfragen, Anträgen und Gesetzentwürfen begleitet werden, die immer stärkere Fraktionen der AfD in Kommunal- und Landesparlamente einbringen. In einem solchen gesellschaftlichen Klima sinken Hemmschwellen, Engagierte persönlich anzugreifen, etwa in konzertierten Shitstorms oder Drohmails. Rechtsextreme Gewalttäter fühlen sich ermutigt und greifen Projekte und Mitarbeitende mit Stein- und Farbbeutelwürfen an, zünden Autos an und schrecken auch vor Gewalt gegen Personen nicht zurück. Der Kreis der Betroffenen ist so vielfältig wie der dritte Sektor selbst und reicht von den großen Wohlfahrtsverbänden bis hin zu lokalen Initiativen gegen Rechtsextremismus. Klar ist allerdings auch, dass es gerade kleinere Akteure im ländlichen Raum sind, die besonders unter den Angriffen leiden: wo Ressourcen und Personal knapp sind, und wo Aktive sehr viel persönlicher für ihre Projekte einstehen müssen, kosten die Reaktion auf Anfeindungen und die Notwendigkeit, eigene Sicherheitskonzepte zu überdenken, Energie und Nerven und entmutigen.

Zivilgesellschaft ist gemeinnützig – und muss es bleiben

In dieser Situation stellt die Sorge um den Entzug der Gemeinnützigkeit einen Punkt unter vielen dar, der in einer angespannten Situation unsere Arbeit belastet – gleichzeitig bedroht uns eine Aberkennung des Status aber in unserer Existenz. Denn außer Steuervorteilen und Anreizen für Spenderinnen und Spender sind mit der Gemeinnützigkeit auch Zugänge zu öffentlichen und privaten Fördermitteln verknüpft. Fehlende Rechtssicherheit und bisher nicht gesetzlich verankerter Vertrauensschutz für die Weitergabe von Fördermitteln könnten in Zukunft unbequeme, sich politisch äußernde Träger in der Förderpraxis benachteiligen. Staatliche Stellen, andere Organisationen, Öffentlichkeitsarbeit und Privatperson nehmen den Status über seine finanzrechtliche Bedeutung hinaus als Gütesiegel wahr. So ist auch der Zugang zu Räumen für Veranstaltungen und zu Genehmigungen für Infostände im öffentlichen Raum oft mit der Gemeinnützigkeit verknüpft. Noch weit unter der Schwelle der Aberkennung der Gemeinnützigkeit und Auseinandersetzungen vor Gericht sorgt das Thema für weitere Verunsicherung und Vorsicht unter zivilgesellschaftlichen Organisationen und Initiativen, die ihre gemeinnützigen Zwecke auch mit politischen Mitteln verfolgen wollen. Träger politischer Bildung wünschen sich Sicherheit, dass ihre an demokratischen Werten, Grund- und Menschenrechten orientierte Arbeit den im Attac-Urteil geforderten, aber nicht definierten Grundsatz der „geistigen Offenheit“ nicht verletzt. In diesem Sinne ist es für unsere Arbeit weiterhin unerlässlich, Angehörige rechtsextremer Parteien oder Organisationen oder Menschen, die bereits in der Vergangenheit durch menschenfeindliche Äußerungen aufgefallen sind, von Veranstaltungen ausschließen zu können.

Vorschläge für ein Gemeinnützigkeitsrecht auf Höhe der Zeit

Das zentrale Recht der Zivilgesellschaft ist das Gemeinnützigkeitsrecht und fällt damit in Ihr Ressort. Es liegt deshalb also in Ihrer Hand, ein deutliches Signal für eine starke, diverse und selbstbestimmte Zivilgesellschaft zu setzen. Die angekündigte Reform des Gemeinnützigkeitsrechts muss das Problem fehlender Rechtssicherheit für zivilgesellschaftliche Organisationen dringend beheben. Dazu bedarf es…

… einer Ergänzung der Liste gemeinnütziger Zwecke in § 52 Absatz 2 der Abgabenordnung, um die Betätigungsfelder gemeinnütziger zivilgesellschaftlicher Organisationen zeitgemäß abzubilden. Beispiele wären etwa Demokratiearbeit; Einsatz gegen Rassismus, Antisemitismus und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit; Förderung der Menschenrechte und Grundrechte, des Friedens, des Klimaschutzes, der sozialen Gerechtigkeit, der informationellen Selbstbestimmung und der Förderung von geschlechtlicher und sexueller Vielfalt. Zusätzlich sollte in Absatz 1 aufgenommen werden, dass gemeinnützig auch ist, was die Allgemeinheit auf demokratischem Gebiet fördert (neben materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet).

… einer Ermöglichung demokratischen Engagements gemeinnütziger Organisationen über ihre eigenen Satzungszwecke hinaus. Organisationen müssen sich bei Gelegenheit auch für andere, nicht in ihrer Satzung festgeschriebenen gemeinnützige Zwecke engagieren können, ohne das Ausschließlichkeits-Prinzip zu verletzen. Dazu ist eine weitere Ausnahme in § 58 nötig.

… einer Klarstellung, dass gemeinnützige Zwecke auch mit politischen Mitteln verfolgt werden dürfen. Dies könnte durch einen neuen Absatz in § 51 oder 52 geschehen, der klarstellt, dass zu den Mitteln zur Verfolgung der Satzungszwecke im Rahmen allgemeiner Gesetze auch die Einwirkung auf die politische Willensbildung, auf die öffentliche Meinung, auf politische Parteien und staatliche Entscheidungen gehören.

… der Streichung der Verfahrensregel in § 51 Absatz 3 Satz 2, die bei der Erwähnung gemeinnütziger Organisationen in einem Verfassungsschutzbericht die Beweislast für einen Verstoß gegen Gemeinnützigkeits-Regeln umkehrt. Der Beweis, nicht verfassungsfeindlich zu sein, ist gerade für kleinere Organisationen kaum oder nur unter enormem Ressourcenaufwand zu erbringen. Der Verfassungsschutz hingegen muss die Behauptungen und Folgerungen in seinen Berichten nicht belegen. Beibehalten möchten wir die Anforderung an Gemeinnützige, sich an die Verfassung zu halten. Damit können Rechtsextreme aus der Gemeinnützigkeit ausgeschlossen werden – wenn die Verfassungsfeindlichkeit bewiesen wird.

… einer Präzisierung des Grundsatzes der „geistigen Offenheit“, in der sich politische Bildung zu vollziehen habe. Politische Bildung ist nicht wertneutral, sondern soll sich im Sinne einer streitbaren Demokratie an demokratischen Werten und Grundrechten orientieren. Die Möglichkeit, Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, von Veranstaltungen auszuschließen, muss gewährt werden.

Für die laufenden Bemühungen, diese und weitere Probleme im Gemeinnützigkeitsrecht anzugehen, sind wir Ihnen dankbar und möchten Sie und Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter darin bestärken, dem Prozess zu einem erfolgreichen Abschluss zu verhelfen und mit einer umfassenden Reform Rechtssicherheit für eine politisch aktive Zivilgesellschaft zu schaffen.

Wir bedanken uns herzlich für Ihre Hilfe und erwarten Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen im Namen der unterzeichnenden Organisationen und Initiativen

Grit Hanneforth Geschäftsführerin und Sprecherin Bundesverband Mobile Beratung e.V.
Timo Reinfrank Geschäftsführer Amadeu Antonio Stiftung
Robert Kusche Vorstand Verband der Beratungsstellen für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG) e.V.

Unterzeichnende

AJZ e.V. Dessau
Aktionsbündnis 8. Mai Demmin
AKuBiZ e.V. Pirna
Anderer Kunstverein e.V.
Antidiskriminierungsbüro Sachsen e.V.
Antifaschistische Initiave Eberswalde (afie)
Arbeit und Leben Sachsen e.V.
Arbeitsgemeinschaft Jugendfreizeitstätten (AGJF) Sachsen e.V
ASA-FF e.V.
Augen auf e.V. Oberlausitz
BEFORE München
BildungsBausteine e.V.
Bon Courage e.V.
Bund Deutscher Pfadfinder_innen – Landesverband Thüringen
Bund Deutscher PfadfinderInnen Landesverband MV e.V.
Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus Weimar
colorido e. V. Plauen
Conne Island Leipzig
Courage – Werkstatt für demokratische Bildungsarbeit e.V. (NDC Sachsen)
Cultures Interactive e.V.
Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e.V.
Deutsche Gesellschaft für Demokratiepädagogik e.V
Dissens – Institut für Bildung und Forschung e.V., Berlin
djo – Deutsche Jugend in Europa, Landesverband Sachsen-Anhalt e. V.
Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma
Each One Teach One (EOTO) e.V.
ezra – Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Thüringen
Förderverein der sächsischen Landesarbeitsgemeinschaft Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus
Freie Bühne Jena e.V.
Gerede e.V. – Verein für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt
Geschäftsstelle Kinder- und Jugendring Landkreis Leipzig e.V.
Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland e.V.
Gruppe gegen Antiromaismus Dresden
ISTA / Institut für den Situationsansatz
Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e. V. (IDA)
Jugendbegegnung in Theresienstadt / Terezín e.V.
KLinke e.V. Merseburg
Kulturbüro Sachsen e.V.
LAG Jungen- und Männerarbeit Sachsen
Landesarbeitsgemeinschaft Jungenarbeit Baden-Württemberg e.V.
Landesfrauenrat Thüringen e.V.
leben.lernen.leipzig e.V.
LidiceHaus, Jugendbildungsstätte Bremen
LOBBI e.V.
LSVD Bundesverband
Michael Zimmermann, Beauftragter für Friedens- und Versöhnungsarbeit der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens
Mideast Freedom Forum Berlin
Miteinander – Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt e.V.
Mobit e.V.
Netzwerk AsylMigrationFlucht Dresden
Netzwerk für Demokratie und Courage e.V.
Netzwerk für Demokratische Kultur e.V. Wurzen
Netzwerk Tolerantes Sachsen
Ökumenische Arbeitsgemeinschaft Kirche für Demokratie und Menschenrechte
Opferperspektive – Solidarisch gegen Rassismus, Diskriminierung und rechter Gewalt e.V.
plus humanité e.V.
Projekt GegenPart – Mobiles Beratungsteam gegen Rechtsextremismus in Anhalt
Qube – Queere Bildungs- und Antidiskriminierungsarbeit in M-V
RAA Hoyerswerda
RAA Mecklenburg-Vorpommern e. V.
RAA Sachsen e.V.
Republikanische Anwältinnen- und Anwälteverein (RAV e.V.)
riesa.efau – Kulturforum Dresden
Rock gegen Rechts Stralsund e.V.
Sächsischer Flüchtlingsrat e.V
SJ – Die Falken, Landesverband Sachsen
Treibhaus e.V. Döbeln
Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e.V. – Geschäfts- und Beratungsstelle Leipzig
VVN-BdA Vogtland
WARRIORS e.V. mit Kultur für Demokratie und Menschenrechte
Zentralrat Deutscher Sinti und Roma

Landesparteitag der AfD verschoben

Durch die Verordnungen wegen der aktuellen Corona-Lage musste der AfD-Landesparteitag am 7./8.11. abgesagt werden werden.
Über einen neuen Termin halten wir euch auf dem Laufenden.
Wir freuen uns auf ein freies Wochenende!

Nachhaltiger wäre, de AfD würde sich gleich ganz auflösen.

Stimmt für uns beim Deutschen Engagementpreis!

Seit über 10 Jahren stellt sich das Aktionsbündnis 8. Mai Demmin kreativ und aktiv gegen den Naziaufmarsch am 8. Mai in Demmin. Für uns ist der 8. Mai ein Tag der Befreiung vom Faschismus und wir wehren uns gegen die Geschichtsverdrehung durch die Nazis. Wir setzen uns ein für eine offene, solidarische, ökologische Gesellschaft – das ganze Jahr über.
Durch den Gewinn des Publikumspreis der Ehrenamtsstiftung wurden wir nominiert für den Deutschen Engagementpreis. Bis zum 27 10. 2020 geht noch die Abstimmung. Insgesamt gibt es 379 Nominierte.
Damit wir auf die vorderen Plätze kommen, brauchen wir euch. Gebt uns eure Stimme! Fragt auch eure Freund*innen, Verwandte, Kolleg*innen,…

Hier könnt ihr für uns stimmen

Digitaler Ostermarsch von Lebenslaute – Gemeinsam für den Frieden

An 20 Orten spielt und singt Lebenslaute das Aserbeidschanische Friedenslied Lazemder, in dem es heisst: Asien, Afrika, auf der ganzen Welt, Europa, Amerika, auf der ganzen Welt, kommt mit ihr Väter, Töchter, Söhne und stimmt mit uns zusammen das Lied des Friedens an.
Und ruft zum aktiven Engagement für Frieden und Menschenrechte auf, z.B. gegen die Rüstungsprduktion in Unterlüß.
mehr Infos:
https://www.lebenslaute.net/

Die Frauen im Sudan fordern ihre Rechte ein

Im April 2019 wurde nach Jahrzehnten endlich der Diktator Omar al-Baschir im Sudan durch die Bevölkerung gestürzt. Mit kontinuierlichem Protest, an dem sich viele Frauen beteiligten, wurde danach auch erreicht, dass kein neuer Diktator die Macht übernehmen konnte und seit April 2019 arbeitet eine Übergangsregierung, in der auch Frauen Ministerposten übernommen haben. Die alte Einheitspartei wurde abgeschafft und die nächsten Wahlen wurden auf 2022 festgelegt, da die Gesellschaft Zeit braucht, sich neu zu organisieren. Die Gleichberechigung ist noch nicht da, aber die Frauen holen sich Stück für Stück ihre Rechte. Eines der wichtiges Zeichen war Ende letzten Jahres die Abschaffung des Scharia-Gesetzes zur Kleiderordnung für Frauen. Aber der Unterschied zwischen Stadt und Land ist noch sehr stark und die Zahl der Analphabetinnen sehr hoch. Vieles ist noch zu verändern und selbst wenn die Bedingungen sehr widrig sind – die Frauen setzen sich aktiv für Gleichberechtigung ein.
Infos gibt es hier im Beitrag vom Deutschlandfunk

Die großen Veränderungen im Sudan wurden durch Generalstreik, zivilen Ungehorsam und gewaltfreien Protest erreicht. Auch wenn die Militärs schossen – meist bleiben die Proteste gewaltfrei. Das lag auch daran, dass Mahmud Muhammad Taha im Sudan eine sehr fortschrittliche Interpretation des Korans entwickelte. Taha schrieb nur den frühen, in Mekka offenbarten Suren überzeitliche, ethische Bedeutung zu. Die Suren aus Medina hingegen hielt er für zeitbedingt und als historisches Modell nur für das 7. Jahrhundert gültig. Dadurch setzte er sich für Gewaltfreiheit, Trennung von Gesellschaftsstruktur und Religion, ein modernes Menschenrechtsverständnis und weiteres ein.
„Das grundlegende Prinzip (al-asl) im Islam ist, daß jeder Mensch frei ist […], denn die Freiheit ist ein natürliches Recht (haqq tabi´i), dem die Pflicht zum verantwortlichen Umgang mit der Freiheit (husn at-tasarruf fi l-hurriya) entspricht.“
„Das grundlegende Prinzip im Islam ist vollkommene Gleichberechtigung (al-musawat at-tamma) zwischen Männern und Frauen.“[
Mehr Infos in diesem Buch: Im Kampf gegen die Tyrannei

Hier ein interessanter Beitrag von Arte aus der bewegten Zeit im letzten Jahr:

Todesopfer rechter Gewalt in MV – Erinnern und Mahnen

„Erinnern und Mahnen über rassistische Verbrechen der Vergangenheit sind wichtige Beiträge um rechte und autoritäre Ideologien in der Gegenwart zu bekämpfen. Rassismus und rechte Weltbilder gehen immer mit Gewalt einher. Für viele Migrant*innen und Asylsuchende bedeutet Mecklenburg-Vorpommern genau das: Die Gefahr rassistischer Gewalt, Beleidigungen, Bedrohungen. Wir müssen uns bewusst machen, dass rechte Gewalt ein Teil dieser Gesellschaft ist, den wir fortwährend zurückdrängen müssen.“ Zitat von PRO BLEIBERECHT

Rechte Morde in MV seit 1990:
Staatlich anerkannt: 5
Tagespiegel: 10, Verdacht: 3
Amadeu-Antonio-Stiftung: 13
Es gibt weitere Verdachtsfälle

Hier zwei Fälle, die seit kurzem zurück in die Erinnerung geholt werden:

Dragomir Christinel
In der Nacht zum 15. März 1992 drangen zwischen 25 und 40 rassistische Jugendliche aus der näheren Umgebung in die Unterkunft für Asylsuchende in Saal bei Ribnitz-Damgarten und erschlugen Dragomir Christinel. An seinem 27. Todestag 2019 gedachten erstmals Antifaschist*innen von PRO BLEIBERECHT und vom Alternativen Jugendzentrum Kita vor der ehemaligen Unterkunft in Saal seines Todes. Sie wollten einen ersten Schritt gehen, um Dragomir Christinels Geschichte zu rekonstruieren und seines gewaltsamen Todes zu gedenken.
Gedenk-Veranstaltungen 2020
Der Angriff auf die Unterkunft in Saal war einer von 157 Angriffen rechter Motivation auf Asylsuchende und Linke im Jahr 1992 in Mecklenburg-Vorpommern. Er war einer von mehr als fünfzig Angriffen von Nazizusammenrottungen auf Unterkünfte in diesem Bundesland.

mehr Infos zu den Veranstaltungen und zum Tod von Dragomir Christinel finden sich hier

Mohammed Belhadj
Vier Männer im Alter zwischen 18 und 22 Jahren quälen in Jarmen in der Nacht vom 21. zum 22. April 2001 den 31-jährigen algerischen Asylsuchenden Mohammed Belhadj stundenlang und erschlagen ihn schließlich mit einem Stein am Ufer des Zarrenthiner Kiessees.
An einer Tankstelle in Greifswald begegnet Mohammed Belhadj am Abend des 21. April 2001 vier jungen erwachsenen Männern. Auf der Suche nach Haschisch, wenden sie sich an den Algerier und nehmen ihn im Auto mit. Als sich herausstellt, dass er ihnen nicht behilflich sein kann, fangen sie an, ihn zu schlagen und eine stundenlange Tortur beginnt, an deren Ende die Täter ihr Opfer töten. Nachdem sie Mohammed Belhadj, erschlagen im See zurück lassen, äußert einer von ihnen Reue, woraufhin der Haupttäter entgegnet: „Mach dich doch nicht fertig. Es war doch nur ein Scheiß-Ausländer.“ Mohammed Belhadj erliegt im Wasser seinen Verletzungen. Die Täter wurden zu Jugendstrafen zwischen fünf und neun Jahren verurteilt. Der 18-jährige Haupttäter sei in „menschenverachtender Weise“ mit dem Opfer umgegangen, so das Gericht. Ein rechter Hintergrund wurde nicht erwähnt.
Bis heute ist Mohammed Belhadj nicht staatlich anerkannt als Todesopfer rechter Gewalt.

mehr Infos hier

KEIN VERGESSEN !

Rechte Morde in MV seit 1990:

Es gibt weitere ungeklärte Verdachtsfälle

Gedenk-Veranstaltungen 2020 für Dragomir Christinel

Grafik von Pro Bleiberecht

Mittelmeerdialoge in Stavenhagen

Nach 700 Aufführungen der Asyl-Monologe, Asyl-Monologe und NSU-Monologe erzählen die Mittelmeer-Monologe von den politisch widerständigen Naomie aus Kamerun und Yassin aus Libyen, die sich auf einem Boote nach Europa wiederfinden, von brutalen “Küstenwachen” und zweifelhaften Seenotrettungsstellen und von Aktivist*innen, die dem Sterben auf dem Meer etwas entgegen setzen.

Dokumentarisches Theater (Organisation Wort und Herzschlag)
- mit anschließendem Publikumsgespräch -

14. März, 19.00 Uhr, Alte Synagoge Stavenhagen
(in Zusammenarbeit mit dem Projekthof Karnitz)
mehr beim Facebook

Entschlossen gegen den Rechtsterrorismus

Am Donnerstag trafen sich 30 Menschen zur Mahnwache am Luisenplatz (Bericht Nordkurier) Unsere Trauer war gepaart mit unendlicher Sorge vor weiteren rechtsterroristischen Attentaten. Menschen mit Migrationshintergrund trauten sich leider kaum zu der Demminer Aktion trotz Einladung. Sie scheuten sich, wollten keine Probleme oder Rassismus abbekommen. Denn bei den Kommentare auf Facebook zur Ankündigung der Demminer Mahnwache und auf der Straße während der Aktion war einiges krasse dabei.

Aus der Pressemitteilung des Verbands der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt:
Unsere Solidarität gilt allen, die von rassistisch, antisemitisch und rechts motiviertem Terror und Gewalt betroffen sind: den Hinterbliebenen, den Verletzten, den Überlebenden und den angegriffenen Communities.

Jetzt gilt es den Betroffenen zuzuhören.
Konsequenzen zu ziehen und zu handeln sowie antirassistische, antifaschistische Initiativen zu stärken!
Damit so etwas nie wieder passiert.

und ja, die AfD ist der verlängerte Arm des Rechtsterrorismus.

Im Gedenken an die zehn Ermordeten des rassistischen Terroranschlags von #Hanau. Vergesst ihre Namen nicht!
Wir trauern um:

Ferhat Unvar
Gökhan Gültekin
Hamza Kurtović
Said Nessar El Hashemi
Mercedes Kierpacz
Sedat Gürbüz
Kaloyan Velkov
Vili Viorel Păun
Fatih Saraçoğlu
Gabriele Rathjen

mehr Infos zu den Opfern unter anderem hier

Mahnwache am 20.2. in Demmin

Heute: Mahnwache gegen den rechten Terror in Hanau und anderswo – wir trauern um die Opfer!

Die Nachrichten sind voll mit dem rechten Terror von gestern Abend in Hanau.
Ein Mann hat 9 Menschen, alle mit Migrationshintergrund, teilweise kurdisch, in zwei Shisha-Bars, einem Kiok und einem Auto erschossen. Der mutmaßliche Täter und seine Mutter wurden leblos aufgefunden
Ein Rechtsterrorist der rassistische Säuberungen will, Verschwörungstheorien anhängt, …
Das ist ein weiterer Rechter der gezielt Menschen erschießt. Erinnert an die Tat in Halle und die vielen anderen Ermordungen durch Rechte wie die Erschießung von Lübcke oder die Taten des NSU.
Die AfD schafft mit ihrer rassistischen Hetze das Klima für solche Taten.

Wir trauern um die Ermordeten, unser Mitgefühl gilt den Überlebenden,
Angehörigen und Freund*innen.
Wir sind schockiert, haben Angst und sind wütend.
Wir klagen den rassistischen Terror in diesem Land an.

Mahnwache heute am Luisenplatz in Demmin, 18 Uhr

„Hass vernichtet“ -Ausstellung und Vortrag

“Nachdem ich die ersten Hassbotschaften entdeckt habe, die auch zum Mord an Juden, Immigranten und Andersdenkende aufforderten, machte ich mich sofort daran, diese nach der fotografischen Dokumentation zu entfernen.”
Die Aktivistin ist für ihren unermüdlichen Einsatz gegen braune Parolen deutschlandweit bekannt geworden und natürlich immer unterwegs.

Ausstellung und Vortrag
von/mit Irmela Mensah-Schramm

mit Schülerarbeiten aus dem Schülerworkshop

5. März 2020, 19.00 Uhr, Alte Synagoge Stavenhagen
(in Zusammenarbeit mit dem Projekthof Karnitz)

Mehr auf Facebook

Veranstaltung in Greifswald: (Un)Sicherheitsbehörden

Auch wegen dem aktuellem Anlass eine spannende Podiumsdiskussion am kommenden Donnerstag in Greifswald:

»Wie steht es um die demokratische Verfasstheit der Behörden? Hat die gesellschaftliche Polarisierung auch diejenigen Institutionen erfasst, die dem Staat und damit dem Wohl aller dienen sollen – ohne Ansehen der Person?«

6. Februar 2020, 17 Uhr
Kulturzentrum St. Spiritus
Lange Straße 49/51, 17489 Greifswald

Über die Folgen der Enthüllungen und die nötigen Konsequenzen diskutieren
Christina Schmidt – taz-Journalistin und Mitautorin von „Extreme Sicherheit“
Gunnar Mächler – Leitender Polizeidirektor, Leiter der Polizeiinspektion Anklam
Kay Nadolny – ehemaliges Bürgerschaftsmitglied aus Rostock und Betroffener der Feindesliste des rechten Netzwerks »Nordkreuz«.
Moderation Kristin Zimmermann (Radio LOHRO)

Eine Veranstaltung der LOBBI – für Betroffene rechter Gewalt in Mecklenburg-Vorpommern mit dem Bündnis »Greifswald für alle« und dem Arbeitskreis kritischer Jurist*innen Greifswald.

mehr Infos: https://www.lobbi-mv.de/nachrichten/unsicherheitsbehoerden---rechtsradikale-in-der-polizei-und-die-folgen/

Gemeinsam gegen rechte Gewalt in Greifswald und anderwo

Letzten Sonntag kam es zu einem versuchten Angriff mit Molotovcocktails auf das linksalternative #Jugendzentrum Klex in Greifswald. Kurz zuvor gab es Freitag aggressive Pöbeleien und Handgreiflichkeiten gegen Vereinsmitglieder und Haus, wobei rechtsextreme Parolen gebrüllt wurden.

Getroffen hat es einige, gemeint sind wir alle! Auf zur Solidemo am Samstag 1.2. um 14 Uhr auf dem Greifswalder Marktplatz!

Auf das es nie wieder ein Auschwitz gibt!

„Während ich die ersten Bilder von Auschwitz in der Schule sah, wurde mir so schlecht, dass ich mich übergeben musste. Ich konnte mir vorher nicht vorstellen, dass Menschen sich an so etwas beteiligen“
Es ist wichtig, immer wieder daran zu erinnern, wie grausam und vernichtend diese Konzentrationslager vor allem für jüdische Menschen waren, die zu Millionen getötet wurden. Drei Demminer Juden wurden im KZ getötet, andere konnten fliehen, bei einigen ist unklar, was aus ihnen geworden ist. Viele verließen die Stadt schon vor 1938, weil der antisemitische Druck zu groß war.
In der Munitionsfabrik in der Woldeforst im Norden Demmins starben die sowjetischen Kriegsgefangenen bei kräfteraubender Zwangsarbeit sehr schnell an Kälte, Krankheiten und Unterernährung.
Der katholischen Priester Nolewaika kam 1940 ins KZ Dachau und starb 1951 an Spätfolgen.

Heute gab es dazu eine Veranstaltung in der katholischen Kirche von Demmin und ein Gedenken am Barlachplatz.

Leider war die AfD anwesend und legte neben vielen anderen auch ein Blumengebinde ab.

Danach legten einige noch Blumen an die polierten Stolpersteine.

Stolpersteine für Lisbeth und Arnold Davidsohn

Stolperstein für Grete Davidsohn

Bilder: Demmin Nazifrei

Unterstützung für Sayuti

Mehr als in Jahr ist es her: Sayuti ist weg

Zum vorletzten Festival „Wasted in Jarmen“ war er von der Band „Feine Sahne Fischfilet“ eingeladen worden und konnte nicht mehr mitkommen. Sayuti wurde zwei Tage vorher nach Ghana abgeschoben.

Sayuti kam 2015 aus Ghana nach Deutschland. Vier Jahre lang, war er auf der Flucht, ohne Arbeit, mit dem festen Vorhaben sich hier ein Leben aufzubauen. Viele haben ihn als netten, verlässlichen Kumpel kennengelernt. Freundschaften wurden geschlossen. Er ist auch ein Freund der Kommune in Volzendorf geworden, zeitweise lebte er auch hier und einzelne Bewohner verbrachten viel Zeit mit Sayuti.
Letztes Jahr wurde er in einer Nacht- und Nebelaktion zurück nach Ghana abgeschoben. Er war verlobt in Deutschland und plante seine Rückkehr, machte Deutschkurse usw., doch die bürokratischen Hürden sind enorm und es würde eine unabsehbar lange Zeit dauern.
Sayuti merkte, dass er nicht weiter so leben kann, ungewiss hoffend auf eine Zukunft in einem weit entfernten Land.  Und so hat er beschlossen, seine Deutschlandpläne aufzugeben und sich stattdessen in Ghana eine Existenz aufzubauen.
Schon als kleiner Junge arbeitete er auf Bussen im von Privatmenschen organisierten öffentlichen Nahverkehr in Kumasi. Er hat später einen Führerschein gemacht und auch Personen transportiert. Nun möchte er sich selbst einen kleinen Bus kaufen. Viele von uns stehen noch immer mit Sayuti in Kontakt und unterstützen, wo es geht. Die Verlängerung seines Führescheins kostete ebenso wie die Anmietung einer eigenen Bleibe. Zurzeit hat er einen kleinen Job als Fahrer von Schulkindern. Der Lohn reicht aber überhaupt nicht dafür aus, sich etwas für den Kauf eines Busses zurückzulegen.
Wir kennen und vertrauen Sayuti und helfen, wo wir können. Wenn der eine oder die andere von euch ihn ebenfalls auf direktem Wege helfen möchte, gibt es zwei Wege den Buskauf finanziell zu unterstützen:

Wer keine Spendenbescheinigung braucht, überweist direkt auf das Konto der Kommune Volzendorf:
 
Kontoinhaber: V9 n.e.V.
GLS Bank
IBAN: DE16 4306 0967 2065 2188 00
BIC: BYLADEM1GLS
Verwendungszweck: Projekt B
 
Wer eine Spendenbescheinigung braucht,
überweist auf folgendes Konto, jedoch unbedingt unter Angabe des Verwendungszweck: Projekt B und einer vollständigen Angabe von Name und Anschrift, um die Spendenbescheinigung an euch raus schicken zu können.  

Kontoinhaber: Sinnflut e.V.
IBAN: DE76 1709 2404 0006 0289 77
BIC: GENODEF1FW1
Verwendungszweck: Projekt B Vorname Name Anschrift

Jeder Betrag, noch so klein, ist willkommen!
 
Vielen Dank für euer Interesse an diesem Aufruf
Die Freunde aus der Kommune Volzendorf 9

Fluchtursachen und Widerstand

Klimawandel, Flucht und der Widerstand in den südlichen Ländern

Mo, 18.11. | 19:00 Uhr
Café 3K | Clara-Zetkin-Straße 16, Demmin

Vortrag und Diskussion

mit Menschen von Afrique-Europe-Interact
und
Ausstellungseröffnung Jenseits von Lampedusa – Willkommen in Kalabrien

Der menschengemachte Klimawandel verschärft die Situation in den südlichen Ländern. Ausbleibender Regen und andere Wetteränderungen verschlechtern die Ernte und rauben dadurch die Lebensgrundlage – vielen bleibt nur die Flucht. Bäuerinnen und Bauern und andere wehren sich vor Ort selbstorganisiert gegen die Folgen und gegen das Landgrabbing von Investoren. Sie sind aktiv in sozialen Auseinandersetzungen um eine gerechtere bzw. selbstbestimmte Entwicklung.

Veranstalter: Demminer Bürger e.V.
eine Programmreihe von Weltwechsel


Bildrechte: Afrique-Europe-Interact

15.11. Veranstaltung: „Das Erinnern der Anderen“

Abschlussveranstaltung der Ausstellung „Das Geheimnis der Versöhnung ist Erinnerung“

Das Erinnern der Anderen
Freitag, 15. November 2019
18 Uhr, Gemeindesaal der St. Bartholomaei-Kirche in Demmin

Wie erinnern weißrussische Frauen und Männer den Überfall der deutschen Wehrmacht im Juli 1941? Damals waren sie Kinder, wurden aus ihren Träumen und Spielen gerissen. Oft sind sie die einzigen Überlebenden ihres Dorfes.

Frau PD Dr. Elke Scherstjanoi
, Historikerin am Institut für Zeitgeschichte München, hat die Erinnerungstexte zusammen gestellt und wird in das Thema einführen. Der Eintritt ist frei. Im Anschluss gibt es bei Getränken und Snacks die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Die Abschlussveranstaltung knüpft an die Ausstellung der Friedensbibliothek Berlin „Das Geheimnis der Versöhnung ist Erinnerung“ mit Fotos und Textdokumente zum Russlandfeldzug im Zweiten Weltkrieg an. Sie wurde im August und September von rund 750 Menschen in der St. Bartholomaei-Kirche Demmin besucht.
Gefördert wird das Projekt mit Mitteln aus dem Programm „Demokratie leben!“.

Weltwechsel-Veranstaltungen in Demmin

In den nächsten zwei Wochen gibt es mehrere Veranstaltungen von Weltwechsel in Demmin. Die landesweite Veranstaltungsreihe vom Eine Welt Netzwerk haben in diesem Jahr rund 70 Akteur*innen in 19 Orten Mecklenburg-Vorpommerns mit über 80 entwicklungspolitische Veranstaltungen zum Jahresthema Klimaschutz auf die Beine gestellt.

Ausstellung: Interaktiv: Ausstellung Klimawandel
Klimawandel zum Anfassen – Klimaschutz zum Anpacken
von Mo, 11.11. bis Fr, 15.11. | jeweils 08:00 bis 15:00 Uhr
Aula, Fritz-Reuter-Schule, Demmin | Frauenstraße 18, Demmin
Gerne kann ein Klima-Café dazu gebucht werden, in dem (Schul-) Gruppen das Erfahrene gemeinsam erörtern. Ab Klassenstufe 9, ca. 90 min.
Anmeldung bei wibke.seifarth@kjr-mse.de

Dark Eden – Der Albtraum vom Erdöl
Umwelt-Dokufilm über Segen und Fluch fossiler Energie
Mo, 11. 11. | 19:00 – 21:30
Aula, Fritz-Reuter-Schule, Demmin | Frauenstraße 18, Demmin

Bürgerwerkstatt Windenergie
ENTFÄLLT!
Wird voraussichtlich im Frühling nachgeholt, war geplant am Do, 14.11.

Ausstellung: Jenseits von Lampedusa - Willkommen in Kalabrien
von Mo, 18.11. bis So, 24.11.2019
Mo.-Fr. 17 Uhr bis 20 Uhr, Sa. + So. 10 Uhr bis 16 Uhr
Café 3K | Clara-Zetkin-Straße 16, Demmin

Fluchtursachen und Widerstand
Klimawandel, Flucht und der Widerstand in den südlichen Ländern
Mo, 18.11. | 19:00
Café 3K | Clara-Zetkin-Straße 16, Demmin