Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Keine Rassist_innen in die Parlamente

Zur Kommunalwahl am 25. Mai 2014 sind auf den Listen in Demmin und Demmin-Land keine Vertreter_innen der NPD, auch keine der AFD. Dies betrifft nicht nur die kommunalen Parlamente sondern auch die Wahlen zu den Bürgermeister_innen.
Das mag daran liegen, dass die Fans dieser Parteien hier meist nur Dumpfbacken sind, die bei der konkreten Arbeit versagen würden, wie in anderen Städten wie Schwerin und Rostock die Vertreter der NPD zeigten. Deswegen finden sie keine Personen, die zur Wahl antreten.
Im Kreistag Mecklenburgische Seenplatte sieht das ein wenig anderes aus, aber vom selbständigen Agieren der NPDler ist da nicht die Rede. Sie bringen oft Anträge rein, die auch in andere Kreistage eingebracht werden.

Vorbehalte gegenüber Geflüchteten sind auch bei Vertreter_innen der demokratischen Parteien zu finden. Da ist noch viel zu diskutieren in dieser Gesellschaft.

Für eine Will­kom­mens­kul­tur, die ihren Namen wert ist. Re­fu­gee wel­co­me.

Wie wollen wir uns an die Geschichte erinnern?

Neue Erkenntnisse zu Gräbern von Zwangsarbeiter-innen?
Sollen die Namen wieder auf die sowjetischen Gräber?
Welche Denkmäler in welcher Form sind wichtig für eine vielfältige Erinnerungskultur?
Ein komplexes Thema, das am letzten Donnerstag bei der Gedenkkulturen-Veranstaltung viel Diskussion im Detail barg und an diesem Abend sachlich und historisch diskutiert wurde.


Ca. 50 Menschen widmeten sich den zwei Vorträgen vom Deutsch-Russischen Museum Berlin/Karlshorst und der folgenden Diskussion.

Bis Anfang der 90er waren an den Kriegsgräbern am Barlachplatz 21 Namen zu lesen, die dann bei der Umgestaltung verschwanden. Kommen diese bald wieder zuück? Die Stadtspitze sagte, sie hat neue Erkenntnisse. Sie sprach von 5 Namen und will ihnen eine gemeinsame Gedenktafel aufstellen, da nicht genau klar sei, wo sie liegen. Hier ist wohl noch einiges aufzuklären / recherchieren in der nächsten Zeit, da blieben an dem Abend einige Fragen offen.

Wie die Erinnerungskultur aussehen soll, da gibt es von wissenschaftlicher Seite klare Äußerungen, aber mehrere Fragen sind auch politisch/gesllschaftlich zu klären. Den Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion sind die Kriegsgräber wichtig, weniger die sowjetischen Denkmäler wie das an zentraler Stelle in Malchow. Ob der rote Stern und Hammer/Sichel sichtbar bleiben? Vielleicht braucht es das für die Erinnerung.

Neu sind gerade die Erkenntnisse von Gräbern in der Woldeforst. 100 bis 150 Tote sollen dort liegen sagen jetzt Zeitzeugen. Viele Jahre war dort eine Munitionsfabrik. Vielleicht kommt die nächsten Monate mehr Licht in die Sache. Wäre zu wünschen.

Einen Artikel gibt es vom Nordkurier und demnächst wohl auch vom NDR-Fernsehen
Update 21.3.: Noch ein Artikel vom Nordkurier

Hintergrundinformationen finden sich in der Broschüre vom Demminer Regionalmuseum: „Das Kriegsende in Demmin 1945 – Umgang mit einem schwierigen Thema“

Unterstützung aus Berlin

Soliparty für den Widerstand gegen die´den Naziaufmarsch in Demmin
am 29.3. in der Scharnweberstraße 38, Berlin-Friedrichshain

http://kaffeefahrten.wordpress.com/

Einen Bus soll es genauso wieder geben von Berlin nach Demmin am 8.5. und demnächst auch Infoveranstaltungen.

Ausgeschlossen aus der „deutschen Volksgemeinschaft“: Davidsohn, Kotlarski und andere

Veranstaltung des Demminer Regionalmuseums im Begleitprogramm zur stadtgeschichtlichen Ausstellung „Demmin auf der Straße“

Sonntag, 10. November 2013, 10.30 Uhr
Stadtspaziergang anlässlich des Gedenkens an die Opfer der Reichspogromnacht vom 9. zum 10. November 1938


Der historische Stadtrundgang am 8.5.2013 vor der ehemaligen Synagoge (Foto: OS)

Ausgeschlossen aus der „deutschen Volksgemeinschaft“:
Davidsohn, Kotlarski und andere.

Unter diesem Titel erinnern wir an vertriebene und ermordete Juden aus Demmin, an politisch Diskriminierte und Verfolgte, an ausländische Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen und Kriegsgefangene in der Stadt. Wir informieren über Orte und Ereignisse von nationalsozialistischer Repression, Gewalt und Hetze in der Stadt, über lokale NS-Organisationen und ihre Akteure.

Treffpunkt: 10.30 Uhr Bartholomaei-Kirche, an den Glocken
Dauer ca. 1 Stunde

Route:

Bartholomaei-Kirche (Zugang Breitscheidstraße) – Kahlden- und Frauenstraße – Luisentor (über Turmstraße) – Breitscheidstraße – Wiedemenstraße – Baustraße – Synagogenstraße – Schwedenwallweg – Nikolaistraße.

An den „Stolpersteinen“ für die ermordeten jüdischen Bewohner Demmins können Blumen abgelegt werden.

Naziaufmarsch am 9.11. gegen Flüchtlingsheim in Friedland

Nachdem es schon heute einige NPD-Kundgebungen gegen Flüchtlinge und Proteste dagegen gab, welche morgen an anderen Orten fortgesetzt werden, hat die NPD heute angekündigt, einen Naziaufmarsch wieder am 9.11. -Jahrestag der Reichspogromnacht- in MV zu veranstalten. Diesmal in Friedland (auf halber Strecke zwischen Anklam und Neubrandenburg), wieder gegen ein Flüchtlingsheim. Am 9.11.2012 in Wolgast ist der Naziaufmarsch blockiert worden.

Bald gibt es Infos über die Proteste am 9.11.2013 aus Solidarität mit den Flüchtlingen in Friedland.
Und haltet weiter die Augen offen, was die Nazis planen, denn bis dahin wird noch einiges passieren.

Geflüchtete und Rechtsradikale

Das Klopfen an der Festung Europa wird gerade stark diskutiert, selbst die Innenminister sehen irgendeinen Handlungsbedarf.
Für die Geflüchteten sind die Bedingungen nach wie vor schlecht. Die diversen Medien berichten davon, aber bis jetzt hat sich noch nichts wirklich verbessert und so ist es wichtig, weiter auf die Straße zu gehen, morgen in Rostock, in Berlin, in MV oder sonstwo.

Wer noch mehr Motivation braucht, hier ein Bericht und hier noch einer.

Oder ein Video:

Zwei weitere Veranstaltungen dazu in der nächsten Zeit in der Mecklenburgischen Seenplatte:

Am 26. 10.: „Die Mecklenburgische Seenplatte und die extreme Rechte“

Eine bundesweite Konferenz vom 28.11. bis 30.11. zu Christliches Engagement gegen Minderheitenfeindlichkeit und Rechtsextremismus

Widerstand gegen „Ausländer kosten uns Millionen – Recht auf Asyl abschaffen!“

Die NPD plant nächste Woche mehrere Veranstaltungen unter dem Motto: „Ausländer kosten uns Millionen – Recht auf Asyl abschaffen!“
Gegenkundgebungen sollen an allen Orten angemeldet werden – seid dabei.

Montag 21.10.2013
10:00 – 11:30 Strasburg, Markt
12:30 – 14:00 Torgelow, Ueckercenter
14:00 – 15:00 Torgelow-Drögerheide, Straße der Freundschaft
anschl. Eggesin

Dienstag 22.10.2013
09:00 – 10:30 Ahlbeck, Seestraße
10:30 – 12:00 Heringsdorf, Seestraße
13:00 – 14:30 Wolgast
15:00 – 16:30 Anklam

Vermutlich wird es die Tage danach in anderen Städten von MV weitergehen, haltet die Augen offen.

Weitere Infos demnächst auch hier

Werdet aktiv! Nazi-Kundgebungen verhindern!

Staudenbörse und Erntetausch

Dieses Wochenende ist viel los und neben der refugee welcome-Demo in Rostock gibt es in Demmin die

Wir wollen selbstgezogene Stauden und Gehölze tauschen, Erprobtes weiterreichen, Neues ausprobieren, Erfahrungen austauschen und Hilfe geben. Unter diesem Motto treffen sich Gartenfreunde und stellen ihre selbstgezogene Pflanzen auf Schenk,- Tausch- oder Spendenbasis zur Verfügung. Kurzfristig kam auch noch die Idee vom Erntetausch dazu, von der viele spontan begeistert waren.

Samstag, 19. Oktober 2013, 14 – 17 Uhr,
Lübecker Speicher (Hafen Demmin)

Für Kaffee und Kuchen ist gesorgt.

16:30 Uhr Film: „Zukunft säen – Vielfalt ernten! Saatgut bleibt Gemeingut“ (2010, 34min)

Teilnehmer_innen unter anderen:
Hof Ulenkrug … und hoffentlich viele weitere Anbieter aus Demmin oder von weiter weg!

Wir freuen uns auf eine rege Beteiligung und interessante Gespräche!
Veranstalter: Lübecker Speicher Demmin e.V.

Zurück auf den Straßen

Die Bedingungen der Geflüchteten sind sind noch nicht wirklich verbessert worden. Die Diskussion um die Menschen, die über Lampedusa Europa erreichen wollen, zeigt wieder die klassischen Abschottungsmentalität. Der Alltag der Geflüchteten, die es bis hierher geschafft haben, ist immer noch durch viele Einschränkungen und Anfeindungen geprägt. Deswegen haben sich gestern wieder Non-Citizen vor dem Brandenburger Tor versammelt, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen und freuen sich auf Unterstützung.

In MV sieht es nicht anderes aus und so gibt es am 19.10. eine
Demo in Rostock: Refugees Welcome

Dazu gibt es einige Infoveranstaltungen und an dieses Wochenende ist in Greifswald Kentern & Verstehen, was nicht nur ein Konzert ist, sondern neben anderem interessante Veranstaltungen zu Antirassismus präsentiert.

Vernachläßigt werden sollte auch nicht die regelmäßige Unterstützungsarbeit mit den Geflüchteten vor Ort.

Der Demminer 8.5. in der ARD

Heute lief im Ersten im Rahmen von „16xDeutschland“ ein Beitrag über die Natur in MV und die Neo-Nazis in MV, speziell der 8.5. in Demmin. (ab 0:58:40, leider teilweise die Musik weggeschnitten…)

Ist sehenswert! Interessant sind die nebeneinander gestellten Aussagen zum Verhalten gegenüber den Neo-Nazis.

Wie es mit dem Friedensfest am 8.5.2014 in Demmin weitergeht ist noch unklar, wird aber gerade diskutiert – mal schauen was das ergibt.
Den historischen Spaziergang, Mahnwachen und weitere Veranstaltungen wird das Aktionsbündnis am 8. Mai weiterhin organisieren, auch das Jahr hindurch mit verschiedenen Veranstaltungen präsent sein. Allein das Friedensfest am 8. Mai, dem Tag der Befreiung vom Faschismus, soll übergeben werden, da der Aufwand nicht dauerhaft ehrenamtlich getragen werden kann.

PS: Beim Fall der Beschlagnahmung von Filmaterial durch die Feldjäger am 31.8. füllen sich die Akten. Wir bleiben dran und informieren Euch, sobald was Relevantes passiert.

Als Wahlnachtrag: Parteienmeinung ändert sich öfter mal.
Wichtig für die Gesellschaft ist es in der Sache weiterzukommen, zum Beispiel für mehr Selbstbestimmung, für gewaltfreie Konfliktlösungen und gegen Rassismus, gegen Rechtsradikalismus, gegen Ausgrenzung. Das gestaltet sich zwar zäh, weil denken anstrengend ist, lohnt sich aber.

Veranstaltungsreihe zur Ausstellung „Demmin auf der Straße“

Eine Veranstaltung des Demminer Regionalmuseums:

Demminer Straßen – im Dezember 89

Sonntag, 13. Oktober, 10.30 Uhr

Veranstaltungsort: im Museum am Hanseufer 2
Raum in der 4. Etage

Zu sehen ist ein privates Video, im Bild Straßen und Plätze der Stadt am 2. Dezember 1989, ein Familienspaziergang entlang der Clara-Zetkin-, Treptower und Frauenstraße, vorbei an Krankenhaus und Kirche, aufgenommen vom Briefmarkentauschpartner aus dem Westen, vorgestellt von Frau Fritsche, ehemals Lehrerin an der Zille-Oberschule. Von ihr und dem Museum eingeladene Gäste erinnern sich, wie sie den Herbst 89 in Demmin erlebten und / oder mitgestalteten, geben persönliche Rückblicke auf Auf- und Umbrüche oder auch Um- und Aufbrüche: Frau Fritsche mit Kollegen der Zille-Schule, die Buchhändlerin Frau Steinke, die Geschäftsleute Mattukat und Bobzin (Eisen-Duwe) und dem Arzt Dr. Tschötschel (angefragt).

Mischen Sie sich mit Ihren Erfahrungen und Ansichten ein. Bringen Sie mit, was Ihnen aufhebenswert erschien aus dieser Zeit.

Weitere Veranstaltungen innerhalb des Begleitprogramms zur Ausstellung „Demmin auf der Straße“ (Vorankündigung)

Sonntag, 10. November, 10.30: Davidsohn, Lewinsky und andere. Ein Stadtspaziergang.
Sonntag, 8. Dezember, 10.30: Konsumträume – Geschäftsräume. Von Kaufhaus Ramelow bis Jola. Mit Monika Ehrich, ehemals Leiterin des Demminer Konsumkaufhauses und Kollegen

Öffnungszeiten des Museums:
Dienstag, Donnerstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr

Offener Brief an die Stadt Demmin

Hier jetzt der Offene Brief vom „Aktionsbündnis 8. Mai Demmin“ an die Stadt Demmin:

Aktionsbündnis 8. Mai Demmin
achtermai[at]demmin.de

An den Stadtpräsidenten und den Bürgermeister der Hansestadt Demmin

Demmin, 19.09.2013

OFFENER BRIEF
zum „Tag der Befreiung vom Faschismus und der Beendigung des 2. Weltkrieges“

Sehr geehrter Herr Stadtpräsident Tabbert, sehr geehrter Herr Bürgermeister Dr. Koch,

in den letzten 4 Jahren hat es eine beachtliche Entwicklung im Umgang mit den Aufmärschen von Rechtsextremisten in Demmin gegeben.
Schauen wir auf das Jahr 2009 zurück. Damals am 8. Mai liefen 200 fackeltragende Neo-Nazis durch die Straßen, während seitens der politischen Verantwortungsträger der Hansestadt dazu aufgerufen wurde, „Türen und Fenster geschlossen“ zu halten und den braunen Spuk zu ignorieren. Nur eine Handvoll Menschen stand mit einem Transparent „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“auf der Hafenbrücke von Demmin.
Angestoßen von diesem Erlebnis und aus der Unzufriedenheit mit dieser Situation, beschloss eine kleine Gruppe von Menschen, dass der Protest an diesem Tag anders angegangen werden muss und gründete in den nächsten Monaten einen parteiunabhängigen Zusammenschluss. Viele, vom Pastor bis zum Schüler wurden angesprochen. Das Aktionsbündnis 8. Mai war geboren. Das Ziel unseres Aktionsbündnisses war und ist es, zusammen mit Menschen aus Demmin und Umgebung, Gesicht zu zeigen und aktiv zu werden, sich mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auseinander zu setzen.
Der Aufruf zu einem friedlichen und bunten Protest gegen den inzwischen alljährlichen Neo-Naziaufmarsch geschieht seitdem zusammen mit Ihnen, den Vertretern der Stadt.
Das gemeinsam organisierte Friedensfest bildet den Mittelpunkt des Widerstandes gegen die Vereinnahmung der Stadt durch die Neonazis an diesem Tag und steht seit 2011 unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters.
Parallel dazu bietet das Aktionsbündnis 8. Mai Demmin das ganze Jahr über Podiumsdiskussionen, Lesungen und Kulturelles zum Thema Weltoffenheit und Vergangenheitsbetrachtung an.
Das alles trägt dazu bei, dass sich ein neues Problembewusstsein entwickelt. Wir sind froh darüber, dieses Ergebnis gemeinsam erreicht zu haben.
Diese positive Entwicklung macht es nun möglich und aufgrund des bisherigen hohen ehrenamtlich getragenen Aufwandes auch nötig, die Organisation des Friedensfestes am Hafen künftig in Ihre Hände, die Hände der Stadt zu übergeben. Wir vertrauen dabei auf den heute breit etablierten Konsens in der Region, sich den Neo-Nazi-Aufmärschen sichtbar und aktiv entgegenzustellen.
Als Ansprechpartner und nach Kräften Mitwirkende bleiben wir gerne an Ihrer Seite, bis zum Ende dieser unseeligen „Trauermärsche“ in der Hansestadt Demmin. Denn auch unsere das Jahr umspannenden Aktivitäten für ein demokratisches, weltoffenes Demmin setzen wir fort.

Demmin bleibt bunt!

Mit freundlichen Grüßen

Aktionsbündnis 8. Mai Demmin

neue Tollensetaler

Gerade erschienen:
Ausgabe 3 / September 2013
mit Artikel zu: Beglückte Bürger, Kleine Könige, Weltgeschichten, Aussenraum, Zweitstimme, Denkmalpflege, Landleben, In Sachen Natur und Allerlei

und hier noch ein Nachtrag:
Sonderausgabe zum 8. Mai 2013

Demnächst sollen alle Tollensetaler Stimmen auch auf einer eigene Seite online sein: www.tollensetaler.blogger.de

Das Friedensfest in Demmin

Im Demminer Teil vom Nordkurier erschien heute ein Artikel mit der Überschrift: „Demminer Aktionsbündnis gibt Demokratiefest auf“

Aber keine Angst, es wird nicht weniger Proteste gegen die Nazis geben. Das „Aktionsbündnis 8. Mai Demmin“ macht aktiv weiter, auch am 8. Mai.

Eine Erklärung vom Aktionsbündnis dazu folgt noch diese Woche.

Tag des unbequemen Denkmals

Ein Spaziergang, eine Lesung, ein Konzert und Ausstellung/Dokumention zur Geschichte der Orte auf und rund um den Barlachplatz war heute das abwechslungsreiche Programm vom Denkmaltag.

Bewegend war die Lesung mit Karl Schlösser in der Hansebibliothek. Er las aus der neusten Ausgabe von „Demmin – die andere Chronik. Fußnoten lokaler Geschichte“. Dabei kritisierte er die unsägliche Aufstellung der Kanone am Bebelplatz zum Gedenken an die Ulanen, lobte die diversen temporären Veränderungen, die daran vorgenommen wurden.
Irgendwie war es das Gegenstück zum Reservistentag. Auf den Tischen lag eine Vielfalt an Informationen zur gewaltfreien Konfliktlösung.

Viel wurde diskutiert über Symbolik von Denkmälern. Leben lässt sich halt nicht zum Archivieren in Stein meißeln. Die Gedenkstele für die Opfer von Krieg und Gewalt, die (versteinerte) Blütenknospe, bedarf eigentlich der Unterstützung durch Kräuter und Blumen, die die Ritzen der Steinplatten weiter aufsprengen – jeden Tag ein wenig mehr.


Für diesen Tag wurden Bruchstücke der Geschichte des Barlach-Platzes wieder sichtbar.


Auf dem Weg zum Ulanendenkmal liegt der jüdische Friedhof.


Die kriegsverherrlichende, nationalistische Darstellung des 1924 erbauten, 1946 zerstörten und 1994 teilweise wieder hergestellten Ulanen-Denkmals wurde durch die Ausstellung nochmal verdeutlicht.


Das ursprüngliche heroische Reiterbild würden einige in der Stadt gerne wieder errichten – in der jetzigen Form spiegelt es besser das historische Geschehen.

Weiteres zum Reservistentag

Die Artikel zu „Tag der Reservisten“ in Demmin häufen sich.
Gestern erschien auch ein Artikel von uns beim Kombinat Fortschritt der die Ereignisse bis gestern zusammenfasst.

Heute gibt es, leider nicht online, nochmal einen Artikel und Leserbrief im Nordkurier. Es geht um die Ermittlungen der Polizei gegen die Militärpolizei nach der Anzeige vom Filmer Georg Schramm und der Speicherchip ist jetzt Beweismittel, also weiterhin weg. Der Berliner Presserechtler Johannes Weberling bezeichnete gegenüber dem Nordkurier das Verhalten der Militärpolizei als krass rechtswidrig.
Um den Skandal nicht noch größer werden zu lassen wäre es doch das Beste, die Film-Speicherkarte mitsamt der Daten jetzt freizugeben – wird aber wahrscheinlich nicht passieren.

Hier nochmal dokumentiert das Beschlagnahmeprotokoll der Feldjäger. Besonders zu beachten die kleinen Schludrigkeiten, da sie kein passendes Formular hatten.

Während der Anzeige bei der Demminer Polizei durfte der Filmemacher übrigens die normale Toilette dort nicht benutzen, er mußte nach außerhalb oder in den Gefangenentrakt. Der aktive Bürger ist halt gefährlich.

Ein paar bewegte Bilder gibt es doch noch von dem Tag, wenn auch von den Reservisten:
http://www.youtube.com/watch?v=sfjp6TJml1I
Es gibt einen groben Eindruck von der Veranstaltung.
Kurz zu sehen ist Georg Schramm, aber auch diverse VIPs wie Landtagspräsidentin Sylvia Brettschneider und Ex-Landeswirtschaftsminister Seidel.

Aktion Kanone 1

Sonntag, 8.9.13, ist übrigens der „Tag des unbequemes Denkmals“ und von 14 Uhr bis 17 Uhr gibt es diverse Angebote rund um den Barlachplatz: Lesung, Konzert, Ausstellung, Spaziergang,…

Militärpolizei beschlagnahmt Filmmaterial

Vorgestern bei der Eröffnung des Tags des Reservisten auf dem Demminer Marktplatz gibt es Protest: zwei Menschen gehen auf die Bühne und beschweren sich, dass die Bundeswehr einen Tag vor dem Weltfriedenstag Krieg spielen will. Mit Kanonenschlägen war kurz davor das Spektakel eröffnet worden, was eher eine Technikausstellung von Militärgerät war. Die zwei „Störer“ werden entfernt und bekommen einen Platzverweis.
Ein lokaler Kameramann filmt das Geschehen und wird danach massiv bedrängt. Zuerst soll er seine Kamera hergeben, dann soll das Filmmaterial vernichtet werden. Es ginge um das „Recht auf das eigene Bild“ der agierenden Militärpolizisten. Im Keller von Rathaus beschlagnahmt danach die Militärpolizei das Filmmaterial. Damit überschreiten die Feldjäger nicht nur massiv ihre Kompetenzen. Hier geht es um eine Handlung von Funktionsträgern auf einer öffentlichen Veranstaltung. Und das darf nicht dokumentiert werden?

Im Bericht vom Nordkurier über die Veranstaltung auf dem Markt geht es um das ehrenamtliche Engagement, welches an dem Tag das Thema sein sollte, und zwischen die Fronten gerät.
Doch warum lassen die Soldaten auch die Kinder mit dem Kriegsgerät spielen?
Und eigentlich hofft mensch, dass so ein waffenklirrendes Gehabe der Vergangenheit angehört.

Sich wirklich für den Frieden ehrenamtlich einsetzen, dafür gibt es interessanter Organisationen, als die, welche sich am Samstag in Demmin vorstellten. Der Ziviler Friedensdienst ist eine davon. Oder auch der Friedenkreis aus Halle.

Presseberichte zur Preisverleihung

Neben den normalen Berichten von der Preisverleihung, die schon im anderen Blogbeitrag verlinkt sind, gibt es dieses erwähnenswerte:

Einmal ein ausführlicher Bericht zum Aktionsbündnis im Nordkurier

und ein Fernsehbeitrag, der mehr auf Feine Sahne eingeht, beim NDR sowie ein Radiobeitrag von NDR 1

Courage-Preis

Heute wurde dem „Aktionsbündnis 8. Mai Demmin“ der Courage-Preis 2013 für Demokratie und Toleranz von der Fraktion Die Linke in Landtag von MV verliehen.

(den zweiten Platz teilt sich übrigens die Band „Feine Sahne Fischfilet“ mit dem Stralsunder Bündnis „Rock gegen Rechts“, dazu ein Statement von Feine Sahne)

Zu diesem Anlass dokumentieren wir hier aus der Rede, die ein Mitglied vom Aktionbündnis bei diesem Anlass gehalten hat:

Am 8. Mai 2009 stand eine Handvoll Menschen mit einem Transparent auf der Hafenbrücke von Demmin „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“. Zeitgleich liefen 200 fackeltragende Neo-Nazis durch die Stadt. Polizeischutz bekamen wir keinen. Im Gegenteil, man ging massiv gegen uns vor und der Bürgermeister rief dazu auf, „Türen und Fenster geschlossen“ zu halten und den braunen Spuk zu ignorieren. Der offizielle Spaziergang zur Kranzniederlegung der Stadtoberen wurde „wegen Nieselregens“ abgesagt.

Angestoßen von diesem Erlebnis und aus der Unzufriedenheit über die mangelnde Unterstützung und diverse Schikanen, beschloss diese kleine Gruppe von Menschen, dass der Protest anders angegangen werden muss und gründete in den nächsten Monaten einen parteiunabhängigen Zusammenschluß. Viele, vom Pastor bis zum Schüler wurden angesprochen. Und etliche, bunt gemischt, kamen. Das Aktionsbündnis 8. Mai war geboren.

Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt auf den Aktivitäten gegen den Neo-Naziaufmarsch am 8. Mai und gegen die Vereinnahmung der Geschichte der Stadt durch die Neo-Nazis.
Verschiedenste Initiativen und Vereine schlossen sich über die Jahre hinweg an, jedes Jahr wurde der Protest stärker gegen den sogenannten „Ehrendienst“ der Nazis.


Das Friedensfest 2013 um ca. 18 Uhr (Foto: KL)

Ein breites Bündnis war dieses Jahr aktiv auf dem Friedensfest unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters. Darunter Mitglieder demokratischer Parteien, organisierte Antifaschist_innen, Schüler_innen, Unternehmer_innen der Stadt und Bürger_innen. Aus vielen Dörfern und Städten waren Menschen zur Unterstützung angereist. Es war ein bunter und kreativer Protest.
Neben all dem gab es friedliche Sitz-Blockaden, die den Nazi-Aufmarsch deutlich behindert und fast verhindert haben.


Der historische Stadtrundgang 2013 vor der ehemaligen Synagoge (Foto: OS)

Der 8. Mai ist nicht der große Kristallisationspunkt für die Neo-Nazis geworden, wie sie es sich erhofft hatten.
Für die nächsten Jahre haben sie sich wieder angekündigt, sie haben ihren unsäglichen Umzug sogar versucht, gleich für die nächsten 15 Jahre im voraus anzumelden. Aber wir werden auch da sein. Und das nicht nur am 8. Mai.

Wichtig ist uns in der Auseinandersetzung, das ganze Jahr über präsent zu sein. Wir bieten Podiumsdiskussionen, Lesungen und Kulturelles zum Thema Weltoffenheit und Vergangenheitsbetrachtung.
Viel der wichtigen historischen Aufarbeitung der Stadtgeschichte findet durch Mitarbeiter_innen des Regionalmuseums statt, welche auch in unserem Bündnis aktiv sind. Etliche Veranstaltungen konnten wir gemeinsam durchführen.
So wird Kriegsleid sichtbar und mahnt uns, nie wieder Krieg zu führen. Und wer die geschichtlichen Zusammenhänge kennt, wird – hoffentlich – nicht die gleichen Fehler wiederholen.

Gegenüber den Asylsuchenden -ein von den Neo-Nazis derzeit in den Vordergrund gespieltes Thema- kann die Willkommenskultur in Mecklenburg-Vorpommern durchaus noch ausgebaut werden. Die Vorbehalte in der Bevölkerung sind breit verankert. Eine offene Diskussion vor Ort darf nicht gescheut werden. Aber Gespräche können nur dann fruchtbar sein, wenn sie freiwillig sind, von oben verordnet bringen sie nicht viel.
Es muss eine Beteiligungskultur wachsen, es muss Raum geben für ein eigenes Erleben von Anderem und Anderen.


Der Blick auf die zwei größeren Blockaden kurz bevor die Nazis vorbeikommen (2013, Foto: OS)

Lebendige Jugendarbeit, bunte Kultur und eine wirtschaftliche Perspektive, dass gräbt den Neo-Nazis das Wasser ab. In Demmin hat unsere Aktivität schon ein wenig abgefärbt und Menschen mischen sich aktiver in die Gestaltung der Stadt ein.
Ein kleines Beispiel ist eine Gruppe von jungen (und nicht mehr ganz so jungen) Leuten, die neuerdings auf öffentlichen Grünflächen die neue Trendsportart Jugger spielen und alle Zuschauer einladen, mitzutun.

Einiges hat sich in letzter Zeit verbessert, aber noch lange läuft nicht alles reibungslos. Wir wünschen uns mehr Unterstützung durch Politik und Behörden. Immer wieder gibt es Spannungen mit der Versammlungsbehörde. Nicht nur in Demmin.

In Güstrow musste im März diesen Jahres bis zum Oberverwaltungsgericht geklagt werden, um in räumlicher Nähe gegen den Neo-Naziaufmarsch demonstrieren zu dürfen. In anderen Städten und Dörfern in M-V tun sich die Offiziellen schwer, sich klar gegen die Neo-Nazis zu positionieren, was in unserer Demokratie selbstverständlich sein sollte. Aber es gibt auch positive Bespiele wie Greifswald oder Pasewalk.

Initiativen vor Ort zu fördern, auch wenn es unbequem ist, bringt die Zivilgesellschaft weiter. Politikverdrossen sind oft diejenigen, die sich einbringen wollten und deren Bedürfnisse abgebügelt wurden. Es geht um Anerkennung der geleisteten Arbeit und um eine fruchtbare Zusammenarbeit mit den Behörden.

Engagierte Bürger sind keine Bittsteller_innen oder Unruhestifter_innen sondern haben ein gleichberechtigtes Anliegen. Es ist eine Errungenschaft, wenn in unserer Landesverfassung steht, dass die Willensbildung von Parteien und Bürgerbündnissen ausgeht. Dies gilt es umzusetzen. Wir brauchen eine weitere Demokratisierung der Gesellschaft. Dezentrale Mitbestimmungsmöglichkeiten müssen selbstverständlich werden.

Derzeit werden Aktionsbündnissen, von denen es neben uns einige gibt, auch zu anderen Themen, noch zu oft Knüppel zwischen die Beine geworfen. Wir wünschen uns eine breitgefächerte Akzeptanz und Würdigung von zivilgesellschaftlichem Engagement, sowohl in der Bevölkerung als auch auf politischen Ebenen.

Wir empfinden den Courage-Preis als einen Schritt in diese Richtung.

Dankeschön.

Weitere Bilder von 2013 beim Umbruch-Bildarchiv

weitere Berichterstattung zur Preisverleihung: NDR, SVZ, Neues Deutschland,…

Refugees welcome!

Derzeit ist Wahlkampf und an viele Stellen ist auch Rassismus/Rechtsradikalismus ein Thema.
Die Ressentiments in weiten Teilen der Bevölkerung werden dabei aber kaum diskutiert.

Jetzt wurde gerade eine Demonstration am 19.10. angekündigt, die auch nach dem Wahltag den rassistischer Alltag und die Lebensrealität von Flüchtlingen zum Thema machen will:

Aus dem Aufruf:
Ähnlich wie Anfang der 1990er Jahre zeigt sich die herrschende Politik auch heute unfähig und unwillig, sich dem rassistischen Aufbegehren von BürgerInnen und Neonazis entgegenzustellen. Stattdessen werden Asylsuchende mit einer konstruierten „Einwanderung in die Sozialsysteme“ zu Sündenböcken für gesellschaftliche und soziale Probleme gemacht und das Recht auf Asyl von der neoliberalen Sparpolitik als unbezahlbar dargestellt. (…) „Wir haben Jahre gebraucht und viele lebensgefährliche Situationen auf uns genommen, um diese Festung zu überwinden und Schutz in Europa zu suchen. Nun leben wir hier immer noch in ständiger Unruhe und Angst, eingesperrt in einem Lager und isoliert durch die Gesellschaft um uns herum. Die hassen die Flüchtlinge.“ Remsi, 17 Jahre, geflüchtet aus Afghanistan, seit 28 Monaten im Lager in Anklam.

Der gesamte Aufruftext zur Demonstration ist hier zu finden.

Die Demonstration ist eine gemeinsame Aktion von Antifa Rostock, Stop_it-Kampagne und Defiant HGW

Solidarität mit den Geflüchteten!

Am 1.8. gemeinsam gegen die NPD

Ein breites Bündnis von Zivilgesellschaft und Parteien (SPD, CDU, Die Linke,…) mobilisiert für morgen, 1.8. von 13.30 bis 15 Uhr auf den Marktplatz in Demmin. Eine Kundgebung gegen den Nazidreck ist vom Aktionsbündnis 8. Mai angemeldet und freut sich auf Unterstützung.

Demmin bleibt bunt

gegen nazis

NPD-Kundgebung am 1.8. in Demmin

Die letzten Tage war die NPD mit ihrer „Asyltour“ an einigen Orten in MV schon präsent, teilweise mit kräftigem Gegenwind.
Übermorgen will die NPD im Rahmen ihrer Tour in Demmin halt machen und von 14 Uhr bis 15 Uhr auf dem Marktplatz eine Kundgebung durchführen. Weitere Infos dazu und über die Proteste dagegen folgen morgen.

Morgen ist die NPD auch in Torgelow, Eggesin und Pasewalk, übermorgen auch in Anklam.

Keine Macht den Rassisten und Nationalisten!

Datensicherheit

Mit der Diskussion um die Überwachung der Kommunikation durch die amerikanischen und britischen Geheimdienste kommen immer mehr Details der Überwachung ans Tageslicht.

Das Briefgeheimis wird auch in Deutschland sowieso schon seit Jahren Stück für Stück aufgelöst.
Der Bundesinnenminister Fricdrich sagte dazu gerade: Die Geheimdienste machen nur ihren Job, die Menschen müssen selbst für Sicherheit sorgen.

Heißt das jetzt die Massen stellen um? Auf Tor, Linux, Gnupg oder anderes?? Hundert Prozent sicher ist das alles nicht. Oder sollen wir nur noch auf der grünen Wiese diskutieren?

Aber auch in MV hat sich seit Monatsbeginn einiges geändert, dazu ein Text von Kombinat Fortschritt:
„(…) Die Regierungskoalition – bestehend aus den großen Bürgerrechtsparteien CDU und SPD – hat gleich in einem Rutsch das Landesverfassungsschutzgesetz sowie das Sicherheits- und Ordnungsgesetz geändert. Vom 1. Juli 2013 an dürfen sogenannte Bestandsdaten, also eMail-Passwörter, Handy-PINs oder andere Anmeldedaten ohne Zustimmung eines Gerichts oder Kontrolle durch das Parlament von Angehörigen der Landespolizei und des Verfassungsschutz abgefragt werden. (…) In Zukunft wird es so sein, dass ein Polizeibeamter heimlich und in Eigeninitiative bei der Ermittlung von geringfügigen oder politischen Straftaten und selbst bei Ordnungswidrigkeiten (vulgo Falschparken) das sogenannte „manuelle Auskunftsverfahren“ zum Erlangen von Bestandsdaten als Ermittlungswerkzeug nutzen kann. (…)“

Demmin Nazifrei hatt jedenfalls die Email-Kommunikation umgestellt, weg von GMX, und ist ab jetzt erreichbar unter: demminnazifrei[at]systemausfall.org
Den öffentlichen Schlüssel findet ihr unter Kontakt

27.7.: Zusammen gegen braune Hass-Musik

Im „Gehege“ bei Viereck bei (Paswalk/Vorpommern) ist am 27.7.2013 ein Freiluft-Nazi-Rockkonzert geplant. Auftreten sollen diverse Nazi-Bands, die heftige Liedtexte in ihrem Repertoire haben. Am selben Tag mit den selben Bands wurde vom selben Anmelder ein Nazi-Rockkonzert in Finofurt (bei Eberswalde/Brandenburg) angemeldet. Begründet wurde die Doppelanmeldung mit „wetterbedingt“.

Das Aktionsbündnis „Vorpommern – weltoffen, demokratisch, bunt“ will sich zusammen mit anderen Bündnissen, mit Verbänden, Vereinen und den demokratischen Parteien gegen diese brutale Ideologie stellen. „Wir sind uns alle einig, dass solchen Veranstaltungen überall aktiv begegnet werden muss, egal ob hier in Vorpommern oder in Brandenburg“, so der Sprecher_innenrat. „Die Bündnisse in MV und Brandenburg sind bestens miteinander vernetzt und können gut koordiniert miteinander agieren.“
Mehrere Versammlungen gegen den Nazidreck wurden für den 27.7. bereits angemeldet.

Für das Konzert sind extrem gewaltverherrlichende Bands aus der Neonazi Szene angekündigt. Die Texte dieser Bands sind durchweg rassistisch, nationalistisch und antisemitisch. Es wird, mehr oder weniger unverhohlen, zu Gewalt gegen Andersdenkende aufgerufen. Auch der bisher nur vage angegebene Ort des Konzerts, „Mitteldeutschland“, ist bezeichnend: Hier wird eindeutig auf die Grenzen des deutschen Reichs zur Zeit des Nationalsozialismus angespielt. Der genaue Veranstaltungsort des Konzerts wird, wie in der Neonazi-Szene üblich, erst kurz vor Beginn bekanntgegeben, um Behörden zu verwirren und um möglichen Gegenprotesten aus dem Weg gehen zu können. Der anmeldende Veranstalter des Konzerts ist ein bekannter Neonazi und Kader der JN (Jugendorganisation der NPD) und bestens vernetzt in einschlägigen Neonazi-Strukturen wie den Hammerskins oder der verbotenen Organisation „Blood & Honour“.

Bereits im Vorfeld wollen die Mitglieder des Bündnisses Flugblätter verteilen und eine Informationsveranstaltung organisieren. Vor allem wollen sie auf die menschenverachtenden und gewaltverherrlichenden Texte der auftretenden Bands aufmerksam machen.

Solidarität mit Allen die gegen Neonazis aufstehen – egal an welchem Ort!

NPD und der Wahlkrampf in der „Provinz“

Heute Nachmittag in Demmin:

Der selbe langweilige Stand wie beim letzten Mal mit Reden vom Band, ergänzt durch die Hetze gegen Asylbewerber_innen. Bei diesem Thema haben die Nazis in Demmin derzeit keine lokalen Initiative, auf denen sie ihr menschenverachtende Propaganda draufsetzen können, wie in Eggesin oder Güstrow.

Daneben gab es eine spontane Protestversammlung mit einer klaren Aussage:

Mal schauen wo die Nazis die nächsten Tage auftauchen…

Asylbewerber_innen in Demmin

Die ersten Asylbewerber_innen sind vor einer Weile in Demmin dezentral untergebracht worden, sehr wahrscheinlich nicht freiwillig sondern zugewiesen. Auch wenn dezentrale Unterbringung der Wunsch vieler Asylbewerber_innen ist, bleibt ihre Forderung nach freier Ortswahl ungehört und es stellt sich die Frage, wie gut die Unterstützung/Begleitung in Demmin vorgesehen ist.

Der Bürgermeister setzt auf dezentrale Unterkünfte: „Wir halten diese Form der Unterbringung für die geeignetste, um eine erfolgreiche Integration zu gewährleisten“. Vermutlich gibt es auch Ängst vor Protesten von den Neonazis wie in Güstrow und Eggesin. Denn ein Heim ist richtig sichtbar.

Generell sucht der Landkreis Mecklenburgischen Seenplatte nach Unterkünften, weil das Heim in Jürgenstorf schließt und weitere Asylbewerber_innen kommen werden.

Vielleicht könne sich die Menschen in Demmin ja doch mal dazu durchringen, den Geflüchteten ein WILLKOMMEN auszusprechen, also zumindest mal diejenigen die am 8. Mai keine deutsche Ehre verteidigen wollen.

UNTIL EVERYONE IS FREE !

Dazu zwei Artikel vom Nordkurier:

Asyl: Kreis sucht nach Unterkünften

Stadt bevorzugt dezentrale Unterkünfte

Proteste gegen die NPD in Eggesin

Der Protest gegen die NPD-Kundgebung auf dem Marktplatz in Eggesin organisiert sich und für morgen gibt es schon mindestens zwei angemeldete Protestaktionen.

Der Sprecher_innenrat des Bündnisses „Vorpommern: weltoffen, demokratisch, bunt!“ hat eine Versammlung in Eggesin auf dem Marktplatz angemeldet in der Zeit von 13 bis 18 Uhr.
Bündnis 90/die Grünen haben einen Info-Stand angemeldet.

Solidarität mit den Geflüchteten!
Kommt zahlreich und zeigt der NPD, was wir von ihnen halten!

Infos gibt es auch beim Aktionsbündnis Vorpommern

NPD stoppen in Eggesin!

Am Mittwoch, 12.6.2013 will die NPD in Eggesin von von 14 bis 17 Uhr unter dem Motto „Wir brauchen keine Asylanten“ eine Kundgebung gegen die geplante Unterbringung von Flüchtlingen abhalten. Außerdem wollen sie vor Ort noch Unterschriften dagegen sammeln.

Und mal wieder Hakenkreuze

Mehrere Hakenkreuze und Parolen wurden gestern im Flur und bei den Toiletten der Demminer Berufsschule entdeckt. (siehe auch Nordkurier von heute). Damit zeigt sich mal wieder, dass das NeoNazi-Problem nicht nur am 8. Mai die Stadt „heimsucht“, wie es viele aus der Stadt gerne hätten, sondern alltäglich vorhanden ist und permanent angegangen werden muß, auch wenn dies Unruhe mit sich bringt.
Und da reicht es nicht schöne Reden zu halten und ansonsten kein Konzept zu haben oder auf die „leeren“ Kassen zu verweisen.
Welche Perspektiven haben denn zum Beispiel junge Menschen in Demmin? Interessant wären auch Gesprächsabende über Stadtentwicklung und anderes, aus denen Konzepte entstehen können.

Für eine lebendige Gesellschaft!

Rückblick Historischer Stadtrundgang

Anbei die Liste der Themen des Historischer Stadtrundgang am 8. Mai 2013 mit Informationen zur NS-Zeit

Route 18.15-19.15 Uhr: Lübecker Speicher (Start) – Heilgeiststraße – Kahldenstraße – Frauenstraße – Schulstraße – Breitscheid-Straße – Holstenstraße – Synagogenstraße – Schwedenwallweg – Loitzerstraße – Heilgeiststraße – Hafen, Veranstalter: Demminer Regionalmuseum


Viele vom Friedensfest entscheiden sich beim Stadtrundgang mitzumachen.

Lübecker Speicher
Geleitworte: Sowjetische Kriegsgefangene, Kriegstote und Grabanlagen in Demmin als ein Schwerpunktthema des diesjährigen historischen Stadtrundganges, Hinweis auf Ausstellung über das Massengrab sowjetischer Kriegsgefangener in Woldeforst.
und mit Blickrichtung zum angrenzenden Gelände des ehemaligen Schlachthofes, weil wir nicht wie ursprünglich durch die Nicolaistraße ziehen konnten:
Thema: Errichtung einer Entlausungsbaracke für ausländische Arbeiter und Kriegsgefangene im Oktober 1942 vor dem Schlachthof mit Eingang Nicolaistraße

Kahlden- und Frauenstraße:
Straßenzug, in dem bis 1945 alle Demminer Schulen lagen
Thema: Lehrer unter den Selbsttötungsfällen 1945 in Demmin


Stadtrundgang passiert das Jugger-Spiel

Frauenstraße 2:
Geschäftsräume des Reichsnährstandes in der Landwirtschaftsschule
Thema: Reichsnährstand ab 1942 zuständig für den Zwangsarbeitereinsatz in der Landwirtschaft, von Rohr, Gutsbesitzer in Demmin-Vorwerk, als konservativer Gegenspieler von NS-Landwirtschaftspolitik, seine Verurteilung wegen „verbotenen Umgangs mit Kriegsgefangenen“ aus der Sowjetunion

Frauenstraße 25: Stolpersteine für Arnold und Lisbeth Davidsohns, umgekommen im Februar 1943 in Theresienstadt. Möglichkeit dort Blumen abzulegen

Schulstraße / Breitscheid-Straße:

Thema: Erster sowjetischer Friedhof 1946 auf der Nordseite der Bartholomaei-Kirche


Baumklettterer bringen ein Banner an: „Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht“


Rathausplatz:

Thema: „Kristallnacht“ in Demmin

Synagogenstraße:

Themen: Situation der Demminer Jüdische Gemeinde 1937 und Zwangsverkauf des Synagoge 1938 an den hiesigen Kaufmann und Möbelfarikanten Oskar Günther

Loitzerstraße / „Westkaserne“:
Thema: Räumung der Notunterkünfte in Westkaserne im Mai 1933 und Einrichtung als Reichsarbeitsdienstlager 1934; Selbsttötungen in Demmin 1945 und ihr Zusammenhang zum Rassenwahn des Nationalsozialismus


Der historische Stadtrundgang endet vorzeitig, weil sich viele Teilnehmer_innen zu einer Sitzblockade entschließen und wird im nächsten Jahr an der Stelle fortgeführt, an der er stoppte.

Fotos in diesem Beitrag: OS