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Militärpolizei beschlagnahmt Filmmaterial

Vorgestern bei der Eröffnung des Tags des Reservisten auf dem Demminer Marktplatz gibt es Protest: zwei Menschen gehen auf die Bühne und beschweren sich, dass die Bundeswehr einen Tag vor dem Weltfriedenstag Krieg spielen will. Mit Kanonenschlägen war kurz davor das Spektakel eröffnet worden, was eher eine Technikausstellung von Militärgerät war. Die zwei „Störer“ werden entfernt und bekommen einen Platzverweis.
Ein lokaler Kameramann filmt das Geschehen und wird danach massiv bedrängt. Zuerst soll er seine Kamera hergeben, dann soll das Filmmaterial vernichtet werden. Es ginge um das „Recht auf das eigene Bild“ der agierenden Militärpolizisten. Im Keller von Rathaus beschlagnahmt danach die Militärpolizei das Filmmaterial. Damit überschreiten die Feldjäger nicht nur massiv ihre Kompetenzen. Hier geht es um eine Handlung von Funktionsträgern auf einer öffentlichen Veranstaltung. Und das darf nicht dokumentiert werden?

Im Bericht vom Nordkurier über die Veranstaltung auf dem Markt geht es um das ehrenamtliche Engagement, welches an dem Tag das Thema sein sollte, und zwischen die Fronten gerät.
Doch warum lassen die Soldaten auch die Kinder mit dem Kriegsgerät spielen?
Und eigentlich hofft mensch, dass so ein waffenklirrendes Gehabe der Vergangenheit angehört.

Sich wirklich für den Frieden ehrenamtlich einsetzen, dafür gibt es interessanter Organisationen, als die, welche sich am Samstag in Demmin vorstellten. Der Ziviler Friedensdienst ist eine davon. Oder auch der Friedenkreis aus Halle.

Presseberichte zur Preisverleihung

Neben den normalen Berichten von der Preisverleihung, die schon im anderen Blogbeitrag verlinkt sind, gibt es dieses erwähnenswerte:

Einmal ein ausführlicher Bericht zum Aktionsbündnis im Nordkurier

und ein Fernsehbeitrag, der mehr auf Feine Sahne eingeht, beim NDR sowie ein Radiobeitrag von NDR 1

Courage-Preis

Heute wurde dem „Aktionsbündnis 8. Mai Demmin“ der Courage-Preis 2013 für Demokratie und Toleranz von der Fraktion Die Linke in Landtag von MV verliehen.

(den zweiten Platz teilt sich übrigens die Band „Feine Sahne Fischfilet“ mit dem Stralsunder Bündnis „Rock gegen Rechts“, dazu ein Statement von Feine Sahne)

Zu diesem Anlass dokumentieren wir hier aus der Rede, die ein Mitglied vom Aktionbündnis bei diesem Anlass gehalten hat:

Am 8. Mai 2009 stand eine Handvoll Menschen mit einem Transparent auf der Hafenbrücke von Demmin „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“. Zeitgleich liefen 200 fackeltragende Neo-Nazis durch die Stadt. Polizeischutz bekamen wir keinen. Im Gegenteil, man ging massiv gegen uns vor und der Bürgermeister rief dazu auf, „Türen und Fenster geschlossen“ zu halten und den braunen Spuk zu ignorieren. Der offizielle Spaziergang zur Kranzniederlegung der Stadtoberen wurde „wegen Nieselregens“ abgesagt.

Angestoßen von diesem Erlebnis und aus der Unzufriedenheit über die mangelnde Unterstützung und diverse Schikanen, beschloss diese kleine Gruppe von Menschen, dass der Protest anders angegangen werden muss und gründete in den nächsten Monaten einen parteiunabhängigen Zusammenschluß. Viele, vom Pastor bis zum Schüler wurden angesprochen. Und etliche, bunt gemischt, kamen. Das Aktionsbündnis 8. Mai war geboren.

Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt auf den Aktivitäten gegen den Neo-Naziaufmarsch am 8. Mai und gegen die Vereinnahmung der Geschichte der Stadt durch die Neo-Nazis.
Verschiedenste Initiativen und Vereine schlossen sich über die Jahre hinweg an, jedes Jahr wurde der Protest stärker gegen den sogenannten „Ehrendienst“ der Nazis.


Das Friedensfest 2013 um ca. 18 Uhr (Foto: KL)

Ein breites Bündnis war dieses Jahr aktiv auf dem Friedensfest unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters. Darunter Mitglieder demokratischer Parteien, organisierte Antifaschist_innen, Schüler_innen, Unternehmer_innen der Stadt und Bürger_innen. Aus vielen Dörfern und Städten waren Menschen zur Unterstützung angereist. Es war ein bunter und kreativer Protest.
Neben all dem gab es friedliche Sitz-Blockaden, die den Nazi-Aufmarsch deutlich behindert und fast verhindert haben.


Der historische Stadtrundgang 2013 vor der ehemaligen Synagoge (Foto: OS)

Der 8. Mai ist nicht der große Kristallisationspunkt für die Neo-Nazis geworden, wie sie es sich erhofft hatten.
Für die nächsten Jahre haben sie sich wieder angekündigt, sie haben ihren unsäglichen Umzug sogar versucht, gleich für die nächsten 15 Jahre im voraus anzumelden. Aber wir werden auch da sein. Und das nicht nur am 8. Mai.

Wichtig ist uns in der Auseinandersetzung, das ganze Jahr über präsent zu sein. Wir bieten Podiumsdiskussionen, Lesungen und Kulturelles zum Thema Weltoffenheit und Vergangenheitsbetrachtung.
Viel der wichtigen historischen Aufarbeitung der Stadtgeschichte findet durch Mitarbeiter_innen des Regionalmuseums statt, welche auch in unserem Bündnis aktiv sind. Etliche Veranstaltungen konnten wir gemeinsam durchführen.
So wird Kriegsleid sichtbar und mahnt uns, nie wieder Krieg zu führen. Und wer die geschichtlichen Zusammenhänge kennt, wird – hoffentlich – nicht die gleichen Fehler wiederholen.

Gegenüber den Asylsuchenden -ein von den Neo-Nazis derzeit in den Vordergrund gespieltes Thema- kann die Willkommenskultur in Mecklenburg-Vorpommern durchaus noch ausgebaut werden. Die Vorbehalte in der Bevölkerung sind breit verankert. Eine offene Diskussion vor Ort darf nicht gescheut werden. Aber Gespräche können nur dann fruchtbar sein, wenn sie freiwillig sind, von oben verordnet bringen sie nicht viel.
Es muss eine Beteiligungskultur wachsen, es muss Raum geben für ein eigenes Erleben von Anderem und Anderen.


Der Blick auf die zwei größeren Blockaden kurz bevor die Nazis vorbeikommen (2013, Foto: OS)

Lebendige Jugendarbeit, bunte Kultur und eine wirtschaftliche Perspektive, dass gräbt den Neo-Nazis das Wasser ab. In Demmin hat unsere Aktivität schon ein wenig abgefärbt und Menschen mischen sich aktiver in die Gestaltung der Stadt ein.
Ein kleines Beispiel ist eine Gruppe von jungen (und nicht mehr ganz so jungen) Leuten, die neuerdings auf öffentlichen Grünflächen die neue Trendsportart Jugger spielen und alle Zuschauer einladen, mitzutun.

Einiges hat sich in letzter Zeit verbessert, aber noch lange läuft nicht alles reibungslos. Wir wünschen uns mehr Unterstützung durch Politik und Behörden. Immer wieder gibt es Spannungen mit der Versammlungsbehörde. Nicht nur in Demmin.

In Güstrow musste im März diesen Jahres bis zum Oberverwaltungsgericht geklagt werden, um in räumlicher Nähe gegen den Neo-Naziaufmarsch demonstrieren zu dürfen. In anderen Städten und Dörfern in M-V tun sich die Offiziellen schwer, sich klar gegen die Neo-Nazis zu positionieren, was in unserer Demokratie selbstverständlich sein sollte. Aber es gibt auch positive Bespiele wie Greifswald oder Pasewalk.

Initiativen vor Ort zu fördern, auch wenn es unbequem ist, bringt die Zivilgesellschaft weiter. Politikverdrossen sind oft diejenigen, die sich einbringen wollten und deren Bedürfnisse abgebügelt wurden. Es geht um Anerkennung der geleisteten Arbeit und um eine fruchtbare Zusammenarbeit mit den Behörden.

Engagierte Bürger sind keine Bittsteller_innen oder Unruhestifter_innen sondern haben ein gleichberechtigtes Anliegen. Es ist eine Errungenschaft, wenn in unserer Landesverfassung steht, dass die Willensbildung von Parteien und Bürgerbündnissen ausgeht. Dies gilt es umzusetzen. Wir brauchen eine weitere Demokratisierung der Gesellschaft. Dezentrale Mitbestimmungsmöglichkeiten müssen selbstverständlich werden.

Derzeit werden Aktionsbündnissen, von denen es neben uns einige gibt, auch zu anderen Themen, noch zu oft Knüppel zwischen die Beine geworfen. Wir wünschen uns eine breitgefächerte Akzeptanz und Würdigung von zivilgesellschaftlichem Engagement, sowohl in der Bevölkerung als auch auf politischen Ebenen.

Wir empfinden den Courage-Preis als einen Schritt in diese Richtung.

Dankeschön.

Weitere Bilder von 2013 beim Umbruch-Bildarchiv

weitere Berichterstattung zur Preisverleihung: NDR, SVZ, Neues Deutschland,…

Refugees welcome!

Derzeit ist Wahlkampf und an viele Stellen ist auch Rassismus/Rechtsradikalismus ein Thema.
Die Ressentiments in weiten Teilen der Bevölkerung werden dabei aber kaum diskutiert.

Jetzt wurde gerade eine Demonstration am 19.10. angekündigt, die auch nach dem Wahltag den rassistischer Alltag und die Lebensrealität von Flüchtlingen zum Thema machen will:

Aus dem Aufruf:
Ähnlich wie Anfang der 1990er Jahre zeigt sich die herrschende Politik auch heute unfähig und unwillig, sich dem rassistischen Aufbegehren von BürgerInnen und Neonazis entgegenzustellen. Stattdessen werden Asylsuchende mit einer konstruierten „Einwanderung in die Sozialsysteme“ zu Sündenböcken für gesellschaftliche und soziale Probleme gemacht und das Recht auf Asyl von der neoliberalen Sparpolitik als unbezahlbar dargestellt. (…) „Wir haben Jahre gebraucht und viele lebensgefährliche Situationen auf uns genommen, um diese Festung zu überwinden und Schutz in Europa zu suchen. Nun leben wir hier immer noch in ständiger Unruhe und Angst, eingesperrt in einem Lager und isoliert durch die Gesellschaft um uns herum. Die hassen die Flüchtlinge.“ Remsi, 17 Jahre, geflüchtet aus Afghanistan, seit 28 Monaten im Lager in Anklam.

Der gesamte Aufruftext zur Demonstration ist hier zu finden.

Die Demonstration ist eine gemeinsame Aktion von Antifa Rostock, Stop_it-Kampagne und Defiant HGW

Solidarität mit den Geflüchteten!

Am 1.8. gemeinsam gegen die NPD

Ein breites Bündnis von Zivilgesellschaft und Parteien (SPD, CDU, Die Linke,…) mobilisiert für morgen, 1.8. von 13.30 bis 15 Uhr auf den Marktplatz in Demmin. Eine Kundgebung gegen den Nazidreck ist vom Aktionsbündnis 8. Mai angemeldet und freut sich auf Unterstützung.

Demmin bleibt bunt

gegen nazis

NPD-Kundgebung am 1.8. in Demmin

Die letzten Tage war die NPD mit ihrer „Asyltour“ an einigen Orten in MV schon präsent, teilweise mit kräftigem Gegenwind.
Übermorgen will die NPD im Rahmen ihrer Tour in Demmin halt machen und von 14 Uhr bis 15 Uhr auf dem Marktplatz eine Kundgebung durchführen. Weitere Infos dazu und über die Proteste dagegen folgen morgen.

Morgen ist die NPD auch in Torgelow, Eggesin und Pasewalk, übermorgen auch in Anklam.

Keine Macht den Rassisten und Nationalisten!

Datensicherheit

Mit der Diskussion um die Überwachung der Kommunikation durch die amerikanischen und britischen Geheimdienste kommen immer mehr Details der Überwachung ans Tageslicht.

Das Briefgeheimis wird auch in Deutschland sowieso schon seit Jahren Stück für Stück aufgelöst.
Der Bundesinnenminister Fricdrich sagte dazu gerade: Die Geheimdienste machen nur ihren Job, die Menschen müssen selbst für Sicherheit sorgen.

Heißt das jetzt die Massen stellen um? Auf Tor, Linux, Gnupg oder anderes?? Hundert Prozent sicher ist das alles nicht. Oder sollen wir nur noch auf der grünen Wiese diskutieren?

Aber auch in MV hat sich seit Monatsbeginn einiges geändert, dazu ein Text von Kombinat Fortschritt:
„(…) Die Regierungskoalition – bestehend aus den großen Bürgerrechtsparteien CDU und SPD – hat gleich in einem Rutsch das Landesverfassungsschutzgesetz sowie das Sicherheits- und Ordnungsgesetz geändert. Vom 1. Juli 2013 an dürfen sogenannte Bestandsdaten, also eMail-Passwörter, Handy-PINs oder andere Anmeldedaten ohne Zustimmung eines Gerichts oder Kontrolle durch das Parlament von Angehörigen der Landespolizei und des Verfassungsschutz abgefragt werden. (…) In Zukunft wird es so sein, dass ein Polizeibeamter heimlich und in Eigeninitiative bei der Ermittlung von geringfügigen oder politischen Straftaten und selbst bei Ordnungswidrigkeiten (vulgo Falschparken) das sogenannte „manuelle Auskunftsverfahren“ zum Erlangen von Bestandsdaten als Ermittlungswerkzeug nutzen kann. (…)“

Demmin Nazifrei hatt jedenfalls die Email-Kommunikation umgestellt, weg von GMX, und ist ab jetzt erreichbar unter: demminnazifrei[at]systemausfall.org
Den öffentlichen Schlüssel findet ihr unter Kontakt

27.7.: Zusammen gegen braune Hass-Musik

Im „Gehege“ bei Viereck bei (Paswalk/Vorpommern) ist am 27.7.2013 ein Freiluft-Nazi-Rockkonzert geplant. Auftreten sollen diverse Nazi-Bands, die heftige Liedtexte in ihrem Repertoire haben. Am selben Tag mit den selben Bands wurde vom selben Anmelder ein Nazi-Rockkonzert in Finofurt (bei Eberswalde/Brandenburg) angemeldet. Begründet wurde die Doppelanmeldung mit „wetterbedingt“.

Das Aktionsbündnis „Vorpommern – weltoffen, demokratisch, bunt“ will sich zusammen mit anderen Bündnissen, mit Verbänden, Vereinen und den demokratischen Parteien gegen diese brutale Ideologie stellen. „Wir sind uns alle einig, dass solchen Veranstaltungen überall aktiv begegnet werden muss, egal ob hier in Vorpommern oder in Brandenburg“, so der Sprecher_innenrat. „Die Bündnisse in MV und Brandenburg sind bestens miteinander vernetzt und können gut koordiniert miteinander agieren.“
Mehrere Versammlungen gegen den Nazidreck wurden für den 27.7. bereits angemeldet.

Für das Konzert sind extrem gewaltverherrlichende Bands aus der Neonazi Szene angekündigt. Die Texte dieser Bands sind durchweg rassistisch, nationalistisch und antisemitisch. Es wird, mehr oder weniger unverhohlen, zu Gewalt gegen Andersdenkende aufgerufen. Auch der bisher nur vage angegebene Ort des Konzerts, „Mitteldeutschland“, ist bezeichnend: Hier wird eindeutig auf die Grenzen des deutschen Reichs zur Zeit des Nationalsozialismus angespielt. Der genaue Veranstaltungsort des Konzerts wird, wie in der Neonazi-Szene üblich, erst kurz vor Beginn bekanntgegeben, um Behörden zu verwirren und um möglichen Gegenprotesten aus dem Weg gehen zu können. Der anmeldende Veranstalter des Konzerts ist ein bekannter Neonazi und Kader der JN (Jugendorganisation der NPD) und bestens vernetzt in einschlägigen Neonazi-Strukturen wie den Hammerskins oder der verbotenen Organisation „Blood & Honour“.

Bereits im Vorfeld wollen die Mitglieder des Bündnisses Flugblätter verteilen und eine Informationsveranstaltung organisieren. Vor allem wollen sie auf die menschenverachtenden und gewaltverherrlichenden Texte der auftretenden Bands aufmerksam machen.

Solidarität mit Allen die gegen Neonazis aufstehen – egal an welchem Ort!

NPD und der Wahlkrampf in der „Provinz“

Heute Nachmittag in Demmin:

Der selbe langweilige Stand wie beim letzten Mal mit Reden vom Band, ergänzt durch die Hetze gegen Asylbewerber_innen. Bei diesem Thema haben die Nazis in Demmin derzeit keine lokalen Initiative, auf denen sie ihr menschenverachtende Propaganda draufsetzen können, wie in Eggesin oder Güstrow.

Daneben gab es eine spontane Protestversammlung mit einer klaren Aussage:

Mal schauen wo die Nazis die nächsten Tage auftauchen…

Asylbewerber_innen in Demmin

Die ersten Asylbewerber_innen sind vor einer Weile in Demmin dezentral untergebracht worden, sehr wahrscheinlich nicht freiwillig sondern zugewiesen. Auch wenn dezentrale Unterbringung der Wunsch vieler Asylbewerber_innen ist, bleibt ihre Forderung nach freier Ortswahl ungehört und es stellt sich die Frage, wie gut die Unterstützung/Begleitung in Demmin vorgesehen ist.

Der Bürgermeister setzt auf dezentrale Unterkünfte: „Wir halten diese Form der Unterbringung für die geeignetste, um eine erfolgreiche Integration zu gewährleisten“. Vermutlich gibt es auch Ängst vor Protesten von den Neonazis wie in Güstrow und Eggesin. Denn ein Heim ist richtig sichtbar.

Generell sucht der Landkreis Mecklenburgischen Seenplatte nach Unterkünften, weil das Heim in Jürgenstorf schließt und weitere Asylbewerber_innen kommen werden.

Vielleicht könne sich die Menschen in Demmin ja doch mal dazu durchringen, den Geflüchteten ein WILLKOMMEN auszusprechen, also zumindest mal diejenigen die am 8. Mai keine deutsche Ehre verteidigen wollen.

UNTIL EVERYONE IS FREE !

Dazu zwei Artikel vom Nordkurier:

Asyl: Kreis sucht nach Unterkünften

Stadt bevorzugt dezentrale Unterkünfte

Proteste gegen die NPD in Eggesin

Der Protest gegen die NPD-Kundgebung auf dem Marktplatz in Eggesin organisiert sich und für morgen gibt es schon mindestens zwei angemeldete Protestaktionen.

Der Sprecher_innenrat des Bündnisses „Vorpommern: weltoffen, demokratisch, bunt!“ hat eine Versammlung in Eggesin auf dem Marktplatz angemeldet in der Zeit von 13 bis 18 Uhr.
Bündnis 90/die Grünen haben einen Info-Stand angemeldet.

Solidarität mit den Geflüchteten!
Kommt zahlreich und zeigt der NPD, was wir von ihnen halten!

Infos gibt es auch beim Aktionsbündnis Vorpommern

NPD stoppen in Eggesin!

Am Mittwoch, 12.6.2013 will die NPD in Eggesin von von 14 bis 17 Uhr unter dem Motto „Wir brauchen keine Asylanten“ eine Kundgebung gegen die geplante Unterbringung von Flüchtlingen abhalten. Außerdem wollen sie vor Ort noch Unterschriften dagegen sammeln.

Und mal wieder Hakenkreuze

Mehrere Hakenkreuze und Parolen wurden gestern im Flur und bei den Toiletten der Demminer Berufsschule entdeckt. (siehe auch Nordkurier von heute). Damit zeigt sich mal wieder, dass das NeoNazi-Problem nicht nur am 8. Mai die Stadt „heimsucht“, wie es viele aus der Stadt gerne hätten, sondern alltäglich vorhanden ist und permanent angegangen werden muß, auch wenn dies Unruhe mit sich bringt.
Und da reicht es nicht schöne Reden zu halten und ansonsten kein Konzept zu haben oder auf die „leeren“ Kassen zu verweisen.
Welche Perspektiven haben denn zum Beispiel junge Menschen in Demmin? Interessant wären auch Gesprächsabende über Stadtentwicklung und anderes, aus denen Konzepte entstehen können.

Für eine lebendige Gesellschaft!

Rückblick Historischer Stadtrundgang

Anbei die Liste der Themen des Historischer Stadtrundgang am 8. Mai 2013 mit Informationen zur NS-Zeit

Route 18.15-19.15 Uhr: Lübecker Speicher (Start) – Heilgeiststraße – Kahldenstraße – Frauenstraße – Schulstraße – Breitscheid-Straße – Holstenstraße – Synagogenstraße – Schwedenwallweg – Loitzerstraße – Heilgeiststraße – Hafen, Veranstalter: Demminer Regionalmuseum


Viele vom Friedensfest entscheiden sich beim Stadtrundgang mitzumachen.

Lübecker Speicher
Geleitworte: Sowjetische Kriegsgefangene, Kriegstote und Grabanlagen in Demmin als ein Schwerpunktthema des diesjährigen historischen Stadtrundganges, Hinweis auf Ausstellung über das Massengrab sowjetischer Kriegsgefangener in Woldeforst.
und mit Blickrichtung zum angrenzenden Gelände des ehemaligen Schlachthofes, weil wir nicht wie ursprünglich durch die Nicolaistraße ziehen konnten:
Thema: Errichtung einer Entlausungsbaracke für ausländische Arbeiter und Kriegsgefangene im Oktober 1942 vor dem Schlachthof mit Eingang Nicolaistraße

Kahlden- und Frauenstraße:
Straßenzug, in dem bis 1945 alle Demminer Schulen lagen
Thema: Lehrer unter den Selbsttötungsfällen 1945 in Demmin


Stadtrundgang passiert das Jugger-Spiel

Frauenstraße 2:
Geschäftsräume des Reichsnährstandes in der Landwirtschaftsschule
Thema: Reichsnährstand ab 1942 zuständig für den Zwangsarbeitereinsatz in der Landwirtschaft, von Rohr, Gutsbesitzer in Demmin-Vorwerk, als konservativer Gegenspieler von NS-Landwirtschaftspolitik, seine Verurteilung wegen „verbotenen Umgangs mit Kriegsgefangenen“ aus der Sowjetunion

Frauenstraße 25: Stolpersteine für Arnold und Lisbeth Davidsohns, umgekommen im Februar 1943 in Theresienstadt. Möglichkeit dort Blumen abzulegen

Schulstraße / Breitscheid-Straße:

Thema: Erster sowjetischer Friedhof 1946 auf der Nordseite der Bartholomaei-Kirche


Baumklettterer bringen ein Banner an: „Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht“


Rathausplatz:

Thema: „Kristallnacht“ in Demmin

Synagogenstraße:

Themen: Situation der Demminer Jüdische Gemeinde 1937 und Zwangsverkauf des Synagoge 1938 an den hiesigen Kaufmann und Möbelfarikanten Oskar Günther

Loitzerstraße / „Westkaserne“:
Thema: Räumung der Notunterkünfte in Westkaserne im Mai 1933 und Einrichtung als Reichsarbeitsdienstlager 1934; Selbsttötungen in Demmin 1945 und ihr Zusammenhang zum Rassenwahn des Nationalsozialismus


Der historische Stadtrundgang endet vorzeitig, weil sich viele Teilnehmer_innen zu einer Sitzblockade entschließen und wird im nächsten Jahr an der Stelle fortgeführt, an der er stoppte.

Fotos in diesem Beitrag: OS

Video und Berichte zum 8.5.2013

Das folgende Video ist von georg nr one:

Interessant ist auch der Beitrag vom NDR

Berichte von gestern gibt es bis jetzt zum Beispiel bei Kombinat Fortschritt, bei Greifswald Nazifrei, bei ino, im Blog der Zeit, im Neuen Deutschland und beim Nordkurier

Bilder zum Beispiel hier, hier, hier und hier und hier.

Auch von uns kommt demnächst ein Bericht und weitere Bilder.

Wichtige Infos zum 8.5.2013

Der 8. Mai rückt näher, hier das wichtigste noch mal in Kürze:
Übermorgen wollen die Nazis zum siebten Mal in Demmin ihren „Trauermarsch“, ihren „Ehrendienst“ durchführen. Unser Ziel ist es deren Pläne zu durchkreuzen.

Das Friedensfest im Hafen von Demmin und die Mahnwachen beginnen ab 17 Uhr.
Die Nazis treffen sich ab 19.30 auf dem Parkplatz beim Stadion und wollen von 20 Uhr bis 22 Uhr marschieren, einmal in den hinteren Teil des Hafens mit ihrer zentralen Kundgebung und dann genauso wieder zurück.

Dies ist die Karte mit allen relevanten Punkten und Routen eingezeichnet inklusive allen Telefonummern und Twitter auf einem Blatt.

Hier als PDF zum Runterladen und Ausdrucken (am Besten in Farbe): Karte für den 8. Mai 2013

Ihr könnt es euch auch auf andere Art anschauen:
Naziroute und Friedensfest/Protestveranstaltungen/Stadtrundgang

Diese Nummern sind ab spätestens 17 Uhr am 8. Mai erreichbar:
Info: 0151 20051487
EA: 0151 237 45 808
Kontakt zum EA: http://eagreifswald.blogsport.eu/
Ticker: https://twitter.com/#!/demminnazifrei
Bei der Sanitäter-innen-Nummer fehlte die letzten Tage am Ende noch ne 3 – ist jetzt alles korrigiert auf :
Sanis: 01578 3537643

Bei Blockaden gilt: Wir haben ein Ziel und wir lassen uns nicht provozieren. Unser Aktionskonsens ist gewaltfrei, von uns geht keinerlei Eskalation aus.

Den Nazis keinen Fußbreit!

Demmin Shake

Wir haben noch was anzukündigen:

ca. 19.30 soll es am 8.5. vermutlich auf dem Friedensfest zu Harlem/Demmin Shake kommen

Also haltet euch bereit und denkt an Requisiten und Kostümteile

In Neubrandenburg sieht das so aus:
http://www.youtube.com/watch?v=Z_rYsIrzHRc

Nochmal hingewiesen sei auf die Veranstaltung:
Demminer Regionalmuseum präsentiert die von ihm herausgegebene Broschüre
„Das Kriegsende in Demmin 1945. Umgang mit einem schwierigen Thema“
7. Mai, Dienstag, 18 Uhr, Betriebskantine von E.ON – neben der Stadtinformation, Am Hanseufer 2, Demmi
mit Dr. Elke Scherstjanoi, Institut für Zeitgeschichte München-Berlin

Die letzten wichtigen Infos zum 8. Mai sollten morgen oder übermorgen erscheinen.

Banner, Busse und Naziroute

Die Stadt wird immer mehr geschmückt für den 8. Mai

Es fährt einen Bus aus Neustrelitz und Neubrandenburg zum Friedensfest, weitere Infos hier

Für alle die es wissen wollen: Die geplante Route der NeoNazis findet ihr hier.

Strickkunst

In Malchin sind in letzter Zeit wieder viele Nazi-Graffitis und Aufkleber aufgetaucht.
Doch schon kurz davor fingen Menschen in Malchin an, die Stadt bunt zu machen – bewußt als Zeichen gegen rechtes Gedankengut.

Guerilla Knitting hat als Protestform vor ein paar Jahren in den USA begonnen und zeigt die vielfältigen Möglichkeiten aktiv zu werden.

Kein Fuß breit den Faschisten!

Wir senden Grüße an die DemonstrantInnen gegen die Naziaufmärsche heute in Frankfurt, Berlin, Dortmund, Würzburg und Erfurt!

Reflektion über Blockaden

Eine interessante, lesenswerte Broschüre kommt vom Aktionsbündnis Brandenburg gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit

Nach der Darstellung der Nazi-Demos geht es um die Formen der Proteste dagegen. Danach genauer um die Blockaden, die ein fester Bestandteil der Proteste sind. Es folgt die juristische Bewertung und die Verantwortung der Kommunen.

Die Boschüre kann bestellt werden oder als pdf heruntergeladen werden bei:
http://www.demos-gegen-nazis.de/

Kunstnacht 2013

Angenehm war sie, die neunte Demminer Kunstnacht.

Dabei wurden die neuen Plakate für das Friedensfest vorgestellt:

Welche dann an an verschiedenen Stellen verteilt wurden:



Auch die Flyer kamen gut an.

Tagsüber gab es wieder Vorbereitungen auf die kommenden Aktionen.

Kommt und macht mit!

Wir finden in Demmin auch noch ein Sofa für Euch.

Website für das Friedensfest

Das Friedensfest am 8. Mai in Demmin hat jetzt eine eigene Website, kann also kräftig beworben werden:

http://friedensfestdemmin.wordpress.com/

Unterstützung vom Landesjugendring

Die Vollversammlung des Landesjugendrings hat am 20. April 2013 beschlossen: „Der Landesjugendring möge alle Beteiligten, die sich im Bündnis Demmin nazifrei / Aktionsbündnis 8. Mai inhaltlich, organisatorisch einbringen und gewaltfreien Protest leisten, unterstützen. Die Nazis sollen daran gehindert werden, ihre menschenverachtende Ideologie und demokratiefeindlichen Bestrebungen in Demmin am 8. Mai 2013 zu verbreiten.“

Anbei die Graphik der Plakate, welche die nächsten Tage für das Friedensfest in Demmin werben werden.

Das Kriegsende in Demmin 1945

Das Demminer Regionalmuseum präsentiert die von ihm herausgegebene Broschüre
„Das Kriegsende in Demmin 1945. Umgang mit einem schwierigen Thema“

7. Mai, Dienstag, 18 Uhr, Betriebskantine von E.ON (neuer Ort) – neben der Stadtinformation, Am Hanseufer 2, Demmin

Unser Gast ist Dr. Elke Scherstjanoi, Institut für Zeitgeschichte München-Berlin. Sie hat die Einnahme Demmins durch die Rote Armee am 30. April 1945 erstmals anhand von Planungs- und Berichtsdokumenten der die Stadt einnehmenden 65. Armee untersucht, die im Moskauer Militärarchiv überliefert sind und den Befund für das Heft zur Verfügung gestellt. In ihrer Darstellung verknüpft sie die gewonnenen Fakten mit den Erinnerungen und Erzählungen, die vor Ort existieren. So lässt sich das Geschehen aus der Sicht der Eroberer u n d aus der Sicht der Eroberten betrachten und aufeinander beziehen.

Elke Scherstjanoi spricht über ihre Recherchen in Moskau und darüber, warum der Fall Demmin am Kriegsende 1945 sie interessiert.

Begleitend lesen Schüler des Goethe-Gymnasiums Briefe von Rotarmisten, geschrieben in den letzten Kriegsmonaten während der Eroberung Deutschlands, herausgegeben von Elke Scherstjanoi.

Wir laden herzlich zu dieser Veranstaltung ein und hoffen auf ein anregendes Gespräch.

VeranstalterInnen: Demminer Regionalmuseum und Aktionsbündnis 8. Mai Demmin

Veranstaltungsverschiebung auf den 7.5.

Die für Dienstag, den 30.4. angekündigte Veranstaltung vom Aktionsbündnis 8. Mai verschiebt sich auf:
Dienstag, 7.5.2013 um 18.00 Uhr im ehemaligen Blumenladen am Hanseufer, Demmin

Das Demminer Regionalmuseum präsentiert das von ihm herausgegebene Heft „Das Kriegsende in Demmin 1945. Umgang mit einem schwierigen Thema“
Zu Gast ist Dr. Elke Scherstjanoi, Institut für Zeitgeschichte München-Berlin. Sie hat die Einnahme Demmins durch die Rote Armee am 30. April 1945 erstmals anhand von Dokumenten aus dem Moskauer Militärarchiv recherchiert und ihren Befund für das Heft zur Verfügung gestellt.

Weitere Infos folgen.

Bus aus Berlin…

…organisiert die Antifaschistische Traumatherapie für die Anreise

Mittwoch, 08.05.2013 um 13:00 Uhr I Berlin-Ostbahnhof
Bustickets gegen Spende vor Ort

dazu:

Soli-Konzert // 20.04. // Kinzigstr. 9 // Berlin – Friedrichshain // 21 Uhr
mit Mobilisierungsveranstaltung für Aktivitäten gegen den alljährlichen von Neonazis geplanten “Trauermarsch” am 8. Mai 2013 in Demmin (MV).
WE WILL FLY (HC) // AFTERLIFE KIDS (HC) // KENNY KENNY OH OH (PUNK)
Danach PARTY

und

Infoveranstaltung:
Dienstag 23.04.2013, 19.30 Uhr
K 19, Kreutzigerstr. 19, 10247 Berlin – Friedrichshain

Mobilisierung zum 8.5.

Nach allem was zu hören ist werden dieses Jahr noch ein paar mehr Menschen zum 8. Mai nach Demmin kommen – um die Befreiung vom Faschismus zu feiern und um gegen die Nazis zu protestieren. Viele Gruppen beteiligen sich am Friedensfest, wie ihr am vorläufigen Programm sehen könnt.

Es gibt von verschiedenen Gruppen auch schon Aufrufe, auf ein paar davon haben wir schon hingewiesen.
Vor ein paar Tagen ist der Aufruf von mehreren antifaschichstischen Gruppen erschienen.

Dazu gab es einen Artikel bei Kombinat Forschritt

Mobilisiert wird aber auch von anderen Bündnissen wie dem Aktionsbündnis Vorpommern.

Derzeit finden an vielen Stellen in MV und drüber hinaus Infoveranstaltungen statt – achtet auf lokale Ankündigungen, beispielsweise hier.

Die „Muna“ in der Woldeforst

Im Norden von Demmin ist ein Waldgebiet. Dort gibt es den Bereich Woldeforst, in dem während der Nazizeit die Heeres-Hauptmunitionsanstalt Waffen produzierte. Auch mit sowjetische Kriegsgefangene als ZwangsarbeiterInnen.

Das Regionalmuseum Demmin will zur Aufklärung der noch in weiten Teilen unbekannten Geschichte beitragen.
Dazu gibt es beim Friedensfest am 8.5. eine Freiluftausstellung: „Tote sowjetische Kriegsgefangene – ein Massengrab in der Woldeforst“
Diese Geschichte ist auch Teil des historischen Stadtrundgangs am 8. Mai
Vor kurzem gab es dazu einen Artikel im Nordkurier