Archiv der Kategorie 'Refugee welcome'

31.5. Veranstaltung: Die Furcht vor dem Fremden

Ein Informations- und Gesprächsabend über den Nahen Osten, den Islam und Mus­lime in Mecklenburg-Vorpommern.

31. Mai 2017, 18 Uhr, Lübecker Speicher, Am Bollwerk 5, Demmin

Die Aufnahme hunderttausender Flüchtlinge aus dem Nahen Osten in Deutschland polarisiert das Land. Während viele Bürger sich in der Flüchtlingshilfe engagieren, gibt es nicht wenige, die das Geschehen mit Sorge beobachten: Warum tragen Frauen Schleier oder Kopftuch? Sind Muslime besonders anfällig für eine Radikalisierung? Können sie in großer Zahl dauerhaft mit anderen Religionen und Weltanschauungen friedlich und gleichberechtigt zusammenleben? Vor wem oder was sind sie geflüchtet?

Wenn auch in Mecklenburg-Vorpommern relativ wenige Geflüchtete untergebracht sind, so stellen sich Bürger auch hier Fragen nach dem Hintergrund von Menschen und Mächten im Nahen Osten. Wir laden Sie herzlich zu einem Gespräch mit Prof. em. Dr. Rösel ein und bitten Sie, Ihre Fragen zum Themenkomplex Islam und Naher Osten einzubringen.

Zum Referenten:
Jakob Rösel war Inhaber des Lehrstuhls für Internationale Politik am Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaften der Universität Rostock und gilt als Kenner von Geschichte und Politik des Nahen und Mittleren Ostens sowie Südasiens. Viele Länder in diesen Regionen kennt er von Reisen persönlich.

Eine Veranstaltung vom Demokratieladen Anklam in Zusammenarbeit mit dem Aktionsbündnis 8. Mai Demmin

20. Mai in Schwerin: Afghanistan ist nicht sicher!

Auch aus Demmin gibt es eine gemeinsame Anreise nach Schwerin. Meldet euch bei Interesse beim interkulturellen Café 3K, Clara-Zetkin-Str. 16 oder bei uns.

Mehr Infos gibt es auch bei http://afghanistanmv.blogsport.eu/

Proteste zum politischen Aschermittwoch der CDU

Über 50 Menschen demonstrierten gestern vor dem Hotel Trebeltal gegen die Abschiebung in Krisengebiete, statt dessen die wirklichen Fluchtursachen zu bekämpfen und nicht nur Symptome anzugehen, sowie das Leid an den Grenzen von Europa zu beenden. Im Hotel zelebrierte die CDU mit Merkel, de Maizière, Caffier und den anderen, welche die aktuelle Flüchtlingspolitik zu verantworten haben, ihren politischen Aschermittwoch.
Außen auf der Kundgebung sprach unter anderem ein Afghane, der als Übersetzer für die NATO gearbeitet hat und dessen Ex-Frau von den Taliban entführt und umgebracht wurde. Eine seiner Tochter musste er auch von den Taliban freikaufen. Aber er hat keine Erlaubnis, seine Kinder nach Deutschland zu holen.
Auf der Kundgebung waren neben den Afghanen auch Menschen aus Mauretanien, Syrien und anderen Ländern.

Am 8. März geht es weiter mit den Protesten vor dem Landtag in Schwerin. In der Landtagssitzung ist die Flüchtlingspolitik dann Thema und es wird ab 8 Uhr einen Infotisch mit Einladung an die Verantwortlichen zum Gespräch geben und ab 17 Uhr eine Kundgebung: http://afghanistanmv.blogsport.eu/protest/aktionen-zur-landtagssitzung-am-8-maerz/

Info-Blatt: Findet wirklich eine ausreichende Einzelprüfung vor den Abschiebungen statt?

Gleiche Rechte für alle Menschen

Warum gibt es fast keine legale Möglichkeit für Geflüchtete nach Europa zu kommen? Auch viele in der SPD stellen sich diese Fragen wie Gesine Schwan Doch bis jetzt wird die Abschottung von Europa weiter ausgebaut, dafür braucht es nicht einmal Trump.
Zeigen wir morgen am Aschermittwoch Angela Merkel und Lorenz Caffier, dass ihr aktuelles Agieren die Probleme nur verschärft, nicht verbessert.

Ein kleiner Erfolg der Proteste gegen die Abschiebungen nach Afghanistan ist vielleicht dadurch erkennbar, dass keiner der drei Extra-Flieger, die seit Mitte Dezember losgeflogen, vollbesetzt war und jedesmal weniger Menschen abgeschoben werden konnten, im letzten waren es nur 18 von 50.

Beim Diskutieren auf der Strasse hört mensch immer wieder das Argument, dass die Geflüchteten nur kommen, um von unserem „hart erarbeiteten Wohlstand“ was abzubekommen. Die Zeit der Kolonisation wird oft ausgeblendet. dabei hat die nicht nur bestehende Sozialstrukturen in den besetzten Ländern zerstört. Die wirtschaftliche Ausbeutung hält bis heute an, schon durch die geringen Löhne wie in der Textilindustrie oder durch die Erze, die Europa sehr billig einkaufen kann. Dadurch konnte sich in anderen Teilen der Welt kaum eine Wohlstand in der Bevölkerung entstehen.

Weitere Infos:
http://facebook.com/afghanistanmv/
http://50ausidomeni.de/

Kundgebung am Aschermittwoch in Demmin: Keine Abschiebung in Kriegsgebiete! Flüchtlingsleid an den Grenzen von Europa beenden!

Geflüchtete kommen nicht ohne Grund nach Europa. Weltweit gibt es immer mehr Kriege. Nicht nur in Afghanistan ist die Situation unsicher. Mali und weitere Staaten sind dauerhaft im Kriegszustand. Menschen fliehen aber auch aus Staaten, in denen Menschenrechtsverletzungen Standard sind. Die wirtschaftliche Lage wird in Afrika durch die Handelsverträge mit der EU verschlimmert. Klimaveränderungen werden weltweit spürbar. Die Lebensgrundlage in vielen Regionen der Welt sinkt. Primär sollten Fluchtursachen bekämpft werden, derzeit findet aber nur ein Flüchtlingsmanagement statt. Lösungen müssen gefunden werden, aber nicht auf dem militärischen Weg. Dadurch werden die Konflikte nur angeschürt.

Vor 80 Jahren waren auch in Europa viele Menschen auf der Flucht, um ihr Leben zu retten. Asylrecht ist ein Ergebnis aus diesen Erfahrungen und darf nicht noch weiter aufgehoben werden.
Derzeit sind die Bedingungen schon so verschärft worden, dass kaum ein Flüchtling eine Chance auf Asyl hat. Die neue Dublin-Verordnung soll es noch schwerer machen.
Auf der Suche nach Sicherheit scheitern sie an den Außengrenzen von Europa, hängen auf der Balkanroute unter widrigen Bedingungen fest oder sterben im Mittelmeer. Die wenigen, die es nach Europa schaffen wird oft die Familienzusammenführung erschwert oder unmöglich gemacht. Statt dessen werden Menschen, die hier Wurzeln geschlagen haben, in ein unsicheres Umfeld abgeschoben.

Geflüchtete, die in Griechenland unter menschenunwürdigen Bedingungen leben, können in MV noch genug leerstehende Wohnungen finden. Deutschland hat schon vor drei Jahren zugesagt, Griechenland zu entlasten, umgesetzt wird es aber nur schleppend (Relocation Programme).

Innenminister Caffier: Stoppen sie die Abschiebungen nach Afghanistan und in andere Kriegsgebiete. Sie haben die Möglichkeit dazu.

Kommt zur Kundgebung am 1.3.2017 von 15 Uhr bis 17 Uhr vor dem Hotel Trebeltal, Ecke Meyenkrebs/Klänhammer Weg, 17109 Demmin


Demminer*innen waren auxh anwesend bei der Kundgebung am 11.2. in Rostock

Erster Eindruck von der Mahnwache gegen Abschiebung von heute

Heute waren 50 Menschen auf der Mahnwache in Demmin gegen die Abschiebung nach Afghanistan.
In den Reden wurde darauf eingegangen, dass es nicht nur um Afghanistan geht, sondern dass es auch in anderen Staaten Bürgerkrieg gibt, aber die Regierung trotzdem dorthin abschieben will. Am Rande gab es leider wieder die üblichen Pöbeleien von Autofahrer*innen, die meinten, das Pack soll nicht vor dem Krieg fliehen sondern kämpfen. Doch Krieg ist immer schrecklich.

Hier ein kurzer Eindruck:

Eindrücke von den anderen Mahnwachen in MV gibt es hier: http://afghanistanmv.blogsport.eu/

Mahnwachen gegen Abschiebungen nach Afghanistan am 14.1.

Trotz Krieg und Bundeswehreinsatz in Afghanistan hob am 14.12.16 der erste Flieger nach Afghansistan in Hamburg ab, um Flüchtlinge zurück zu bringen. Doch die Sitution in Afghanistan ist nicht dafür geeignet, dass Menschen dort sicher leben. In der Bundesregierung ist es anscheinend aber gerade wichtig, die Flüchtlinge los zu werden, weil die Rassist_innen laut geworden sind. Also werden Grundsätze und Erfahrungen aus der Geschichte vergessen und fleißig der Weg zur Abschiebung bereitet.

Dagegen rührt sich Widerstand und am Samstag sollen an 14 Orten in MV Mahnwachen stattfinden.
In Demmin gibt es eine Mahnwache von 10 Uhr bis 11 Uhr auf dem Luisenplatz .

Weitere Infos zu den Landesweiten Mahnwachen, organisiert von vielen Gruppen, koordiniert vom Flüchtlingsrat MV, findet ihr hier:

http://afghanistanmv.blogsport.eu/

https://www.facebook.com/afghanistanmv/?hc_ref=PAGES_TIMELINE&fref=nf

„Afghanistan ist nicht sicher. Die deutsche Regierung schließt ihre eigene Botschaft und gibt Reisewarnungen für Deutsche heraus. Uns schickt man aber dorthin zurück. Sind unsere Leben weniger schützenswert?“, so Mohamed, Aktivist im Netzwerk.

Abschiebungen stoppen! Fluchtursachen bekämpfen! Demo am 26.11. in Rostock

Viele erinnern sich bestimmt an die Situation vor einem Jahr, als Millionen Menschen gezwungen waren aus ihren Heimatländern zu fliehen. Für tausende war Rostock eine Station ihrer Fluchtroute; viele machten sich über den Fährhafen weiter auf den Weg nach Skandinavien. Diese und zahlreiche weitere Schutzsuchende sollen nun zurückgeführt und in ihre Erstaufnahmeländer, oder direkt zurück in den Krieg, abgeschoben werden. Menschlichkeit sieht anders aus!
Ob von islamistischen Gruppen terrorisiert, wegen der ethnischen Herkunft vom sozialen und wirtschaftlichen Leben ausgegrenzt oder von internationalen Konzernen ausgebeutet – für ein menschlicheres Leben bietet sich keine andere Perspektive als die Flucht.
Bleiben darf, wer profitabel ist. Alle anderen werden zurück ins Elend geschickt. Es wird wohl nicht lange dauern, wenn von „Rückführungen“ betroffene Geflüchtete am Fährhafen ankommen und mit ziemlicher Sicherheit direkt über den Flughafen Rostock-Laage weiter geschoben werden. Solch einer Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit werden wir nicht tatenlos zuschauen.
Fordert mit uns ein „Bleiberecht für alle!“ – bis kein Mensch mehr zur Flucht gezwungen ist und bis sich alle niederlassen können wo sie wollen!

Refugees welcome!

Kommt zur Demo am Samstag, 26.11. von 13:00 – 17:00 Uhr
Start: Rostock Hbf

Der erste Tag vom interkulturellen Café

Gestern gingen um 15 Uhr die Tür auf und verschiedene Menschen aus Demmin trafen sich zum Kaffeetrinken, Austauschen, Spielen und Lachen. Wie erwartet kamen noch nicht die Massen, aber es war ein schöner Anfang in den Räumlichkeiten des Vereins der Demminer Bürger e.V.

Die Stimmung war gut, bei den Geflüchteten und genauso bei den Hiergebliebenen („Einheimischen“). Es war ein Kommen und Gehen. Auch unerwartete Besucher*innen kamen und waren angetan von den Möglichkeiten, die sich vor Ort bieten und wollten Freunde für den nächsten Freitag dazu einladen. Unvermeidlicherweise liefen auch die lokalen Nazis die Straße entlang um von außen zu sehen was los ist.
Das interkulturelle Café gibt es jeden Freitag von 15 Uhr bis 19 Uhr in der Clara-Zetkin-Str. 16 in Demmin, weitere Öffnungszeiten und Angebote sind in Planung.

Bericht von gestern: Menschenrechte kennen keine Grenzen – Refugees welcome!

Gestern kamen ca. 40 Menschen zur Kundgebung, um sich solidarisch mit allen Opfern rechter Gewalt zu zeigen und sich gegen den sich ausbreitenden Rassismus zu wehren. Aus allen Fraktionen im Rathaus, also von SPD, CDU, UWG und Linke waren Stadtverordnete anwesend.

Zu Beginn wurde reflektiert über die Übergriffe der letzten Zeit in Demmin. Viele Übergriffe werden als nicht fremdenfeindlich eingestuft, wie es beispielsweise beim Vorfall auf dem Boltzplatz zuerst der Fall war.
Ein Geflüchteter sprach: „Wir sind friedlich und kamen hierher um in Sicherheit zu leben. Wir mussten leiden, als wir durch die Zustände gezwungen wurden, unser Land zu verlassen. Lasst uns nicht noch einmal leiden durch euren Rassismus.“

Auf der anderen Straßenseite standen zwei Dutzend beobachtende Menschen, die sehen wollten was abgeht. Dazwischen einige Figuren aus dem rechten Spektrum, die die Lage checken wollten.

Auszug aus einer vorgetragenen Rede von Menschen aus Greifswald: „Es kann nicht sein, dass viele Menschen nicht einkaufen gehen können, ohne von fremdenfeindlichen Sprüchen begleitet zu werden. Selbst klare Gewaltandrohungen bis zu Gewaltattacken sind mittlerweile gnadenloser Alltag. Immer wieder gibt es dabei auch zahlreiche Angriffe, wie am 22.12.2015, wo in Tutow zu einem Brandanschlag gegen die Wohnung einer freiwilligen Helfer_in , die in den Geflüchtetenunterkünften hilft, kam. Diese und weitere Beispiele zeigen auf, wohin Alltagsrassismus und ständige Hetze führen. Es darf zu keinem „Lichtenhagen 2.0“ kommen!! Wir, und das sind WIR ALLE, müssen JETZT aufstehen und handeln, statt wegzuschauen und rechte Ideologien und Übergriffe als Normalität zu tolerieren.“

Leider kommt es auch in anderen Stellen von MV zu heftigen Übergriffen. Am Freitag gab es in Schwerin eine vorbereitete Aktion von rechten Schlägern, einige auch aus Jamel. In der Innnenstadt drängten mehr als 30 von ihnen 10 Ausländer in eine Falle um sie zusammenzuschlagen.

Eine Person aus Neubrandenburg wies darauf hin, dass am 8.10. in Neubrandenburg ein Zeichen der Solidarität mit allen Betroffenen des Anschlags vom letzten Wochenende und allen Betroffenen rassistischer Gewalt gesetzt werden soll. Kommt um 14 Uhr zum Platz der Familie, NB-Datzeberg.

Viele Menschen aus Demmin unterstützen/helfen regelmäßig die Flüchtlinge. Kontinuierlich an den Schwierigkeiten zu arbeiten und Vorbehalte gegenüber Geflüchteten abzubauen ist wichtig. Musik, Sport und Kochen verbindet die Menschen und so öffnet am 14.10. zum ersten Mal das interkulturelle Cafe bei den Demminer Bürgern, Clara-Zetkin-Str. 16 in Demmin. Das Cafe soll jeden Freitag von 15 Uhr bis 19 Uhr geöffnet sein. Weiteres ist in Planung.

Menschenrechte kennen keine Grenzen – Refugees welcome!

Hier der Link zum Nordkurierartikel

Solidarisch mit den Opfern! Gegen rechte Gewalt und gegen Rassismus!

Die Kundgebung am Mittwoch ist dazu gedacht, die Atmosphäre in der Stadt zu ändern, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und die Fremdenfeindlichkeit im Keim zu ersticken.
Es gibt seit einer Woche keine neuen heftigen Vorfälle in Demmin, aber der Alltagsrassismus in der Stadt ist spürbar und wir wollen weitere Vorfälle verhindern.

Viele Politiker hetzen weiter gegen Geflüchtete, vorneweg die AfD. Sie versucht auf legalem Weg an die Macht zu kommen – dann will sie „aufräumen“, „ausmisten“ und „Politik nur für das Volk machen“. Wer diese Rhetorik verharmlost, macht sich mitschuldig. Das heizt die Schläger und Brandstifter an. In der Nacht von Samstag auf Sonntag gab es in Neubrandenburg einen Brandanschlag vor der Wohnung einer syrische Familie. Die Hintergründe sind noch nicht klar, vermutet wird Fremdenfeindlichkeit.

Am Mittwoch, 5.10.2016 treffen wir uns zur Kundgebung um 18 Uhr in Demmin auf dem Luisenplatz (beim Luisenturm an der Clara-Zetkin-Str.).

Infotelefon: 0160-6208018

Für Menschlichkeit und Toleranz statt Fremdenhass und Gewalt

Rechtsextremisten und Rassisten werden in Deutschland immer häufiger gewalttätig. Von Januar bis Mitte September registrierte die Polizei bereits 507 Fälle fremdenfeindlicher Gewalt. Damit hat sich die Zahl gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt. Insgesamt wurden in den ersten achteinhalb Monaten des Jahres mehr als 1800 politisch motivierte Straftaten gegen Asylbewerber und Flüchtlinge registriert. Neonazis und Asylgegner legten in diesem Jahr schon 78 Mal Feuer, die Polizei zählte sieben Tötungsdelikte.
Trotz der massiven Zunahme rechter Gewalt stufen die Behörden nur 20 Rechtsextremisten als „Gefährder“ ein. Zum Vergleich: Bundesweit sind 520 islamistische Gefährder registriert. Da klafft im rechten Bereich ein gewaltiges Loch zwischen der Anschlagswirklichkeit und der Zahl derer, die man real im Fokus hat.

In MV haben sich die Straftaten in diesem Bereich verdreifacht. Mehrere fremdenfeindliche, gewalttätige Vorfälle gab es in letzter Zeit in Schwerin. Dort soll nun ein neu gegründetes mobiles Team dagegen vorgehen.

Auch in den Straßen von Demmin ist das zu spüren und es gibt es vermehrt Vorfälle, hier ein paar Beispiele: Am Nachmittag des 29.8. haben zwei Frauen und ein Mann, alle drei betrunken und polizeibekannt, in der Treptower Straße in Demmin zwei afghanische Frauen beleidigt, das Kopftuch runter gerissen und ins Gesicht geschlagen. Grund: Fremdenhass. Die Afghaninnen wurden leicht verletzt und mussten zur Behandlung ins Demminer Krankenhaus. Siehe auch den Nordkurierartikel dazu.
Am 20.9. wurde im Sky-Markt eine Demminerin, deren Partner einen Iraner ist, von einer der Frauen, die schon beim ersten Vorfall dabei war, im und vor dem Sky-Markt mit „Ausländerschlampe“ und weiterem beleidigt Später kam noch die Drohung: „Ich verprügele dich und deine Kinder.“ Siehe auch den Nordkurierartikel dazu.

Sonntag, 25.9. ist ein Gruppe von Syrer auf dem roten Fußballboltzplatz bei der Pestalozzi-Schule am Spielen. Zwei Autos mit Rechten fahren vollbesetzt vor und steigen aus. Einer geht auf einen Syrer zu, trägt dabei komische Sprüche vor und gibt dem Syrer einen Schlag in den Bauch. Dann sagt er, sie sollen hier verschwinden, Fußballspielen sei vorbei. Schon in der Zeit davor saßen die Deutschen öfter auf dem Platz beim Bier trinken und wurden dabei beobachtet, wie sie die Flaschen zerstört und die Scherben auf dem Platz verteilt haben, um das Fußballspielen zu stören.

Rassistische Pöbeleien sind leider Alltag in Demmin. Aus Gruppen heraus werden oft fremdenfeindliche Parolen ausgestoßen gegen Nicht-Deutsche, die an der Gruppe vorbei laufen. Deswegen trauen sich auch Frauen mit Migrationshintergrund nicht alleine auf die Straße.
Angefeuert werden die Rassisten_innen durch fremdenfeindlichen Sprüchen aus der Politik und sie fühlen sich motiviert von den Erfolgen der AfD. Doch Flüchtlinge aufnehmen ist ein Zeichen der Menschlichkeit. Auf der Flucht haben sie schon genug Schreckliches erlebt und brauchen unsere Hilfe. Wehren wir uns gegen die rassistische Hetze und fremdenfeindliche Gewalt.

Wichtig ist schon im Alltag gegen die Pöbeleien direkt den Mund auf zu machen. Denn wenn es da schon Widerspruch gibt, trauen sie sich weniger, noch aggressiver zu werden. Und falls irgendwer Übergriffe sieht hilft es oft, mit anderen zusammen dazwischen zu gehen um die Situation zu deeskalieren.

Kommt zur Kundgebung am 5.10.2016 um 18 Uhr in Demmin auf dem Luisenplatz (beim Luisenturm an der Clara-Zetkin-Str.)

Gemeinsam gegen Rassismus!

auch wenn jetzt anscheinend gleich Udo Pastörs in Demmin spricht, für den wahrnehmbaren Rechtsruck in der Politik steht die AFD, deswegen unterstützen wir Neubrandenburg Nazifrei bei ihrem Protest übermorgen:

Gemeinsam gegen Rassismus!

Am kommenden Freitag, den 12. August um 18 Uhr will die selbsternannten „Alternative für Deutschland“ eine Kundgebung auf dem Neubrandenubrg Marktplatz abhalten.
Zuletzt hat der Kreisverband bereit klar und deutlich gezeigt, dass sie beim Rechtem Flügel ihrer Partei angesiedel ist, indem sie André Poggenburg (Mitglied des Bundesvorstandes der Partei und Sachsen-Anhaltinischen Fraktions- und Landesvorsitzenden) zur Vorstellungsrunde der Neubrandenburger Direktkandidaten eingeladen hatte. Nun folgt die nächste Einladung eines rechten Hardliners innerhalb der Patei, Björn Höcke aus Thüringen.
So sagte Höcke auf einer Kundgebung am 30.09.15 in Erfurt:
„Ich will, dass Deutschland nicht nur eine tausendjährige Vergangenheit hat. Ich will, dass Deutschland auch eine tausendjährige Zukunft hat.“

weitere Infos und Treffpunkte unter:
http://nbnazifrei.de/nb1208-der-afd-widersprechen/

Kurzer Rückblick auf den Naziaufmarsch heute

Schon vor 19 Uhr war klar, dass die Rassist_innen heute weniger auf die Straße bringen werden. Und es werden dann auch nur ca. 120, also nur die Hälfte von dem letzten Aufmarsch im November. Sie hetzten wie nicht anderes zu erwarten von Anfang bis Ende über die Flüchtlinge. Die Heimat sei das tollste und die „Gutmenschen“ würden die Welt nicht verstehen, weil halt nicht alle Menschen gleiche Rechte haben.
Die Gegendemo war mit ca. 50 Menschen ähnlich besucht wie bei den letzten Anlässen. Eine bunte Mischung aus Schüler_innen, Stadtvertreter_innen, Handwerker_innen,…
Die Nazis drehten dann noch eine Schleife und liefen vom Markt aus über Frauenstr, Gartenstr, ehemalige Gasanstalt und Baustr. wieder zum Markt, unterwegs mit kleinen Zwischenkundgebung. Dabei fiel ihnen aber nichts Neues ein, alles schon mal in den letzten Monaten gehört. Geredet hat am Anfang Andrejewski und dann weitgehend Norman Runge, beide sind NPD-Kader. Die Infrastruktur war wie beim 8. Mai und wurde komplett von der NPD gestellt. Begleitet war das Ganze von einem großen Polizeiaufgebot. Weiterer Berichte folgen noch.

Nachtrag: Bericht vom Nordkurier
Bericht von der Polizei

Anbei ein paar Impressionen von heute


Frontbanner der Nazis mit zwei Fackeln daneben

Infos für morgen

Hier noch das
Infotelefon für den 18.03.: 0160-62 080 18

Die Nazis laufen vom Markt aus eine Schleife durch die Stadt und beenden wieder am Markt.
Stellen wir uns den Nazis entgegen!
Wir freuen uns auf viele Menschen, die uns unterstützen wollen!

Der rechten Menschenfeindlichkeit am 18.3. in Demmin entgegentreten

Viele haben Angst vor Unbekanntem, vor zu viel Veränderung, suchen Sicherheit.
Doch Sicherheit findet sich nicht, in dem wir wieder Mauern bauen sondern in einem offenen, direkten Umgang miteinander. Nach dem Wahlsonntag gibt es Diskussionen, wie mit den Flüchtlingen weiter umzugehen ist. Aber eine neue Lage ergibt sich nicht. Schon seit Jahren gibt es Umfragen die auf rassistische Vorbehalte bei 20 bis 30 % der Bevölkerung hinweisen und das zeigt sich jetzt. Daneben spielen oft auch Sozialneid und anderes eine Rolle. Aber statt gegen die immer größer werdende Lücke zwischen arm und reich anzugehen, mehr Sozialwohnugen zu fordern oder anderes werden leider von vielen die Flüchtlinge beschuldigt.
In der Gesellschaft bekommen die Flüchtlinge aber auch viele Unterstützungsangebote von Freiwilligen, die sich für eine bessere Gesellschaft einsetzen. Die Polarisierung wird sichtbarer. Es gilt sich für eine emanzipierte Gesellschaft einzusetzen.
In Folge der letzten (Gesetzes-)Änderungen ist Deutschland/Europa aber schon weitgehend abgeschottet und die Flüchtlinge verzweifeln in Lagern wie Idomeni ohne eine sichtbare Perspektive.
1945 mussten viele Flüchtlinge, auch in der Demminer Region, aufgenommen werden, damals wurden sie als „Polaken“ beschimpft. Nicht nur die Menschen, die vor Nazideutschland ins Ausland fliehen mussten, trafen in der Fremde auf Ausgrenzung. Nach 70 Jahren scheint die Erinnerung verblasst und anscheinend wurde viel vergessen über den Krieg und seine Folgen. Heute geht es oft um die eigene Besitzstandswahrung. Dabei leben wir hier gut durch die billigen Ressourcen aus den ehemaligen Kolonien. Wirtschaftsgerechtigkeit sieht anderes aus, wodurch weitere Menschen fliehen.
Und für alle die den Islam als die Bedrohung sehen: Im Namen Christi wurden schon ganze Landstriche verwüstet wie im 30-jährigen Krieg und in Nordirland bekriegen sich noch heute Protestanten und Katholiken. Harmlos ist kaum eine Religion, aber es kommt doch auf den Umgang miteinander an. Und auch viele Islam-Gläubige wollen einen friedlichen und offenen Umgang miteinander. Über die Details hierbei zu diskutieren lohnt sich, den die Gleichberechtigung aller will erkämpft werden.

Am Freitag ab 19 Uhr
wollen nach längerer Pause wieder die Rassist_innen durch Demmin marschieren. Diesmal ist es organisiert von MVGIDA. Das heißt die Oberfläche ist vielleicht ein wenig anders als im November, aber es ist wieder von der NPD und ihrem Umfeld durchorganisiert und NPDler werden auch reden und wir werden sie auch wieder Nazis nennen. Die Nazis laufen vom Markt aus eine Schleife durch die Stadt und beenden wieder am Markt.


Frontbanner der Rassist_innen-Demo am 7.11. in Demmin

Alltagsrassismus bekämpfen, Fluchtursachen bekämpfen und Ausbeutung stoppen.
Und keine Waffenexporte! Die heizen nur die Kriege an!

Aufhebung der Abschottung von Europa!

Wir treffen uns am Freitag, 18.3.2016 um 18.30 auf dem Marktplatz in Demmin zur Gegenkundgebung. Infotelefon für den 18.03.: 0160-62 080 18

Refugee welcome!
MV für alle!

Lesung am 2.3.: „Krieg – Stell dir vor. er wäre hier“

zum Thema Flucht und Krieg veranstaltet der Tischtennisverein gemeinsam mit der Hansebibliothek eine Buchlesung.

am 2.3. um 16 Uhr in der Hansebibliothek Demmin, Pfarrer-Wessels-Straße 1

Das Motto der Veranstaltung ist gleichzeitig der Titel eines Buches der dänischen Autorin Janne Teller, aus dem die Bibliotheksmitarbeiter vorlesen werden.

Buch autorin Janne Teller

In diesem Buch werden die aktuellen Verhältnisse in Europa und dem Nahen Osten vertauscht. In Europa herrscht Krieg. Die demokratische Politik ist gescheitert. Wer kann, flieht in den Nahen Osten, wie ein 14-jähriger Junge aus Deutschland. In einem ägyptischen Flüchtlingslager versucht er, mit seiner Familie ein neues Leben zu beginnen. Weil er keine Aufenthaltsgenehmigung hat, kann er nicht zur Schule gehen, kein arabisch lernen und keine Arbeit finden. Er fühlt sich als Außenseiter und sehnt sich nach Hause. Doch wo ist das?
Anschließend soll zum hochaktuellen Thema Flucht, Migration und Fremdenfeindlichkeit ausgiebig diskutiert werden.
Zwei Flüchtlinge, die in Demmin eine Unterkunft gefunden haben,werden über ihre Flucht aus ihrer Heimat erzählen und Fragen dazu beantworten. „Wir hoffen, dass viele Interessierte diese Diskussionsrunde nutzen, um Vorurteile abzubauen und Antworten auf viele Fragen zu erhalten“, sagt der Mitorganisator des Tischtennisvereins Dieter Schulz. Im Oska-Treff des Vereins treffen sich regelmäßig viele Flüchtlinge, sie erhalten Hilfe bei Behördengängen und bei der Integration.
Das Buch ist auch als Theaterstück umgesetzt worden und soll ab dem Juni im Goethe-Gymnasium Demmin auch zur Diskussion präsentiert werden.

Rassismus ist keine Alternative – Kundgebung gegen den Landesparteitag der AfD in Demmin am 20.2. um 9.30 Uhr am Hotel Trebeltal

Grenzzäune ziehen, Menschen aus Deutschland entfernen, sich stolz fühlen… das Programm der „Alternative für Deuschland“ ist gespickt mit rassistischen Forderungen und dem Ziel, dass die Reichen noch reicher werden. Auf ihrem Landesparteitag im Hotel Trebeltal in Demmin am 20. und 21. Februar will die AfD-MV ihre Kandidat*innenliste für die Landtagswahl am 4. September 2016 aufstellen und weiter an ihrem Programm arbeiten.


Protest beim Landesparteitag der AfD am 29.11.2015 in Greifswald

Ihre Politik zu Wirtschaft/Bildung/Familie/… wird dabei wohl eine geringere Rolle spielen, denn nichts verschafft der AfD derzeit mehr Auftrieb als das Thema Flüchtlinge. Bei den Meinungsumfragen sind sie im Aufschwung und sie werden wahrscheinlich die NPD im Landtag verdrängen. Aber ihre inhaltliche Ausrichtung unterscheidet sich kam von der NPD und anderen rechtspopulistischen bzw. rechtsradikalen Kräften. Das fängt an bei der Verwendung der gleichen Begrifflichkeiten der NeoNazis und einer unzureichenden Abrenzung gegen die NPD, auch bei den Demonstrationen. Die NPD-Anträgen im Kreistag Vorpommern/Greifswald beispielsweise unterstützt die AfD meist unhinterfragt (weitere Infos hier). Alles in allem also nach außen ein bürgerliches Erscheinugsbild, innendrin aber das selbe rechtsradikale Fundament.

Ein Auftrieb für Hetze gegen Flüchtlinge waren die Ereignissen der Silvesternacht in Köln. Aber Idioten gibt es in jeder Gesellschaft und dagegen muss ausnahmslos vorgegangen werden. Beim Peenefest iin Demmin oder anderen Festen in der Provinz gibt es jedes mal Übergriffe, aber das wird meist als normal ignoriert. Da wird einfach nicht mit gleicherlei Maß gemssen. Die Täter sollten nicht ungeschoren davonkommen, aber verhältnismässig und ohne sie schlimmeren Gefahren durch Abschiebung auszusetzen.

Oft geben sie den Flüchtlinge für soziale Probleme die Verantwortung wie bei knappen Sozialwohnungen, geringem Hartz4-Satz und anderem. Diese Probleme waren aber schon lange vor den vielen Flüchtlingen vorhanden und liegen an einer verfehlten Ausrichtung der Regierung, denn für mehr Waffen und Prestigeprojekte ist immer Geld da.

Ängste schüren ist keine Alternative, deswegen kommt am 20. Februar um 9.30Uhr zum Protest vor das Hotel Trebeltal in Demmin. (Ecke Meyenkrebs/Klänhammer Weg)

Auf dass die AfD, die nationalistischen Populist*innen nicht in den Landtag einziehen!

MV für alle!

Anmerkungen zur Flüchtlings“debatte“

Ein Flugblatt mit diesem Text wird heute in Demmin an die Anwohner_innen verteilt:

«Wir können doch nicht die ganze Welt aufnehmen»

- 81% der Flüchtlinge weltweit leben in Entwicklungsländern. Fast immer sind es die Nachbarstaaten. Beispielweise sind seit 2011 über 2 Millionen Kriegsflüchtlinge in die Nachbarstaaten Syriens gekommen. Allein Libanon hat 800.000 Menschen aufgenommen. Dabei zählt das Land nur 4,5 Millionen Einwohnner. Die Flüchtlingszahl im Libanon entspricht damit fast 20%.
In den letzten 3 Monaten kamen ca. 1,5 Millionen Flüchtlinge in die EU. Bei 550 Mio. Einwohnern sind das weniger als 1%. Nur ein ganz kleiner Teil der Menschen, die vor den Kriegen in Syrien, in Afganistan, im Sudan und Nordafrika flüchten, kommen nach Deutschland.

Hektisch eröffnete Notunterkünfte suggerieren: Wir haben nicht genug Platz, die neu ankommenden Flüchtlinge unterzubringen

- Doch die Verwaltungen haben zu spät reagiert. Zum Problem gehört auch der Abbau des sozialen Wohnungsbaus. Derzeit erfolgt die Unterbringung oft in so genannten «Gemeinschaftsunterkünften», obwohl solche Einrichtungen teurer sind als normale Wohnungen. Mehr und mehr Kommunen zeigen inzwischen, dass es auch anders geht: Dort, wo die lokalen Behörden auf Grossunterkünfte und Alarmismus verzichten, kann der Prozess gut gelingen.

Böse Geister flüstern es uns ein: Asylsuchende seien kriminell

- Der Landkreis Vorpommern-Greifswald hat bisher ca. 2000 Flüchtlinge aufgenommen. Das entspricht weniger als 1% der Bevölkerung.
Nein, es hat seitdem nicht mehr Ladendiebstähle gegeben.
Nein, es hat seit dem nicht mehr Wohnungseinbrüche gegeben.
Nein, es hat seitdem nicht mehr Fahrraddiebstähle gegeben.
Nein, es hat seitdem nicht mehr Messerstechereien oder Vergewaltigungen gegeben.
… , so der Leiter der Polizeiinspektion Anklam, Gunnar Mächler (23.10.15)

«Wir wollen kein Flüchtlingsheim, weil unser Haus dann an Wert verliert

- Die Idee zentraler Großeinrichtungen führt zu unnötiger Funktionalisierung. Die Folgen sind ähnlich wie bei Gewerbegebieten. Flüchtlinge sollten in normalen Wohnungen untergebracht werden. Dann ist auch die Chance grösser, dass die Nachbarn keinen Bogen um sie machen, ja, vielleicht sogar auf sie zu gehen. Wir müssen darauf achten, dass Freizügigkeit und die Freiheit, den eigenen Wohnsitz selbst zu bestimmen, für alle gewahrt werden.

Viele Menschen denken: So viele Flüchtlinge aufzunehmen, kann Deutschland finanziell nicht leisten

- Als Folge der Grausamkeit des zweiten Weltkrieges wurden verschiedene Konventionen zum Schutze der Flüchtlinge beschlossen. In der Bundesrepublik ist das Asylrecht, die europäisches Gestzgebung und vor allem das Völkerrecht verbindlich – auch dann wenn es Geld kostet.

Neonazis behaupten, durch Zuwanderung gehe die deutsche Kultur zu Grunde

- Es ist verwunderlich, dass Menschen gerade in solchen Gegenden mehr Angst vor einer vermeintlichen «Überfremdung» haben, in denen statistisch gesehen die wenigsten «Ausländer» leben. Ein «rein» deutsches Volk oder «die» deutsche Kultur ist schon immer eine Erfindung. Zuwanderung und Flüchtlingsbewegungen hat es in der Geschichte von Mitteleuropa immer gegeben. Schon die Vielfalt in der Namenslandschaft zeugt davon.

Wer selber wenig hat, denkt vielleicht: Auch in Deutschland sind viele Menschen arm. Wenn Flüchtlinge kommen, nehmen sie «uns» die Arbeitsplätze weg oder leben von «unseren» Steuern

- Kämen tatsächlich weniger Flüchtlinge, bekäme ein Arbeitsloser Hartz-IV-Empfänger nicht einen Cent mehr, geringe Löhne würden deshalb nicht steigen, und Mittelständler hätten nicht weniger Angst vor dem sozialen Absturz. Hinter diesen Sorgen steht nämlich ein anderes, weit grösseres Problem: die wachsende Ungleichheit zwischen Arm und Reich. In den letzten Jahren sind die höheren Einkommen gestiegen, während der Lohn der ohnehin schlechter bezahlten Vollzeitbeschäftigten nach Abzug der Inflation gesunken ist. Geld ist genug da.

Kleiner Bemerkung zum Schluss: Deutschland ist der drittgrösste Waffenexporteur, regelmässig bewilligt die Regierung weitere Exporte und die Waffenindustrie floriert. Schaffen diese Waffen Frieden oder Krieg?

Letzte Infos für morgen

Morgen Nachmittag wollen wieder die Rassist_innen in Demmin demonstrieren. Ab 14.30 Ihr treffen sich alle, die die Flüchtlinge willkommen heißen, auf dem Marktplatz, um Farbe zu bekennen.
Die NeoNazis (und ein paar verwirrte Bürger_innen) wollen ihren Aufmarsch um 15 Uhr auf dem Markt beginnen. Danach wollen sie eine größere Runde durch die Innenstadt drehen, also mehr laufen als beim letzten Mal.

Uns geht es darum zu zeigen, dass wir keine Unterscheidung zwischen guten und schlechten Flüchtlingen machen und ein Recht auf Asyl für alle wollen. Die unwürdige Abschiebung von Albaner_innen, wie sie auch letzte Woche in Demmin stattgefunden hat, verurteilen wir. Bei der Abschiebungen wurden bestehende Gesetze teilweise ausgehebelt, um schnell abschieben zu können, um ein Exempel zu statuieren. Reiseunfähigkeitsbescheinigungen wurden ignoriert. Menschen die erklärterweise freiwillig gehen wollten wurden zwangsabgeschoben, nachts direkt am Bett wach gemacht und in einem Fall wurde die minderjährige Tochter zurückgelassen, da sie nicht aufgefunden wurde.

Morgen gibt es einen größeren Willkommenstisch für Flüchtlinge und wir stellen uns den Nazis entgegen.

Infotelefon für den 7.11.: 0160-62 080 18
Twitter-Hashtag:: #DM0711
Ermittlungsausschuss (nur am 7.11.): 0160-3709164

Hier noch ein paar Bilder von letzten Mal:
Zu sehen war der selbe Lautsprecherwagen wie beim 8. Mai

Auf der rechten Seite das Frontbanner der Nazis

Bekannte NeoNazis…

Einwohnerversammlung zu Flüchtlingsfragen am 12.11. in Demmin

Die Stadtverwaltung Demmin organisiert für den Donnerstag, 12. November 2015 um 19 Uhr im Saal des Rathauses zum ersten Mal eine Einwohner_innenversammlung zu Fragen rund um das Flüchtlingsthema. Vertreter_innen von Hansestadt, Landkreis und dem „Hilfsnetzwerk Demmin“ stellen sich den Fragen der Bürger_innen.

Das könnte eine interessante aber auch hitzige Diskussion werden. Deswegen weist die Stadtverwaltung darauf hin, dass sie bei unsachlichen Äußerungen von ihrem Hausrecht Gebrauch machen will und gegebenenfalls Menschen des Saals verweist. Aus Sicherheitsgründen ist die die Anzahl der Plätze im Saal auf 120 begrenzt.

Seid dabei und diskutiert mit!

Willkommenstafel für Geflüchtete am 7.11. auf dem Markt

Um am Samstag bei der Kundgebung ab 14.30 Uhr auf dem Markt zu zeigen, dass es auch in Demmin viele Menschen gibt, die den geflüchteten Menschen helfen (siehe auch Hilfsnetzwerk Demmin), wird eine längerer Willkommenstisch aufgebaut mit lecker Essen und Getränken, zu der ihr auch gerne etwas beitragen könnt.
Herz statt Hetze! Refugee welcome!

Als Privatperson rufen auch der Bürgermeister Dr. Michael Koch und die Stadtpräsidentin Christiane Sack auf, am Samstag auf dem Markt Flagge zu zeigen gegen die Rassist_innen.

Stoppt die Hetze gegen Geflüchtete in Demmin am 7. November 2015

Zum zweiten Mal wollen die Rassist_innen diesen Herbst wieder in Demmin aufmarschieren, diesmal nicht als „Demminer Bürgerwehr“ (ist anscheinend nicht anschlussfähig genug) sondern als „Wir für Demmin“ mit einer von der Strahlen beschienenen weißen Taube. Unter anderem die MV-Patrioten rufen auf, Deutschland zu „retten“ vor den Geflüchteten. Ansonsten wird sich am Spektakel nicht viel ändern. Wahrscheinlich beten am 7.11. wieder mehr als 250 NeoNazis gemeinsam das „Vater unser“, auch wenn sie mit Religion sonst nicht viel anfangen können.

Der Anmelder ist wieder der gleiche wie beim letzten Mal und es rufen auch wieder die gleichen Kreise auf, so dass wir wieder einen von NPD dominierten Aufmarsch erwarten. Redner war am 26.9. unter anderem NPD-Abgeordneter Michael Andrejewski, der schon 1992 in Rostock-Lichtenhagen einer der geistigen Brandstifter war. Ab 15 Uhr wollen sie durch Demmin marschieren.
Stellen wir uns dem absurden Schauspiel entgegen!
Refugees welcome!

Kommt am 7.11. auf den Marktplatz nach Demmin und stellt euch gegen die Flüchtlingshetze. Eine Versammlung ist ab 14.30 Uhr angemeldet.

Infotelefon für den 7.11.: 0160-62 080 18
Twitter-Hashtag:: #DM0711
Ermittlungsausschuss (nur am 7.11.): 0160-3709164

Mit den Aktionen orientieren wir uns am Brölliner Aktionskonsens

Weitere Infos folgen noch

Hier noch ein Bild vom letzten rechten Aufmarsch am 26.9.2015

Tag des Flüchtlings in Demmin

Herzliche Einladung zum 2. Oktober ab 16 Uhr ins Gemeindehaus „Elsa-Brändström“ am Kirchplatz in Demmin.Wer Lust hat, etwas zum Buffett beizusteuern: Herzlich gerne! (Bitte die Zutaten dazu schreiben. Danke!)

Letzte Vorbereitungen für morgen

Morgen wollen sie dann laufen ab 15 Uhr, die selbsternannte „Bürgerwehr“ von Demmin. Anzumerken ist, dass dazu wirklich Neo-Nazis aufrufen, die durch ihre Mneschenverachtung und Gewalt bekannt sind, keine AfD oder Patrioten wie bei MVGIDA. Das ist zwar auch meist von Neo-Nazis organisiert und dominiert, ist aber durchaus noch ein qualitätiver Unterschied.

Zur Route der Nazis gibt es einige Spekulationen, aber da sie außer Aufmerksamkeit zu erregen kein spezielles Ziel haben, ist ihnen vermutlich egal wie sie laufen, Hauptsache sie laufen. Auch eng an uns vorbei auf dem Gehweg wie am 8. Mai. Eine lange Marschstrecke werden sie aller Vorraussicht nach nicht haben. Das Wichtige ist, ihnen nicht die Straße zu überlassen und sie mit Protest einzudecken.

Wir treffen uns um 14.30 auf dem Markt in Demmin, bunt und laut.

Hier noch die Karte mit den Mahnwachen, wobei unklar ist, welche wie lange existiert, also bitte bei Bedarf das Infotelefon fragen.

Und hier noch ein Bild von den Vorbereitungen

Wichtige Infos zum 26.9. – Stoppt die „Demminer Bürgerwehr“

Wir treffen uns am 26.9. um 14.30 auf dem Markt am Rathaus.
Die „Bürgerwehr“ will am Markt ab 15 Uhr starten.

Angemeldet als Versammlungen sind noch Mahnwachen ab 14.30 Uhr in der Marienstr. (am Marienhain), im Meyenkrebs und in der Ernst-Moritz-Arndt-Str. Wie lange es diese Mahnwachen überhaupt gibt ist unklar und kann über das Infotelefon abgefragt werden.

Gerüchten zufolge laufen die Nazis nicht durch die ganze Stadt sondern haben nur eine kurze Route!

Ignorieren hilft nicht! Sagen wir den Nazis laut unsere Meinung (gerne auch mit Pfeifen, Tröten,…). Treten wir ihnen bunt und vielfältig entgegen. Solidarität mit den Geflüchteten!

Infotelefon für den 26.9.: 0160-62 080 18
Twitter-Hashtag:: #mvfueralle
Ermittlungsausschuss (nur am 26.9.): 0160-3709164

Mit den Aktionen orientieren wir uns am Brölliner Aktionskonsens

Die Asylsuchenden, die nach Deutschland kommen, fliehen vor Krieg und sehnen sich nach Frieden. Ebenso suchen sie für ihre Familien und sich die Chance auf ein besseres Leben – Ohne Armut, ohne Gewalt und ohne Hass.

Wer die Ängste innerhalb der Bevölkerung bewusst schürt, um gegen Menschen in Not zu hetzen, will bewusst ein Klima der Angst erzeugen. Den geistigen Brandstiftern von heute muss entschlossen entgegengetreten werden. In Demmin ist kein Platz für Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung. Egal wo wir her kommen, wir wollen diese Stadt zu einem besseren Ort für ALLE Menschen machen!

Demmin für alle!

Gegen die agressiver werdende Hetze der Rassist_innen und Nazis, die sich lautstark versuchen Gehör zu verschaffen, gibt es an viele Orten Proteste. Leider vergeht fast kein Tag, an dem sie nicht irgendwo in MV marschienen.
* 25.09.15 in Stralsund (Rock gegen Rechts Stralsund)
* 25.09.15 – 19:00 – NPD Kundgebung Burg Stargard Marktplatz
* 26.09.15 in Wismar (Wismar FÜR ALLE)
* 05.10.15 in Schwerin (Schwerin FÜR ALLE)

Solidarität mit den Geflüchteten – Neo-Nazi-Bürgerwehr am 26.09 in Demmin stoppen!!!

Für den 26.09 mobilisieren Neo-Nazis aus Demmin und Umland, um eine „Bürgerwehr“ zu gründen und gegen Flüchtlinge zu hetzen. Die „Aktionsgruppe Güstrow“ und die „Aktionsgruppe Freundeskreis MuP“ trommeln auf Facebook für die „Demminer Bürgerwehr“. Beide Aktionsgruppen sind gewalttätige Nazigruppierungen, eng mit der NPD verwoben, die aus ihrer menschenverachtenden Haltung keinen Hehl machen. Die Aktionsgruppe Güstrow tritt als „Bürgerwehr Güstrow“ auf und fiel in der Vergangenheit durch Drohungen und Übergriffe gegen Andersdenkende, Migranten und politisch engagierte Menschen auf. Die „Aktionsgruppe Freundeskreis MuP“ geht offen mit ihrer Gewalttätigkeit und Nazigesinnung um und kämpft für die „Nationale Revolution“.
Es ist nicht das erste Mal, dass Neo-Nazis in MV versuchen, sich als Hilfspolizei aufzuspielen, siehe auch den Artikel aus dem Nordkurier. Die Bildung von Bürgerwehren steht dabei ausdrücklich im historischen Kontext zu der Sturmabteilung (SA) der NSDAP.
Derzeit demonstrieren die Rassist_innen fast jeden Tag irgendwo in MV, sei es in Schwerin oder Güstrow, oder freitags in Burg Stargard, am 21.9. als MVGIDA in Boizenburg, am 25.9. als Patrioten in Stralsund und am 26.9. laufen sie auch in Wismar als „Deutschland wehrt sich“. Überwältigend ist, als Gegenstück dazu, gleichzeitig die Hilfsbereitschaft für die Geflüchteten in der Bevölkerung.

Zur Realität in Demmin:
In Demmin leben derzeit etwa 11.000 Menschen. Aktuell gibt es knapp 200 Plätze für Geflüchtete in Demmin, wobei die Unterbringung dezentral, also in der ganzen Stadt verteilt, erfolgt. Die Menschen kommen aus Ghana, Syrien, Eritrea, Afganistan und anderswo. In weiteren Orten der Region werden noch Flüchtlingsunterkünfte entstehen. Im 20 km entfernten Basepohl entsteht vermutlich eine Erstaufnahmestelle mit 1000 Betten. Neben der offiziellen Verwaltung gibt einiges an Hilfe für Geflüchtete in Demmin und Umgebung. Um dies zu verbessern gibt es gerade einige Planungen.

Die Nazis wollen am 26.9. ab 15 Uhr vor allem gegen Flüchtlinge hetzen und dabei kreuz und quer durch Demmin laufen. Bei vergleichbaren Aufmärschen gegen Flüchtlinge in anderen Städten von MV sind sie aggressiv aufgetreten.

Für den 26.9. sind in Demmin bis jetzt vier Versammlungen ab 14.30 Uhr an verschiedenen Orten gegen die „Bürgerwehr“ angemeldet unter dem Motto: „Refugees welcome / Herzlich Willkommen den Flüchtlingen“
Über die Demoroute der Nazis gibt es noch keine Infos, nur dass sie um 15 Uhr starten wollen.
Weitere Planungen veröffentlichen wir vermutlich am Mittwoch.

Infotelefon am 26.9.: 0160-62 080 18
Twitter-Hashtag: #mvfueralle
Ermittlungsausschuss-Nummer folgt noch

Wer hier wen bedroht ist, ist wohl mehr als klar zuerkennen.
Zeigen wir, dass Demmin weltoffen, gastfreundlich und bunt ist.
Wir freuen uns auf Unterstützung aus anderen Dörfern und Städten, um den Nazis entschlossen entgegenzutreten.
Kommt am 26.9. nach Demmin.

Demmin für alle!

Stoppt die „Demminer Bürgerwehr“ am 26.9. – Gegenveranstaltungen in Planung

Fast jeden Tag hetzten die Rassist_innen derzeit in MV gegen die Flüchtlinge, jetzt gibt es auch für Demmin die Ankündigung einer „Bürgerwehr“.
Schon am 3. September geisterte dieser Aufruf durch WhatsApp und Facebook, gespickt mit rassistischen Kommentaren:

Beim Ordnungsamt lag noch keine Anmeldung vor. Jetzt wurde diese Anmeldung nachgeholt.
Seit heute kursiert auf Naziseiten jetzt ein Aufruf (gefunden auf Facebook bei der Aktionsgruppe Güstrow), am 26.9. in Demmin aufzutauchen.

Eine Gegenveranstaltung am Marienhain ab 14.30 Uhr ist schon angemeldet, weitere werden wahrscheinlich folgen.
Dort wollen wir Solidariät mit den Geflüchteten zeigen und jeder Flüchtlingshetze eine Absage erteilen. Weitere Infos folgen.
Kommt am 26.9. nach Demmin! Bürgerwehr stoppen!

Refugee welcome!

Demmin für alle!

Kriege verhindern ist Handarbeit! Ein Kommentar zu: Festumzug: Wie sieht das dunkelste Kapitel aus?

Uns erreichte folgender Kommentar von Peter K., welchen wir hier veröffentlichen:

Heute, am Abend vor dem 1. September, dem Weltfriedenstag, wude über die leider immer noch existierende Kanone am Bebelplatz in Demmin wieder ein Kondom gestülpt. Anlass war auch der Nordkurierartikel vom 28. August: Festumzug: Wie sieht das dunkelste Kapitel aus?: „Wir wollen mit dem Umzug an wichtige Kapitel der Stadtgeschichte erinnern. Nicht alles lässt sich umsetzen, klar. Aber der 8. Mai ist ein Muss.“ so Karsten Behrens, der Hauptorganisator vom Festumzug. „Inzwischen hat man sich, nach vertraulichen Gesprächen mit Altbürgermeister Ernst Wellmer und Günther Behnke als Vertreter des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge, auf eine stille Variante geeinigt: Ein Lkw der Stadtwerke soll auf der Ladefläche, von der die seitlichen Klappen demontiert werden, eine Nachbildung des Kugelkreuzes tragen. Besagtes Kreuz steht als markantes Mahnmal auf dem 45er Gräberfeld, in dem auch viele Opfer der Massensuizide bestattet liegen.“

Das Einizge, was also beim Festumzug zur Nazizeit präsent sein soll ist die Trauer über die Demminer Toten von ’45. Damit wird wieder unterstrichen, dass die Stadt den Tiefpunkt der Geschichte ’45 sieht bei der Zerstörung von Demmin und nicht bei der Machtergreifung der Nazis oder dem Kriegsbeginn. Komischerweise läuft diese Trauer dann nicht unter dem Termin 30.4./1.5. sondern unter dem Termin 8. Mai. Das heißt der 8. Mai ’45 wird anscheinend betrauert, nicht als Tag der Befreiung vom Faschismus gefeiert, was sehr nah an der Deutung der Nazis liegt. Von einem Ulanenverein, der sich mit Geschichte beschäftigen will, könnte ein wenig mehr Reflektion erwartet werden…


Bild vom Mittag des 1.9. – das Kondom war lange auf der Kanone.

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Auszüge vom Aufruf des Rostocker Friedensbündnis:

Der 1. September ist der Tag, der an den faschistischen deutschen Überfall auf Polen 1939 und damit die Auslösung des Zweiten Weltkriegs erinnert. In diesem Jahr, 70 Jahre nach 1945, denken wir auch an die Befreiung vom Faschismus, die diesen Krieg beendete. Frieden zu fordern, ist besonders an diesem Tag nötig. Denn die Lehren aus der Geschichte sind nicht gelernt.
„Wer noch einmal ein Gewehr in die Hand nehmen will, dem soll die Hand abfallen!“ Mit diesen Worten wird Franz Josef Strauß (CSU) aus dem Jahr 1949 zitiert. Aber das war nur der Populismus einer Rede im Wahlkampf zum ersten Deutschen Bundestag. Bald erfolgte die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik. Heute ist Deutschland das viertgrößte Waffenexportland und schickt wieder Bewaffnete in die Welt: angeblich in Friedensmissionen oder zu Ausbildungszwecken, in Wirklichkeit zur Durchsetzung ökonomischer und strategischer Interessen. (siehe auch die Diskussion in Japan dazu)

Aus den Ländern, bei deren Zerstörung die bundesdeutsche Außenpolitik geholfen und damit auch Kräften wie dem IS den Weg bereitet hat, in die deutsche Waffen gehen und in denen sich die Bundeswehr „engagiert“, kommen Flüchtlinge zu uns. Hier gibt es viele Menschen, die ihnen helfen wollen. Aber hier werden sie auch mit Steinen beworfen, ihre Heime werden angezündet oder sie werden auf der Straße beschimpft.
(Dazu ein Kommentar aus den Tagesthemen vom 25.8.2015).

Viele wollen aber derzeit den Flüchtlingen helfen Es macht Mut, zu sehen, wie das Verständnis der meisten Menschen für die Lage der Flüchtlinge tagtäglich der offiziellen Politik Lehren erteilt.

„Wir wollen Frieden und Glück“ – Aufruf zur Flüchtlingskundgebung für Flüchtlingsrechte und gegen Rassismus

30.05.2015 | 13 Uhr 30 | Rathaus – Güstrow

Wir, eine Gruppe Güstrower Flüchtlinge, haben uns zusammengeschlossen, weil wir nicht länger am Rand stehen wollen, während über uns und unsere Situation geredet wird. Im Gegenteil, wir wollen mitreden und die Situation der Flüchtlinge in Güstrow aus unserer Sicht schildern und mithelfen, diese zu verbessern.

Seit fast zwei Jahren sind Flüchtlinge in Güstrow untergebracht. Rassismus ist Alltag für uns in Güstrow. Immer wieder gibt es Demonstrationen neonazistischer Gruppen und Parteien gegen uns. Sie versuchen mit rassistischen Parolen in der Bevölkerung Stimmung gegen uns zu machen. Immer wieder werden wir auf der Straße und in Geschäften rassistisch beschimpft oder sogar bedroht. Aber auch bei Behördengängen wird uns oft kein Respekt und Vertrauen entgegengebracht. Das alles führt dazu, dass viele von uns sich in Güstrow nicht glücklich und sicher fühlen.

Aus diesem Grund wollen wir am 30.05.2015 ein klares Signal gegen Rassismus und für ein friedliches und solidarisches Zusammenleben aller Güstrower und Güstrowerinnen setzen.

Wir wünschen uns ein sicheres und friedliches Leben in Deutschland. Wir sind bereit, uns auch als Bürger und Bürgerinnen Güstrows einzubringen, aber wir fordern von der Politik und der Bevölkerung, dass uns die Chance gegeben wird, am öffentlichen und sozialen Leben als vollwertige Mitglieder teilzunehmen.

Wir wollen Deutsch lernen, eine Ausbildung machen oder eine Arbeit finden. Die Gesetze und die vielen Einschränkungen im Alltag lassen das aber derzeit nicht zu. Viele von uns werden krank durch die fehlende Privatsphäre, die ungewisse Perspektive und Aufgabenlosigkeit sowie die oft traumatischen Erfahrungen in unserer Heimat und auf der Flucht. Um hier anzukommen und unser Leben nach unseren Wünschen zu gestalten, haben wir folgende Forderungen aufgestellt:

Wir fordern für alle Geflüchteten in Güstrow:

• Ein klares Bekenntnis der Stadt zu den Flüchtlingen
• Internetzugang in allen Heimen
• Mehr Platz pro Person in den Heimen (jedem von uns stehen nur 6 m² zu)
• Mehr Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen in den Heimen und für dezentrale Flüchtlinge
• Mehr professionelle und bezahlte Dolmetscher und Dolmetscherinnen für Arztbesuche und Behördengänge
• Langfristig fordern wir Flüchtlinge in Wohnungen statt in Heimen unterzubringen

Wir fordern von der Regierung und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge:
• Schnellere Bearbeitung der Asylverfahren (oft Wartezeiten bis zum Anhörungstermin von über 9 Monaten)
• Dass von jedem, der in Deutschland Asyl sucht, die Fluchtgründe angehört werden sowie ein Ende des Dublin-Systems
• Keine Abschiebungen – ob innerhalb der EU oder in unsere Herkunftsländer
• Besserer Zugang zu Arbeit/Ausbildung/Praktika
• Eine gleichwertige medizinische Versorgung
• Deutschkurse für alle vom ersten Tag an
• Einfacherer und schnellerer Familiennachzug