Archiv der Kategorie 'um den 8.5.2014'

Die Diskussion geht weiter

Heute wollte der Innenminister der Linksfraktion erklären, was am 8. Mai in Demmin passiert ist. Doch Caffier stoppte, als er merkte: die Sitzung ist öffentlich und es ist nicht nur die Presse da sondern auch Menschen vom Aktionsbündnis 8. Mai Demmin. Denn eigentlich wollte Caffier nur der Linksfraktion sagen, dass der Polizeieinsatz am 8. Mai vollständig in Ordnung war…

Wer mehr dazu sehem will, hier die Pressemitteilung vom Innenministerium, ein Bericht vom NDR, und ein Video vom NDR
Und noch ein Artikel vom Nordkurier.

Es gibt jetzt auch einen Spendensammlung für die Opfer der Polizeigewalt, zum Beispiel hier.

Weitere Aufarbeitung und Wahlinfos

Die Ereignisse von Demmin am 8. Mai ziehen weitere Kreise. Jetzt gibt es einen offenen Brief an Merkel und Caffier vom Komitee für Grundrechte und Demokratie e.V.
Europaweit kommen immer mehr Briefe an Caffier wie hier aus Frankreich

Es gab kleine Anfragen im Landtag von den Linken und von Bündnis90/Die Grünen 1 und 2 mit Presseberichten dazu, unter anderem vom NDR und ND

Trotzdem wird in Demmin in einigen Kreisen immer noch über die gewalttätigen Gegendemonstrant_innen gehetzt.

Wir planen derzeit zwei bis drei öffentliche Veranstaltungen zur Aufarbeitung, aber auch für kommendes, sowohl juristisch als auch gesellschaftlich. Weitere Infos dazu folgen.

Auch wenn es nichts über den alltäglichen Rassismus und Faschismus in MV aussagt, eine kleine Betrachtung der Wahl am rechten Rand:
NPD verliert in MV Stimmen, im Kreis MSE hat sie die Hälfte der Sitzplätze inklusive Fraktionsstatus verloren. In der Demminer Region ist die NPD bei der Kommunalwahl nicht angetreten. Rechte Wählergruppen, die offiziell nicht als NPD angetreten sind, wie in Ückermünde und Strasburg haben in MV leider gepunktet.
Die rechtspopulistische AFD holte wahrscheinlich einen Teil der Stimmen der NPD und zieht in viele Parlamente ein, wenn auch nicht in der Region um Demmin, da sie hier bei der Kommunalwahl nicht angetreten ist, mehr Infos hier

Debatten zum Polizeieinsatz und Duftmarken der Nazis

Die Kritik am Einsatz der Polizei in Demmin reisst nicht ab. Das Thema war schon kurz im Landtag, wo es in den nächsten Wochen noch ausführlicher besprochen wird, Und es kommt jetzt in den Innenausschuss vom Landtag. Nicht nur Linkspartei und Grüne, auch die SPD fordert es inklusive Kritik am Vorgehen der Polizei.

Interessante Artikel gibt es bei Netz gegen Nazis,
Nordkurier, taz und anderen.

Wir bleiben weiter dran an der Aufarbeitung der Ereignisse,

Die Nazis kommentieren das mit Hakenkreuzmalen. Nachdem es landesweit zu Nazi-Symbolen kam, war jetzt auch Demmin dran.
„Heil Hitler Pommern“ auf einer Steinmauer hinter der Friesenhalle und bis zu zwei Meter große Hakenkreuze an Garagen in der Saarstraße tauchten auf. Irgendwie hat denen der 8. Mai nicht wirklich gefallen, denn beim Rückmarsch wirkten sie angeknabbert.

Noch zwei Eindrücke vom 8. Mai:

Am Startpunkt vom Naziaufmarsch


Im Hafen, bevor die Wasserwerfer kommen

Aufarbeitung der Ereignisse am 8. Mai 2014

Derzeit sind wir sehr stark mit der Aufarbeitung der vielfältigen Ereignisse vom 8. Mai 2014 in Demmin beschäftigt. Demnächst werden wir damit an die Öffentlichkeit gehen. Nachdem an Anfang in der Presse vor allem über Verletzte und die „Gewalt vom linken Klientel“ berichtet wurde, wird zunehmend die Kritik an der Polzeigewalt von allen Seiten lauter. Viele Berichte werden bekannt. Einige sind hier zu sehen.

In den Berichten sind teilweise auch Videos eingebettet:
Arbeitskreis kritscher Jurist*innen,
Nordkurier,
Netz gegen Nazis, Endstation Rechts Nr 1 und 2, Kombinat Fortschritt, Zeit Blog, Junge Welt, Neues Deutschland, Greifswald Nazifrei, Antifa Rostock

Bilder sind hier zu finden, weitere kommen:

Sören Kohlhuber
Hans Schlechtenberg
Michael Eulenbrink
Netz gegen Nazis

Der Naziaufmarsch kurz vor dem Luisentor:

Zivilcourage unter Generalverdacht?

Gerade nach den Ereignissen am 8. Mai 2014 in Demmin ist es sehr wichtig hier zu erscheinen:

Der Aufruf von Rostsock Nazifrei:

Wir rufen unter dem Motto „1. Mai Rostock nazifrei: Zivilcourage unter Generalverdacht?“ zu einer Kundgebung am 14. Mai ab 15.30 Uhr vor dem Rathaus auf, die parallel zur BürgerInnenschaftssitzung stattfinden wird.

Den Anlass für unsere Kundgebung stellt das inakzeptable Verhalten der Stadtverwaltung, des Oberbürgermeisters sowie der Polizei gegenüber den Protesten gegen den Naziaufmarsch im Vorfeld des 1. Mai sowie am Tag selbst dar.

Dass die Nazis am „Tag der Arbeit“ durch Rostock marschieren wollten, wurde nur kurze Zeit vorher bekannt. Daraufhin haben wir schnell reagiert und uns in einem breiten zivilgesellschaftlichen Bündnis unter dem Motto „1. Mai Rostock nazifrei“ zusammengefunden, darunter Jugendverbände, Gewerkschaften, Parteien, Vereine, antifaschistische Gruppen, Initiativen, der AStA, der Stadtjugendring, Stadtteilbegegnungszentren, zahlreiche Einzelpersonen uvm.

Unser Ziel war es, in Sicht- und Hörweite deutlich zu zeigen, dass für VerfechterInnen rassistischer Ideologien kein Platz in unserer demokratischen Gesellschaft sein darf und entsprechende Aufmärsche möglichst zu verhindern. Dabei wurden wir jedoch durch die Stadtverwaltung sowie die Polizei massiv behindert und kriminalisiert. Anstatt das zivilgesellschaftliche Bündnis zu unterstützen und sich klar gegen Nazis in der Hansestadt zu positionieren, wurden die geplanten Proteste gegen den Naziaufmarsch aufgrund fadenscheiniger Gefahrenprognosen verboten und konnten erst in letzter Minute und nur teilweise vor dem Oberverwaltungsgericht durchgeklagt werden. Ein angekündigtes Demokratiefest am Börgerhus Groß Klein,, das mit viel Aufwand organisiert wurde, mit Informationsständen, Livemusik und Angeboten für Einwohnerinnen und Einwohner sowie AktionsteilnehmerInnen, durfte wegen des Verbotes nicht stattfinden. Stattdessen war es für die Stadt offenbar unproblematisch, der NPD einen Naziaufmarsch in unmittelbarer Nähe zum Sonnenblumenhaus in Groß Klein zu ermöglichen, über dessen genauen Verlauf zudem die Öffentlichkeit nicht informiert wurde. Damit wurde das begrüßenswerte und notwendige zivilgesellschaftliche Engagement gezielt torpediert und die von Nazis ausgehende Gefahr ein weiteres Mal in dieser Stadt missachtet.

Wir lassen es uns nicht nehmen, wann immer es notwendig ist, unseren Protest gegen Nazis auf die Straße zu tragen! Wir werden uns von der Stadt unsere Zivilcourage jetzt und auch in Zukunft nicht verbieten lassen!

Gegen Naziaufmärsche in Rostock und anderswo!

Kommt am Mittwoch zum Rathaus!

Lasst uns gemeinsam weiter unsere demokratischen Grundrechte einfordern!


Wasserwerfer MV1 am 8. Mai 2014 im Hafen von Demmin

Pressemitteilung zum 8. Mai 2014 vom Aktionsbündnis 8. Mai Demmin


Proteste gegen den Neonaziaufmarsch am Tag der Befreiung vom Faschismus

Mit einem historischen Stadtspaziergang, an dem auch der Landesrabbiner teilnahm, und vielen Mahnwachen in der Stadt protestierte das Aktionsbündnis gegen den geschichtsverfälschenden Fackelumzug der NPD. Dabei war ein breites Spektrum von Bürgern, Institutionen, Vereinen und Parteien die sich dem Motto „Demmin bleibt bunt“ anschlossen. Für diese Menschen ist Faschismus keine Meinung, sondern ein Verbrechen und sie sind überzeugt, dass man den Anfängen wehren muss. Vereine und Verbände aus Demmin organisierten auf dem Marktplatz ein Friedensfest und in der Bartholomaei-Kirche fand ein ökumenischer Gottesdienst statt. Insgesamt waren an den Aktionen mehr als 800 Menschen beteiligt.

Die Aktionen im Stadtgebiet waren Versammlungen verschiedener Parteien, Gewerkschaften und Organisationen. Der massive Polizeieinsatz war geprägt von der einseitigem Gewährung des Versammlungsrechtes für den Neonazi-Marsch, das Demonstrations- und Versammlungsrecht von Bürger_innen wurde ignoriert. Ein junger Mann wurde von Polizisten bewusstlos geschlagen. Er wurde im Krankenwagen in künstliches Koma versetzt und sofort in das Universitätsklinikum in Greifswald gebracht.

Es handelt sich um einen jungen Franzosen, der nur wenig Deutsch versteht und bei Freunden in der Region zu Besuch war. Er hatte an einer Sitzblockade am Luisentor teilgenommen. Eine Polizeieinheit stürmte auf die Sitzenden brüllend los und trieben sie brutal von der Straße. Dabei drückte ihm ein Polizist die Nase zu und steckte ihm einen Finger in den Mund. Der Polizist sagte, er sei gebissen worden. Ein normaler medizinisch-psychologischer Reflex wird durch das Stossen des Fingers in den Mund ausgelöst. Daraufhin stürzten sich mehrere Beamte auf den jungen Mann. Er wurde gefesselt und mit Handschellen während mehreren Minuten an eine Wand gepresst und mit Knien in den Rücken und in den Brustkorb getreten. Der junge Mann hatte Angst zu ersticken und rief nach Hilfe. Als er auf dem Boden lag, knieten die Beamten laut Augenzeugen auf seinem Kopf und Rücken und schlugen ihn. Alle zu Hilfe kommenden Personen wurden brutal abgedrängt, das Angebot, zu übersetzen, wurde abgelehnt. Selbst als der Franzose bewusstlos am Boden lag, durfte ein anwesender Arzt nicht helfen bis offizielle Sanitäter und der Krankenwagen eingetroffen waren.

Der junge Mann hat inzwischen auf eigenen Wunsch das Krankenhaus verlassen. Er sei schockiert von der Brutalität der Polizei und fühle sich hier nicht mehr sicher. Er hat inzwischen auch die Region verlassen, und einen Anwalt damit beauftragt, Klage gegen die Polizeibeamten einzureichen.

Nach dem historischen Spaziergang des Aktionsbündnisses, während des stattfindenden Neonazi-Aufzugs kam es zu vereinzelten Aktionen von verschiedenen Seiten. Noch ist die Auswertung unübersichtlich, viele Grüchte in verschiedene Richtungen sind im Umlauf. Der Rechtsanwalt Thomas Wanie wird alle Zeugenaussagen sammeln. Er ist zu erreichen unter der Telefonnummer 0381 7691022 und der Emailadresse INFO@KTV-ANWAELTE.DE.

Wie war das damals? Selbsttötungen 1945 und Ursachen

Die dpa- Meldung von gestern, die heute in einigen Zeitungen abgedruckt ist, hat Passagen, auf die wir näher eingehen wollen beziehungsweise müssen, auch zur Vorbereitung auf morgen:

„In Demmin kam es zum Kriegsende 1945 zu einem Massenselbstmord. Als Ursache werden Massenvergewaltigungen und Exzesse durch Rotarmisten angesehen. Historiker schätzen die Zahl der toten Einheimischen, die sich in der Peene ertränkten, auf 1500 bis 2500 Menschen. Die Geschehnisse wurden erst nach 1990 aufgearbeitet. (aus der Ostseezeitung von heute)“

Dies Darstellung kann so nicht unwidersprochen stehen bleiben. Das Demminer Regionalmuseum hat unterstützt vom Aktionsbündnis 8. Mai hierzu in den letzten Jahren viel recherchiert und öffentlich sowohl präsentiert als auch diskutiert. Der Krieg ist definitiv von Deutschland ausgegangen. Das entschuldigt nicht die Ereignisse im Zuge der Kampfhandlungen der Roten Armee, aber die Ursache liegt im Nazi-Deutschland.

Zu den Selbsttötungen: Was in Ostpreußen seinen Anfang nahm, erreichte Demmin – zeitgleich auch Neubrandenburg und Neustrelitz – zwischen dem 30. April und 2. Mai 1945: eine „Welle kollektiv-eskapistischer Tötungen“ Die Zahl der Selbstmorde in Demmin liegt nach dem Auswerten der Sterbebücher durch das Regionalmuseum bei ca. 500. Auf die Art und Weise der Selbstmorde wird in einer beim Museum erhältlichen Broschüre genauer eingegangen.

In der Pressemitteilung vom 30.4. wird auch inhaltlich darauf eingegangen und auch andere Aufrufe zum 8. Mai schreiben darüber.

Der dpa-Journalist hat sich ein Gratisexemplar der Broschüre „Das Kriegsende in Demmin 1945 – Umgang mit einem schwierigen Thema“ vom Demminer Regionalmuseum verdient. Für alle anderen: 3,50 € Schutzgebühr.

Aktionskarte und Hinweise

zum ausdrucken und mitnehmen (klicken für die größere Karte):

Denkt an eure Regenjacke morgen!

Am jüdischen Friedhof keine Blu­men ab­le­gen son­dern Stei­ne. Män­ner tra­gen Kopf­be­de­ckung.

Hier der Link zum Aktionskonsens

Geänderter Startpunkt vom Naziaufmarsch

Der Treffpunkt für die Nazis am 8. Mai in Demmin hat sich geändert. Er ist um 19.30 Uhr jetzt nicht mehr auf dem Parkplatz vom Sportstadion, sondern beim Bahnhof – direkt auf dem Busbahnhof in der Demminer Bahnhofsstraße. Zum weiteren Verlauf gibt es Infos auf der Unterseite Naziroute

Telefonnummern und Anreise

Infotelefon: 0160-… ab 8.5. um 15 Uhr
Ermittlungsausschuss: 015754772702 (juristische Fragen)
Twitter-Hashtag:: #8mDM
Ticker: https://twitter.com/#!/demminnazifrei

Anreise: an diesem Tag werden nach dem Naziaufmarsch zu später Stunde keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr fahren, also empfiehlt sich die Anreise in Fahrgemeinschaften oder in eine der Busse aus Berlin, Greifswald, Rostock, Neubrandenburg und Hamburg Meldet euch dort schnell, falls ihr noch einen Platz braucht.

Eine Übersichtskarte kommt noch.

An den Zugriffszahlen auf diesen Blog können wir ein stark gestiegenes Interesse feststellen und auch die Ostseezeitung und die SVZ verlinkt- Beim Nordkurier gibt es einen Artikel

Zu den Mahnwachen sind noch einige Organisationen dazugekommen.

Die Vorbereitungen für den 8. Mai laufen

Die letzten wichtigen Infos wie die Übersichtskarte und Telefonnummern für den Donnerstag kommen bald.

Die verschiedenen Gruppen/Verbände/Organisationen werben vielfältig für den Protest am 8. Mai in Demmin:


Diese Plakate sind in der ganzen Stadt verteilt sichtbar.

Von hier kam der Aufruf zu den vielen Mahnwachen:

Aktionsbündnisse, Vereine, Organisationen und Einzelpersonen aus Mecklenburg-Vorpommern haben vor einigen Monaten einen Aktionskonsens erarbeitet, der auch in Demmin gilt:

- Wir stellen uns mit friedlichen Mitteln gegen menschenverachtende Ideologien.
- Wir sind solidarisch mit allen, die sich gegen Nazis und ihre Strukturen in Mecklenburg-Vorpommern stellen.
- Wir arbeiten gewaltfrei, nicht eskalierend und positionieren uns gegen Versuche der Kriminalisierung entsprechender anti-Nazi Proteste.
- Wir verstehen unsere langfristige Arbeit über anti-Nazi Proteste hinaus als einen Beitrag für eine solidarische und freie, kulturell vielfältige Entwicklung der Gesellschaft.
- Wir setzen uns ein für Menschenwürde und Menschenrechte, Respekt und Toleranz und ein friedliches Zusammenleben aller Menschen in unserem Bundesland.

mehr Infos dazu hier:
Brölliner Aktionskonsens

Keinen Fußbreit den Faschist_innen! – gemeinsam, entschlossen, entgegen!

Nach den Erfolgen am 1. Mai in Rostock: Jetzt am 8.Mai in Demmin den Naziaufmarsch verhindern!

Ca 2000 Menschen demonstrierten am 1. Mai gegen den Naziaufmarsch in Rostock. Zuerst mußten die Nazis wegen diverser Protestaktionen den Stadtteil wechseln, dann wurden sie in Dierkow immer wieder blockiert. Am Ende mussten sie ihren Marsch abbrechen. Empörend sind die Verbotsversuche der Gegendemos durch die Stadt Rostock.
Erste Berichte der Ereignisse von Rostock gibt es unter anderem bei NDR, Kombinat Fortschritt und Endstation rechts.

Der nächste Event wartet schon in Demmin:
Die ersten Plakate werben schon für den Protest gegen die Nazis am 8. Mai:

Pressemitteilung vom Aktionsbündnis

Farbe bekennen gegen Neonazis!
Für ein lebenswertes, weltoffenes Demmin!

Am 8. Mai 2014 will die Neonazi-Szene Mecklenburg-Vorpommerns zum achten Mal in Demmin aufmarschieren. Sie versuchen, die Deutschen von der Kriegsschuld rein zu waschen und Geschichte zu relativieren. Um die Deutschen als Opfer darzustellen, nutzen sie die massenhaften Selbsttötungen zum Kriegsende.
Eine Tragödie für die Einzelnen, ihre Familien, für die Stadt. Für Viele hatte das Gedenkprogramm der DDR keinen Platz. Doch es darf nicht vergessen werden, dass die sich in Demmin abspielende Ereignisse deutlich im Rassenwahn des Nationalsozialismus wurzelten und letztendlich und ausnahmslos alle eine direkte Folge des von den Deutschen begonnenen Krieges waren.
Unter den Toten, denen seit 1995 ein Gedenkstein auf dem Friedhof Demmin gewidmet ist und derer nun als Opfer des Krieges offiziell gedacht wird, sind auch jene, die die entsetzlichen Ereignisse in Demmin forcierten.

Wir rufen alle Demokratinnen und Demokraten auf, in Demmin Farbe zu bekennen und sich dem perfiden Schauspiel der neuen Nazis entgegen zu stellen. Das Aktionsbündnis 8. Mai will in diesem Jahr eine Vielfalt von Veranstaltungen präsentieren, die Lebendigkeit der demokratischen Kultur zeigen und den 8. Mai als Tag der Befreiung vom Faschismus begehen:

Mahnwachen, organisiert von politischen und sozialen Verbänden, von Vereinen sowie von Politikern des Landes, des Kreises und der Stadt, sind zahlreich in der Stadt zwischen 17 und 22 Uhr zu finden und bieten neben Informations- und Gesprächsmöglichkeiten auch Kulturbeiträge. Unter anderem werden Studenten der Theaterakademie Vorpommern mit Texten und musikalischen Aktionen an von Nationalsozialisten verfemte Schriftsteller, Dichter, Musiker und Komponisten erinnern.

Auch in diesem Jahr wird es einen historischen Stadtspaziergang geben. Dieser Mahngang mit Informationen zu Orten der NS-Zeit wird inhaltlich gestaltet vom Demminer Regionalmuseum. Er beginnt um 17.30 Uhr im Anschluss an die Ökumenische Friedensandacht in der Bartholomaei-Kirche.

Es haben sich viele offizielle Teilnehmer angekündigt, unter ihnen der Landesrabbiner von Mecklenburg-Vorpommern, Herr William Wolff. Er wird am jüdischen Friedhof eine kurze Ansprache halten.
Route: Bartholomaei-Kirche/an den Glocken > Marktplatz > Breitscheidstraße > Clara-Zetkin-Straße > Goethestraße > Reiferstraße > Bergstraße > Pfarrer-Wessels-Straße / Barlachplatz

Auf dem Marktplatz organisieren Vereine und Verbände aus Demmin von 15 bis 16.30 Uhr ein sportliches Fest unter dem Motto: „Demmin bewegt sich“

Für detaillierte Informationen:
www.friedensfestdemmin.wordpress.com
www.demminnazifrei.blogsport.de/

30.4.2014

Karte mit Mahnwachen und historischem Mahngang

Für den Überblick gibt es hier eine Karte mit allen angemeldeten Protestveranstaltungen gegen den Naziaufmarsch am 8.5.2014. An der Karte kann sich im Detail noch mal was ändern, der Link bleibt bestehen.
Der Mahngang geht von 17.30 bis 19 Uhr, die Mahnwachen von 17 Uhr bis ca. 22 Uhr, im Hafen bis ca. 24 Uhr.
Zur Naziroute selbst, die ab 19.30 startet, kommen mehr Infos die nächsten Tage.


Mahnwachen Demmin 8.5.14 auf einer größeren Karte anzeigen

8. Mai – Demmin bleibt bunt!

Dieses Plakat wird vom Aktionsbündnis 8. Mai Demmin in 11 Tagen an jeder Mahnwache aufgestellt:

Und die Moblisierung rollt

Busse nach Demmin gibt es bis jetzt aus Berlin, Greifswald, Rostock, Neubrandenburg und seit neustem auch aus Hamburg

Ein Friedensfest gibt es diese Jahr nicht, dafür viele Mahnwchen von 17 Uhr bis 22 Uhr mit:
Amnesty International HRO, Europähisches Integrations Zentrum Rostock e.V., Technisches Hilfswerk OV DM, DGB-Region Ost-MV, IG Metall Stralsund-Neubrandenburg, ATTAC HGW, Landtag vor Ort / WIR-Initiative, Pfadfinderbund HST, Pfadfinderbund HRO, Pfadfinderbund HGW, Pfadfinderbund MV, Jusos Greifswald, SPD Fraktion DM, Alternative HGW, Bündnis 90/Die Grünen MSE, Bündnis 90/Die Grünen HST, Grüne Jugend MV, Swingkids HGW, ADFC MV, MILAN-Unternehmerverband, BI Rettet das Landleben, Straze HGW, Die Linke MSE, Die Lnke Fraktion MSE, Die Linke Fraktion DM, Die Linke Landtagsfraktion, Demokratiebus der LPB, AStA HGW, Wir für Lübtheen, Bündnis Vorpommern weltoffen-demokratisch-bunt, Villa Kunterbündnis Güstrow, Aktionsbündnis für ein friedliches und weltoffenes Schwerin, Selbstbestimmung für Frauen, Soziale Bildung HRO, BI Kernenergie, Piraten HGW, BUNDjugend NB, Die Linke Torgelow, AA Anklam, Lola für Lulu und Menschen ohne Gruppenzugehörigkeit. Es werden ständig mehr.

Zum Mahngang
, der wahrscheinlich wie einen große Gegendemo wahrgenommen wird, haben sich schon viele angekündigt, vorne weg der Landesrabbiner William Wolff, der am jüdischen Friedhof sprechen wird.

Beim Kombinat Fortschriit erschien ein informativer, einladender Artikel

Hier der Blick auf Infos aus Hamburg:

Demmin am 8. Mai – einfach mal sitzenbleiben

Historischer Mahngang am 8. Mai 2014

Beginn: 17.30 beziehungsweise im Anschluss der Veranstaltung in der Kirche
Ende: voraussichtlich 19 Uhr.

Veranstaltet_innen: Ak­ti­ons­bünd­nis 8. Mai und Demminer Regionalmuseum

Route:
Bartholomaei-Kirche/an den Glocken > Marktplatz > Breitscheidstraße > Clara-Zetkin-Straße > Reiferrstraße > Bergstraße > Pfarrer-Wessels-Straße (Ende)

Stationen / Themen:
1. Bartholomaei-Kirche: Erster sowjetischer Friedhof

2. Marktplatz:
Winterhilfswerk der Nationalsozialistische Volkswohlfahrt
Alltag und Mitmachen im Nationalsozialismus

3. Breitscheidstraße / Neubaublock hinter der Volksbank (früher: Luisenstr. 22):
Kein Stolperstein für die emigrierte Jüdin Rosa Lewinsky?

4. Luisentor: 1936-1945 HJ-Heim
Aus den Erinnerungen von Reimund Blühm, geb. 1929

5. Clara-Zetkin-Straße / Kreuzung Treptower Straße:
Führerkult. Anklamer Straße wird Adolf-Hitler-Straße.

6. Goethestraße / Katholische Kirche:
Rassisch und politisch Verfolgte des Nationalsozialismus (Geschwister Davidsohn, Pfarrer Adolf Nolewaika)
Blumenablage an den Stolpersteinen, Goethestr. 3, möglich.

7. Bergstraße / Jüdischer Friedhof: Informationen zu den dort Begrabenen.
Ansprache des Landesrabbiners von Mecklenburg-Vorpommern, Herrn William Wolff
Keine Blumen hier ablegen sondern Steine! Männer tragen Kopfbedeckung!

8. Pfarrer-Wessels-Straße 2 / Barlachplatz (Ende des Mahnganges):
Kriegsgefangenenmeldestelle der Wehrmacht (im Quergebäude der einstigen Ostkaserne) und zweiter sowjetischer Friedhof / sowjetische Kriegsgefangene
Blumenablage am Friedhof möglich.


Der historische Stadtrundgang am 8.5.2013 vor der ehemaligen Synagoge (Foto: OS)

Aufruf zu weiteren Mahnwachen

Die Idee, viele Mahnwachen am 8. Mai in Demmin gegen den Naziaufmarsch zu machen, findet breite Unterstützung:


Bidschimfoto der Website vom Städte- und Gemeindetag MV

Also seid auch dabei und macht mit!
Meldet euch bei Mahnwachenkoordinator Michael Steiger, per Mail finderhkb@gmx.net oder Telefon: 01724019038

Die Mahnwachen am 8. Mai in Demmin – seid dabei!

Von 17 Uhr bis ca. 22 Uhr wird es am 8. Mai, verteilt über die Stadt Demmin, Mahnwachen geben.

- damit die viel­fäl­ti­ge Le­ben­dig­keit un­se­rer Kul­tu­ren wäh­rend des Na­zi­auf­mar­sches in der ganzen Stadt Demmin sicht­bar wird,
- um den 8. Mai zu fei­ern,
- um Kunst/Kul­tur vorzu­tra­gen, die in der Na­zi­zeit ver­bo­ten war und
- um gegen Neonazis zu demonstrieren, deren Geschichtsrelativierungen, deren Versuche, die Deutschen von Schuld reinzuwaschen sowie deren rassistisches und menschenverachtendes Menschenbild.

Bis jetzt haben schon über 40 Gruppen/Bündnisse/Initiativen/Organisationen bereit erkärt, eine der vielen Mahnwachen zu organisieren und es werden ständig mehr. Die Mahnwachen sind während des Naziaufmarsches, der ab 19.30 startet, die Anlaufpunkte für den Protest.

Wir freuen uns über weitere Gruppen / Initiativen, die dabei sein wollen. Nehmt Kontakt mit uns auf.

Davor wird es ab 17.30 einen großen, gemeinsamen his­to­ri­schen Stadt­spa­zier­gang / Mahn­gang durch Dem­min geben, organisiert vom Regionalmuseum Demmin und dem Ak­ti­ons­bünd­nis 8. Mai Dem­min. Ein ge­plan­ter Punkt ist der jü­di­sche Fried­hof, an dem der Lan­des­rab­bi­ner spricht.

Genaueres dazu kommt die nächsten Tage.

1. Mai Rostock: Nazis stoppen!!

Die NPD plant am 1. Mai durch Rostock- Toitenwinkel/Dierkow zu marschieren.
Innerhalb kurzer Zeit hat sich in Rostock ein breites Bündnis zusammen gefunden, dass zu vielfältigem Gegenprotest aufruft:

Der 1. Mai ist der Tag, an dem weltweit Menschen für gleiche Rechte, eine gerechte Arbeitswelt und freies, selbstbestimmtes Leben auf die Straße gehen. Der Tag, an dem weltweit für ein Leben ohne Krieg, Ausbeutung, Sexismus, Rassismus, Antisemitismus und andere Formen von Diskriminierung gekämpft wird. Der Tag für ein schöneres Leben – ganz bestimmt ohne Nazis!

Ausgerechnet am 1. Mai will die NPD unter dem Motto „Arbeit – Heimat –Zukunft“ durch Dierkow und Toitenwinkel aufmarschieren. Damit wollen sie den 1. Mai nationalistisch umdeuten und zum „Tag der deutschen Arbeit“ machen. Mit menschenverachtenden Parolen wie „Arbeitsplätze nur für Deutsche“ oder „Asylmissbrauch stoppen“ hetzen sie in den letzten Jahren gegen MigrantInnen und Asylsuchende. Dass die NPD zudem mit ihrer Demonstration unweit des Todes- und Gedenkortes von Mehmet Turgut entlang marschieren wollen, der am 25. Februar 2004 in einem Imbiss in Toitenwinkel vom NSU ermordet wurde, ist eine Verhöhnung des Opfers und darf nicht zugelassen werden!

Die schrecklichen Folgen der Nazi-Herrschaft 1933-1945 können wir nicht ungeschehen machen, das rassistische Pogrom von Rostock-Lichtenhagen und den Mord an Mehmet Turgut sowie den anderen NSU-Opfern nicht rückgängig machen. Vielmehr sollten wir daraus lernen und konsequent für ein freies und sicheres Leben für alle eintreten und dafür kämpfen!
Ob Nazis mit ihrer menschenverachtenden Ideologie wieder durch unseren Straßen marschieren oder nicht, liegt an uns!
Die Millionen Opfer aus den Konzentrations- und Vernichtungslagern und des von Nazi-Deutschland entfachten Weltkriegs, aber auch die Opfer des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ und alle anderen Opfer neonazistischer Gewalt mahnen uns:

Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg! Nie wieder NSU!

Am 1. Mai wollen wir daher gemeinsam mit allen antifaschistischen Kräften aus Vereinen, Verbänden, Gewerkschaften, Initiativen, Parteien, Jugend- und Studierendenverbänden, Kirchen sowie zahlreichen Rostocker Einwohnerinnen und Einwohner den Naziaufmarsch blockieren.
Von uns wird dabei keine Gewalt und Eskalation ausgehen. Wir sind solidarisch mit allen, die sich dem Naziaufmarsch entgegenstellen wollen.

Deshalb „1. Mai – Rostock nazifrei! Vielfalt statt Faschismus“!

Kommt zur Demonstration und beteiligt euch an weiteren Veranstaltungen in Dierkow/Toitenwinkel!

Start der Demo: 1. Mai / Holzhalbinsel / 10 Uhr

Dafür gibt es schon viele Unterstützer_innen

Einige antifaschistische Gruppen haben auch eigene Aufrufe für den !. Mai:

Nazis Stoppen!
Nazis Stoppen auf facebook
Defiant Greifswald
und weitere…

Mobilisierung für den 8. Mai

Eine ganze Reihe von Infoveranstaltungen zum Naziaufmarsch in Demmin steht an:

09. April – Berlin – Kadterschmiede – 20 Uhr
11. April – Bremen – Sielwallhaus – 20 Uhr
12. April – Oldenburg – Alhambra – 19.30 Uhr
17. April – Hamburg – Rote Flora – Uhrzeit folgt
21. April – Rostock – Café Median – 19.30
23. April – Neubrandenburg – AJZ – 20.00 Uhr
24. April – Lübeck – Café Brazil – 19.00 Uhr
24. April – Rostock – PWH – 19.30 Uhr
28 April – Berlin – Tristeza – 19 Uhr
29. April – Greifswald – IKuWo – 20.30 Uhr
02. Mai – Wismar – Tikozigalpa – 19.00 Uhr

Weitere Termine findet ihr bald hier.

Ein Aufruf zum 8. Mai ist online und es gibt Mobilisierungsmaterial, unter anderem dieses:

Weitere Gruppen mobilisieren nach Demmin, wie beispielsweise hier zu sehen ist.

Das Aktionsbündnis 8. Mai Demmin wird demnächst die Planungen mit historischem Spaziergang und Mahnwachen veröffentlichen. Bei den Mahnwachen werden sich sehr viele verschiedene Gruppen und Organisationen beteiligen.

Wie wollen wir uns an die Geschichte erinnern?

Neue Erkenntnisse zu Gräbern von Zwangsarbeiter-innen?
Sollen die Namen wieder auf die sowjetischen Gräber?
Welche Denkmäler in welcher Form sind wichtig für eine vielfältige Erinnerungskultur?
Ein komplexes Thema, das am letzten Donnerstag bei der Gedenkkulturen-Veranstaltung viel Diskussion im Detail barg und an diesem Abend sachlich und historisch diskutiert wurde.


Ca. 50 Menschen widmeten sich den zwei Vorträgen vom Deutsch-Russischen Museum Berlin/Karlshorst und der folgenden Diskussion.

Bis Anfang der 90er waren an den Kriegsgräbern am Barlachplatz 21 Namen zu lesen, die dann bei der Umgestaltung verschwanden. Kommen diese bald wieder zuück? Die Stadtspitze sagte, sie hat neue Erkenntnisse. Sie sprach von 5 Namen und will ihnen eine gemeinsame Gedenktafel aufstellen, da nicht genau klar sei, wo sie liegen. Hier ist wohl noch einiges aufzuklären / recherchieren in der nächsten Zeit, da blieben an dem Abend einige Fragen offen.

Wie die Erinnerungskultur aussehen soll, da gibt es von wissenschaftlicher Seite klare Äußerungen, aber mehrere Fragen sind auch politisch/gesllschaftlich zu klären. Den Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion sind die Kriegsgräber wichtig, weniger die sowjetischen Denkmäler wie das an zentraler Stelle in Malchow. Ob der rote Stern und Hammer/Sichel sichtbar bleiben? Vielleicht braucht es das für die Erinnerung.

Neu sind gerade die Erkenntnisse von Gräbern in der Woldeforst. 100 bis 150 Tote sollen dort liegen sagen jetzt Zeitzeugen. Viele Jahre war dort eine Munitionsfabrik. Vielleicht kommt die nächsten Monate mehr Licht in die Sache. Wäre zu wünschen.

Einen Artikel gibt es vom Nordkurier und demnächst wohl auch vom NDR-Fernsehen
Update 21.3.: Noch ein Artikel vom Nordkurier

Hintergrundinformationen finden sich in der Broschüre vom Demminer Regionalmuseum: „Das Kriegsende in Demmin 1945 – Umgang mit einem schwierigen Thema“

Unterstützung aus Berlin

Soliparty für den Widerstand gegen die´den Naziaufmarsch in Demmin
am 29.3. in der Scharnweberstraße 38, Berlin-Friedrichshain

http://kaffeefahrten.wordpress.com/

Einen Bus soll es genauso wieder geben von Berlin nach Demmin am 8.5. und demnächst auch Infoveranstaltungen.

Gedenkkulturen und Veränderungen

Sowjetische und deutsche Kriegsgräber – Veränderungen im Gedenken an die Toten des Zweiten Weltkrieges nach 1990 in Demmin und anderenorts.

Veranstaltung des Demminer Regionalmuseums und des Aktionsbündnisses „8. Mai Demmin“

Donnerstag, 13. März 2014, 18.00 Uhr im Museum (Demmin, Hanseufer 2, 4. Etage)


Sowjetische Kriegsgräber am Barlachplatz in Demmin

Der Zweite Weltkrieg endete in Demmin mit zahlreichen Selbsttötungen und einer großflächigen Zerstörung der Stadt. Nach der weitgehenden Tabuisierung der Ereignisse zu DDR-Zeiten brach in der Stadt eine Debatte um die Deutung der Vergangenheit aus, wurden der sowjetische Friedhof umgestaltet und Erinnerungszeichen neu gesetzt, besetzten Rechtsextreme das Thema. Was setzt die Erinnerungspolitik der Stadt dagegen? Welchen Stellenwert hat historisches Wissen gegenüber Gedenken? In der Stadt, in ihren Schulen weiß und spricht man jetzt mehr über die zivilen deutschen Kriegstoten. Wie steht es um das Wissen über Einsatz und Tod sowjetischer Kriegsgefangener und Zwangsarbeiter/innen in der Stadt, in Demmin-Woldeforst, in den Dörfern der Umgebung? Wie hält man es in anderen Kommunen mit sowjetischen Grabanlagen?

Diesen Fragen gehen in einem Podiumsgespräch nach:
Dr. Lutz Prieß und Sebastian Kindler, Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst
PD Dr. Elke Scherstjanoi, Institut für Zeitgeschichte München-Berlin
Dr. Michael Koch, Kreisvorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. und Bürgermeister der Stadt Demmin
Eleonore Wolf, Leiterin des Stadtarchivs Neubrandenburg, das u.a. zuständig ist für die Sammlung, Dokumentation und Bewahrung von Beständen zur Gedenkstätte Fünfeichen
Dr. Petra Clemens, Demminer Regionalmuseum
Moderation: Thoralf Plath, Journalist beim Nordkurier, Lokalredaktion Demmin

Einleitend spricht Dr. Lutz Prieß zur Frage „Sowjetische Gräberstätten in Deutschland – unbequeme Denkmale?“. Sebastian Kindler stellt das Dokumentationsprojekt „Sowjetische Grabstätten und Ehrenmale in Deutschland“ des Museums Berlin-Karlshorst vor. (jeweils 15 Minuten) Im Anschluss an die Veranstaltung besteht die Möglichkeit, in der Datenbank des Deutsch-Russichen Museums gezielt nach Orten (in der Region) zu recherchieren.

Wir laden Sie herzlich ein und freuen uns auf eine Diskussion, in der wir gemeinsam den Stand der Dinge aufnehmen und Überlegungen für zukünftige Erinnerungsarbeit und Gedenkkultur vor Ort anstellen.

Offener Brief an die Stadt Demmin

Hier jetzt der Offene Brief vom „Aktionsbündnis 8. Mai Demmin“ an die Stadt Demmin:

Aktionsbündnis 8. Mai Demmin
achtermai[at]demmin.de

An den Stadtpräsidenten und den Bürgermeister der Hansestadt Demmin

Demmin, 19.09.2013

OFFENER BRIEF
zum „Tag der Befreiung vom Faschismus und der Beendigung des 2. Weltkrieges“

Sehr geehrter Herr Stadtpräsident Tabbert, sehr geehrter Herr Bürgermeister Dr. Koch,

in den letzten 4 Jahren hat es eine beachtliche Entwicklung im Umgang mit den Aufmärschen von Rechtsextremisten in Demmin gegeben.
Schauen wir auf das Jahr 2009 zurück. Damals am 8. Mai liefen 200 fackeltragende Neo-Nazis durch die Straßen, während seitens der politischen Verantwortungsträger der Hansestadt dazu aufgerufen wurde, „Türen und Fenster geschlossen“ zu halten und den braunen Spuk zu ignorieren. Nur eine Handvoll Menschen stand mit einem Transparent „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“auf der Hafenbrücke von Demmin.
Angestoßen von diesem Erlebnis und aus der Unzufriedenheit mit dieser Situation, beschloss eine kleine Gruppe von Menschen, dass der Protest an diesem Tag anders angegangen werden muss und gründete in den nächsten Monaten einen parteiunabhängigen Zusammenschluss. Viele, vom Pastor bis zum Schüler wurden angesprochen. Das Aktionsbündnis 8. Mai war geboren. Das Ziel unseres Aktionsbündnisses war und ist es, zusammen mit Menschen aus Demmin und Umgebung, Gesicht zu zeigen und aktiv zu werden, sich mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auseinander zu setzen.
Der Aufruf zu einem friedlichen und bunten Protest gegen den inzwischen alljährlichen Neo-Naziaufmarsch geschieht seitdem zusammen mit Ihnen, den Vertretern der Stadt.
Das gemeinsam organisierte Friedensfest bildet den Mittelpunkt des Widerstandes gegen die Vereinnahmung der Stadt durch die Neonazis an diesem Tag und steht seit 2011 unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters.
Parallel dazu bietet das Aktionsbündnis 8. Mai Demmin das ganze Jahr über Podiumsdiskussionen, Lesungen und Kulturelles zum Thema Weltoffenheit und Vergangenheitsbetrachtung an.
Das alles trägt dazu bei, dass sich ein neues Problembewusstsein entwickelt. Wir sind froh darüber, dieses Ergebnis gemeinsam erreicht zu haben.
Diese positive Entwicklung macht es nun möglich und aufgrund des bisherigen hohen ehrenamtlich getragenen Aufwandes auch nötig, die Organisation des Friedensfestes am Hafen künftig in Ihre Hände, die Hände der Stadt zu übergeben. Wir vertrauen dabei auf den heute breit etablierten Konsens in der Region, sich den Neo-Nazi-Aufmärschen sichtbar und aktiv entgegenzustellen.
Als Ansprechpartner und nach Kräften Mitwirkende bleiben wir gerne an Ihrer Seite, bis zum Ende dieser unseeligen „Trauermärsche“ in der Hansestadt Demmin. Denn auch unsere das Jahr umspannenden Aktivitäten für ein demokratisches, weltoffenes Demmin setzen wir fort.

Demmin bleibt bunt!

Mit freundlichen Grüßen

Aktionsbündnis 8. Mai Demmin

Das Friedensfest in Demmin

Im Demminer Teil vom Nordkurier erschien heute ein Artikel mit der Überschrift: „Demminer Aktionsbündnis gibt Demokratiefest auf“

Aber keine Angst, es wird nicht weniger Proteste gegen die Nazis geben. Das „Aktionsbündnis 8. Mai Demmin“ macht aktiv weiter, auch am 8. Mai.

Eine Erklärung vom Aktionsbündnis dazu folgt noch diese Woche.