Archiv der Kategorie 'um den 8.5.2016'

Entschlossen gegen den rechten Spuk

Mehr als 500 Menschen zeigten in zwei Demonstrationen und fünf Mahnwachen, dass sie den Nazis am 8. Mai nicht die Straße überlassen. Themen waren die Lebenssituation der Asylbewerber_innen (es sprach eine Frau aus dem Iran), die Kriegseinsätze und Waffenexporte von Deutschland und der Naziterror, den Bürgerwehren und Schläger auf die Straße tragen.

Um die 200 Nazis spulten ihren Trauermarsch wie eine Pflichtübung ab. Petereit und noch einer hielten Reden, die schon im Abstand von 10 Meter nicht mehr zu hören waren. Und der Pathos, der ihnen sonst so wichtig ist, war nicht zu spüren.

Unverhältnismäßig und ruppig war mal wieder das Verhalten der Polizei. Wie leider bei vielen Naziaufmärschen üblich wurden die Grundrechte von Gegendemonstrierenden stark eingeschränkt: Einkesselung im Gartenbereich weit ab der Strecke. Viele Pfeffersprayeinsätze, die jedes mal Verletzte produzieren sowie teilweise gegen bestätigte Versammlungen eingesetzt werden. Oder das Polizeibeamte einfach so präventiv abschrecken und dadurch Meinungsäußerung im Keim ersticken. Gegenprotest wird als störend tituliert.

Wir werden jedenfalls auch am nächsten 8. Mai mit neuen Ideen auf die Straße gehen, um uns den Nazis engegenzustellen.

Weitere Berichte folgen die Tage.

Farbe bekennen gegen rechtes Gedankengut am 8. Mai in Demmin

Neo-Nazis verbreiten Schrecken im Land, zünden Flüchtlingsheime an, streben nach einem starken Reich mit einem Führer. Sie setzen auf die Angst vor dem Fremden. Nach außen geben sie sich populistisch. In den letzten Monaten stiegen die Umfragewerte der Parteien am rechten Rand. Dagegen gilt es aufzustehen, sich einzusetzen für eine offene, freie Gesellschaft.
Heute marschieren die Neo-Nazis wieder in Trauer geordnet und wollen die Geschichte verdrehen. Seit 2006 gedenken sie an Tötungen und Vertreibung der Deutschen 1945 und verlieren dabei die Ursachen aus dem Blick. Deutschland hatte den Krieg 1939 begonnen und seit der Machtergreifung 1933 viele Juden, Sinti und Roma, Andersdenkende terrorisiert und umgebracht. Demmin war eine Hochburg der Nazis, mehr als 2/3 der Bevölkerung wählte 1932/1933 faschistisch. Der Antisemitismus war so groß, dass schon Mitte 30er der viele Juden flohen. Viele autoritäre Strukturen waren nach der Kaiserzeit ungebrochen am Werk und bauten ihren Einfluss in der Weimarer Republik weiter aus.
Früher wie heute gab es viele Flüchtlinge, die in Demmin ankamen. Viele Flüchtlinge kamen nach dem 2. Weltkrieg an. Damals wurden die Ankommenden an vielen Stellen als „Polaken“ ausgegrenzt, sind aber heute normaler Teil der Gesellschaft. Die Großeltern viele Menschen heute waren damals Flüchtlinge. Wirtschaftliche Flucht weg aus der Demminer Region gab es beispielsweise von 1863 bis 1881, als 1/3 der Bevölkerung auswanderten oder nach 1989.

Bei den letzten Naziaufmärschen in MV wurden die Rechte von Demonstrierenden oft stark eingeschränkt, damit die Neo-Nazis ungehindert laufen konnten. Protest wird oft in die Nebenstraßen abgeschoben und unrechtmäßig festgesetzt. Dies widerspricht dem gemeinsamen Landtagsbeschluss nach den Ereignissen vor zwei Jahren am 8. Mai in Demmin. Wir werden die Ereignisse an diesem 8. Mai auswerten und gegebenenfalls juristisch klären lassen

Stellen wir uns den Neo-Nazis entgegen! Rollläden runter lassen reicht nicht!

Musik-Flashmob

Was soll der Flashmob?
Brandanschläge auf Flüchtlingsheime. Messerattacken und Steinwürfe gegen Asylsuchende. Ein kleiner Auszug aus einer langen Liste. Denn auch vor unserer Haustür in Mecklenburg-Vorpommern entlädt sich wöchentlich der rassistische Hass gegen Geflüchtete. Menschen verlassen ihre Heimat nicht freiwillig. Sie entrinnen Gewalt, Zerstörung und Tod. Sie wollen in Deutschland ein neues Leben in Frieden und Freiheit beginnen. Doch wiederum fürchten sie um ihr Leben. Und die AfD zieht mit einem deutschnationalen Wahlkampf in ost- und westdeutsche Landtage ein. Die Nazis versammeln sich alljährlich zu Fackelmärschen und „Gedenkversammlungen“ in Demmin und anderswo, um ihr rassistisches und rechtsradikales Gedankengut zu verbreiten.
Es reicht! Wir dulden keine weiteren Opfer und keine weiteren Anfeindungen von Geflüchteten. Dafür gehen wir auf die Straße und singen, weil wir glauben, dass wir nur mit friedlichem, aber lautem Protest etwas erreichen können. Und wir sind nicht alleine: In Demmin gehen am 8. 5. viele Menschen gegen Rechtsradikalismus und Fremdenhass auf die Straße. Sei dabei!

Warum genau dieses Lied?
Dieses Traditional stammt aus der Bürgerrechtsbewegung der 1960er Jahre in den USA, als die schwarze Bevölkerung für gleiche Rechte kämpfte. Ähnlich ist es heute mit den Geflüchteten, die sich auf das Asylrecht in unserer Verfassung und die von Deutschland unterzeichnete Genfer Flüchtlingskonvention beziehen. Gewähren wir ihnen Schutz und Hilfe, auf dass sie in eine friedliche Welt kommen!

Reichen wir uns für gegenseitige Toleranz die Hände und singen gemeinsam „We shall overcome“!

Aktionskarte, Ticker und Infotelefon für den 8.5.2016

Infotelefon ab dem 8. Mai 15 Uhr: 0160-62 080 18
Ermittlungsausschuss: 0157 337 30 212

Twitter-Hashtag:: #8mDM

Ticker: https://www.aktionsticker.org/
https://twitter.com/#!/demminnazifrei
Antifa-Ticker: https://twitter.com/nonazisdm

Friedensdemonstration: Start um 17.15 Uhr am Marktplatz
Mahnwachen von verschiedenen Organisationen starten ca. 18 Uhr
Antifademo startet um 17 Uhr am Bahnhof

Die Neo-Nazis haben ihren Treffpunkt am 8. Mai in Demmin um 19.00 Uhr am Parkplatz vom Stadion. Das Ziel vom Naziaufmarsch bleibt wie in den letzten Jahren die Kundgebung im Hafen, zum Gedenken an die deutschen Toten von 1945.
Die genaue Nazi-Route für 2016 ist nicht bekannt, und wird es vermutlich auch nicht, aber Start und Ziel sind klar. Dazwischen haben sie oft die Straßen genommen, die frei sind.

Und schaut euch den Brölliner Aktionskonsens an.

Karte für Sonntag:

Wehren wir den Anfängen – stellen wir uns entgegen!

Für eine offene Gesellschaft! Kein Krieg – nirgends!

Aufruf des Aktionsbündnisses 8. Mai Demmin zum 8. Mai 2016

Viele, die nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus wollen; viele, die Menschen, gleich welcher Herkunft, willkommen heißen; viele, die Unterstützerkreise für die Geflüchteten aufgebaut haben; viele, die für eine freie, friedliche und offene Gesellschaft eintreten – sie, wir wollen den öffentlichen Raum nicht denjenigen überlassen, die Hass, Angst und Sündenböcke schaffen.

Etwas mehr als acht Jahrzehnte erst ist es her, dass die Machtergreifung der Nazis Krieg, Zerstörung, Vernichtung über Europa brachte und Millionen Menschen in die Flucht trieb. Auch heute ist Krieg der wichtigste Grund, zu fliehen. Mit Waffenexporten und wirtschaftlichen Interessen ist Deutschland mit verantwortlich für die aktuellen Kriege, die wieder Millionen Menschen in die Flucht treiben. Falls es diesen gelingt, Stacheldraht an den Grenzen und das Mittelmeer lebend zu überwinden, suchen sie Schutz bei uns. Doch für viele Geflüchtete werden die europäischen Grenzen immer undurchlässiger, andere begegnen hier auf den Straßen Misstrauen und Gewalt.

Bedrohlich ist der Aufmarsch der Neo-Nazis jedes Jahr am 8. Mai in Demmin. Sie geben vor, den Opfern der sowjetischen Besetzung zu gedenken. Dabei negieren sie, dass die deutschen Faschisten Krieg und Vernichtung über Europa gebracht haben. Diese Verdrehung der Geschichte benutzen sie, um mit Hassparolen gegen alles Fremde anzugehen.

Wehren wir den Anfängen – stellen wir uns entgegen!

Infoveranstaltungen zum 8. Mai 2016

Mobiveranstaltungen in MV: (Es kann noch weitere Veranstaltungen geben, auch in anderen Städten. Hört euch um!)

27.04.2016 | 20.00 Uhr | AJZ Neubrandenburg
02.05.2016 | 20.00 Uhr | Median Rostock
03.05.2016 | 20.00 Uhr | Klex Greifswald
entfällt: 04.05.2016 | Stralsund
05.05.2016 | 20.00 Uhr | IKuWo Greifswald

um Berlin
:
21.04. / 19 Uhr / Projektraum H48 / U Boddinstraße
23.04. / 20 Uhr / Schreina47 / S+U Frankfurter Allee
26.04. / 19 Uhr / Potsdam / Black Fleck / Zeppelinstr. 26
02.05. / 18 Uhr / Linienstr. 206

Hamburg:
noch in Planung

Busanreise: aus allen genannten Städten gibt es auch eine Anreise mit dem Bus, weiteres dazu demnächst.

„zivilCHORage“ – Tag der Begegnung am 8.5. in Dargun

Am Vormittag des 8. Mai gibt es eine interessante Veranstaltung in Dargun, auf die wir gerne hinweisen:

„Zivilchorage“ ist ein Zusammenschluss von Menschen, die sich mit Gesang zu aktuellen gesellschaftspolitischen Themen zu Wort melden um eine Kultur des ‚Miteinander‘ zu stärken.

Wir laden alle zu uns geflüchteten Menschen, deren UnterstützerInnen sowie singfreudige Menschen und Chöre unserer Region herzlich ein, die offene Bühne mit Beiträgen aus verschiedenen Kulturen und in verschiedenen Sprachen mit uns zu gestalten.
Ladet FreundeInnen, Bekannte, NachbarInnen und die geflüchteten
Menschen aus eurer Umgebung zu diesem Tag ein!

Kontakt: zivilchorage@systemausfall.org

#mvfüralle

8. Mai 2016 – Swing-Tanz-Blockade in Demmin

Viele Gruppen aus dem letzten Jahr wollen wieder zum 8. Mai nach Demmin kommen und kündigen dies auch schon an, wie zum Beispiel die “ Swing-Tanz-Blockade“:

Auch in diesem Jahr wollen Nazis wieder am 8. Mai in Demmin marschieren. Dagegen sind vielfältige Aktionen und Blockaden geplant. Einige Menschen planen auch wieder eine Swing-Tanz-Blockade.

http://gegenseitig.blogsport.de/2016/04/14/swing-tanz-blockade-in-demmin/
swing-gegen-nazis@mail36.net

Jedes Jahr am 8. Mai, dem Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus, ziehen mehrere hundert Nazis am Abend mit einem Fackelmarsch durch die Kleinstadt Demmin in Mecklenburg-Vorpommern, um den „deutschen Opfern“ zu gedenken und ihren Geschichtsrevisionismus zu verbreiten. Anlass für einen der wichtigsten Naziaufmärsche in Norddeutschland ist ein Massenselbstmord am Ende des 2. Weltkrieges. Direkt nach dem Einmarsch der Roten Armee kam es zu hunderten Selbstmorden der deutschen Bevölkerung in Demmin.

Auch in diesem Jahr soll am 8. Mai den Nazis und ihrer Hasspropaganda nicht die Straße überlassen werden. So gibt es zahlreiche Gegenveranstaltungen in Demmin: ein Friedensfest, eine antifaschistische Demonstration, Mahnwachen und Blockaden.
Wir wollen wie im letzten Jahr mit einer Tanzblockade unseren Beitrag dazu leisten. Alle sind eingeladen sich tanzend dem braunen Spuk entgegenzustellen. Und all denen, die gerne auf der Tanzblockade Swingschritte tanzen möchten, bieten wir nachmittags eine Einführung an.

Swing gegen Rechts
Swing-Musik und Swing-Tanz galt bei den Nazis als „entartete Musik“, als „künstlerische Zuchtlosigkeit“ und „Verlotterung und Verschlampung im musikalischen Ausdruck“. Die Rede war auch von „unanständigen Tanzformen“ und einem „politischem Kampfmittel der Juden“.
Swing-Musik entstand in den 20er und 30er-Jahren in den USA. Vor allem Afroamerikaner_innen entwickelten den Swing aus vorangegangen Stilrichtungen des Jazz. Auch im Deutschland der 30er Jahre wurde Swing sehr populär. Aber schon 1932 wurde von der Reichsregierung unter Franz von Papen (später Vizekanzler unter Hitler) ein Auftrittsverbot für schwarze Musiker veranlasst und 1935 vom Reichssendeleiter Eugen Hadamovsky das endgültige Verbot des Jazz für den Rundfunk in Nazi-Deutschland erlassen.
Trotzdem wurde weiter Swing-Musik gespielt, gehört und dazu getanzt. So entstand die Swing-Jugend, eine oppositionelle Jugendkultur in vielen deutschen Großstädten, die sich oft erst mal nur gegen Uniformierung und militärischen Drill in der Hitlerjugend wendete.
Am 18. August 1941 wurden bei der „Sofort-Aktion gegen die Swing-Jugend“ über 300 Mitglieder der Swing-Jugend verhaftet. Die Repression reichte vom Abschneiden langer Haare über Schutzhaft und Schulverweise bis zur Verhaftung angeblicher Rädelsführer und deren Deportation in Konzentrationslager. Nach der Verhaftungswelle begannen einige Swing-Jugendliche den Nationalsozialismus auch politisch zu bekämpfen. Sie verteilten regimekritische Flugblätter und es gab Kontakte zur „Weißen Rose“ und zu den „Edelweißpiraten“.
An diese Geschichte wollen wir mit unserer (Swing-)Tanzblockade anknüpfen.

Treffzeit und -ort für die Einführung ins Swing-Tanzen und die Swing-Tanz-Blockade werden wir demnächst bekannt geben.

Vorläufiges Programm für den 8. Mai 2016

Demonstration für eine freie und offene Gesellschaft! Kein Krieg – nirgends! “MV für alle“ beginnt um 17.15 Uhr auf dem Markt im Anschluss an die Veranstaltung in der Bartholomaei-Kirche und endet auf dem Barlachplatz

Kundgebung, Infostände und Musik
ab 19 Uhr im Hafen vor dem Lübecker Speicher mit Essen und Trinken

Mahnwachen sind in der Stadt zwischen 18 und 22 Uhr zu finden und bieten Informationen und Gesprächsmöglichkeiten

Auf weitere Veranstaltungen möchten wir Sie hinweisen:

Nicht lange fackeln! – Demonstration von antifaschistischen Gruppen aus MV, 17 Uhr, Bahnhof

Ausstellung “Solidarnosc an der Ostkaserne (22./23.1.1983)” am Sonnabend 7.5. und Sonntag 8.5. von 14-18 Uhr in den Räumen des Vereins Demminer Regionalmusem e.V., Am Hanseufer 2, Speicher, 1. Etage

Klosterruine Dargun: Tag der Begegnung
, 11-14 Uhr, Matinéekonzert „zivilCHORage“

Friedensfest der Vereine der Stadt, Marktplatz, 13-16 Uhr,

Ökumenische Friedensandacht, Bartholomaei-Kirche, 16.30 Uhr

Weiter Informationen folgen die nächsten Tage

Ausstellung: Solidarnosc an der Ostkaserne (22./23.1.1983)

Eine Ausstellung des Demminer Regionalmuseums e.V. auf der Basis von Akten der Stasi-Unterlagenbehörde, Außenstelle Neubrandenburg zum „Vorgang Axel Bandelin“, eines seinerzeit 24jährigen Demminers, der seine Solidarität mit der polnischen Demokratiebewegung in die Fassade des damaligen „Hauses der Massenorganisationen“ kratzte.

Eröffnung am 23. April 2016, 17 Uhr im Rahmen der Demminer Kunstnacht in den Räumen des Vereins Demminer Regionalmusem e.V., Am Hanseufer 2, Speicher, 1. Etage.
Zugang auch über die Feuerleiter an der Deutsch-Krone-Straße.

Ausgestellt wird es auch am Sonnabend 7. Mai und Sonntag 8. Mai von 14-18 Uhr