Archiv der Kategorie 'Veranstaltungen vom Aktionsbündnis'

1. Strickmarathon in Demmin !

Am 29.11.19 um 17 Uhr laden wir alle Interessierten mit und ohne Strickerfahrung, jeden Alters und jeder Couleur zu unserem 1.Strickmarathon ins Café 3K des Demminer Bürger e.V. in der Clara-Zetkin-Straße 16 ein.
Hier gibt es Gelegenheit, sich auszutauschen und mehr Informationen zu dem Straßenkunstprojekt „Stricken für Vielfalt und Toleranz“ zu erhalten.
Zum 8. Mai 2020 werden wir das gesamte Erscheinungsbild der Stadt völlig verändern mit gestricktem Graffiti. Eine Straßenkunst, die mit wenigen Materialien auskommt. Viel mehr als Wolle und Nadeln sind nicht notwendig. Im Unterschied zu herkömmlichem Graffiti hinterlassen diese keine Spuren oder gar Schäden auf den ummantelten Flächen. Aber was sollte es gegen diese Straßenkunst einzuwenden geben. Straßenlaternen, Zäune und eventuell geeignete Gegenstände werden mit selbst gefertigten Strickstücken verkleidet. So tragen wir zur Verschönerung des öffentlichen Raumes bei und tun unsere politische Meinung, „Bunte Maschen statt brauner Märsche“, kund.
Wir senden damit eine eindeutige Botschaft, die zum Nachdenken anregt und hoffentlich einige irritiert.
Wer hat Lust mit zu stricken für eine offene und bunte Welt?
Für Wolle, Nadeln, Snacks und Getränke ist gesorgt.

Infoblatt zum Runterladen als PDF

Aktionsbündnis 8. Mai Demmin
Infos und Kontakt: demmin.n@gmx.de

Publikumspreis der Ehrenamtsstiftung

Das Aktionsbündnis 8. Mai Demmin hat beim Engagementpreis der Ehrenamtsstiftung MV den Publikumspreis gewonnen.
Danke für die Auszeichnung! Die Anerkennung freut uns.
Danke an alle, die uns unterstützt haben – seid auch im nächsten Jahr dabei!
Die Planungen für das nächste Jahr laufen und es gibt wieder viele kreative Ideen, um den Nazis in ihre Trauersuppe zu spucken.

Bei der Preisverleihung

Ausstellung: Das Geheimnis der Versöhnung ist Erinnerung

Ausstellung mit Fotos und Texten zum Krieg gegen die Sowjetunion

Von Sonntag, den 11. August bis Sonntag, den 15. September 2019
in der St.-Bartholomaei-Kirche in Demmin
Mo.-Fr. 13-17 Uhr, Mi. 9-12 Uhr, Sa. 13-17 Uhr

Während der Dauer der Ausstellung gibt es Möglichkeiten, sich auszutauschen. Frau Dr. Elke Scherstjanoi wird (Nachtrag: leider erst im November) wieder nach Demmin kommen mit ihren Rechercheergebnissen zum Ende des Zweiten Weltkrieges in Demmin.

Eröffnung am Sonntag, den 11. August 2019, um 17 Uhr
in der St.-Bartholomaei-Kirche in Demmin durch Dr. Jörg Morré, Direktor
des Deutsch-Russischen Museums Berlin-Karlshorst

Das Geheimnis der Versöhnung ist Erinnerung
Bald ist es 75 Jahre her, dass die Vertreter der deutschen Wehrmacht bedingungslos kapitulierten. Damit endete ein grausiger Krieg in Europa, angezettelt von einem grausigen Regime aus Deutschland. Zwischen 70 und 75 Millionen – Soldaten und Zivilisten – verloren ihr Leben. Darunter 27 Millionen Tote allein aus der Sowjetunion. Die Gräuel, die unmittelbar nach dem Krieg geschehen sind, sind furchtbar. Aber sie dürfen nicht vergessen machen, was zuvor geschah. Auch nicht in der Stadt Demmin. Hier instrumentalisieren die Neonazis die Selbstmorde, vor allem die der Frauen und Kinder, in einem jährlichen Aufmarsch.

Am 8. Mai dieses Jahres sagte ein mitmarschierender Rentner: „Nie hätte sich ein Soldat der Wehrmacht etwas Schlechtes zuschulden kommen lassen. Das waren die Russen in den Uniformen getöteter Deutscher!“ Und er kann auch öffentlich sagen: „Über einen Holocaust ist mir überhaupt nichts bekannt“.(Nordkurier, 22. Mai 2019, S. 14)

Vielleicht begleiteten diesen Aufmarsch auch Menschen aus Demmin, deren Verwandte sich vor Verzweiflung und Angst damals umbrachten. Doch die Neonazis trauern nicht um Ihre Verwandten, sie betrauern den Untergang des verbrecherischen Dritten Reiches.

Wir Nachkriegsgenerationen haben die Chance, uns Wissen anzueignen.
Wir haben die Chance, uns anders zu verhalten. Wir können uns einsetzen für Versöhnung und Frieden.
Dazu laden wir Sie herzlich ein.

Quelle: Friedensbibliothek-Antikriegsmuseum Berlin
Leihgabe der Friedensbibliothek-Antikriegsmuseum der Evangelischen
Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz

Die Veröffentlichungen stellen keine Meinungsäußerung des BMFSFJ oder des BAFzA dar. Für inhaltliche Aussagen tragen die Autor*innen die Verantwortung.

Kriegsgräberstätten in Demmin und der Umgang damit

Leider sind bei der Gedenkstätte in der Woldeforst vor ein paar Tagen die Sitzbänke gestohlen worden. Vermutlich sind es einfache Diebe gewesen. Aber es zeigt, dass diese Gedenkorte keine große Bedeutung in der Region zu haben scheint. Den „Russen“ wird immer noch viel Schuld an der Zerstörung von Demmin und weiteren Kriegsfolgen gegeben. Obwohl klar ist, dass weniger passiert wäre, hätte es keinen Widerstand beim Einrücken der Roten Armee gegeben. Doch dafür war Demmin damals zu braun.

Immerhin gibt es heute Gedenkstätten, die an die Verbrechen der Nazis erinnern. Über die Gestaltung davon gibt immer noch Meinungsverschiedenheiten. Aber immerhin sind am Barlachplatz jetzt die bekannten Namen der dort beerdigten sowjetischen Kriegstoten nach vielen Jahren wieder lesbar.

Erinnerungskultur lebendig zu halten ist eine langfristige Aufgabe. Ab Mitte August soll es in Demmin in der Kirche St. Bartholomaei mehrere Wochen lang einen Ausstellung geben, die unter anderem die Verbrechen der Wehrmacht in der Sowjetunion zeigt.


Der Gedenkstein am Barlachplatz mit den bekannten Namen der dort beerdigten sowjetischen Kriegstoten wurde am 8. Mai 2019 errichtet.


Einweihung der Gedenkstätte in der Woldeforst am 17.5.2018

Warum wir den 8. Mai als Tag der Befreiung feiern – und wie braun damals Demmin war

Vollständiger Redetext zum Stadtspaziergang am 8. Mai 2019

Aktionsbündnis 8. Mai Demmin

Der 8. Mai 1945 – er war der Tag der Befreiung für die Überlebenden des Widerstandes, die Inhaftierten der KZ, der Nazi-Kerker, für die Zwangsarbeiterinnen und -arbeiter, für alle, die sich den Nazis verweigerten – quer durch Europa. Doch die große Mehrheit der deutschen Bevölkerung empfand diesen Tag als Niederlage, als Untergang, da sie sich mit dem Nationalsozialismus identifiziert hatte, die Vernichtung der europäischen Juden, der Sinti und Roma, der Widerstandskämpferinnen und -kämpfer, der vielen Opfer unter der europäischen Zivilbevölkerung für gerechtfertigt hielten.
Wir Antifaschistinnen und Antifaschisten von heute begehen diesen Tag als Befreiung von einem verbrecherischen Regime, für uns liegt der Untergang im Jahr 1933, als die Faschisten mit Hilfe Großindustrieller, Banker, gewalttätigen Einschüchterungen und Millionen deutscher Wählerinnen und Wähler an die Macht kamen. Nur sechs Jahre später stürzte dieses System die Welt in einen Krieg, der über 60 Millionen Menschen das Leben kostete, davon allein über 27 Millionen Bürgerinnen und Bürger der Sowjetunion. Diese Ursachen spielen immer weniger eine Rolle in der Öffentlichkeit, gedacht wird aller «Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft». Die Täter scheinen vom Himmel oder besser aus der Hölle zu kommen und wieder dahin zu verschwinden. Es bleiben – Opfer, Unschuldige.

Mit dem Historiker-Streit ab Mitte der 1980er Jahren, später den Fernsehsendungen und Berichten von Guido Knopp, Jörg Friedrich und anderen über den Bombenkrieg gegen Nazi-Deutschland, die Vertreibungen aus Osteuropa und die Kriegsgefangenschaft deutscher Soldaten in der Sowjetunion sowie dem Film «Der Untergang» im Jahre 2004 wurde systematisch die nazistische Vorgeschichte ausgeblendet. Thorsten Hinz, Autor der neurechten «Jungen Freiheit», schreibt darin am 29. 10. 2004 einen Artikel mit der Überschrift «Gezeitenwechsel öffnet Horizonte». Und seitdem steigen die Gedenkfeiern und -märsche für die deutschen Opfer.
Die Aktivitäten der Neonazis am 8. Mai in Demmin gehören in diese Entwicklung, sind kein lokal begrenztes Ereignis, sondern Strategie. Sie träumen von der «konservative Revolution» – ob NPD, Dritter Weg, Null Prozent, Reichsbürger, Identitäre, völkische Siedler, Burschenschaften, Kameradschaften, AfD. Sie nicht ernst zu nehmen, kann in die nächste Katastrophe führen…

Wie sah es in Demmin am Ende der Weimarer Republik, zu Beginn des faschistischen Reichs aus?
Zur Reichstagswahl am 20. Mai 1928 gaben in Demmin 33 Wähler der NSDAP ihre Stimmen. Schon zwei Jahre später, am 14. September 1930, waren es 2′129 Bürgerinnen und Bürger von Demmin, die die NSDAP wählten.
Am 5. März 1933 gingen von 9′220 Demminer Wahlberechtigten 8′305 zur Wahl, was einer Beteiligung von 90 Prozent entsprach. Die NSDAP erhielt 4′429 Stimmen, gleich 53,7 Prozent. Reichsweit kam die NSDAP auf 43,9 Prozent – zehn Prozent unter dem Demminer Ergebnis.

Im Februar 1930 gründet sich die Ortsgruppe der NSDAP in Demmin, ihr Leiter wird der Chefarzt des Krankenhauses, Otto Ansinn.
Rund sieben Monate später, einen Tag nach der Reichstagswahl vom 14. September 1930, weht vom Luisentor die Hakenkreuzfahne. Otto Ansinn erinnert sich in seiner Schrift im Jahr 1935 «Aus der Kampfzeit der NSDAP» an Befürchtungen, die Polizei könnte in der kurzen Zeit des Verbotes der SA und der SS Hausdurchsuchungen durchführen. Aber dazu kam es nicht, laut Ansinn: «In meinem Freund, dem Bürgermeister (Georg) Münter, hatte ich stets eine tadellose Rückenstärkung. Er war nationalsozialistisch eingestellt und somit auch seine Polizeibeamten, die mich stets von bevorstehender Gefahr unterrichteten und warnten».
Einen Monat nach der Gründung der NSDAP-Ortsgruppe Demmin, am 19. März 1930 veröffentlicht diese eine große Anzeige zu einem Vortrag im Demminer Tageblatt aus dem Verlagshaus Gesellius, in der u.a. steht: «Juden haben keinen Zutritt».

Seit 1832 gab das Familienunternehmen Wilhelm Gesellius die Demminer Zeitung, später Demminer Tageblatt heraus. Sie diente – vom Kaiserreich über die Weimarer Republik bis ins «Dritte Reich» den Kreis- und später städtischen Behörden als offizielles Mitteilungsblatt. Während des Nationalsozialismus wurde es 1937 offiziell zum Mitteilungsblatt der NSDAP. Der dritte Wilhelm, der 1935 die Geschäfte übernahm, war auch Mitglied dieser Partei.
Egal, an welchen der drei Wilhelme das Stadtparlament in den 1990er Jahren bei der Namensgebung des Platzes gedacht hat – jede und jeder kann heute seinen Wilhelm wählen: den konservativen Gründer, seinen Sohn, der als Verleger 1930 nichts gegen den Vermerk «Juden haben keinen Zutritt» in einer Anzeige der NSDAP hatte oder den dritten Wilhelm, der mit seiner NSDAP-Mitgliedschaft sicher auch hinter den Texten des Demminer Tageblatts stand.

Im Sinne einer Erinnerungskultur, die sich den historischen Fakten und Zusammenhängen stellt, hätte man den Platz nach Adolf Nolewaika benennen sollen. Der katholische Pfarrer von Demmin handelte offen humanistisch, auch nach der Machtergreifung der Nazis. Er behandelte die polnischen Zwangsarbeiter als «richtige Pfarrkinder», trennte sie im Gottesdienst nicht von den Deutschen und predigte auch in polnisch.
Am 20. September 1940 wurde er durch die Gestapo verhaftet und in das Polizeigefängnis Stettin
gebracht. Von dort aus kam er als politischer Häftling mit der Nummer 22′992 in den «Priesterblock» des KZ Dachau. Auf dem Todesmarsch im Frühjahr 1945 liefen die SS-Posten davon und Pfarrer Nolewaika überlebte. Krank von der KZ-Haft kam er nach Demmin zurück und verstarb hier 1951.
Wenn jemandem Ehre gebührt, dann wohl ihm.

Doch zurück in die 1930er Jahre. Am 1. April 1933 wird reichsweit zu einem Boykott jüdischer Geschäfte, Ärzte, Anwälte aufgerufen. Um 10 Uhr ziehen im ganzen Land SA-Posten vor Geschäften und Praxen auf, um zu verhindern, dass der Boykott durchbrochen wird. In Demmin stehen sie vor den Geschäften Davidson in der Frauenstraße, Lewinski in der Luisenstrasse und vor der Ullsteinfiliale in der Holstenstrasse. Die Polizei schaut weg.

Der heutige Fackelzug der Neonazis ist zum Glück (noch) viel kleiner als seine Vorbilder aus dem Jahr 1933. Einen Tag nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler ruft die NSDAP am 31. Januar 1933 zum Fackelzug in Demmin. Im Demminer Tageblatt aus dem Verlagshaus Gesellius wird der Ortsgruppenleiter Ansinn zitiert: «Ein Mann aus dem Volke hat heute die Führung des deutschen Volkes übernommen. Ein Mann, von Gott begnadet, hat seine politische Kraft entwickelt. Nichts hat ihn aufhalten können. Wir wollen Adolf Hitler aufs neue Treue geloben…». Weiter im Demminer Tageblatt: «Der Heilruf bricht viel hundert stimmig sich […] In hoher Freude formierte der Fackelumzug sich. In strammem Schritt ging es durch die Straßen. Rot leuchteten die Fackeln. Wiederholt wurden auch aus den Häusern brennende Fackeln gehalten. Die Standartenkapelle 34 und der Demminer Spielmannszug schmetterten Märsche in den Abend. Jung und alt begleiteten den Zug…».

Manfred von Killinger (später Polizeikommissar für Sachsen) sprach am 6. Februar 1933 auf dem «Deutschen Abend» der Demminer NSDAP: «Der Endkampf beginnt jetzt zwischen revolutionärem Nationalsozialismus und revolutionären Internationalismus. Jeder muss sich entscheiden. […] Wir wollen den Krieg nicht, aber wir scheuen den Krieg auch nicht».

Am 27. Februar 1933 brennt der Reichstag. Ein guter Grund für die weitere Einschränkung der Grundrechte der Weimarer Verfassung. In einem Erlass für Preußen ordnet Göring am 1. März 1933 an, eine Hilfspolizei zu schaffen, um den «Ausschreitungen von linksradikaler, insbesondere kommunistischer Seite» zu begegnen.
Darauf hin werden am 4. März 1933, einen Tag vor der Reichstagswahl, im Demminer Rathaus 25 SA- und SS-Leute sowie zehn Stahlhelmer als Hilfspolizisten vereidigt.

Am 10. März 1933 sind die Demminerinnen und Demminer aufgerufen zur «Freiheitskundgebung» auf dem Markt. SA und SS formieren sich dort am Abend mit Fackeln zu einem lebendigen Hakenkreuz.

Am 28. März 1933 werden auf Beschluss des Stadtparlaments Straßen umbenannt: Die Anklamer Straße wird Adolf-Hitler-Straße (heute Clara-Zetkin-Str.), die Ebert-Straße Hermann-Göring-Straße und Göring wird zum Ehrenbürger von Demmin ernannt.
Nach der reichsweit ersten Pflanzung einer Hindenburg-Hitler-Eiche im März 1933 in Alt-Kentzlin schließt sich Demmin am 20. April 1933 dem an und pflanzt am Schiffsanleger eine Hitler-Eiche zu dessen Geburtstag. Der Platz erhielt an diesem Tag den Namen Horst-Wessel-Platz. In der Rede zur Namensgebung, die der Bürgermeister Albert Luckow hielt, bezeichnet er Wessel, eine der Führungsfiguren der Berliner SA, als ein «Opfer marxistischen Untermenschentums». Der Platzweihe und Pflanzung, die mit großer Beteiligung der Demminer Bevölkerung stattfand, folgt ein Fest am Abend im Hotel «Zur Reichspost», auf dem SA-Standartenführer Vieweg u.a. sagt: «Unbändigen Glauben haben wir alle an Hitler, den größten Staatsmann, der je gelebt hat […]. Neuer Lebensinhalt ist durch Hitler in das deutsche Volk gekommen. Der große Mann wird es empor führen zum Platz an der Sonne».

Im April 1933 forderten die NSDAP-Abgeordneten des Demminer Stadtparlaments vom städtischen Schlachthof, den dort wegen seiner politischen Ideen entlassenen Schlachtermeisters, Paul Selander, wieder einzustellen. Während des Krieges erfuhr Selander eine üble Berühmtheit. Die Gutsbesitzer der Umgebung erteilten ihm «Spezialaufträge», um die Zwangsarbeiter gefügig zu machen. Selander führte diese Aufträge mit äußerster Brutalität aus. Das Auto, mit dem er über Land fuhr, hieß im Volksmund «Blutauto».

Im Juli 1933 kommen die Kommunisten Reinhold Kunow, Werner Barkow, Reinhold Michaelis, Willi Spiegelberg, Hermann Behrendt, Otto Klebow, Paul Barkow und Rudi Birnbaum ins KZ, Artur Bünning kommt bei der Inhaftierung um, Paul Barkow stirbt an den Folgen der KZ-Haft. Karl Naumokel, Abgeordneter des Stadtparlaments, wird verhaftet.

Nach der Pogromnacht am 9. November 1938, in der die Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof zerstört werden, findet am 11. November 1938 eine Kundgebung mit massenhafter Beteiligung der Bevölkerung «gegen das mordende Judentum» auf dem Demminer Marktplatz statt.

«Der Schoss ist fruchtbar noch, aus dem das kroch» schrieb Bertold Brecht 1941 im Epilog zum Stück «Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui». Er sollte Recht behalten, bis heute. Überall in Europa und in der Welt fühlen sich Rechtsextreme wieder stark, gewinnen wegen des Revisionismus und des Vergessens der geschichtlichen Entwicklung.

Antifaschismus ist Pflicht, gerade jetzt.

Wer bei den kommenden Wahlen auf die nationalistische Karte setzt, hat schon verloren – am Ende der nächsten Katastrophe wird wieder die Angst vor der Vergeltung kommen…


Bild: Neubrandenburg bleibt bunt

Gelungene Party zum Tag der Befreiung und frustrierte Nazis

mit ein wenig Abstand ein Blick zurück:

In der ganzen Stadt gab es diese Jahr am 8. Mai vielfältige Aktivitäten, an denen sich ca. 1000 Menschen beteiligten.
Eine Tanzdemo mit 700 Teilnehmer*innen mit interessanten Reden, eine Musikblockade gleich zu Beginn des Naziaufmarsches, die den Start um fast 30 Minuten verzögerte, viele Banner und Kommentare zum erfolgreichen unfreiwilligen Spendenlauf, der über 4000 Euro brachte, inklusive „Mein Mampf“-Stand. Sehr viel Konfetti in den Straßen, niederregnent auf die Nazis, genauso wie Klopapierrollen. Überall viel Musik und am Markt und Hafen tolle Livebands sowie einer Kanudemo. Zum ersten Mal gab es an der Kirche eine Aktion: „Friede, Freude, Kekse für alle“. Auf dem Rückweg bekamen die knapp 200 Nazis auch keine Ruhe.
Trotz diverser Spannungen lief der Bürgermeister und andere aus der Stadtspitze bei der Demo mit und enthüllte am Barlachplatz eine Gedenktafel für die dort beerdigten sowjetischen Kriegstoten mit den Namen, die von ihnen bekannt sind.

Die 850 Polizeikräfte und das Ordnungsamt agierten repressiv und hielten sich teilweise nicht an ihre eigenen Regeln, versuchten Protest von Anfang an zu reglementieren. Das war leider wie immer. Eine weitere Verschärfung der Polizeigesetze (SOG) würde unsere Grundrechte noch weiter einschränken.

Verhindern konnten wir den Naziaufmarsch leider nicht, aber die Nazis sind ziemlich frustriert nach Hause gegangen und wir hatten eine gute Party. Mal schauen, was wir uns bis ins nächste Jahr einfallen lassen. Wenn es normal läuft, feiern wir in ein paar Jahren den Tag der Befreiung in Demmin ohne Naziaufmarsch und lächeln dabei.

Die Europa- und Kommunalwahlen sind wichtig. Die AfD zieht voraussichtlich leider in vielen Städten und Gemeinden in die Parlamente ein. Das wird im Detail noch anstrengend genug. Umso wichtiger ist es, das wir nach der Wahl weiter aktiv sind. Nur wenn sich viele Menschen im Alltag kontinuierlich für eine offene, solidarische und ökologische Welt einsetzen, bewegt sich etwas. Denn oft gibt es vor der Wahl viele schöne Reden von Politiker*innen – damit auch gehandelt wird, braucht es das Engagement von Vielen.

Weitere Detailberichte vom 8. Mai folgen noch.

Einen starken Eindruck geben die Bilderalben 1, 2, 3, 4, 5, 6,

NDR (mit Video)

Nordkurier 1, 2, 3,
Ostseezeitung
SVZ

Viel Infos finden sich auf Twitter

Ein interessanter Bericht in russischer Sprache:
Beitrag von RTVI

Bericht bei Blick nach Rechts

Mahnwache am Luisenplatz

Bericht auf Indymedia und Hart Backbord

Neubrandenburger Reisegruppe

Bericht der Demobeobachtung

und zum Abschluss noch der Hinweis:

Online schauen: der ganze Film „Über Leben in Demmin“

einige Eindrücke:

Foto: Bildwerk Rostock


Foto: RechtsgegenRechts


Musikblockade – Foto: Endstation Rechts


Foto: Bildwerk Rostock


Foto: RechtsgegenRechts

Wichtige Infos – Aktionskarte für den 8. Mai 2019

Infotelefon: 0160-62 080 18 am 8. Mai
Bei juristischen Problemen hilft der Ermittlungsausschuss 0178-1089089
Sanis: 0152-10305180

Twitter-Hashtag:: #8mDM
Ticker: https://demoticker.org/
https://twitter.com/demminnazifrei

ab 15.00 Uhr an der Kirche St. Bartholomaei: „Friede-Freude-Kekse für Alle“

16.00 Uhr: Auftakt vom Friedensfest am Hafen von Demmin (Am Bollwerk)

ab 16.30 Uhr Tanzdemo (startet und endet am Hafen) geht über den Markt, Zwischenkundgebung am Barlachplatz
ab 18 Uhr Kundgebungen entlang der Naziroute mit viel Musik und Abwechslung
ab 19.00 Uhr Konzert auf dem Friedensfest mit Live- Bands

17.00 Uhr: Friedensgebet in der Kirche St. Bartholomaei

Das vollständige Progtramm gibt’s hier

Die Neo-Nazis haben ihren Treffpunkt am 8. Mai in Demmin um 19.00 Uhr am Parkplatz vom Stadion. Das Ziel vom Naziaufmarsch bleibt wie in den letzten Jahren die Kundgebung im Hafen, zum Gedenken an die deutschen Toten von 1945.
Die genehmigte Nazi-Route für 2019 ist nicht bekannt, aber Start und Ziel sind klar und sie wollen auf der große Straße laufen. Wenn das nicht ging, haben sie oft die Straßen genommen, die frei sind.

Und schaut euch den Brölliner Aktionskonsens an.

Tanzdemo, Konfetti, Livebands – das Programm zum Tag der Befreiung vom Faschismus

Lasst uns feiern – tanzend, laut und bunt – gegen den Naziaufmarsch!
Der Tag der Befreiung vom Faschismus und das Kriegsende

geplantes Programm für den 8. Mai 2019

ab 15.00 Uhr an der Kirche St. Bartholomaei: „Friede-Freude-Kekse für Alle“
16.00 Uhr: Auftakt Friedensfest am Hafen von Demmin (Am Bollwerk)
mit den Bands Start Up Memories (Bielefeld) und Wieder in der Gegend (Schwerin)
ab 16.30 Uhr Tanzdemo/Stadtspaziergang mit Sambaband startet am Hafen und geht über den Markt zum Barlachplatz (Zwischenkundgebung ca. 18.00 Uhr mit klassischer Live-Musik) und zurück zum Hafen (ca. 19.00 Uhr)
Reden gibt es zu den Ereignissen in der Nazizeit in Demmin, wie es dazu kommen konnte und zu Abschiebehaft

ab ca. 18.00 Uhr bis 22.00 Uhr: Kundgebungen mit viel Musik und Tanz verschiedener Organisationen entlang der Naziroute:

Marktplatz mit den Livebands
Attic 109 (Demmin)
Hinterlandgang (Rap aus dem Herzen Vorpommerns)
Restposten (Salt and Pepper Punk aus Greifswald/Stralsund)
Sowie Pommes, Popcorn, Zuckerwatte, Softeis und Hüpfburg

weitere Versammlungsorte an der Naziroute mit viel Konfetti!
Luisenplatz mit Tanzbus „Fette Elke“
August-Bebel-Platz
Trepower Str./Clara-Zetkin-Str.

ca. 18.30 bis 21.30 Uhr: Konzert auf dem Friedensfest im Hafen
mit verschiedenen Musikbands
Pigs off Campus (Rostock)
zu Viert (Rostock)
Lappalie (Rostock)
Freaks Dynamite (Bremen)

Viel lecker Essen, Trinken und ein roter Riese der Respekt-Kampagne der IG Metall

ab 19.00 Uhr: Rechts gegen Rechts – der unfreiwilligste Spendenlauf Deutschlands


Weitere Veranstaltungen:

17.00 Uhr: Friedensgebet in der Kirche St. Bartholomaei

weitere Infos unter http://8mdm.blogsport.eu/


Bild: Nils Borgwardt

Kreativer Protest gegen rechtsextremen Aufmarsch!

Sie laufen und laufen und laufen! Fast wöchentlich gehen Neonazis zum Demonstrieren auf die Straße. Auch in Demmin findet jedes Jahr am 8. Mai ein sogenannter Trauermarsch statt.
Wenn wir sie schon nicht davon abhalten können – können wir sie aber wenigstens für etwas Sinnvolles laufen lassen, zum Beispiel gegen sich selbst. So wird der menschenfeindliche und geschichtsverdrehende Trauermarsch zum Spendenmarsch. Denn für jeden gelaufenen Meter gehen Spenden von Unternehmen, Bürger*innen und Unterstützer*innen zu gleichen Teilen an EXIT, ein Aussteigerprogramm für Rechtsextreme, und an die Geflüchtetenarbeit des interkulturellen Cafés 3K in Demmin.

Unterstützen Sie als Privatperson, mit Ihrer Firma oder als Institution den unfreiwilligen Spendenlauf am 8. Mai 2019 und helfen Sie mit, den Naziaufmarsch durch Demmin auf Dauer zu verbannen.

Die Neonazis laufen 3500m umsonst!

Ihre Spende überweisen Sie bitte an:
Demminer Bürger e.V.
Clara-Zetkin-Straße 16 – 17109 Demmin
Bankverbindung:
Sparkasse Neubrandenburg/Demmin
IBAN: DE56 1505 0200 0301 016020
Verwendungszweck:
Spendenlauf Demmin
Fragen und weiteres unter: demmin.n@gmx.de

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http://rechtsgegenrechts.de/

PDF des Flyers zum Runterladen

Raus zum 8. Mai

Für eine offene, solidarische und ökologische Welt!

Einladung zu den Friedensveranstaltungen am 8. Mai 2019 in Demmin

In Demmin wird viel zu oft nur das Kriegsende angeschaut, nicht die Ursachen. Die schlimmsten Verbrechen begingen die Nazis, unterstützt von weiten Teilen der Bevölkerung. Demmin war Anfang der 1930er eine Hochburg der NSDAP und anderer rechter Parteien. Menschen jüdischen Glaubens verließen schon früh die Stadt, weil sie die antisemitischen Anfeindungen nicht mehr aushielten. Die Menschen wussten um die Verbrechen der Nazis. 1945 erreichten die Schrecken des Krieges Demmin.

Aktive Erinnerungskultur hilft, nie wieder in eine solche Situation zu kommen. Dafür freuen wir uns über jede Unterstützung.

In den letzten Monaten gab es viele Demonstrationen für eine offene, solidarische und ökologische Welt. Trotzdem verändern sich die Strukturen in der Gesellschaft nur langsam. Wir wissen, dass wir einen langen Atem brauchen. Kontinuierliches Agieren zahlt sich aus.

„Denn alles verändert sich, wenn du es veränderst!“

Wir brauchen Lösungen für die sozialen und ökologischen Fragen, damit Menschen überall auf der Welt ein gutes Leben haben können. Dafür brauchen wir keine Überwachung der Gesellschaft, keine Rüstungsexporte, keine Grenzzäune zwischen den Staaten, sondern Begegnungen zwischen Menschen.

Lasst uns gemeinsam am 8. Mai ein Zeichen setzen für den Frieden!

Kommt alle und feiert mit uns den Tag der Befreiung, das Ende des Zweiten Weltkriegs!


Bild: Nils Borgwardt

Der 8. Mai rückt näher – ein Blick zurück

Die Vorbereitungen für dieses Jahr laufen bereits. Einige Pläne sind schon besprochen.

Zuerst ein Blick zurück: Beim letzten 8. Mai waren es gut 1000 Menschen, die sich bunt und vielfältig bei den Protesten am 8. Mai gegen den Naziaufmarsch gezeigt haben – so viele wie noch nie. Mit dem Stadtspaziergang, dem Friedensfest mit Alice Angst, Ole Erik Olafson, Wieder in der Gegend, Lappalie, Restposten, Knurrhahn, Quint and the Sharks und Feine Sahne Fischfilet, dem lautstarken Feierprotest entlang der Nazistrecke und den vielen andere Aktionen ist es gelungen, den Nazis die Laune nachhaltig zu vermiesen. Trotz ihrer Bemühungen stagniert bei ihnen die Zahl der Teilnehmer*innen bei 180. Das war auch nach dem 8. Mai noch spürbar, weswegen wir 2019 daran anknüpfen wollen.

Zwei Filme prägten das Frühjahr: „Über Leben in Demmin“ war der Renner, nicht nur in Demmin.
Das löste viele Diskussionen aus, die noch länger wirken werden. Veranstaltungen zu Trauma, Russenkindern, Aufarbeitung der Geschichte,… wird es auch 2019 geben sowie Unterrichtsmaterial ist in Planung.

„Wildes Herz“ mit der Geschichte von Feine Sahne Fischfilet und Monchi lies die Emotionen steigen, lief in vielen Kinos, aber sollte im lokalen Kino im Besitz der Stadt nicht laufen. Es kam aber doch zur Aufführung in Demmin. Dies lief im Rahmen der Jugendaktionswochen „Stand up Demmöng“, welche neuen Schwung in die selbstbestimmte Jugendbeteiligung brachten mit Projektideen für eine jugendgerechte Stadt.

In der Woldeforst entstand endlich ein Gedenkort für die bei Zwangsarbeit ums Leben gekommenen sowjetischen Kriegsgefangenen.

AfD und Rechte versuchten im letzten Jahr mit viele Demos und Aktionen, noch mehr Einfluss zu bekommen. Die Ereignisse in Chemnitz waren ein trauriger Höhepunkt von Hetze und Gewalttätigkeiten gegen Geflüchtete und Andersdenkende. In Demmin war es wohl ein Auslöser für den Übergriff Anfang September.

Dagegen gab es vielfältige, zahlreiche Proteste. In Rostock kamen viele zu den erfolgreichen Demos gegen die AfD, deren Demos dadurch immer weniger Teilnehmer*innen hatten. Aber auch in anderen Städten liefen viele Aktivitäten für eine offene und solidarische Gesellschaft. Im Herbst der Solidarität ging es um Seebrücke, Miete, Kohleausstieg und vieles mehr.

Der Rechtsruck ist immer noch da, vom Spurwechsel ist nicht viel zu spüren.
Die Rechte feiert Erfolge in vielen europäischen Ländern, Brasilien, Türkei… und Deutschland exportiert weiter Waffen in Krisenregionen.
Rechte Netzwerke in Behörden wie NSU 2.0 werden öffentlich genauso wie Uniter oder Blutorden.
Die Regierung verschärft weiter die Ausgrenzungs- und Abschieberegelungen für Geflüchtete.

Wir brauchen einen langen Atem.

Wir brauchen Lösungen für die sozialen Fragen, damit Menschen auch in anderen Teilen der Welt nicht mehr so abgehängt sind. Wir brauchen ein freies Internet, ökologisches Handeln, eine offene und solidarische Gesellschaft.
Wir brauchen nicht noch mehr Kontrolle, nicht noch mehr Durchgriffsmöglichkeiten für die Polizei. Zivilgesellschaft stärken ist angesagt.

Am 8. Mai soll es wieder ein Friedensfest von 16 Uhr bis in den späten Abend im Hafen von Demmin geben. Ab 16.30 Uhr gibt es einen Stadtspaziergang und danach wieder viele Aktionen entlang der Strecke um das Kriegsende zu feiern. Genaueres dazu demnächst.

Hier kommen noch ein paar Links und Bilder vom letzten 8. Mai:

Bildergalerien: 1 234

Nordkurier, Ostseezeitung, NDR-Beitrag ist leider nicht mehr online, Endstation Rechts, BNR und viele mehr.
hier noch mal Nordkurier


Stadtspaziergang – Bild: Georg Schramm


Vielfältiger Protest in der Stadt – Bild: Demmin Nazifrei


Schwimmender Protest – Bild: Georg Schramm


Friedensfest im Hafen – Bild: Georg Schramm


Am Markt gibt es Konfetti, als die Nazis vorbeiziehen – Bild: Nils Borgwardt

Feine Sahne Fischfilet kommt zum Friedensfest am 8. Mai in Demmin

Das für kommenden Dienstag geplante Friedensfest am Demminer Hafen bekommt prominente Unterstützung: Ganz nach dem Motto „Wer nicht feiert, hat verloren“ kommt die Punkband Feine Sahne Fischfilet in die Hansestadt, um Solidarität mit den Feiernden zu zeigen. Die Band setzt damit ein deutliches Zeichen gegen die menschenverachtende Ideologie der Nazis und unterstützt das Bündnis Demmin Nazifrei sowie weitere Gruppen aus der Region.

Zahlreiche regionale Bands, Liedermacher*innen, sogar ein Chor sorgen den Tag über für Festivalstimmung. Schwerpunkt der Feierlichkeiten bildet die Bühne am Hafen. Den musikalischen Auftakt bilden dort die regionalen Liedermacher*innen Alice, Ole Schulz und Wieder in der Gegend sowie Anan, ein persischer Musiker, die um 15 Uhr beginnen. Ab 16:15 Uhr heizt dann Feine Sahne Fischfilet den Feiernden ein. Mit musikalischer Begleitung durch den Greifswalder Chor „Tippus“ machen sich um 17 Uhr die Anwesenden vom Hafen aus auf zum Stadtspaziergang, der über den Marienhain führt und wieder im Hafen endet. Dort spielen im Anschluss Lappalie (Folk/Punk/Liedermacherei aus HRO), Restposten (Salt and Pepper Punk aus HGW), Quin and the Sharks (Hardrock aus HGW) sowie Knurrhahn (Hardrock aus Berlin).

Wir freuen uns über zahlreiche Menschen von nah und fern, die sich für eine friedliche und solidarische Welt einsetzen!

Siehe auch bei Feine Sahne Fischfilet auf Facewbook

Bericht beim Nurdkurier

Rede am 8. Mai gegen Rüstungsproduktion und Kriegsführung

Vorab hier eine Rede, die am 8, Mai auf dem Stadtspaziergang bei einer Zwischenkundgebung vorgetragen wird:

Man sollte es kaum glauben: Deutschland ist im Krieg. Das nach 73 Jahren, wo sich nach dem 2. Weltkrieg viele Menschen geschworen haben: Nie wieder Krieg!! Nie wieder Faschismus!
Der 8. Mai erinnert uns, dass Krieg die schlimmste Übel der Menschheit ist und nur Erschütterung und Zerstörung mit sich bringt. Warum merken wir so wenig davon? Warum gibt es so wenig Widerstand?

Krieg wird nämlich exportiert. Wir bekommen nur ab und zu mal etwas mit, wenn Geflüchtete es schaffen, die um uns und Europa geschaffenen Mauern zu durchbrechen. Viele scheitern, viele bezahlen diesen Versuch mit ihrer Gesundheit, mit einer seelischen Verstümmelung. mit dem Tod.

Wer denkt von uns täglich daran, dass deutsche Soldaten außerhalb Deutschlands in 15 Einsätzen verwickelt sind. Manche im Auftrag der UN (was nicht heißt, dass diese auch nicht interessengeleitet sind), manche aber auch völkerrechtswidrig wie der Syrien, Afghanistan und Mali-Einsatz. Und wer weiß schon, dass deutsche Soldaten wieder unmittelbar an der Grenze zu Russland, in Litauen, stationiert sind. Dies ist wegen der historischen Last zweier Weltkriege sicher für viele Menschen in Russland eine erneute Provokation und Bedrohung.

Schon jahrelang ist Deutschland Rüstungsexportweltmeister hier in Europa, nach USA und Russland steht es an der Weltspitze und heizt damit die gegenwärtigen Kriege erst richtig an. Es gibt auf der Welt kein einziger Krisen- und Kriegsherd, wo deutsche Waffen nicht eingesetzt werden, häufig von beiden beteiligten Konfliktparteien. Das deutsche G3-Gewehr oder auch das Nachfolgemodel, das G 36-Gewehr, aber auch andere Kleinwaffen aus deutscher Entwicklung und Produktion können mit Recht als das täglich eingesetzte Massenvernichtungsmittel Nr. 1 in den gegenwärtigen Konfliktgebieten betrachtet werden. Mehr als 2 Millionen Menschen (so grobe Schätzungen) sind damit in den letzten 3 Jahrzehnten verstümmelt, seelisch traumatisiert oder getötet worden, ihr Leben lang gezeichnet. Entgegen den eigenen Grundsätzen werden täglich Kriegsgüter in kriegsführende Staaten verkauft und damit am Leid von so vielen Menschen noch Profit gemacht.

Auch an der Vorbereitung eine Atomkrieges ist Deutschland beteiligt: Es lässt völkerrechtswidrig Atomwaffen auf seinem Territorium zu,. Deutsche Soldaten üben täglich den Abwurf des ultimativen Massenvernichtungsmittel und die deutsche Regierung unterstützt die neue Atomwaffenaufrüstung. Gegen den Willen der Mehrheit der Staaten und Menschen auf der Welt bekämpft sie vehement den im letzten Jahr beschlossenen Atomwaffenverbotsvertrag, der völkerrechtlich längst überfällig ist. ICAN und damit die internationale zivile Friedensbewegung hat dafür im Dezember den Friedensnobelpreis erhalten.

Aber auch die zukünftigen Kriege werden schon vorbereitet. Norddeutschland und MV spielen da eine zentrale Rolle: In Schleswig Holstein entsteht das zentrale Drohnentrainingszentrum der Bundeswehr, in Jagel. Mit Drohnen werden vor allem unbeteiligte Menschen ermordet, in Angst und Schrecken versetzt und schwerst traumatisiert, und das ohne jegliches Risiko für die Mörder. Krieg wird so zum Spiel hinter dem Computer, weit weg vom eigentlichen Geschehen. Von MV werden alle seegestützten Operationen gesteuert und koordiniert, das Marineoberkommando sitzt in Rostock und wird weiter ausgebaut. In Laage zwischen Rostock und Güstrow befindet sich die zentrale Ausbildungsstätte der deutschen Luftwaffe. Von hier starten die Bundeswehrpiloten zu ihren Übungsflügen, z.T. in gesetzeswidrigen Tiefflügen.. Darunter leiden viele hier in Mecklenburg Vorpommern. MV avanciert zum Übungsfeld zukünftiger moderner Kriege und zum Kriegsvorbereitungsfeld Nr. 1.in Deutschland.

Dagegen regt sich Widerstand. Proteste gibt es am 8. Mai in Berlin bei der Hauptversammlung von Rheinmetall, einem der größten Rüstungsproduzenten. Aber nicht nur weit weg, sondern auch hier in Mecklenburg-Vorpommern gibt es Rüstungsproduktion, die gestoppt werden kann.
Auf der Mecklenburger Seenplatte tun sich mehr und mehr Menschen zusammen, dokumentieren, schreiben Protestbriefe und organisieren eine neue Bürgerinitiative. Das darf sicher auch hier in Demmin geschehen. Was der 8. Mai lehrt: Aufstehen gegen jegliche Kriegsvorbereitung und Kriegsführung ist das Gebot der Stunde. Statt Deutschland zur Militärmacht und zu immer mehr Waffen auszubauen, sollte in die zivilen Konfliktstrategien investiert und Deutschland zur Friedensmacht umgeformt werden. Das kann aber nur durch uns, durch jeden einzelnen von uns bewirkt werden. Nehmen wir die Lehren des 8. Mai ernst!!!


In Deutschland produzierte Leopard2-Panzer verwendet die Türkei, um damit in der Türkei und in Syrien gegen die Kurden vorzugehen,

Programm am 8. Mai

15.00 Uhr: Auftakt vom Friedensfest am Hafen von Demmin (Am Bollwerk)
mit den Liedermacher*innen Alice Angst und Ole Erik Olafson sowue Anan, persische Musik
Clown Flori und andere Angebote für Kinder, Essen und Trinken
15.30 Uhr Aktion von Jugendlichen im Hafen – Luftballons mit Friedenstauben und Wünschen steigen lassen
ab 16.00 Uhr Feine Sahne Fischfilet
ab !7.00 Uhr Stadtspaziergang (startet und endet am Hafen) mit verschiedenen Zwischenkundgebungen:
- vor der Zille-Schule gibt es eine Rede zu Kriegen und Rüstungsproduktion
- am Marienhain spricht Lilo Schlösser mit Zitaten aus einer Rede vom verstorbenen Karl Schlösser
- vor der Kirche St. Bartholomaei singt der Chor Tippus
- an der ehemaligen Synagoge gibt es eine Rede zu Antisemitismus
- im Hafen spricht Petra Clemens zur Zwangsarbeit in der Munitionsanstalt Woldeforst
ab 19.00 Uhr Konzert auf dem Friedensfest mit regionalen Bands

Livebands:
Wieder in der Gegend (Liedermacherduo aus Schwerin)
Lappalie (Folk/Punk/Liedermacherei aus HRO)
Restposten (Salt and Pepper Punk aus HGW)
Knurrhahn (Hardrock aus Berlin)
Quint and the Sharks (Hardrock aus HGW)

Hier der Link zum Flyer als pdf


Weitere Veranstaltungen:

17.00 Uhr Friedensgebet in der Kirche St. Bartholomaei
ab 17.00 Uhr Kundgebungen verschiedener Organisationen entlang der Strecke
Infos dazu unter http://8mdm.blogsport.eu/ oder hier

Telefon: 0160-62 080 18
achtermai(at)demmin.de
http://demminnazifrei.blogsport.de/

Spendenkonto:
MV Nazifrei – IBAN: DE 54 1505 0500 0102 0489 24 – BIC: NOLADE21GRW Verwendungszweck: 8. Mai

Kommt zahlreich zu den Friedensveranstaltungen am 8. Mai.

Für eine friedliche, solidarische Welt! Einladung zu den Friedensveranstaltungen am 8. Mai 2018 in Demmin

Alle haben den Film „Über Leben in Demmin“ gesehen und haben erfahren, welch furchtbare Geschehnisse Krieg mit sich bringt. Deshalb lasst uns den Anfängen wehren und den Neonazis mit ihrer Inszenierung eines „Trauermarsches“ unser Feiern des Friedens, den wir hier leben können, entgegen setzen. Die Marschierer*innen in Demmin sind Teil einer Bewegung (NPD, AfD, Identitäre, …), die Arbeitslosigkeit und Angst nutzen, um ihre menschenverachtende Ideologie in der Gesellschaft zu verankern. Wegschauen führt in die Katastrophe – wie im vorigen Jahrhundert.

Die Forderung „Nie wieder Krieg!“ hat sich bis heute nicht erfüllt. Militärische Auseinandersetzungen nehmen nicht nur im Nahen und Mittleren Osten (Syrien, Afghanistan,…), in Afrika (Mali, Somalia, …) und auch in Europa (Ukraine) zu. Das Verhältnis zwischen der NATO und Russland ist auf einem gefährlichen Tiefpunkt. Viele Staaten wollen ihre Einflusssphären vergrößern und beteiligen sich am Bomben werfen. Deutsche Firmen liefern die Waffen – an alle Seiten – und auch die Bundeswehr agiert weltweit.

Die Leidtragenden sind wir alle und am meisten jene, die heute vertrieben, verstümmelt und vergewaltigt werden. Tagtäglich verlieren Menschen Angehörige und Freund*innen, müssen fliehen, hoffend auf ein Leben in Frieden.

Für eine friedliche, solidarische Welt!
Brücken bauen und Versöhnung sind notwendig. Es braucht Zivilcourage und Aktivitäten, die dem nationalistischen Streben das Wasser abgraben. Wir brauchen keine neuen Grenzzäune zwischen den Staaten, sondern Begegnungen zwischen den Menschen. Geflüchtete brauchen Unterstützung statt Ausgrenzung.

Lasst uns gemeinsam am 8. Mai ein Zeichen setzen für den Frieden!

Der genaue Zeitplan kommt die nächsten Tage.


Die Bündnis-Demo am 8. Mai 2016

Themenabend: Völkische Netzwerke in Mecklenburg-Vorpommern

Donnerstag, 14. September 2017, 18:00 Uhr – freier Eintritt
im Lübecker Speicher (Am Bollwerk 5) in Demmin

Themenabend: Völkische Netzwerke in Mecklenburg-Vorpommern

Springerstiefel und Bomberjacken waren gestern. Heute treten Neonazis und Rassist*innen vielfältig auf, modisch-hip, mit langen Haaren, mit Che-Guevara-T-Shirt, mit Anzug und Krawatte oder auch im traditionellen, fast schon folkloristischen Gewand. Darin finden sich dann auch die sogenannten „Völkischen Siedler*innen“. Doch es ist nicht nur ihre altmodisch erscheinende Kleidung durch die sie auffallen, es ist vielmehr ihr völkisches Weltbild. Sie ziehen aufs Land und nach einiger Zeit zeigen die neuen Nachbar*innen ihr wahres Gesicht.
Ökologischer Landbau, artgerechte Tierhaltung, Vegetarismus, Naturheilkunde, Selbstversorgung – all das dient nicht einer freien Gesellschaft in intakter Natur, sondern ist ein wesentlicher Teil der Idee der „Rassenhygiene“. Durch die Pflege deutschen Brauchtums soll die „Rasse“ rein gehalten und vermehrt werden.

Referent*innen:

Andrea Röpke, freie Journalistin und Politologin, Hamburg
Marius Hellwig, Amadeu-Antonio Stiftung, Berlin

Moderation:
Dr. Daniel Trepsdorf, RAA MV

Veranstalter*innen:
Quietjes e.V. (Wasow)
in Kooperation mit der Gesellschaft zur Förderung der Europäischen Kooperativen e.V. (Dargun)
und dem Aktionsbündnis 8. Mai (Demmin)

Kein Zutritt für Mitglieder und Sympathisant*innen von Parteien oder Gruppierungen der extremen Rechten, Personen, die der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische oder antisemitische Äußerungen in Erscheinung getreten sind.

31.5. Veranstaltung: Die Furcht vor dem Fremden

Ein Informations- und Gesprächsabend über den Nahen Osten, den Islam und Mus­lime in Mecklenburg-Vorpommern.

31. Mai 2017, 18 Uhr, Lübecker Speicher, Am Bollwerk 5, Demmin

Die Aufnahme hunderttausender Flüchtlinge aus dem Nahen Osten in Deutschland polarisiert das Land. Während viele Bürger sich in der Flüchtlingshilfe engagieren, gibt es nicht wenige, die das Geschehen mit Sorge beobachten: Warum tragen Frauen Schleier oder Kopftuch? Sind Muslime besonders anfällig für eine Radikalisierung? Können sie in großer Zahl dauerhaft mit anderen Religionen und Weltanschauungen friedlich und gleichberechtigt zusammenleben? Vor wem oder was sind sie geflüchtet?

Wenn auch in Mecklenburg-Vorpommern relativ wenige Geflüchtete untergebracht sind, so stellen sich Bürger auch hier Fragen nach dem Hintergrund von Menschen und Mächten im Nahen Osten. Wir laden Sie herzlich zu einem Gespräch mit Prof. em. Dr. Rösel ein und bitten Sie, Ihre Fragen zum Themenkomplex Islam und Naher Osten einzubringen.

Zum Referenten:
Jakob Rösel war Inhaber des Lehrstuhls für Internationale Politik am Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaften der Universität Rostock und gilt als Kenner von Geschichte und Politik des Nahen und Mittleren Ostens sowie Südasiens. Viele Länder in diesen Regionen kennt er von Reisen persönlich.

Eine Veranstaltung vom Demokratieladen Anklam in Zusammenarbeit mit dem Aktionsbündnis 8. Mai Demmin

Großes Polizeiaufgebot setzt Naziaufmarsch in Demmin durch

300 Menschen demonstrierten auf dem Stadtspaziergang vom Aktionsbündnis für den Frieden. Ungefähr 200 weitere Protestierende waren an verschiedenen Stellen in der Stadt aktiv. Viele setzten ein starkes Zeichen gegen Faschismus und Rassismus.
Ca. 200 Ewiggestrige liefen in alter Reihenformation auf kürzestem Weg in den Hafen und wirkten eher unmotiviert. Daran konnte auch die altbekannte Trauersymbolik nichts ändern. Gefährlich sind sie aber weiterhin.

Der für Demmin größte Polizeieinsatz hat dem Naziaufmarsch den Weg freigehalten. Mehr als 800 Einsatzkräfte sperrten dauerhaft für Hin- und Rückweg alle Nebenstraßen. So als ob es nie eine Beschwerde über Polizeikräftemangel gegeben hätte. An viele Stellen wurden die Protestierenden schikaniert. Schon der Zugang zu einer genehmigte Mahnwache wurde oft versperrt. Selbst der in den Auflagen als Lautsprecherwagen mit Kennzeichen eingetragene PKW kam nicht durch die Polizeiketten. Wer von der Mahnwache der Linken auf die Toilette zum Büro der Linken wollte, durfte dies nur mit Ordner*innenbegleitung (Nachträgliche Korrektur) erledigen. Die Ergebnisse der Kooperationsgespräche wurden leider von der Polizei oft ignoriert. An Absperrungen kam auf Nachfrage, warum diese Polizeimaßnahme stattfand, oft nur ein „Deswegen“. Weit ab der Strecke wurden Protestierende in den Kleinsparten gekesselt. Die Polizei übte auch Druck auf Busunternehmen aus und behindert die Anreise von Gegendemonstranten. Der Frust bei der Demonstrierenden ist nur all zu verständlich.

Die Proteste vom Aktionsbündnis verliefen friedlich. Ein friedlicher Polizeieinsatz sieht anders aus.

Bei der Anmeldung von Versammlungen beim Ordnungsamt musste meist stark mit dem Gesetzestext argumentiert werden, um eine Genehmigung vom Ordnungsamt zu bekommen. Einige Anmeldungen wurden schlicht über Monate nicht bearbeitet und immer wieder vertröstet. Den Nazis wurde dadurch der Weg gebahnt, weswegen es unter anderem auch einige Klagen vor Gericht geben wird.

Da entsteht der Eindruck, demokratischen Protest gegen Naziaufmärsche soll handzahm gemacht werden. Protestierende, die sich für eine freie, friedliche und offenen Gesellschaft einsetzen, werden von den Behörden regelmäßig eingeschüchtert. Aber eine wehrhafte Demokratie braucht auch aktive Protestierende. Und so muss sich das Innenministerium die Frage gefallen lassen, ob dies mit dem Grundgesetz noch vereinbar ist.

Weitere Berichte dazu:
Bewertunng vom Arbeitskrei kritischer Jurist*innen

Artikel vom Nordkurier:
Polizei wehrt sich nach Demo in Demmin gegen Kritik

„Licht vertreibt Schatten“ Am 8. Mai nach Demmin

Aufruf vom Aktionsbündnis „8. Mai Demmin“ für 2017
zur Teilnahme am Fest für den Frieden im Gedenken an den Tag der Befreiung vom Faschismus am 8. Mai 1945

„Licht vertreibt Schatten“ – das Motto des Friedensfestes geht zurück auf die Rede „Kraft zum Lieben“, die der amerikanische Bürgerrechtskämpfer Martin Luther King 1963 hielt.

Bürgerinnen und Bürger der Hansestadt und der Region,
machen Sie Licht,
feiern Sie mit uns das Fest des Friedens.
Und setzen Sie sich gegen den Marsch der NPD ein!

Die Mitglieder der NPD, die im Lichte diszipliniert erscheinen, agieren umso gefährlicher im Schatten. Nun wurde die Partei ein zweites Mal nicht verboten, aber das Bundesverfassungsgericht bescheinigte, dass ihr politisches Konzept die Menschenwürde missachte, mit dem Demokratieprinzip unvereinbar sei und eine „Wesensverwandtschaft mit dem Nationalsozialismus“ aufweise.

Die Politik setzte scheinheilig auf ein Verbot, um glauben zu machen, dass sie wirklich eine Auseinandersetzung führt. Die Justiz hat den Ball an die Zivilgesellschaft abgegeben, gegen diese Feinde der Demokratie aufzustehen.

Lasst uns diese Auseinandersetzung gemeinsam aufnehmen.

14.00 – 16.30 Uhr Friedensfest auf dem Marktplatz
17.00 Uhr Friedensgebet, St. Bartholomaei
17.30 Uhr Stadtspaziergang, Start am Marktplatz
ab 19 Uhr Mahnwachen an verschiedenen Punkten in der Stadt
ab 19 Uhr Fest am Hafen mit den Bands
Freaks Dynamite, Bremen
Lappalie & Konsorten, Rostock
Filmausschnitt „Der grosse Diktator“ von und mit Charlie Chaplin
Volxküche, Getränkestand

8. Mai Demmin: Infoveranstaltung in Rostock: Friedensdemo statt Nazi-Fackelmarsch

Nachdem es schon in anderen Städten Mobi-Veranstaltungen zum 8. Mai in Demmin gab: Heute ist eine in Rostock, weitere werden folgen. Mehr Infos zum 8. Mai folgen auf diesem Blog demnächst.

Tag der Befreiung vom Faschismus feiern statt mit Heldengedenken die Geschichte verzerren

Veranstaltung zum PolDo, 20.4., 19 Uhr; Peter-Weiss-Haus, Doberaner Strasse 21, 18057 Rostock

Seit der Landtagswahl im Herbst ‘16 gab es nicht mehr viele Naziaufmärsche. Nach dem Erfolg der AfD ist die NPD und deren rechtsradikales Umfeld dabei, sich neu zu orientieren. Aber jetzt zu den „klassischen“ Terminen wollen sie wieder laufen: am 1. Mai diesmal in Stralsund und am 8. Mai zum 10. Mal in Folge in Demmin. Wie die letzten Jahre wird es wieder viele Proteste und Aktionen geben.

In Demmin gibt es am Nachmittag vom 8. Mai das Fest von Vereinen und Organisationen auf dem Markt unter dem Motto: Licht vertreibt Schatten.

Nach dem Friedensgebet startet um 17.30 Uhr die breite Bündnisdemo gegen den Nazispuk am Markt und läuft den Nazis entgegen. Danach gibt es mehrere Mahnwachen in der Stadt und die Nazis werden mit Protest eingedeckt – auf und entlang ihrer Route.

Leider hat die Polizeiführung die letzten Jahre intensiv dafür gesorgt, dass der Naziaufmarsch sein Ziel erreichte. Hintergrund ist die Zerstörung von Demmin eine Woche vor dem 8. Mai 1945, als die rote Armee einrückte. Im Gegensatz zu Greifswald wurden in Demmin keine weißen Fahnen geflaggt, sondern einzelne Nazis kämpften immer noch gegen die einrückende Sowjetarmee. Demmin brannte und viele Bewohner begingen aus verschiedenen Gründen Selbstmord. Die Diskussion um die Wertung dieser Ereignisse ist immer noch ein breites Thema. Anfang der 90er wurde das Ganze in konservativen Kreisen intensiv reflektiert, das Ereignis der Zerstörung von Demmin als der Tiefpunkt der Geschichte dargestellt, und als es 10 Jahre später groß in den Medien war, wurde es von den Nazis aufgegriffen.

Bei unseren Aktionen wollen wir nicht nur auf die Vergangenheit eingehen, sondern auch neue Entwicklungen beleuchten und Geflüchtete aus verschiedenen Regionen der Welt sprechen über ihre aktuellen Kriegserfahrungen.

Wichtig ist, auch dieses Jahr wieder den Nazis entgegenzutreten. Also kommt am 8. Mai nach Demmin!

Mehr Infos zum 8. Mai folgen auf diesem Blog demnächst.


Die Bündnis-Demo am 8. Mai 2016

Vortrag am 26.4.: Parteienverbote in der Demokratie: Problemlösung oder politische Verdrängung? Politische Kontroverse um das NPD-Urteil des Bundesverfassungsgerichts

Vortrag von und Diskussion mit Dr. Rolf Gössner zum Thema

„Parteienverbote in der Demokratie:
Problemlösung oder politische Verdrängung?“

Politische Kontroverse um das NPD-Urteil des Bundesverfassungsgerichts

Mittwoch, 26. April 2017, 19 Uhr,
im Lübecker Speicher, Demmin

Ende Januar ist das Verbotsverfahren gegen die NPD ein zweites Mal gescheitert. Mit dieser Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts kann die neonazistische Partei zwar künftig darauf verweisen, dass sie nicht verboten sei, doch das Gericht stellt ausdrücklich fest, dass das politische Konzept der NPD die Menschenwürde missachtet, mit dem Demokratieprinzip unvereinbar ist und eine „Wesensgemeinschaft mit dem Nationalsozialismus“ aufweist. Allerdings sei die NPD als Kleinstpartei mit wenig Kapazität, Resonanz und Wählerstimmen nicht wirkkräftig genug, um ihre verfassungsfeindlichen Ziele auch erfolgreich durchsetzen zu können, und daher mangels Wirkkraft zu unbedeutend, um ein Verbot zu rechtfertigen.
Welche Auswirkungen das Urteil des Bundesverfassungsgerichts für den Umgang mit der Partei haben wird, ist noch nicht abzusehen. Es darf jedenfalls nicht passieren, dieses Urteil als „Persilschein“ für die NPD misszuverstehen. Darüber hinaus stellt sich aber grundsätzlich die Frage, ob Parteiverbote taugliche Instrumente einer sich als „wehrhaft“ bezeichnenden Demokratie sein können. Wie sind staatliche Parteiverbote in einer freiheitlichen Demokratie überhaupt zu bewerten? Handelt es sich um einen wirksamen Ansatz und Bestandteil einer antifaschistischen Problemlösung oder eher um Symbol- und riskante Verdrängungspolitik?
Setzt ein Zurückdrängen menschenverachtenden Gedankenguts und rassistischen Verhaltens nicht in weit stärkerem Maße eine aktive zivilgesellschaftliche und bürgerrechtliche Auseinandersetzung voraus, die sich auch an die gesellschaftlichen Ursachen und Bedingungen der Problematik heranwagen müsste? Müssten im Fall von neonazististisch-rassistischer Gewaltorientierung und strafbaren Handlungen Polizei und Justiz nicht viel stärker in die Pflicht genommen und gesellschaftlich kontrolliert werden?
Diesen und weiteren gesellschaftlichen, verfassungs- und bürgerrechtlichen Fragestellungen widmet sich Dr. Rolf Gössner in seinem Vortrag und und in der anschließenden Diskussion.

Der Referent, Dr. Rolf Gössner, ist Rechtsanwalt in Bremen, Publizist, Vorstandsmitglied der Internationalen Liga für Menschenrechte (Berlin), Stellv. Richter am Staatsgerichtshof der Freien Hansestadt Bremen und Mitherausgeber des „Grundrechte-Report“, der jährlich die Lage der Bürger- und Menschenrechte in der Bundesrepublik kritisch unter die Lupe nimmt.

Entschlossen gegen den rechten Spuk

Mehr als 500 Menschen zeigten in zwei Demonstrationen und fünf Mahnwachen, dass sie den Nazis am 8. Mai nicht die Straße überlassen. Themen waren die Lebenssituation der Asylbewerber_innen (es sprach eine Frau aus dem Iran), die Kriegseinsätze und Waffenexporte von Deutschland und der Naziterror, den Bürgerwehren und Schläger auf die Straße tragen.

Um die 200 Nazis spulten ihren Trauermarsch wie eine Pflichtübung ab. Petereit und noch einer hielten Reden, die schon im Abstand von 10 Meter nicht mehr zu hören waren. Und der Pathos, der ihnen sonst so wichtig ist, war nicht zu spüren.

Unverhältnismäßig und ruppig war mal wieder das Verhalten der Polizei. Wie leider bei vielen Naziaufmärschen üblich wurden die Grundrechte von Gegendemonstrierenden stark eingeschränkt: Einkesselung im Gartenbereich weit ab der Strecke. Viele Pfeffersprayeinsätze, die jedes mal Verletzte produzieren sowie teilweise gegen bestätigte Versammlungen eingesetzt werden. Oder das Polizeibeamte einfach so präventiv abschrecken und dadurch Meinungsäußerung im Keim ersticken. Gegenprotest wird als störend tituliert.

Wir werden jedenfalls auch am nächsten 8. Mai mit neuen Ideen auf die Straße gehen, um uns den Nazis engegenzustellen.

Weitere Berichte folgen die Tage.

Aktionskarte, Ticker und Infotelefon für den 8.5.2016

Infotelefon ab dem 8. Mai 15 Uhr: 0160-62 080 18
Ermittlungsausschuss: 0157 337 30 212

Twitter-Hashtag:: #8mDM

Ticker: https://www.aktionsticker.org/
https://twitter.com/#!/demminnazifrei
Antifa-Ticker: https://twitter.com/nonazisdm

Friedensdemonstration: Start um 17.15 Uhr am Marktplatz
Mahnwachen von verschiedenen Organisationen starten ca. 18 Uhr
Antifademo startet um 17 Uhr am Bahnhof

Die Neo-Nazis haben ihren Treffpunkt am 8. Mai in Demmin um 19.00 Uhr am Parkplatz vom Stadion. Das Ziel vom Naziaufmarsch bleibt wie in den letzten Jahren die Kundgebung im Hafen, zum Gedenken an die deutschen Toten von 1945.
Die genaue Nazi-Route für 2016 ist nicht bekannt, und wird es vermutlich auch nicht, aber Start und Ziel sind klar. Dazwischen haben sie oft die Straßen genommen, die frei sind.

Und schaut euch den Brölliner Aktionskonsens an.

Karte für Sonntag:

Wehren wir den Anfängen – stellen wir uns entgegen!

Vorläufiges Programm für den 8. Mai 2016

Demonstration für eine freie und offene Gesellschaft! Kein Krieg – nirgends! “MV für alle“ beginnt um 17.15 Uhr auf dem Markt im Anschluss an die Veranstaltung in der Bartholomaei-Kirche und endet auf dem Barlachplatz

Kundgebung, Infostände und Musik
ab 19 Uhr im Hafen vor dem Lübecker Speicher mit Essen und Trinken

Mahnwachen sind in der Stadt zwischen 18 und 22 Uhr zu finden und bieten Informationen und Gesprächsmöglichkeiten

Auf weitere Veranstaltungen möchten wir Sie hinweisen:

Nicht lange fackeln! – Demonstration von antifaschistischen Gruppen aus MV, 17 Uhr, Bahnhof

Ausstellung “Solidarnosc an der Ostkaserne (22./23.1.1983)” am Sonnabend 7.5. und Sonntag 8.5. von 14-18 Uhr in den Räumen des Vereins Demminer Regionalmusem e.V., Am Hanseufer 2, Speicher, 1. Etage

Klosterruine Dargun: Tag der Begegnung
, 11-14 Uhr, Matinéekonzert „zivilCHORage“

Friedensfest der Vereine der Stadt, Marktplatz, 13-16 Uhr,

Ökumenische Friedensandacht, Bartholomaei-Kirche, 16.30 Uhr

Weiter Informationen folgen die nächsten Tage

Das Friedenskonzert in Demmin

3 Tage Veranstaltungen mit Frieden diskutieren, Frieden demonstrieren und Frieden feiern fanden heute ihren Abschluss mit einem tollen Konzert.

Bilder vom Auftritt von „Bejarano und Microphone Mafia“

8. Mai 2015 in Demmin – Naziaufmarsch erfolgreich aufgehalten

Pressemitteilung vom Aktionsbündnis 8. Mai Demmin

Mit ca. 500 Demonstranten brachte das Aktionsbündnis 8. Mai in diesem Jahr so viele Menschen für die Friedensdemonstration auf die Straße wie noch nie. Ein deutliches Signal für aktiv gelebte Demokratie und gegen Rechtsextremismus. Bei der Abschlusskundgebung sprachen Vertreter des Landkreises, der Kreistagspräsident, Landtagsabgeordnete und internationale Gäste.

Bereits seit dem Vortag fand in Demmin anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung vom Faschismus die Erste Demminer Konferenz – gegen Krieg und Faschismus, für ein kulturelles Miteinander und für Toleranz statt. An der mehrtägigen Veranstaltung nahmen über 150 Menschen teil, darunter mehr als 20 Franzosen.

Ein beeindruckendes Beispiel für Zivilcourage waren zahlreiche friedliche und fantasievolle Blockaden. Dadurch kam der in diesem Jahr zahlenmäßig deutlich kleinere Neo-Nazi-Aufzug immer wieder zum halten und musste sich der ablehnenden Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger stellen. Dabei waren vielfältige Protestformen zu sehen: Es wurde getanzt, gesungen und Musik gemacht. Insgesamt waren fast 1000 Menschen auf der Straße.
Die Neo-Nazis mussten stundenlang ausharren, bis sie auf ihrer Route weiter kamen.

Erstmals waren neben der regionalen und überregionalen Presse auch 12 internationale Beobachter aus Belgien, Großbritannien, Kamerun, Frankreich und der Schweiz vor Ort und begleiteten die Veranstaltungen. Insgesamt konnten Sie ein besonnenes Verhalten der Demonstrationsteilnehmer und der Polizeieinsatzkräfte resümieren, nur vereinzelt gab es unübersichtliche Situationen. Dennoch fahren die Beobachter mit dem bedrückenden Eindruck nach Hause, dass der politische Revanchismus in Deutschland wieder auflebt. Im Ergebnis haben die Veranstaltungen und Aktionen von Aktionsbündnis und den Demonstranten zum ersten Mal in Demmin den Neo-Naziaufzug erfolgreich aufgehalten. Das engagierte Auftreten und die gezeigte Zivilcourage haben deutlich gemacht: Demmin bleibt bunt!

Heute, am 9. Mai, haben die Veranstaltungen vom Aktionsbündnis ihren Abschluss mit dem Friedenskonzert ab 14.30 Uhr im Hafen von Demmin mit „Bejarano und die Microphone Mafia“ sowie weiteren.

Flyer zum Ausdrucken und Verteilen

Damit das Mobilisieren für die 1. Demminer Konferenz gegen Krieg und Faschismus in der Demminer Region einfacher geht, anbei verschiedene Flyer-Varianten zum selber vervielfältigen, am Besten auf buntes Papier. Die Rückseite ist jedes mal der Zeitplan für die drei Tage um den 8. Mai

Variante 1

Variante 2

Variante 3

Variante 4

Diese Wochenende wurden die Flyer schon bei der Demminer Kunstnacht verteilt und haben zu interessantem Feedback geführt.

multilinguale Konferenz

Das Konferezprogramm vom 7. bis 9. Mai gibt es jetzt auch in englisch, französisch und spanisch. Bei den Vorträgen wird es auch eine Simultanübersetzung geben, die Übersetzer_innen sind von Echoo , die Technik kommt von Bla aus Marseille.

Here the program in english

Le programme en francaise

Programa espagnol

With BLA (Equipment and support for simultaneous interpretation in multilingual gatherings) and ECHOO-Interpreters
Avec BLA (Équipement et support pour la traduction simultanée de rencontres multilingues) et des interprètes de ECHOO
Mit BLA (Technologie und Unterstützung für simultanes Dolmetschen bei mehrsprachigen Treffen) und Dolmetscher_innen von ECHOO

„La Vita Continua“ – Friedenskonzert am 9. Mai

ab 14.30 Friedenskonzert am Hafen
14.30 Leo Kraus und Amri Habimana, Percussion-Aktion
15.30 Basart, Rap aus Marseille
16.30 – Bejarano und Microphone Mafia, „La Vita Continua Tour“
(Esther Bejarano ist Überlebende des KZ Auschwitz, wo sie im Häftlingsorchester spielte)
18.30 – Die Stormbirds, Pirate Blues Music


Bejarano & Microphone Mafia – La Vita Continua Tour“

Eine Kritik von http://resurrectionofrap.blogspot.de

Die jüngste Vergangenheit brachte viele interessante Kollabo-Projekte, Mash-Ups und anderes hervor, doch ein ähnlich krasses Aufeinandertreffen zweier so unterschiedlicher Welten wie es bei dieser CD der Fall ist, hat es wohl bis dato nicht gegeben und wird es wohl in naher Zukunft auch nicht geben. Nur ein weiterer Grund, weshalb wir uns unbedingt diesem ganz besonderen Projekt widmen sollten.
Zu den Charakteren dieser Zusammenführung:

Esther Bejarano hat Geschichte am eigenen Leibe erlebt, hat den Schrecken des dritten Reiches mitsamt Aufenthalten in den KZs Auschwitz und Ravensbrück auf schmerzliche Art und Weise spüren müssen. Ihre Eindrücke, ihre Herkunft, ja ihre Geschichte, drückt sie dabei seit Jahren schon zusammen mit ihren beiden Kindern Edna und Joram, sowie weiteren Musikern als Mitglied der Gruppe „Coincidence“ aus. Die dabei behandelten Themen wie Ausgrenzung, Rassismus oder etwa Gewalt sind dabei damals wie heute unglücklicherweise noch aktuell und gehören noch längst nicht der Vergangenheit an.

Den Beweis dafür liefert die Microphone Mafia, welche schon seit mittlerweile sage und schreibe zwanzig Jahren ihre Erfahrungen mit Rassismus als sogenannte „Jugendliche mit Migrationshintergrund“ in ihren Musikstücken verarbeitet und sich nicht zeitwilligen Trends, wie bspw. dem bis vor kurzem noch extrem populären Gangsta-Rap, beugt, sondern auf konsequent gehaltvolle Texte, mit Sinn und Verstand getextet und eingerappt, setzt.

Auf den ersten Blick mag man meinen, dass dieses Zusammentreffen niemals funktionieren könnte, zu groß sind die Unterschiede, allein auf musikalischer Ebene. Auf den zweiten Blick ergibt diese Kombi aber durchaus Sinn. Hier treffen zwei gänzlich unterschiedliche Zeitepochen aufeinander, die Vergangenheit und die Gegenwart prallen aufeinander und verschmelzen zu einem.

Das Ganze klingt dabei derart harmonisch, dass man sich unweigerlich fragen muss, wieso es Projekte dieser Art nicht öfters gibt. Texte, die es wert sind geschrieben und verbreitet zu werden, mal anprangernd, meist jedoch voller Optimismus, verpackt in einem musikalisch aktuellen Gewand, das schlicht und einfach zu gefallen weiß und wohl auch die Jugend zum Hinhören und Nachdenken bewegen kann. „Per La Vita“ heißt übersetzt „Für das Leben“ und genau so klingt diese CD auch – vielschichtig, facettenreich und dabei stets dem Leben zugewandt. Großartig.

„Forty Eight Crash“ am 7. Mai um 20 Uhr

„Gegen Demokraten helfen nur Soldaten…!“ -­‐ Wissen Sie vielleicht, von wem diese legendäre Zeile stammt?
Allerhöchstwahrscheinlich nicht. Körbel & Letz aber sind tief in die Archive gestiegen und haben Erstaunliches zu Tage gefördert. Das Jahr 1848 kann als die Geburtsstunde der deutschen Demokratie gesehen werden – aber wie kam sie zur Welt! Ein preußischer König sieht sich „an der Spitze der Bewegung…“ – und ist zu feige, die ihm vom Volk angebotene Kaiserkrone aufzuheben („Ich bin nicht Friedrich der Große….!“). Eine Berliner Bürgerwehr entsteht – und stellt sich unter den Befehl des königlichen Stadtkommandanten. Advokaten, Ärzte, Bankiers und Geschäftsleute, Männer mit Geld also, dürfen sich in den Zeughäusern Waffen kaufen – aber die Opfer auf den Barrikaden sind Schlosser und Bäcker, Erdarbeiter und Droschkenkutscher. Körbel & Letz fackeln ein furioses Feuerwerk ab und ziehen alle Register ihres kabarettistisch-­‐musikalischen Könnens. Acht Musikinstrumente und diverse Requisiten runden die Atmosphäre ab und bereiten den Boden für urbanen Folk, für überraschende Entdeckungen in jedem Moment.

Die „Frankfurter Rundschau“ schrieb über das Gastspiel im legendären Club Voltaire u.a.: „Das Publikum hätte sie am liebsten dabehalten!“ Na bitte.

Lieder und Texte aus der Revolution 1848 mit Stefan Körbel und Michael Letz
am Donnerstag, 7. Mai um 20 Uhr im Tannenrestaurant, Sandbergtannen 1, Demmin im Rahmen der 1. Demminer Konferenz gegen Krieg und Faschismus