Archiv der Kategorie 'Veranstaltungen vom Aktionsbündnis'

Ausgeschlossen aus der „deutschen Volksgemeinschaft“: Davidsohn, Kotlarski und andere

Veranstaltung des Demminer Regionalmuseums im Begleitprogramm zur stadtgeschichtlichen Ausstellung „Demmin auf der Straße“

Sonntag, 10. November 2013, 10.30 Uhr
Stadtspaziergang anlässlich des Gedenkens an die Opfer der Reichspogromnacht vom 9. zum 10. November 1938


Der historische Stadtrundgang am 8.5.2013 vor der ehemaligen Synagoge (Foto: OS)

Ausgeschlossen aus der „deutschen Volksgemeinschaft“:
Davidsohn, Kotlarski und andere.

Unter diesem Titel erinnern wir an vertriebene und ermordete Juden aus Demmin, an politisch Diskriminierte und Verfolgte, an ausländische Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen und Kriegsgefangene in der Stadt. Wir informieren über Orte und Ereignisse von nationalsozialistischer Repression, Gewalt und Hetze in der Stadt, über lokale NS-Organisationen und ihre Akteure.

Treffpunkt: 10.30 Uhr Bartholomaei-Kirche, an den Glocken
Dauer ca. 1 Stunde

Route:

Bartholomaei-Kirche (Zugang Breitscheidstraße) – Kahlden- und Frauenstraße – Luisentor (über Turmstraße) – Breitscheidstraße – Wiedemenstraße – Baustraße – Synagogenstraße – Schwedenwallweg – Nikolaistraße.

An den „Stolpersteinen“ für die ermordeten jüdischen Bewohner Demmins können Blumen abgelegt werden.

Offener Brief an die Stadt Demmin

Hier jetzt der Offene Brief vom „Aktionsbündnis 8. Mai Demmin“ an die Stadt Demmin:

Aktionsbündnis 8. Mai Demmin
achtermai[at]demmin.de

An den Stadtpräsidenten und den Bürgermeister der Hansestadt Demmin

Demmin, 19.09.2013

OFFENER BRIEF
zum „Tag der Befreiung vom Faschismus und der Beendigung des 2. Weltkrieges“

Sehr geehrter Herr Stadtpräsident Tabbert, sehr geehrter Herr Bürgermeister Dr. Koch,

in den letzten 4 Jahren hat es eine beachtliche Entwicklung im Umgang mit den Aufmärschen von Rechtsextremisten in Demmin gegeben.
Schauen wir auf das Jahr 2009 zurück. Damals am 8. Mai liefen 200 fackeltragende Neo-Nazis durch die Straßen, während seitens der politischen Verantwortungsträger der Hansestadt dazu aufgerufen wurde, „Türen und Fenster geschlossen“ zu halten und den braunen Spuk zu ignorieren. Nur eine Handvoll Menschen stand mit einem Transparent „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“auf der Hafenbrücke von Demmin.
Angestoßen von diesem Erlebnis und aus der Unzufriedenheit mit dieser Situation, beschloss eine kleine Gruppe von Menschen, dass der Protest an diesem Tag anders angegangen werden muss und gründete in den nächsten Monaten einen parteiunabhängigen Zusammenschluss. Viele, vom Pastor bis zum Schüler wurden angesprochen. Das Aktionsbündnis 8. Mai war geboren. Das Ziel unseres Aktionsbündnisses war und ist es, zusammen mit Menschen aus Demmin und Umgebung, Gesicht zu zeigen und aktiv zu werden, sich mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auseinander zu setzen.
Der Aufruf zu einem friedlichen und bunten Protest gegen den inzwischen alljährlichen Neo-Naziaufmarsch geschieht seitdem zusammen mit Ihnen, den Vertretern der Stadt.
Das gemeinsam organisierte Friedensfest bildet den Mittelpunkt des Widerstandes gegen die Vereinnahmung der Stadt durch die Neonazis an diesem Tag und steht seit 2011 unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters.
Parallel dazu bietet das Aktionsbündnis 8. Mai Demmin das ganze Jahr über Podiumsdiskussionen, Lesungen und Kulturelles zum Thema Weltoffenheit und Vergangenheitsbetrachtung an.
Das alles trägt dazu bei, dass sich ein neues Problembewusstsein entwickelt. Wir sind froh darüber, dieses Ergebnis gemeinsam erreicht zu haben.
Diese positive Entwicklung macht es nun möglich und aufgrund des bisherigen hohen ehrenamtlich getragenen Aufwandes auch nötig, die Organisation des Friedensfestes am Hafen künftig in Ihre Hände, die Hände der Stadt zu übergeben. Wir vertrauen dabei auf den heute breit etablierten Konsens in der Region, sich den Neo-Nazi-Aufmärschen sichtbar und aktiv entgegenzustellen.
Als Ansprechpartner und nach Kräften Mitwirkende bleiben wir gerne an Ihrer Seite, bis zum Ende dieser unseeligen „Trauermärsche“ in der Hansestadt Demmin. Denn auch unsere das Jahr umspannenden Aktivitäten für ein demokratisches, weltoffenes Demmin setzen wir fort.

Demmin bleibt bunt!

Mit freundlichen Grüßen

Aktionsbündnis 8. Mai Demmin

Das Friedensfest in Demmin

Im Demminer Teil vom Nordkurier erschien heute ein Artikel mit der Überschrift: „Demminer Aktionsbündnis gibt Demokratiefest auf“

Aber keine Angst, es wird nicht weniger Proteste gegen die Nazis geben. Das „Aktionsbündnis 8. Mai Demmin“ macht aktiv weiter, auch am 8. Mai.

Eine Erklärung vom Aktionsbündnis dazu folgt noch diese Woche.

Unterstützung vom Landesjugendring

Die Vollversammlung des Landesjugendrings hat am 20. April 2013 beschlossen: „Der Landesjugendring möge alle Beteiligten, die sich im Bündnis Demmin nazifrei / Aktionsbündnis 8. Mai inhaltlich, organisatorisch einbringen und gewaltfreien Protest leisten, unterstützen. Die Nazis sollen daran gehindert werden, ihre menschenverachtende Ideologie und demokratiefeindlichen Bestrebungen in Demmin am 8. Mai 2013 zu verbreiten.“

Anbei die Graphik der Plakate, welche die nächsten Tage für das Friedensfest in Demmin werben werden.

Das Kriegsende in Demmin 1945

Das Demminer Regionalmuseum präsentiert die von ihm herausgegebene Broschüre
„Das Kriegsende in Demmin 1945. Umgang mit einem schwierigen Thema“

7. Mai, Dienstag, 18 Uhr, Betriebskantine von E.ON (neuer Ort) – neben der Stadtinformation, Am Hanseufer 2, Demmin

Unser Gast ist Dr. Elke Scherstjanoi, Institut für Zeitgeschichte München-Berlin. Sie hat die Einnahme Demmins durch die Rote Armee am 30. April 1945 erstmals anhand von Planungs- und Berichtsdokumenten der die Stadt einnehmenden 65. Armee untersucht, die im Moskauer Militärarchiv überliefert sind und den Befund für das Heft zur Verfügung gestellt. In ihrer Darstellung verknüpft sie die gewonnenen Fakten mit den Erinnerungen und Erzählungen, die vor Ort existieren. So lässt sich das Geschehen aus der Sicht der Eroberer u n d aus der Sicht der Eroberten betrachten und aufeinander beziehen.

Elke Scherstjanoi spricht über ihre Recherchen in Moskau und darüber, warum der Fall Demmin am Kriegsende 1945 sie interessiert.

Begleitend lesen Schüler des Goethe-Gymnasiums Briefe von Rotarmisten, geschrieben in den letzten Kriegsmonaten während der Eroberung Deutschlands, herausgegeben von Elke Scherstjanoi.

Wir laden herzlich zu dieser Veranstaltung ein und hoffen auf ein anregendes Gespräch.

VeranstalterInnen: Demminer Regionalmuseum und Aktionsbündnis 8. Mai Demmin

Veranstaltungsverschiebung auf den 7.5.

Die für Dienstag, den 30.4. angekündigte Veranstaltung vom Aktionsbündnis 8. Mai verschiebt sich auf:
Dienstag, 7.5.2013 um 18.00 Uhr im ehemaligen Blumenladen am Hanseufer, Demmin

Das Demminer Regionalmuseum präsentiert das von ihm herausgegebene Heft „Das Kriegsende in Demmin 1945. Umgang mit einem schwierigen Thema“
Zu Gast ist Dr. Elke Scherstjanoi, Institut für Zeitgeschichte München-Berlin. Sie hat die Einnahme Demmins durch die Rote Armee am 30. April 1945 erstmals anhand von Dokumenten aus dem Moskauer Militärarchiv recherchiert und ihren Befund für das Heft zur Verfügung gestellt.

Weitere Infos folgen.

Die „Muna“ in der Woldeforst

Im Norden von Demmin ist ein Waldgebiet. Dort gibt es den Bereich Woldeforst, in dem während der Nazizeit die Heeres-Hauptmunitionsanstalt Waffen produzierte. Auch mit sowjetische Kriegsgefangene als ZwangsarbeiterInnen.

Das Regionalmuseum Demmin will zur Aufklärung der noch in weiten Teilen unbekannten Geschichte beitragen.
Dazu gibt es beim Friedensfest am 8.5. eine Freiluftausstellung: „Tote sowjetische Kriegsgefangene – ein Massengrab in der Woldeforst“
Diese Geschichte ist auch Teil des historischen Stadtrundgangs am 8. Mai
Vor kurzem gab es dazu einen Artikel im Nordkurier

Kommende Veranstaltungen

Intern laufen gerade intensiv die Vorbereitungen zu den Protesten am 8. Mai und in ein paar Tagen wird das Programm des Friedensfestes und weiteres öffentlich. Jetzt erstmal ein anderer Veranstaltungshinweis, auch wenn er nicht direkt etwas mit Neonazis zu tun hat:

Übermorgen Nachmittag im Lübecker Speicher könnt ihr Euch über Saatgut informieren und Saatgut tauschen und nebenbei auch mit Menschen aus dem Aktionsbündnis 8. Mai unterhalten.

Selbstbewußte weibliche NeoNazis?

Wahrnehmbarer sind sie, die weiblichen NeoNazis. Doch bei der NPD und anderen rechten Organisationen herrscht weitesgehend noch ein klassisches Rollenverständnis. Die Frau soll sich um Haus und Kinder – welche Pflicht sind – kümmern. Mitmachen darf sie auch bei den öffentlichen Aktionen und sie soll viel im Hintergrund helfen. Aber wie sieht es aus, wenn sie in anderen Bereichen mitbestimmen wollen. Bei den letzten Wahlen sind Frauen für die NPD in MV angetreten und nach oben gewählt worden, traten dann aber zugunsten der Männer zurück. Eine NPDlerin aus Sachsen, die dagegen protestierte, mußte danach ihren Posten in der rechtsradikalen Frauenorganisation räumen. Die Frauen sollen nur in der Not ihren „Mann“ stehen, wie auch damals zu Kriegszeiten, als sie ’45 noch Panzergräben bei Demmin aushoben.


Weibliche Neonazis in der Mitte des Trauermarschs 2012 in Demmin (Bild: H. Schlechtenberg, Picasa (Link). Alle Rechte vorbehalten)

Trotzdem gibt es immer selbstbewußtere Frauen in der rechten Szene, sind nicht nur Anhängsel ihres Partners und sie sind nicht weniger radikal, einige machen auch bei illegalen Aktionen mit. Im Alltag werden sie oft unterschätzt, z.B. ihr Agieren in soziale Vereinen.

Thema in der gut besuchten Veranstaltung am 9.3. zum Frauentag vom Aktionsbündnis 8. Mai waren unter anderem die Strukturen der Neonazis in der Region Demmin und MV. Beim Vortrag von Juliane Lang aus dem Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus ging es auch um die „normale“ Gesellschaft. Zeigen Sprüche wie die von Bundesverkehrsminister Ramsauer, dass Mehdorn Chef der Flughafengesellschaft in Berlin werden soll, weil er noch ein richtiger Kerl ist, dass wir noch einiges verändern müssen, um wirkliche Gleichberechigung zu erreichen. Die lebendige Diskussion nach dem Vortrag zeigt das Interesse daran.

Ein Artikel zu der Veranstaltung erschien im Nordkurier.

Kleine Änderung am Samstag

den Vortrag am 9.3. zu „Braune Kameradin“ wird nicht Frauke Büttner halten sondern Juliane Lang, die genauso Mitglied im Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus ist. Ansonsten ändert sich nichts und wir freuen uns über zahlreiches Erscheinen (außer von NeoNazis)

Braune Kameradin

KameradInnen 8.Mai 2011
Weibliche NeoNazis an der Spitze des „Trauermarsches“ am 8. Mai 2011 in Demmin (Bild: OS, alle Rechte vorbehalten)

Etwa jeder fünfte Neonazi ist weiblich. Mit rund 20 Prozent stellen junge Mädchen und Frauen die „zweite Front“ innerhalb des braunen Spektrums. Obwohl immer noch Männerbastion, treiben sie rassistische Ideologie, Gewaltbereitschaft, aber vor allem die kommunale Verankerung mit voran. In den Reihen von NPD, „Freien Kameradschaften“ und völkischen Kulturschaffenden gelten Frauen als nicht weniger radikal als die Männer. Sie wirken im Hintergrund, ziehen aber immer häufiger auch politisch an den Fäden. Sie sind dabei, wenn extrem rechte Kameraden aufmarschieren, sie gestalten Info-Tische, unterstützen den Wahlkampf und sorgen für eine national gesinnte Erziehung des Nachwuchses.

Gezeigt wird der Film „Braune Kameradin – Frauen in der Neonazi-Szene“ (13 min) von Otto Belina, Andrea Röpke und Laas Boje am

Sonnabend, den 9. März 2013, um 10.30 Uhr
im ehemaligen Blumenladen am Hanseufer, Demmin

Juliane Lang arbeitet seit vielen Jahren zu den Themenschwerpunkten Rassismus und Rechtsextremismus. Sie ist Mitglied im Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus und wird in ihrem Vortrag (30 min) zu dieser Problematik informieren. Danach gibt es die Möglichkeit zur Diskussion.
Zur Veranstaltung, die zur Vorbereitung auf das Friedensfest am 8. Mai 2013 gehört, lädt das „Aktionsbündnis 8. Mai Demmin“ ein.

Kein religiöser Staat – kein Militärstaat! Für eine freie Gesellschaft

Der Blogger Maikel Nabil Sanad ist einer der bekanntesten Kritiker der ägyptischen Militärführung.

Maikel Sanad

Dienstag, 19. Februar, 19 Uhr
Aula des Goethe-Gymnasiums
An der Mühle 7
Demmin

Auf der Veranstaltung berichtet er differenziert über die Lage in Ägypten aufgrund seiner Aktivitäten in der Demokratiebewegung und seiner Arbeit zu Kriegsdienstverweigerung und Menschenrechten.
Danach folgt eine offene Diskussion.

Maikel Nabil Sanad kritisierte als Kriegsdienstverweigerer Anfang 2011 die Rolle des ägyptischen Militärs während und nach der Revolution und berichtete auf seinem Blog ausführlich über vom Militär verübte Menschenrechtsverletzungen.
Er wurde daraufhin von einem Militärgericht in einem unfairen Verfahren zu zwei Jahren Haft verurteilt. Nachdem er zwischenzeitig mehrere Wochen in den Hungerstreik trat, wurde er Ende Januar 2012 nach fast 10 Monaten Haft im Rahmen einer Generalamnestie aus dem Gefängnis entlassen, nachdem sich international viele für ihn eingesetzt haben.

Im Mai 2012 gab es schon eine Veranstaltungsreise quer durch Deutschland zusammen mit seinem Bruder Mark: http://www.connection-ev.de/article-1666

Weiter Infos unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Maikel_Nabil_Sanad und http://www.maikelnabil.com/

Veranstaltet von Aktionsbündnis 8.Mai Demmin
achtermai [@] demmin.de

„Das Geheimnis unserer Großmütter“

Veranstaltung des Demminer Regionalmuseums:

Das Geheimnis unserer Gro�mütter

Gespräch mit Svenja Eichhorn, Autorin von

„Das Geheimnis unserer Großmütter. Eine empirische Studie über sexualisierte Kriegsgewalt um 1945“

Wiederaufnahme der Diskussionsreihe über das Kriegsende in Demmin

Termin: Sonnabend, 12. Januar 2013, 10.30 Uhr

Ort: Hanseufer 2, im ehemaligen „Blumenladen“ (neben der Spielothek)

Svenja Eichhorn ist Dipl.-Psychologin und hat mit Frauen gesprochen, die am Ende des Zweiten Weltkrieges Opfer von Vergewaltigungen wurden. Sie hat festgehalten, was die Frauen ihr erzählt haben und – als Psychologin – nach den späten Folgen solcher Kriegserfahrungen gefragt. Ihre Untersuchung ist 2011 unter dem Titel „Das Geheimnis unserer Großmütter. Eine empirische Studie über sexualisierte Kriegsgewalt um 1945“ erschienen (Koautor Philipp Kuwert). Sie führte sie als Diplomandin am Institut für Psychologie der Universität Greifswald durch und arbeitet heute als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie an der Universität Leipzig.
Auf der Veranstaltung des Museums wird Svenja Eichhorn von den Eindrücken erzählen, die die Interviews mit den Frauen bei ihr hinterlassen haben und über die Ergebnisse ihrer Studie sprechen.

Frauen und Rechtsextremismus

Sonnabend, dem 9. März 2013, um 10.30 Uhr
im Blumenladen am Hanseufer, Demmin
mit Frauke Büttner vom Forschungsnetzwerk „Frauen und Rechtsextremismus“

Gezeigt wird der Film „Braune Kameradinnen“ (13 min), anschließend dazu einen Vortrag (30 min), danach Diskussion.

Veranstaltet vom Aktionsbündnis 8. Mai Demmin

Bis dahin wird es noch weitere Veranstaltungen geben. Unter anderem soll es dieses Jahr noch eine öffentlichkeitswirksame Aktion geben und im zweiten Teil des Februar ist ein Vortrag eines ägyptischen Kriegsdienstverweigerers geplant.

Video zum Aktionstag online

von mkmanfred.blogsport.de

Ein guter Bericht dazu erschien vor kurzem bei Kombinat Fortschritt.

Erster Rückblick auf den 3.11.

Der Aktionstag gestern war wirklich ne runde Sache.
Die beiden Veranstaltungen waren richtig gut besucht mit ca. 140 bei der ersten und ca. 120 bei der zweiten. Die Stühle reichten nur für die Hälfte der Anwesenden. Der NSU-Bericht war sehr detailreich und schokierend. In der Podiumsdiskussion wurde reflektiert über die Vielfalt des Widerstands und die verschiedenen Ansätze, aber auch die unterschiedlichen Bedingungen in Dresden, Greifswald und Demmin.
Auch wenn zwei solche Veranstaltungen nacheinander ein wenig intensiv waren, diskutierten danach noch einige in Kleingruppen weiter. Überhaupt wurden viel diskutiert – und gefeiert.
Der Konzertsaal war richtig voll wie noch nie! Sowas hatte es generell in Demmin schon lange nicht mehr gegeben. Viele Menschen, die in der Region aufgewachsen sind haben sich wiedergetroffen und sich freudig umarmt. Für viele Jugendliche aus der Region war es wohl das Highlight des Jahres. Das fühlte sich nicht mehr an wie das Demmin, welches sie kennen. Auf der Straße vor dem Saal hörte der Regen zum Glück bald auf und gab es leckeres Essen sowie mehrere Feuer.
Je später der Abend desto mehr stieg die Stimmung. Die Bands gaben ihr Bestes, ein tolles Konzert, und dann kam der ersehnte Höhepunkt des Abends, der Auftritt von Feine Sahne, der mit einem kleinen Feuerwerk endete. Danach feierten noch viele bis in die frühen Morgenstunden, auch die extra aus Berlin und Hamburg mit dem Bus angereisten.

Der Nordkurier hat schon einen Artikel online.

Weiteres dazu sowie Bilder folgen die Tage, denn die Feier war wirklich intensiv.

Bis dahin gibt es LeserInnenbriefe vom 3.11. zum Ulanen-Gedenken

Nett zum Anhören beim Lesen der Briefe ist eine weitere Folge von
Marc-Uwe Kling und das Känguru

Letzte Infos für die Veranstaltungen am 3.11.

Auch bei uns steigt die Vorfreude auf morgen und wir sind gespannt was der Tag uns alles an Überraschungen bringt. Bei den Fischfilets könnt ihr wichtige Informationen für morgen nachlesen, ergänzend zu dem ersten Beitrag dazu. Jetzt geht es an die letzten Vorbereitungen und wir erwarten euch morgen zahlreich.

R. hat auch noch ein Anmerkung auf der Schautafel am Ulanen-Gedenkplatz entdeckt und dokumentiert:
scheiss verein
Nachtrag: wie uns mitgeteilt wurde spielt der Aufkleber auf Marc-Uwe-Kling und das Känguru an.

Solidarität mit Menschen ohne Hüsung*

Am vergangenen Sonnabend hatte das Aktionsbündnis 8. Mai Demmin zu einer Veranstaltung in den „Blumenladen“ des Demminer Hanse-Viertels eingeladen. Thema war die Situation von Flüchtlingen in Mecklenburg-Vorpommern. Gezeigt werden sollte der Film „Die Wahrheit lügt in Rostock“, der die Ereignisse des Pogroms von 1992 in dieser Stadt zeigt.
Die meisten der 15 Besucher_innen der Veranstaltung kannten den Film, so dass die Zeit genutzt wurde, sich über die Lebensbedingungen der Flüchtlinge zu informieren. Zwei Frauen aus dem Flüchtlingsheim in Jürgenstorf sprachen darüber, was es konkret in der BRD bedeutet, Flüchtling zu sein: Nach oft Monate langer Flucht vor Krieg, Verfolgung, Folter, Hunger gerät man in eine Unterkunft, in der einem Menschen sechs Quadratmeter zustehen, in der Wand an Wand Menschen unterschiedlicher Herkunft, Sprachen, Gebräuche leben. Man teilt sich mit vielen Familien Küche, Bad und Toiletten. Will man die Sprache des Landes lernen, muss man sich den Deutschkurs organisieren und bezahlen. Ohne Deutschkenntnisse ist es kaum möglich, all die Hürden eines Asylverfahrens zu verstehen und Beratung in der fremden Sprache führt – falls es sie gibt – auch oft zu Missverständnissen. Wenn das Heim dazu noch in einem Dorf liegt, sind die Hürden zum Aufnehmen von Kontakten, dem täglich nötigen Einkauf, dem Arztbesuch u.a. sehr hoch. Der Zugang zum öffentlichen Leben ist fast unmöglich. So sind die Menschen auf die Gemeinschaftsunterkunft fixiert, sehen kaum eine Perspektive. Die Folge sind vor allem psychische Krankheiten wie Depressionen, Antriebslosigkeit bis hin zu physischen Krankheiten.
Frau Ingrid Laatz, Leiterin des Jugendmigrationsdienstes des CJD Waren verwies auf die zu geringe Koordination aller Behörden des nun grösseren Landkreises, um den Flüchtlingen effektiv zu helfen.

Zu den oben beschriebenen Schwierigkeiten kommen noch die fremdenfeindlichen Haltungen, zum Teil erwachsen aus der Angst, selbst noch weiter ins gesellschaftliche Abseits zu driften und zum anderen aus rassistischer Einstellung allem Fremden gegenüber.
Das Aktionsbündnis 8. Mai Demmin hatte sich gegründet, um die verbrecherische Interpretation des zweiten Weltkrieges durch die Neonazis aufzudecken und sich ihren Umzügen entgegen zu stellen. Mit dieser Veranstaltung wollte es einen Beitrag zur Sensibilisierung für die Gefahren, die aus Fremdenfeindlichkeit erwachsen, hinweisen
Ebenfalls an diesem 13. Oktober fand in Berlin der Protestmarsch von Flüchtlingen und Unterstützer_innen von Würzburg nach Berlin seinen Abschluss. Mit diesem Marsch protestierten die Menschen für die Abschaffung der rassistischen Gesetze, die Schliessung der Lager und den Stopp der Abschiebungen von Menschen in ihren oft sicheren Tod.
we will rise
Berichte von dem Marsch und von der Demonstration am 13.10. in Berlin finden sich hier und hier und hier, für den Teil des Marsches in MV hier

* nach „Kein Hüsung“ von Fritz Reuter

Release-Party und Diskussion am 3.11.

Feine Sahne Fischfilet veranstalten die Release-Party ihres neuen Albums “Scheitern & Verstehen“ am 3.11. im Lübecker Speicher in Demmin. Dazu gibt es noch viel tolles Programm drumrum.

feine sahne party

14.30 Uhr: Wenn wegschauen tötet – Vortrag und Gesprächsrunde zum NSU mit Katharina König (MdL Thüringen) & Richard Goldstein

16.30 Uhr: Naziaufmarsch in Demmin – Fenster zu oder auf die Strasse? – Eine Podiumsdiskussion

19.30 Uhr Konzert & Aftershow mit den Live-Acts: Feine Sahne Fischfilet, Kotzreiz, Egotronic und The True Two und die Dorfleute, danach führen Verschnibbt & Zugenäht (Greifswald/Stockholm) und Slim Case (Free Sample/Rostock) füßestapfend durch die Nacht

Am 3.11.2012 im “Lübecker Speicher“ in 17109 Demmin

weitere Infos bei
Feine Sahne Fischfilet

Plakat und Flyer für den 13.10.

Ab morgen gibt es das Plakat und die Flyer gedruckt und sie liegen dann in Demmin zum Verteilen aus.

Plakat 16.10,
Plakat zur Veranstaltung als pdf


Flyer Seite 1 als pdf
Flyer Seite 2 als pdf

Kontakt zum Aktionsbündnis: achtermai[ätt]demmin.de

Veranstaltung im Oktober und mehr

Das Aktionsbündnis 8. Mai Demmin lädt ein:

Öffentliche Filmvorführung mit anschließender Podiumsdiskussion:
„The Truth lies in Rostock“ – „Die Wahrheit liegt/lügt in Rostock“

am Sa, dem 13.10.2012
Film ab 15:00 Uhr, Podiumsdiskussion ab ca. 16:30 Uhr

im ‚Blumenladen‘
Am Hanseufer 2, Demmin

Der Film „The Truth lies in Rostock“ dokumentiert die Ausschreitungen von Rostock-Lichtenhagen zwischen dem 22. und dem 26. August 1992 gegen die Zentrale Aufnahmestelle für Aslbewerber (ZAST) und ein Wohnheim für vietnamesische VertragsarbeiterInnen im so genannten Sonnenblumenhaus.
Es handelt sich dabei um die massivsten fremdenfeindlichen Übergriffe der deutschen Nachkriegsgeschichte, in der nicht nur die rechtsextremen Randlierer und Tausende applaudierende ZuschauerInnen, sondern auch Polizei und Feuerwehr aufgrund mangelnden Eingreifens stark in der Kritik stehen.
Die Videoproduktion entstand 1993 unter maßgeblicher Beteiligung direkt betroffener Personen.
Erstellt von Rostocker Mediengruppen in Zusammenarbeit mit der unabhängigen TV-Produktionsfirma Spectacle London und aufgrund seiner objektiven Meinungswiedergabe aller beteiligten Parteien (Täter, Opfer, Polizei, etc.) wirkt der Film sehr authentisch.

In der anschließenden Podiumsdiskussion thematisieren wir die heutige Situation von Asylsuchenden in der Bundesrepublik und die Akzeptanz in der Bevölkerung 20 Jahre danach. Die Moderation trägt Joost Hinnen.

Teilnehmen werden unter anderem:
Frau Ingrid Laatz (die Leiterin des Jugendmigrationsdienstes des CJD Waren) und VertreterInnen des Asylbewerberheimes Jürgenstorf

Plakat zur Veranstaltung
Flyer Seite 1 als pdf
Flyer Seite 2 als pdf

Ab Oktober bis in den Mai plant das Aktionsbündnis 8.Mai Demmin (Kontakt: achtermai[ätt]demmin.de) voraussichtlich mindestens eine Veranstaltung pro Monat. Weitere Infos zur Veranstaltungreihe folgen.

Vorbereitung und Nachbereitung

Es gibt Planungen für eine neue Veranstaltungsreihe in Demmin zum Thema Rechtsradikalismus/Krieg/Gewalt/Rassismus und angrenzende Themen. Vorschläge dazu werden vom Aktionsbündnis 8. Mai gerne entgegengenommen: achtermai[ätt]demmin.de
Denn der nächste achte Mai kommt bestimmt.
Und unser Thema ist auch das rechte Gedankengut im Alltag in der „Mitte“ der Gesellschaft.

Alle die während des 8. Mai Begegnungen mit Polizei oder Neo-Nazis hatten oder anderweitig interessantes zu berichten haben sollten bald ein Protokoll machen, diese aber uns nur verschlüsselt oder persönlich zukommen lassen.

Historisch Politischer Spaziergang

Morgen, Samstag den 5.5.2012 gibt es einen historisch politischer Spaziergang durch Demmin. Dabei wird an verschiedene relevanten Punkte in der Stadt auf Ereignisse in der Nazizeit hingewiesen sowie der aktuelle Bezug hergestellt.

Start am Hafen um 17 Uhr am Lübecker Speicher

Dies ist auch eine gute Gelegenheit sich die Stadt für den 8.5. anzuschauen.

Diesen Spaziergang gibt es nochmal am Dienstag, 8.5.2012 um 17.30 mit Treffpunkt an der selben Stelle.

Veranstaltungsprogramm um den 8.Mai

Damit diesmal auch in der Innenstadt der Tag der Befreiung vom Faschismus intensiv gefeiert werden kann, hat das Aktionsbündnis 8. Mai Demmin um den 8. Mai 2012 eine Reihe von öffentlichen Veranstaltungen geplant:

Samstag 5. Mai von 17 Uhr bis 21 Uhr: Mahnwachen im Hafen von Demmin und am Luisentor
und ab 17 Uhr: Historischer/politischer Spaziergang durch die Stadt Demmin an relevante Ort von 1945, vom Hafen startend zum Barlachplatz und zurück.

Sonntag 6. Mai von 17 Uhr bis 21 Uhr: Mahnwachen im Hafen von Demmin und am Luisentor

Dienstag 8. Mai von 17 Uhr bis 21 Uhr: Mahnwachen im Hafen von Demmin (beide Seiten), am Bahnhof, am Parkplatz vom Stadion und am Luisentor, angemeldet von verschiedenen Organisationen
Ab 17 Uhr bis 24 Uhr: grosses Fest zur Befreiung vom Faschismus vor dem Lübecker Speicher gemeinsam mit vielen Vereinen, Organisationen, Initiativen, verschiedenen Musikbands, Essen und Trinken, Infoständen, politischen Reden,…
Ab 17.30 Uhr: Historischer/politischer Spaziergang durch die Stadt Demmin an relevante Ort von 1945, vom Hafen startend zum Barlachplatz und zurück.
Ab 19:30 Uhr: Politischer Fahrzeugkorso mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen, historischen Feuerwehren, PKW, Mopeds, Fahrräder vom Hafen startend durch die Innenstadt zum Bahnhof und zurück.

Samstag 12. Mai von 17 Uhr bis 21 Uhr: Mahnwachen im Hafen von Demmin und am Luisentor

Sonntag 13. Mai von 17 Uhr bis 21 Uhr: Mahnwachen im Hafen von Demmin und am Luisentor

Dadurch können die Neo-Nazis an den relevanten Tagen nicht mehr so einfach durch die Demminer Innenstadt laufen.

Die nächsten Tage gibt es dazu weitere Informationen und Details des Programms.

Veranstaltungen

Zu Beginn des Jahres 2012 startete das Aktionsbündnis 8.5. Demmin eine Reihe von Veranstaltungen.

Im Frühjahr vor 67 Jahren wüteten noch immer Krieg und unvorstellbare Vernichtung, die die deutschen Faschisten über Europa Und darüber hinaus gebracht hatten. Unbeschreiblich war das Elend als folge der Herrenmenschen-Politik, die vom Großteil der deutschen Bevölkerung mitgetragen wurde.

Heute können friedliebende Menschen diesen Tag auch als Tag der Befreiung vom Faschismus begehen.

Über diese Vergangenheit, das aktuelle rechtsextremistische Gedankengut (bis in die Mitte der Gesellschaft) und die daraus resultierenden Gefahren wollen wir mit Euch ins Gespräch kommen. Ihr seit herzlich eingeladen!

Veranstaltungsort ist das Filmeck Tivoli, August-Bebel-Straße, Demmin, jeweils mit anschließender Diskussion
Am 21.1. um 11 Uhr las Hermann Kant aus seinem Buch „Okarina“
Am 25.2. um 17 Uhr wurde der Film „Mephisto“ von István Szabó gezeigt
Am 26.3. um 9 Uhr und um 11 Uhr wird der Film „Die Welle“ gezeigt, eine Schulveranstaltung die offen ist für alle
Am 28.4. um 17 Uhr gibt es ein Lesung mit dem Schauspieler Otto Mellis aus dem Buch „An einem schönen Sommermorgen“
Für Anfang Mai ist noch weiteres in Planung
und wir sehen und wieder auf den Straßen und Plätzen von Demmin
Kontakt zum Aktionsbündnis über achtermai [ätt] demmin.de

Podiumsdiskussion zu den Selbsttötungen

Donnerstag, den 5. Mai, um 19.00 Uhr:

Podiumsdiskussion im ehemaligen Blumenladen am Hanseufer beim Demminer Regionalmuseum

Die Selbsttötungen 1945 in Demmin und Neubrandenburg – Was wissen wir? Wie erinnern wir daran?

Mit Elenore Wolf, Leiterin des Stadtarchivs Neubrandenburg; Dr. Elke Scherstjanoi, Institut für Zeitgeschichte München-Berlin; Dr. Petra Clemens, Demminer Regionalmuseum