Archiv der Kategorie 'Veranstaltungen vom Aktionsbündnis'

7. März: Lesung “Emma Rosenbaum, eine jüdisch-deutsche Geschichte” und Musik: “Frau Schwalbe” singt und musiziert

Jana Franke-Frey, Wallmow
liest aus ihrem Buch:
“Emma Rosenbaum, eine jüdisch-deutsche Geschichte”
Eine deutsch-jüdische Geschichte, die von der Gegenwart in die Vergangenheit springt, die mit Ungeduld überholt und sich dann selbst wieder einholt. Es gibt Wechsel und Kehrtwendungen, wie sie das Leben schreibt.

zwischendurch ein kleiner Imbiss

Annette Bohsang, Berlin
“Frau Schwalbe” singt und musiziert

Frau Schwalbes Musik ist Gesang und Akkordeon, die eigenen Lieder finden sich in chansonalen Klangwelten wieder, sind Ohr gängig und trotzdem unerhört eigen.

am 7. März 2015, 18 bis 20 Uhr
Gemeindehaus St. Bartholomaei
Demmin, Am Kirchplatz

Eine Veranstaltung vom Aktionsbündnis 8. Mai Demmin

Pressemitteilung zum 8. Mai 2014 vom Aktionsbündnis 8. Mai Demmin


Proteste gegen den Neonaziaufmarsch am Tag der Befreiung vom Faschismus

Mit einem historischen Stadtspaziergang, an dem auch der Landesrabbiner teilnahm, und vielen Mahnwachen in der Stadt protestierte das Aktionsbündnis gegen den geschichtsverfälschenden Fackelumzug der NPD. Dabei war ein breites Spektrum von Bürgern, Institutionen, Vereinen und Parteien die sich dem Motto „Demmin bleibt bunt“ anschlossen. Für diese Menschen ist Faschismus keine Meinung, sondern ein Verbrechen und sie sind überzeugt, dass man den Anfängen wehren muss. Vereine und Verbände aus Demmin organisierten auf dem Marktplatz ein Friedensfest und in der Bartholomaei-Kirche fand ein ökumenischer Gottesdienst statt. Insgesamt waren an den Aktionen mehr als 800 Menschen beteiligt.

Die Aktionen im Stadtgebiet waren Versammlungen verschiedener Parteien, Gewerkschaften und Organisationen. Der massive Polizeieinsatz war geprägt von der einseitigem Gewährung des Versammlungsrechtes für den Neonazi-Marsch, das Demonstrations- und Versammlungsrecht von Bürger_innen wurde ignoriert. Ein junger Mann wurde von Polizisten bewusstlos geschlagen. Er wurde im Krankenwagen in künstliches Koma versetzt und sofort in das Universitätsklinikum in Greifswald gebracht.

Es handelt sich um einen jungen Franzosen, der nur wenig Deutsch versteht und bei Freunden in der Region zu Besuch war. Er hatte an einer Sitzblockade am Luisentor teilgenommen. Eine Polizeieinheit stürmte auf die Sitzenden brüllend los und trieben sie brutal von der Straße. Dabei drückte ihm ein Polizist die Nase zu und steckte ihm einen Finger in den Mund. Der Polizist sagte, er sei gebissen worden. Ein normaler medizinisch-psychologischer Reflex wird durch das Stossen des Fingers in den Mund ausgelöst. Daraufhin stürzten sich mehrere Beamte auf den jungen Mann. Er wurde gefesselt und mit Handschellen während mehreren Minuten an eine Wand gepresst und mit Knien in den Rücken und in den Brustkorb getreten. Der junge Mann hatte Angst zu ersticken und rief nach Hilfe. Als er auf dem Boden lag, knieten die Beamten laut Augenzeugen auf seinem Kopf und Rücken und schlugen ihn. Alle zu Hilfe kommenden Personen wurden brutal abgedrängt, das Angebot, zu übersetzen, wurde abgelehnt. Selbst als der Franzose bewusstlos am Boden lag, durfte ein anwesender Arzt nicht helfen bis offizielle Sanitäter und der Krankenwagen eingetroffen waren.

Der junge Mann hat inzwischen auf eigenen Wunsch das Krankenhaus verlassen. Er sei schockiert von der Brutalität der Polizei und fühle sich hier nicht mehr sicher. Er hat inzwischen auch die Region verlassen, und einen Anwalt damit beauftragt, Klage gegen die Polizeibeamten einzureichen.

Nach dem historischen Spaziergang des Aktionsbündnisses, während des stattfindenden Neonazi-Aufzugs kam es zu vereinzelten Aktionen von verschiedenen Seiten. Noch ist die Auswertung unübersichtlich, viele Grüchte in verschiedene Richtungen sind im Umlauf. Der Rechtsanwalt Thomas Wanie wird alle Zeugenaussagen sammeln. Er ist zu erreichen unter der Telefonnummer 0381 7691022 und der Emailadresse INFO@KTV-ANWAELTE.DE.

Telefonnummern und Anreise

Infotelefon: 0160-… ab 8.5. um 15 Uhr
Ermittlungsausschuss: 015754772702 (juristische Fragen)
Twitter-Hashtag:: #8mDM
Ticker: https://twitter.com/#!/demminnazifrei

Anreise: an diesem Tag werden nach dem Naziaufmarsch zu später Stunde keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr fahren, also empfiehlt sich die Anreise in Fahrgemeinschaften oder in eine der Busse aus Berlin, Greifswald, Rostock, Neubrandenburg und Hamburg Meldet euch dort schnell, falls ihr noch einen Platz braucht.

Eine Übersichtskarte kommt noch.

An den Zugriffszahlen auf diesen Blog können wir ein stark gestiegenes Interesse feststellen und auch die Ostseezeitung und die SVZ verlinkt- Beim Nordkurier gibt es einen Artikel

Zu den Mahnwachen sind noch einige Organisationen dazugekommen.

Die Vorbereitungen für den 8. Mai laufen

Die letzten wichtigen Infos wie die Übersichtskarte und Telefonnummern für den Donnerstag kommen bald.

Die verschiedenen Gruppen/Verbände/Organisationen werben vielfältig für den Protest am 8. Mai in Demmin:


Diese Plakate sind in der ganzen Stadt verteilt sichtbar.

Von hier kam der Aufruf zu den vielen Mahnwachen:

Aktionsbündnisse, Vereine, Organisationen und Einzelpersonen aus Mecklenburg-Vorpommern haben vor einigen Monaten einen Aktionskonsens erarbeitet, der auch in Demmin gilt:

- Wir stellen uns mit friedlichen Mitteln gegen menschenverachtende Ideologien.
- Wir sind solidarisch mit allen, die sich gegen Nazis und ihre Strukturen in Mecklenburg-Vorpommern stellen.
- Wir arbeiten gewaltfrei, nicht eskalierend und positionieren uns gegen Versuche der Kriminalisierung entsprechender anti-Nazi Proteste.
- Wir verstehen unsere langfristige Arbeit über anti-Nazi Proteste hinaus als einen Beitrag für eine solidarische und freie, kulturell vielfältige Entwicklung der Gesellschaft.
- Wir setzen uns ein für Menschenwürde und Menschenrechte, Respekt und Toleranz und ein friedliches Zusammenleben aller Menschen in unserem Bundesland.

mehr Infos dazu hier:
Brölliner Aktionskonsens

Keinen Fußbreit den Faschist_innen! – gemeinsam, entschlossen, entgegen!

Nach den Erfolgen am 1. Mai in Rostock: Jetzt am 8.Mai in Demmin den Naziaufmarsch verhindern!

Ca 2000 Menschen demonstrierten am 1. Mai gegen den Naziaufmarsch in Rostock. Zuerst mußten die Nazis wegen diverser Protestaktionen den Stadtteil wechseln, dann wurden sie in Dierkow immer wieder blockiert. Am Ende mussten sie ihren Marsch abbrechen. Empörend sind die Verbotsversuche der Gegendemos durch die Stadt Rostock.
Erste Berichte der Ereignisse von Rostock gibt es unter anderem bei NDR, Kombinat Fortschritt und Endstation rechts.

Der nächste Event wartet schon in Demmin:
Die ersten Plakate werben schon für den Protest gegen die Nazis am 8. Mai:

Pressemitteilung vom Aktionsbündnis

Farbe bekennen gegen Neonazis!
Für ein lebenswertes, weltoffenes Demmin!

Am 8. Mai 2014 will die Neonazi-Szene Mecklenburg-Vorpommerns zum achten Mal in Demmin aufmarschieren. Sie versuchen, die Deutschen von der Kriegsschuld rein zu waschen und Geschichte zu relativieren. Um die Deutschen als Opfer darzustellen, nutzen sie die massenhaften Selbsttötungen zum Kriegsende.
Eine Tragödie für die Einzelnen, ihre Familien, für die Stadt. Für Viele hatte das Gedenkprogramm der DDR keinen Platz. Doch es darf nicht vergessen werden, dass die sich in Demmin abspielende Ereignisse deutlich im Rassenwahn des Nationalsozialismus wurzelten und letztendlich und ausnahmslos alle eine direkte Folge des von den Deutschen begonnenen Krieges waren.
Unter den Toten, denen seit 1995 ein Gedenkstein auf dem Friedhof Demmin gewidmet ist und derer nun als Opfer des Krieges offiziell gedacht wird, sind auch jene, die die entsetzlichen Ereignisse in Demmin forcierten.

Wir rufen alle Demokratinnen und Demokraten auf, in Demmin Farbe zu bekennen und sich dem perfiden Schauspiel der neuen Nazis entgegen zu stellen. Das Aktionsbündnis 8. Mai will in diesem Jahr eine Vielfalt von Veranstaltungen präsentieren, die Lebendigkeit der demokratischen Kultur zeigen und den 8. Mai als Tag der Befreiung vom Faschismus begehen:

Mahnwachen, organisiert von politischen und sozialen Verbänden, von Vereinen sowie von Politikern des Landes, des Kreises und der Stadt, sind zahlreich in der Stadt zwischen 17 und 22 Uhr zu finden und bieten neben Informations- und Gesprächsmöglichkeiten auch Kulturbeiträge. Unter anderem werden Studenten der Theaterakademie Vorpommern mit Texten und musikalischen Aktionen an von Nationalsozialisten verfemte Schriftsteller, Dichter, Musiker und Komponisten erinnern.

Auch in diesem Jahr wird es einen historischen Stadtspaziergang geben. Dieser Mahngang mit Informationen zu Orten der NS-Zeit wird inhaltlich gestaltet vom Demminer Regionalmuseum. Er beginnt um 17.30 Uhr im Anschluss an die Ökumenische Friedensandacht in der Bartholomaei-Kirche.

Es haben sich viele offizielle Teilnehmer angekündigt, unter ihnen der Landesrabbiner von Mecklenburg-Vorpommern, Herr William Wolff. Er wird am jüdischen Friedhof eine kurze Ansprache halten.
Route: Bartholomaei-Kirche/an den Glocken > Marktplatz > Breitscheidstraße > Clara-Zetkin-Straße > Goethestraße > Reiferstraße > Bergstraße > Pfarrer-Wessels-Straße / Barlachplatz

Auf dem Marktplatz organisieren Vereine und Verbände aus Demmin von 15 bis 16.30 Uhr ein sportliches Fest unter dem Motto: „Demmin bewegt sich“

Für detaillierte Informationen:
www.friedensfestdemmin.wordpress.com
www.demminnazifrei.blogsport.de/

30.4.2014

Karte mit Mahnwachen und historischem Mahngang

Für den Überblick gibt es hier eine Karte mit allen angemeldeten Protestveranstaltungen gegen den Naziaufmarsch am 8.5.2014. An der Karte kann sich im Detail noch mal was ändern, der Link bleibt bestehen.
Der Mahngang geht von 17.30 bis 19 Uhr, die Mahnwachen von 17 Uhr bis ca. 22 Uhr, im Hafen bis ca. 24 Uhr.
Zur Naziroute selbst, die ab 19.30 startet, kommen mehr Infos die nächsten Tage.


Mahnwachen Demmin 8.5.14 auf einer größeren Karte anzeigen

Und die Moblisierung rollt

Busse nach Demmin gibt es bis jetzt aus Berlin, Greifswald, Rostock, Neubrandenburg und seit neustem auch aus Hamburg

Ein Friedensfest gibt es diese Jahr nicht, dafür viele Mahnwchen von 17 Uhr bis 22 Uhr mit:
Amnesty International HRO, Europähisches Integrations Zentrum Rostock e.V., Technisches Hilfswerk OV DM, DGB-Region Ost-MV, IG Metall Stralsund-Neubrandenburg, ATTAC HGW, Landtag vor Ort / WIR-Initiative, Pfadfinderbund HST, Pfadfinderbund HRO, Pfadfinderbund HGW, Pfadfinderbund MV, Jusos Greifswald, SPD Fraktion DM, Alternative HGW, Bündnis 90/Die Grünen MSE, Bündnis 90/Die Grünen HST, Grüne Jugend MV, Swingkids HGW, ADFC MV, MILAN-Unternehmerverband, BI Rettet das Landleben, Straze HGW, Die Linke MSE, Die Lnke Fraktion MSE, Die Linke Fraktion DM, Die Linke Landtagsfraktion, Demokratiebus der LPB, AStA HGW, Wir für Lübtheen, Bündnis Vorpommern weltoffen-demokratisch-bunt, Villa Kunterbündnis Güstrow, Aktionsbündnis für ein friedliches und weltoffenes Schwerin, Selbstbestimmung für Frauen, Soziale Bildung HRO, BI Kernenergie, Piraten HGW, BUNDjugend NB, Die Linke Torgelow, AA Anklam, Lola für Lulu und Menschen ohne Gruppenzugehörigkeit. Es werden ständig mehr.

Zum Mahngang
, der wahrscheinlich wie einen große Gegendemo wahrgenommen wird, haben sich schon viele angekündigt, vorne weg der Landesrabbiner William Wolff, der am jüdischen Friedhof sprechen wird.

Beim Kombinat Fortschriit erschien ein informativer, einladender Artikel

Hier der Blick auf Infos aus Hamburg:

Demmin am 8. Mai – einfach mal sitzenbleiben

Historischer Mahngang am 8. Mai 2014

Beginn: 17.30 beziehungsweise im Anschluss der Veranstaltung in der Kirche
Ende: voraussichtlich 19 Uhr.

Veranstaltet_innen: Ak­ti­ons­bünd­nis 8. Mai und Demminer Regionalmuseum

Route:
Bartholomaei-Kirche/an den Glocken > Marktplatz > Breitscheidstraße > Clara-Zetkin-Straße > Reiferrstraße > Bergstraße > Pfarrer-Wessels-Straße (Ende)

Stationen / Themen:
1. Bartholomaei-Kirche: Erster sowjetischer Friedhof

2. Marktplatz:
Winterhilfswerk der Nationalsozialistische Volkswohlfahrt
Alltag und Mitmachen im Nationalsozialismus

3. Breitscheidstraße / Neubaublock hinter der Volksbank (früher: Luisenstr. 22):
Kein Stolperstein für die emigrierte Jüdin Rosa Lewinsky?

4. Luisentor: 1936-1945 HJ-Heim
Aus den Erinnerungen von Reimund Blühm, geb. 1929

5. Clara-Zetkin-Straße / Kreuzung Treptower Straße:
Führerkult. Anklamer Straße wird Adolf-Hitler-Straße.

6. Goethestraße / Katholische Kirche:
Rassisch und politisch Verfolgte des Nationalsozialismus (Geschwister Davidsohn, Pfarrer Adolf Nolewaika)
Blumenablage an den Stolpersteinen, Goethestr. 3, möglich.

7. Bergstraße / Jüdischer Friedhof: Informationen zu den dort Begrabenen.
Ansprache des Landesrabbiners von Mecklenburg-Vorpommern, Herrn William Wolff
Keine Blumen hier ablegen sondern Steine! Männer tragen Kopfbedeckung!

8. Pfarrer-Wessels-Straße 2 / Barlachplatz (Ende des Mahnganges):
Kriegsgefangenenmeldestelle der Wehrmacht (im Quergebäude der einstigen Ostkaserne) und zweiter sowjetischer Friedhof / sowjetische Kriegsgefangene
Blumenablage am Friedhof möglich.


Der historische Stadtrundgang am 8.5.2013 vor der ehemaligen Synagoge (Foto: OS)

Aufruf zu weiteren Mahnwachen

Die Idee, viele Mahnwachen am 8. Mai in Demmin gegen den Naziaufmarsch zu machen, findet breite Unterstützung:


Bidschimfoto der Website vom Städte- und Gemeindetag MV

Also seid auch dabei und macht mit!
Meldet euch bei Mahnwachenkoordinator Michael Steiger, per Mail finderhkb@gmx.net oder Telefon: 01724019038

Die Mahnwachen am 8. Mai in Demmin – seid dabei!

Von 17 Uhr bis ca. 22 Uhr wird es am 8. Mai, verteilt über die Stadt Demmin, Mahnwachen geben.

- damit die viel­fäl­ti­ge Le­ben­dig­keit un­se­rer Kul­tu­ren wäh­rend des Na­zi­auf­mar­sches in der ganzen Stadt Demmin sicht­bar wird,
- um den 8. Mai zu fei­ern,
- um Kunst/Kul­tur vorzu­tra­gen, die in der Na­zi­zeit ver­bo­ten war und
- um gegen Neonazis zu demonstrieren, deren Geschichtsrelativierungen, deren Versuche, die Deutschen von Schuld reinzuwaschen sowie deren rassistisches und menschenverachtendes Menschenbild.

Bis jetzt haben schon über 40 Gruppen/Bündnisse/Initiativen/Organisationen bereit erkärt, eine der vielen Mahnwachen zu organisieren und es werden ständig mehr. Die Mahnwachen sind während des Naziaufmarsches, der ab 19.30 startet, die Anlaufpunkte für den Protest.

Wir freuen uns über weitere Gruppen / Initiativen, die dabei sein wollen. Nehmt Kontakt mit uns auf.

Davor wird es ab 17.30 einen großen, gemeinsamen his­to­ri­schen Stadt­spa­zier­gang / Mahn­gang durch Dem­min geben, organisiert vom Regionalmuseum Demmin und dem Ak­ti­ons­bünd­nis 8. Mai Dem­min. Ein ge­plan­ter Punkt ist der jü­di­sche Fried­hof, an dem der Lan­des­rab­bi­ner spricht.

Genaueres dazu kommt die nächsten Tage.

Gedenkkulturen und Veränderungen

Sowjetische und deutsche Kriegsgräber – Veränderungen im Gedenken an die Toten des Zweiten Weltkrieges nach 1990 in Demmin und anderenorts.

Veranstaltung des Demminer Regionalmuseums und des Aktionsbündnisses „8. Mai Demmin“

Donnerstag, 13. März 2014, 18.00 Uhr im Museum (Demmin, Hanseufer 2, 4. Etage)


Sowjetische Kriegsgräber am Barlachplatz in Demmin

Der Zweite Weltkrieg endete in Demmin mit zahlreichen Selbsttötungen und einer großflächigen Zerstörung der Stadt. Nach der weitgehenden Tabuisierung der Ereignisse zu DDR-Zeiten brach in der Stadt eine Debatte um die Deutung der Vergangenheit aus, wurden der sowjetische Friedhof umgestaltet und Erinnerungszeichen neu gesetzt, besetzten Rechtsextreme das Thema. Was setzt die Erinnerungspolitik der Stadt dagegen? Welchen Stellenwert hat historisches Wissen gegenüber Gedenken? In der Stadt, in ihren Schulen weiß und spricht man jetzt mehr über die zivilen deutschen Kriegstoten. Wie steht es um das Wissen über Einsatz und Tod sowjetischer Kriegsgefangener und Zwangsarbeiter/innen in der Stadt, in Demmin-Woldeforst, in den Dörfern der Umgebung? Wie hält man es in anderen Kommunen mit sowjetischen Grabanlagen?

Diesen Fragen gehen in einem Podiumsgespräch nach:
Dr. Lutz Prieß und Sebastian Kindler, Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst
PD Dr. Elke Scherstjanoi, Institut für Zeitgeschichte München-Berlin
Dr. Michael Koch, Kreisvorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. und Bürgermeister der Stadt Demmin
Eleonore Wolf, Leiterin des Stadtarchivs Neubrandenburg, das u.a. zuständig ist für die Sammlung, Dokumentation und Bewahrung von Beständen zur Gedenkstätte Fünfeichen
Dr. Petra Clemens, Demminer Regionalmuseum
Moderation: Thoralf Plath, Journalist beim Nordkurier, Lokalredaktion Demmin

Einleitend spricht Dr. Lutz Prieß zur Frage „Sowjetische Gräberstätten in Deutschland – unbequeme Denkmale?“. Sebastian Kindler stellt das Dokumentationsprojekt „Sowjetische Grabstätten und Ehrenmale in Deutschland“ des Museums Berlin-Karlshorst vor. (jeweils 15 Minuten) Im Anschluss an die Veranstaltung besteht die Möglichkeit, in der Datenbank des Deutsch-Russichen Museums gezielt nach Orten (in der Region) zu recherchieren.

Wir laden Sie herzlich ein und freuen uns auf eine Diskussion, in der wir gemeinsam den Stand der Dinge aufnehmen und Überlegungen für zukünftige Erinnerungsarbeit und Gedenkkultur vor Ort anstellen.

Ausgeschlossen aus der „deutschen Volksgemeinschaft“: Davidsohn, Kotlarski und andere

Veranstaltung des Demminer Regionalmuseums im Begleitprogramm zur stadtgeschichtlichen Ausstellung „Demmin auf der Straße“

Sonntag, 10. November 2013, 10.30 Uhr
Stadtspaziergang anlässlich des Gedenkens an die Opfer der Reichspogromnacht vom 9. zum 10. November 1938


Der historische Stadtrundgang am 8.5.2013 vor der ehemaligen Synagoge (Foto: OS)

Ausgeschlossen aus der „deutschen Volksgemeinschaft“:
Davidsohn, Kotlarski und andere.

Unter diesem Titel erinnern wir an vertriebene und ermordete Juden aus Demmin, an politisch Diskriminierte und Verfolgte, an ausländische Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen und Kriegsgefangene in der Stadt. Wir informieren über Orte und Ereignisse von nationalsozialistischer Repression, Gewalt und Hetze in der Stadt, über lokale NS-Organisationen und ihre Akteure.

Treffpunkt: 10.30 Uhr Bartholomaei-Kirche, an den Glocken
Dauer ca. 1 Stunde

Route:

Bartholomaei-Kirche (Zugang Breitscheidstraße) – Kahlden- und Frauenstraße – Luisentor (über Turmstraße) – Breitscheidstraße – Wiedemenstraße – Baustraße – Synagogenstraße – Schwedenwallweg – Nikolaistraße.

An den „Stolpersteinen“ für die ermordeten jüdischen Bewohner Demmins können Blumen abgelegt werden.

Offener Brief an die Stadt Demmin

Hier jetzt der Offene Brief vom „Aktionsbündnis 8. Mai Demmin“ an die Stadt Demmin:

Aktionsbündnis 8. Mai Demmin
achtermai[at]demmin.de

An den Stadtpräsidenten und den Bürgermeister der Hansestadt Demmin

Demmin, 19.09.2013

OFFENER BRIEF
zum „Tag der Befreiung vom Faschismus und der Beendigung des 2. Weltkrieges“

Sehr geehrter Herr Stadtpräsident Tabbert, sehr geehrter Herr Bürgermeister Dr. Koch,

in den letzten 4 Jahren hat es eine beachtliche Entwicklung im Umgang mit den Aufmärschen von Rechtsextremisten in Demmin gegeben.
Schauen wir auf das Jahr 2009 zurück. Damals am 8. Mai liefen 200 fackeltragende Neo-Nazis durch die Straßen, während seitens der politischen Verantwortungsträger der Hansestadt dazu aufgerufen wurde, „Türen und Fenster geschlossen“ zu halten und den braunen Spuk zu ignorieren. Nur eine Handvoll Menschen stand mit einem Transparent „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“auf der Hafenbrücke von Demmin.
Angestoßen von diesem Erlebnis und aus der Unzufriedenheit mit dieser Situation, beschloss eine kleine Gruppe von Menschen, dass der Protest an diesem Tag anders angegangen werden muss und gründete in den nächsten Monaten einen parteiunabhängigen Zusammenschluss. Viele, vom Pastor bis zum Schüler wurden angesprochen. Das Aktionsbündnis 8. Mai war geboren. Das Ziel unseres Aktionsbündnisses war und ist es, zusammen mit Menschen aus Demmin und Umgebung, Gesicht zu zeigen und aktiv zu werden, sich mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auseinander zu setzen.
Der Aufruf zu einem friedlichen und bunten Protest gegen den inzwischen alljährlichen Neo-Naziaufmarsch geschieht seitdem zusammen mit Ihnen, den Vertretern der Stadt.
Das gemeinsam organisierte Friedensfest bildet den Mittelpunkt des Widerstandes gegen die Vereinnahmung der Stadt durch die Neonazis an diesem Tag und steht seit 2011 unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters.
Parallel dazu bietet das Aktionsbündnis 8. Mai Demmin das ganze Jahr über Podiumsdiskussionen, Lesungen und Kulturelles zum Thema Weltoffenheit und Vergangenheitsbetrachtung an.
Das alles trägt dazu bei, dass sich ein neues Problembewusstsein entwickelt. Wir sind froh darüber, dieses Ergebnis gemeinsam erreicht zu haben.
Diese positive Entwicklung macht es nun möglich und aufgrund des bisherigen hohen ehrenamtlich getragenen Aufwandes auch nötig, die Organisation des Friedensfestes am Hafen künftig in Ihre Hände, die Hände der Stadt zu übergeben. Wir vertrauen dabei auf den heute breit etablierten Konsens in der Region, sich den Neo-Nazi-Aufmärschen sichtbar und aktiv entgegenzustellen.
Als Ansprechpartner und nach Kräften Mitwirkende bleiben wir gerne an Ihrer Seite, bis zum Ende dieser unseeligen „Trauermärsche“ in der Hansestadt Demmin. Denn auch unsere das Jahr umspannenden Aktivitäten für ein demokratisches, weltoffenes Demmin setzen wir fort.

Demmin bleibt bunt!

Mit freundlichen Grüßen

Aktionsbündnis 8. Mai Demmin

Das Friedensfest in Demmin

Im Demminer Teil vom Nordkurier erschien heute ein Artikel mit der Überschrift: „Demminer Aktionsbündnis gibt Demokratiefest auf“

Aber keine Angst, es wird nicht weniger Proteste gegen die Nazis geben. Das „Aktionsbündnis 8. Mai Demmin“ macht aktiv weiter, auch am 8. Mai.

Eine Erklärung vom Aktionsbündnis dazu folgt noch diese Woche.

Unterstützung vom Landesjugendring

Die Vollversammlung des Landesjugendrings hat am 20. April 2013 beschlossen: „Der Landesjugendring möge alle Beteiligten, die sich im Bündnis Demmin nazifrei / Aktionsbündnis 8. Mai inhaltlich, organisatorisch einbringen und gewaltfreien Protest leisten, unterstützen. Die Nazis sollen daran gehindert werden, ihre menschenverachtende Ideologie und demokratiefeindlichen Bestrebungen in Demmin am 8. Mai 2013 zu verbreiten.“

Anbei die Graphik der Plakate, welche die nächsten Tage für das Friedensfest in Demmin werben werden.

Das Kriegsende in Demmin 1945

Das Demminer Regionalmuseum präsentiert die von ihm herausgegebene Broschüre
„Das Kriegsende in Demmin 1945. Umgang mit einem schwierigen Thema“

7. Mai, Dienstag, 18 Uhr, Betriebskantine von E.ON (neuer Ort) – neben der Stadtinformation, Am Hanseufer 2, Demmin

Unser Gast ist Dr. Elke Scherstjanoi, Institut für Zeitgeschichte München-Berlin. Sie hat die Einnahme Demmins durch die Rote Armee am 30. April 1945 erstmals anhand von Planungs- und Berichtsdokumenten der die Stadt einnehmenden 65. Armee untersucht, die im Moskauer Militärarchiv überliefert sind und den Befund für das Heft zur Verfügung gestellt. In ihrer Darstellung verknüpft sie die gewonnenen Fakten mit den Erinnerungen und Erzählungen, die vor Ort existieren. So lässt sich das Geschehen aus der Sicht der Eroberer u n d aus der Sicht der Eroberten betrachten und aufeinander beziehen.

Elke Scherstjanoi spricht über ihre Recherchen in Moskau und darüber, warum der Fall Demmin am Kriegsende 1945 sie interessiert.

Begleitend lesen Schüler des Goethe-Gymnasiums Briefe von Rotarmisten, geschrieben in den letzten Kriegsmonaten während der Eroberung Deutschlands, herausgegeben von Elke Scherstjanoi.

Wir laden herzlich zu dieser Veranstaltung ein und hoffen auf ein anregendes Gespräch.

VeranstalterInnen: Demminer Regionalmuseum und Aktionsbündnis 8. Mai Demmin

Veranstaltungsverschiebung auf den 7.5.

Die für Dienstag, den 30.4. angekündigte Veranstaltung vom Aktionsbündnis 8. Mai verschiebt sich auf:
Dienstag, 7.5.2013 um 18.00 Uhr im ehemaligen Blumenladen am Hanseufer, Demmin

Das Demminer Regionalmuseum präsentiert das von ihm herausgegebene Heft „Das Kriegsende in Demmin 1945. Umgang mit einem schwierigen Thema“
Zu Gast ist Dr. Elke Scherstjanoi, Institut für Zeitgeschichte München-Berlin. Sie hat die Einnahme Demmins durch die Rote Armee am 30. April 1945 erstmals anhand von Dokumenten aus dem Moskauer Militärarchiv recherchiert und ihren Befund für das Heft zur Verfügung gestellt.

Weitere Infos folgen.

Die „Muna“ in der Woldeforst

Im Norden von Demmin ist ein Waldgebiet. Dort gibt es den Bereich Woldeforst, in dem während der Nazizeit die Heeres-Hauptmunitionsanstalt Waffen produzierte. Auch mit sowjetische Kriegsgefangene als ZwangsarbeiterInnen.

Das Regionalmuseum Demmin will zur Aufklärung der noch in weiten Teilen unbekannten Geschichte beitragen.
Dazu gibt es beim Friedensfest am 8.5. eine Freiluftausstellung: „Tote sowjetische Kriegsgefangene – ein Massengrab in der Woldeforst“
Diese Geschichte ist auch Teil des historischen Stadtrundgangs am 8. Mai
Vor kurzem gab es dazu einen Artikel im Nordkurier

Kommende Veranstaltungen

Intern laufen gerade intensiv die Vorbereitungen zu den Protesten am 8. Mai und in ein paar Tagen wird das Programm des Friedensfestes und weiteres öffentlich. Jetzt erstmal ein anderer Veranstaltungshinweis, auch wenn er nicht direkt etwas mit Neonazis zu tun hat:

Übermorgen Nachmittag im Lübecker Speicher könnt ihr Euch über Saatgut informieren und Saatgut tauschen und nebenbei auch mit Menschen aus dem Aktionsbündnis 8. Mai unterhalten.

Selbstbewußte weibliche NeoNazis?

Wahrnehmbarer sind sie, die weiblichen NeoNazis. Doch bei der NPD und anderen rechten Organisationen herrscht weitesgehend noch ein klassisches Rollenverständnis. Die Frau soll sich um Haus und Kinder – welche Pflicht sind – kümmern. Mitmachen darf sie auch bei den öffentlichen Aktionen und sie soll viel im Hintergrund helfen. Aber wie sieht es aus, wenn sie in anderen Bereichen mitbestimmen wollen. Bei den letzten Wahlen sind Frauen für die NPD in MV angetreten und nach oben gewählt worden, traten dann aber zugunsten der Männer zurück. Eine NPDlerin aus Sachsen, die dagegen protestierte, mußte danach ihren Posten in der rechtsradikalen Frauenorganisation räumen. Die Frauen sollen nur in der Not ihren „Mann“ stehen, wie auch damals zu Kriegszeiten, als sie ’45 noch Panzergräben bei Demmin aushoben.


Weibliche Neonazis in der Mitte des Trauermarschs 2012 in Demmin (Bild: H. Schlechtenberg, Picasa (Link). Alle Rechte vorbehalten)

Trotzdem gibt es immer selbstbewußtere Frauen in der rechten Szene, sind nicht nur Anhängsel ihres Partners und sie sind nicht weniger radikal, einige machen auch bei illegalen Aktionen mit. Im Alltag werden sie oft unterschätzt, z.B. ihr Agieren in soziale Vereinen.

Thema in der gut besuchten Veranstaltung am 9.3. zum Frauentag vom Aktionsbündnis 8. Mai waren unter anderem die Strukturen der Neonazis in der Region Demmin und MV. Beim Vortrag von Juliane Lang aus dem Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus ging es auch um die „normale“ Gesellschaft. Zeigen Sprüche wie die von Bundesverkehrsminister Ramsauer, dass Mehdorn Chef der Flughafengesellschaft in Berlin werden soll, weil er noch ein richtiger Kerl ist, dass wir noch einiges verändern müssen, um wirkliche Gleichberechigung zu erreichen. Die lebendige Diskussion nach dem Vortrag zeigt das Interesse daran.

Ein Artikel zu der Veranstaltung erschien im Nordkurier.

Kleine Änderung am Samstag

den Vortrag am 9.3. zu „Braune Kameradin“ wird nicht Frauke Büttner halten sondern Juliane Lang, die genauso Mitglied im Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus ist. Ansonsten ändert sich nichts und wir freuen uns über zahlreiches Erscheinen (außer von NeoNazis)

Braune Kameradin

KameradInnen 8.Mai 2011
Weibliche NeoNazis an der Spitze des „Trauermarsches“ am 8. Mai 2011 in Demmin (Bild: OS, alle Rechte vorbehalten)

Etwa jeder fünfte Neonazi ist weiblich. Mit rund 20 Prozent stellen junge Mädchen und Frauen die „zweite Front“ innerhalb des braunen Spektrums. Obwohl immer noch Männerbastion, treiben sie rassistische Ideologie, Gewaltbereitschaft, aber vor allem die kommunale Verankerung mit voran. In den Reihen von NPD, „Freien Kameradschaften“ und völkischen Kulturschaffenden gelten Frauen als nicht weniger radikal als die Männer. Sie wirken im Hintergrund, ziehen aber immer häufiger auch politisch an den Fäden. Sie sind dabei, wenn extrem rechte Kameraden aufmarschieren, sie gestalten Info-Tische, unterstützen den Wahlkampf und sorgen für eine national gesinnte Erziehung des Nachwuchses.

Gezeigt wird der Film „Braune Kameradin – Frauen in der Neonazi-Szene“ (13 min) von Otto Belina, Andrea Röpke und Laas Boje am

Sonnabend, den 9. März 2013, um 10.30 Uhr
im ehemaligen Blumenladen am Hanseufer, Demmin

Juliane Lang arbeitet seit vielen Jahren zu den Themenschwerpunkten Rassismus und Rechtsextremismus. Sie ist Mitglied im Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus und wird in ihrem Vortrag (30 min) zu dieser Problematik informieren. Danach gibt es die Möglichkeit zur Diskussion.
Zur Veranstaltung, die zur Vorbereitung auf das Friedensfest am 8. Mai 2013 gehört, lädt das „Aktionsbündnis 8. Mai Demmin“ ein.

Kein religiöser Staat – kein Militärstaat! Für eine freie Gesellschaft

Der Blogger Maikel Nabil Sanad ist einer der bekanntesten Kritiker der ägyptischen Militärführung.

Maikel Sanad

Dienstag, 19. Februar, 19 Uhr
Aula des Goethe-Gymnasiums
An der Mühle 7
Demmin

Auf der Veranstaltung berichtet er differenziert über die Lage in Ägypten aufgrund seiner Aktivitäten in der Demokratiebewegung und seiner Arbeit zu Kriegsdienstverweigerung und Menschenrechten.
Danach folgt eine offene Diskussion.

Maikel Nabil Sanad kritisierte als Kriegsdienstverweigerer Anfang 2011 die Rolle des ägyptischen Militärs während und nach der Revolution und berichtete auf seinem Blog ausführlich über vom Militär verübte Menschenrechtsverletzungen.
Er wurde daraufhin von einem Militärgericht in einem unfairen Verfahren zu zwei Jahren Haft verurteilt. Nachdem er zwischenzeitig mehrere Wochen in den Hungerstreik trat, wurde er Ende Januar 2012 nach fast 10 Monaten Haft im Rahmen einer Generalamnestie aus dem Gefängnis entlassen, nachdem sich international viele für ihn eingesetzt haben.

Im Mai 2012 gab es schon eine Veranstaltungsreise quer durch Deutschland zusammen mit seinem Bruder Mark: http://www.connection-ev.de/article-1666

Weiter Infos unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Maikel_Nabil_Sanad und http://www.maikelnabil.com/

Veranstaltet von Aktionsbündnis 8.Mai Demmin
achtermai [@] demmin.de

„Das Geheimnis unserer Großmütter“

Veranstaltung des Demminer Regionalmuseums:

Das Geheimnis unserer Gro�mütter

Gespräch mit Svenja Eichhorn, Autorin von

„Das Geheimnis unserer Großmütter. Eine empirische Studie über sexualisierte Kriegsgewalt um 1945“

Wiederaufnahme der Diskussionsreihe über das Kriegsende in Demmin

Termin: Sonnabend, 12. Januar 2013, 10.30 Uhr

Ort: Hanseufer 2, im ehemaligen „Blumenladen“ (neben der Spielothek)

Svenja Eichhorn ist Dipl.-Psychologin und hat mit Frauen gesprochen, die am Ende des Zweiten Weltkrieges Opfer von Vergewaltigungen wurden. Sie hat festgehalten, was die Frauen ihr erzählt haben und – als Psychologin – nach den späten Folgen solcher Kriegserfahrungen gefragt. Ihre Untersuchung ist 2011 unter dem Titel „Das Geheimnis unserer Großmütter. Eine empirische Studie über sexualisierte Kriegsgewalt um 1945“ erschienen (Koautor Philipp Kuwert). Sie führte sie als Diplomandin am Institut für Psychologie der Universität Greifswald durch und arbeitet heute als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie an der Universität Leipzig.
Auf der Veranstaltung des Museums wird Svenja Eichhorn von den Eindrücken erzählen, die die Interviews mit den Frauen bei ihr hinterlassen haben und über die Ergebnisse ihrer Studie sprechen.

Frauen und Rechtsextremismus

Sonnabend, dem 9. März 2013, um 10.30 Uhr
im Blumenladen am Hanseufer, Demmin
mit Frauke Büttner vom Forschungsnetzwerk „Frauen und Rechtsextremismus“

Gezeigt wird der Film „Braune Kameradinnen“ (13 min), anschließend dazu einen Vortrag (30 min), danach Diskussion.

Veranstaltet vom Aktionsbündnis 8. Mai Demmin

Bis dahin wird es noch weitere Veranstaltungen geben. Unter anderem soll es dieses Jahr noch eine öffentlichkeitswirksame Aktion geben und im zweiten Teil des Februar ist ein Vortrag eines ägyptischen Kriegsdienstverweigerers geplant.

Video zum Aktionstag online

von mkmanfred.blogsport.de

Ein guter Bericht dazu erschien vor kurzem bei Kombinat Fortschritt.

Erster Rückblick auf den 3.11.

Der Aktionstag gestern war wirklich ne runde Sache.
Die beiden Veranstaltungen waren richtig gut besucht mit ca. 140 bei der ersten und ca. 120 bei der zweiten. Die Stühle reichten nur für die Hälfte der Anwesenden. Der NSU-Bericht war sehr detailreich und schokierend. In der Podiumsdiskussion wurde reflektiert über die Vielfalt des Widerstands und die verschiedenen Ansätze, aber auch die unterschiedlichen Bedingungen in Dresden, Greifswald und Demmin.
Auch wenn zwei solche Veranstaltungen nacheinander ein wenig intensiv waren, diskutierten danach noch einige in Kleingruppen weiter. Überhaupt wurden viel diskutiert – und gefeiert.
Der Konzertsaal war richtig voll wie noch nie! Sowas hatte es generell in Demmin schon lange nicht mehr gegeben. Viele Menschen, die in der Region aufgewachsen sind haben sich wiedergetroffen und sich freudig umarmt. Für viele Jugendliche aus der Region war es wohl das Highlight des Jahres. Das fühlte sich nicht mehr an wie das Demmin, welches sie kennen. Auf der Straße vor dem Saal hörte der Regen zum Glück bald auf und gab es leckeres Essen sowie mehrere Feuer.
Je später der Abend desto mehr stieg die Stimmung. Die Bands gaben ihr Bestes, ein tolles Konzert, und dann kam der ersehnte Höhepunkt des Abends, der Auftritt von Feine Sahne, der mit einem kleinen Feuerwerk endete. Danach feierten noch viele bis in die frühen Morgenstunden, auch die extra aus Berlin und Hamburg mit dem Bus angereisten.

Der Nordkurier hat schon einen Artikel online.

Weiteres dazu sowie Bilder folgen die Tage, denn die Feier war wirklich intensiv.

Bis dahin gibt es LeserInnenbriefe vom 3.11. zum Ulanen-Gedenken

Nett zum Anhören beim Lesen der Briefe ist eine weitere Folge von
Marc-Uwe Kling und das Känguru

Letzte Infos für die Veranstaltungen am 3.11.

Auch bei uns steigt die Vorfreude auf morgen und wir sind gespannt was der Tag uns alles an Überraschungen bringt. Bei den Fischfilets könnt ihr wichtige Informationen für morgen nachlesen, ergänzend zu dem ersten Beitrag dazu. Jetzt geht es an die letzten Vorbereitungen und wir erwarten euch morgen zahlreich.

R. hat auch noch ein Anmerkung auf der Schautafel am Ulanen-Gedenkplatz entdeckt und dokumentiert:
scheiss verein
Nachtrag: wie uns mitgeteilt wurde spielt der Aufkleber auf Marc-Uwe-Kling und das Känguru an.

Solidarität mit Menschen ohne Hüsung*

Am vergangenen Sonnabend hatte das Aktionsbündnis 8. Mai Demmin zu einer Veranstaltung in den „Blumenladen“ des Demminer Hanse-Viertels eingeladen. Thema war die Situation von Flüchtlingen in Mecklenburg-Vorpommern. Gezeigt werden sollte der Film „Die Wahrheit lügt in Rostock“, der die Ereignisse des Pogroms von 1992 in dieser Stadt zeigt.
Die meisten der 15 Besucher_innen der Veranstaltung kannten den Film, so dass die Zeit genutzt wurde, sich über die Lebensbedingungen der Flüchtlinge zu informieren. Zwei Frauen aus dem Flüchtlingsheim in Jürgenstorf sprachen darüber, was es konkret in der BRD bedeutet, Flüchtling zu sein: Nach oft Monate langer Flucht vor Krieg, Verfolgung, Folter, Hunger gerät man in eine Unterkunft, in der einem Menschen sechs Quadratmeter zustehen, in der Wand an Wand Menschen unterschiedlicher Herkunft, Sprachen, Gebräuche leben. Man teilt sich mit vielen Familien Küche, Bad und Toiletten. Will man die Sprache des Landes lernen, muss man sich den Deutschkurs organisieren und bezahlen. Ohne Deutschkenntnisse ist es kaum möglich, all die Hürden eines Asylverfahrens zu verstehen und Beratung in der fremden Sprache führt – falls es sie gibt – auch oft zu Missverständnissen. Wenn das Heim dazu noch in einem Dorf liegt, sind die Hürden zum Aufnehmen von Kontakten, dem täglich nötigen Einkauf, dem Arztbesuch u.a. sehr hoch. Der Zugang zum öffentlichen Leben ist fast unmöglich. So sind die Menschen auf die Gemeinschaftsunterkunft fixiert, sehen kaum eine Perspektive. Die Folge sind vor allem psychische Krankheiten wie Depressionen, Antriebslosigkeit bis hin zu physischen Krankheiten.
Frau Ingrid Laatz, Leiterin des Jugendmigrationsdienstes des CJD Waren verwies auf die zu geringe Koordination aller Behörden des nun grösseren Landkreises, um den Flüchtlingen effektiv zu helfen.

Zu den oben beschriebenen Schwierigkeiten kommen noch die fremdenfeindlichen Haltungen, zum Teil erwachsen aus der Angst, selbst noch weiter ins gesellschaftliche Abseits zu driften und zum anderen aus rassistischer Einstellung allem Fremden gegenüber.
Das Aktionsbündnis 8. Mai Demmin hatte sich gegründet, um die verbrecherische Interpretation des zweiten Weltkrieges durch die Neonazis aufzudecken und sich ihren Umzügen entgegen zu stellen. Mit dieser Veranstaltung wollte es einen Beitrag zur Sensibilisierung für die Gefahren, die aus Fremdenfeindlichkeit erwachsen, hinweisen
Ebenfalls an diesem 13. Oktober fand in Berlin der Protestmarsch von Flüchtlingen und Unterstützer_innen von Würzburg nach Berlin seinen Abschluss. Mit diesem Marsch protestierten die Menschen für die Abschaffung der rassistischen Gesetze, die Schliessung der Lager und den Stopp der Abschiebungen von Menschen in ihren oft sicheren Tod.
we will rise
Berichte von dem Marsch und von der Demonstration am 13.10. in Berlin finden sich hier und hier und hier, für den Teil des Marsches in MV hier

* nach „Kein Hüsung“ von Fritz Reuter