6. Mai: Demminer Kunstnacht

Zwei Tage vor dem Naziaufmarsch gibt es in Demmin ein schönes Fest, welches wir empfehlen können:
Die dreizehnte Demminer Kunstnacht. Das ganze Programm findet ihr hier

Hier das Programm vom Interkulturellen Cafe, Clara-Zetkin-Str. 16:

Kritik am Polizeiverhalten

Leider gab es auch beim letzten Naziaufmarsch am 1. Mai in Stralsund wieder unverhältnismäßiges Agieren der Polizei, wie ihr hier im Bericht der Demobeobachtung nachlesen könnt.
Das stundenlange Einkesseln von Demonstränt*innen durch die Polizei soll jetzt auch Thema im Landtag werden.
Der Landtagsbeschluss zur „Demonstrationskultur für Demokratie und Toleranz“, der wegen der Ereignisse in Demmin 2014 enstanden ist, dem zufolge Sitzblockaden „ein wirksames Mittel gegen rechtsextremistische Aufmärsche sein können“, scheint der Polizei nicht mehr bewußt zu sein.
Auch im letzten Jahr ist in Demmin eine Frau durch die Polizei so stark verletzt worden, dass sie ins Krankenhaus mußte.
Die Behörden sollten endlich aus ihrem Fehlverhalten lernen, damit es am 8. Mai in Demmin dieses Jahr nicht wieder dazu kommt.

Dazu hier noch ein Video aus dem letzten Jahr in Demmin:

„Licht vertreibt Schatten“ Am 8. Mai nach Demmin

Aufruf vom Aktionsbündnis „8. Mai Demmin“ für 2017
zur Teilnahme am Fest für den Frieden im Gedenken an den Tag der Befreiung vom Faschismus am 8. Mai 1945

„Licht vertreibt Schatten“ – das Motto des Friedensfestes geht zurück auf die Rede „Kraft zum Lieben“, die der amerikanische Bürgerrechtskämpfer Martin Luther King 1963 hielt.

Bürgerinnen und Bürger der Hansestadt und der Region,
machen Sie Licht,
feiern Sie mit uns das Fest des Friedens.
Und setzen Sie sich gegen den Marsch der NPD ein!

Die Mitglieder der NPD, die im Lichte diszipliniert erscheinen, agieren umso gefährlicher im Schatten. Nun wurde die Partei ein zweites Mal nicht verboten, aber das Bundesverfassungsgericht bescheinigte, dass ihr politisches Konzept die Menschenwürde missachte, mit dem Demokratieprinzip unvereinbar sei und eine „Wesensverwandtschaft mit dem Nationalsozialismus“ aufweise.

Die Politik setzte scheinheilig auf ein Verbot, um glauben zu machen, dass sie wirklich eine Auseinandersetzung führt. Die Justiz hat den Ball an die Zivilgesellschaft abgegeben, gegen diese Feinde der Demokratie aufzustehen.

Lasst uns diese Auseinandersetzung gemeinsam aufnehmen.

14.00 – 16.30 Uhr Friedensfest auf dem Marktplatz
17.00 Uhr Friedensgebet, St. Bartholomaei
17.30 Uhr Stadtspaziergang, Start am Marktplatz
ab 19 Uhr Mahnwachen an verschiedenen Punkten in der Stadt
ab 19 Uhr Fest am Hafen mit den Bands
Freaks Dynamite, Bremen
Lappalie & Konsorten, Rostock
Filmausschnitt „Der grosse Diktator“ von und mit Charlie Chaplin
Volxküche, Getränkestand

8. Mai Demmin: Infoveranstaltung in Rostock: Friedensdemo statt Nazi-Fackelmarsch

Nachdem es schon in anderen Städten Mobi-Veranstaltungen zum 8. Mai in Demmin gab: Heute ist eine in Rostock, weitere werden folgen. Mehr Infos zum 8. Mai folgen auf diesem Blog demnächst.

Tag der Befreiung vom Faschismus feiern statt mit Heldengedenken die Geschichte verzerren

Veranstaltung zum PolDo, 20.4., 19 Uhr; Peter-Weiss-Haus, Doberaner Strasse 21, 18057 Rostock

Seit der Landtagswahl im Herbst ‘16 gab es nicht mehr viele Naziaufmärsche. Nach dem Erfolg der AfD ist die NPD und deren rechtsradikales Umfeld dabei, sich neu zu orientieren. Aber jetzt zu den „klassischen“ Terminen wollen sie wieder laufen: am 1. Mai diesmal in Stralsund und am 8. Mai zum 10. Mal in Folge in Demmin. Wie die letzten Jahre wird es wieder viele Proteste und Aktionen geben.

In Demmin gibt es am Nachmittag vom 8. Mai das Fest von Vereinen und Organisationen auf dem Markt unter dem Motto: Licht vertreibt Schatten.

Nach dem Friedensgebet startet um 17.30 Uhr die breite Bündnisdemo gegen den Nazispuk am Markt und läuft den Nazis entgegen. Danach gibt es mehrere Mahnwachen in der Stadt und die Nazis werden mit Protest eingedeckt – auf und entlang ihrer Route.

Leider hat die Polizeiführung die letzten Jahre intensiv dafür gesorgt, dass der Naziaufmarsch sein Ziel erreichte. Hintergrund ist die Zerstörung von Demmin eine Woche vor dem 8. Mai 1945, als die rote Armee einrückte. Im Gegensatz zu Greifswald wurden in Demmin keine weißen Fahnen geflaggt, sondern einzelne Nazis kämpften immer noch gegen die einrückende Sowjetarmee. Demmin brannte und viele Bewohner begingen aus verschiedenen Gründen Selbstmord. Die Diskussion um die Wertung dieser Ereignisse ist immer noch ein breites Thema. Anfang der 90er wurde das Ganze in konservativen Kreisen intensiv reflektiert, das Ereignis der Zerstörung von Demmin als der Tiefpunkt der Geschichte dargestellt, und als es 10 Jahre später groß in den Medien war, wurde es von den Nazis aufgegriffen.

Bei unseren Aktionen wollen wir nicht nur auf die Vergangenheit eingehen, sondern auch neue Entwicklungen beleuchten und Geflüchtete aus verschiedenen Regionen der Welt sprechen über ihre aktuellen Kriegserfahrungen.

Wichtig ist, auch dieses Jahr wieder den Nazis entgegenzutreten. Also kommt am 8. Mai nach Demmin!

Mehr Infos zum 8. Mai folgen auf diesem Blog demnächst.


Die Bündnis-Demo am 8. Mai 2016

1. Mai: Vorbei ist vorbei – Stralsund bleibt bunt! Den Nazis entgegentreten

Weltoffenheit, Toleranz und Vielfalt ist das was wir mit Stralsund verbinden ! Doch anscheinend verbindet das nicht jede_r mit dieser Stadt…
Wie jedes Jahr versucht die rechtsextreme NPD den 1. Mai, den Tag der Arbeit, für ihre menschenverachtenden Ansichten zu missbrauchen und nutzt dabei die Ängste, Sorgen und Nöte der Bevölkerung schamlos aus.
Dieses Jahr ist Stralsund ihr Ziel. Mit einem Marsch durch die stralsunder Altstadt versucht sie, ihre rassistisch- nationalistischen Inhalte unter die Leute zu bringen.
Lasst uns gemeinsam ein Zeichen setzten und zeigen, dass Rassismus, Nationalismus und rechtes Gedankengut weder in Stralsund noch anderswo Platz findet.
Aus diesem Grund rufen wir dazu auf am 1. Mai ab 11 Uhr zur Kundgebung am Theaterplatz zu kommen.
Danach wird es innerhalb der Altstadt an verschiedenen Punkten Mahnwachen geben. Dort habt ihr die Möglichkeit euren Protest Ausdruck zu verleihen und den Nazis den Marsch und somit ihren Tag zu vermiesen.

Für ein weltoffenes und solidarisches Stralsund!

mehr Infos unter: https://www.facebook.com/1mhst/

Vortrag am 26.4.: Parteienverbote in der Demokratie: Problemlösung oder politische Verdrängung? Politische Kontroverse um das NPD-Urteil des Bundesverfassungsgerichts

Vortrag von und Diskussion mit Dr. Rolf Gössner zum Thema

„Parteienverbote in der Demokratie:
Problemlösung oder politische Verdrängung?“

Politische Kontroverse um das NPD-Urteil des Bundesverfassungsgerichts

Mittwoch, 26. April 2017, 19 Uhr,
im Lübecker Speicher, Demmin

Ende Januar ist das Verbotsverfahren gegen die NPD ein zweites Mal gescheitert. Mit dieser Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts kann die neonazistische Partei zwar künftig darauf verweisen, dass sie nicht verboten sei, doch das Gericht stellt ausdrücklich fest, dass das politische Konzept der NPD die Menschenwürde missachtet, mit dem Demokratieprinzip unvereinbar ist und eine „Wesensgemeinschaft mit dem Nationalsozialismus“ aufweist. Allerdings sei die NPD als Kleinstpartei mit wenig Kapazität, Resonanz und Wählerstimmen nicht wirkkräftig genug, um ihre verfassungsfeindlichen Ziele auch erfolgreich durchsetzen zu können, und daher mangels Wirkkraft zu unbedeutend, um ein Verbot zu rechtfertigen.
Welche Auswirkungen das Urteil des Bundesverfassungsgerichts für den Umgang mit der Partei haben wird, ist noch nicht abzusehen. Es darf jedenfalls nicht passieren, dieses Urteil als „Persilschein“ für die NPD misszuverstehen. Darüber hinaus stellt sich aber grundsätzlich die Frage, ob Parteiverbote taugliche Instrumente einer sich als „wehrhaft“ bezeichnenden Demokratie sein können. Wie sind staatliche Parteiverbote in einer freiheitlichen Demokratie überhaupt zu bewerten? Handelt es sich um einen wirksamen Ansatz und Bestandteil einer antifaschistischen Problemlösung oder eher um Symbol- und riskante Verdrängungspolitik?
Setzt ein Zurückdrängen menschenverachtenden Gedankenguts und rassistischen Verhaltens nicht in weit stärkerem Maße eine aktive zivilgesellschaftliche und bürgerrechtliche Auseinandersetzung voraus, die sich auch an die gesellschaftlichen Ursachen und Bedingungen der Problematik heranwagen müsste? Müssten im Fall von neonazististisch-rassistischer Gewaltorientierung und strafbaren Handlungen Polizei und Justiz nicht viel stärker in die Pflicht genommen und gesellschaftlich kontrolliert werden?
Diesen und weiteren gesellschaftlichen, verfassungs- und bürgerrechtlichen Fragestellungen widmet sich Dr. Rolf Gössner in seinem Vortrag und und in der anschließenden Diskussion.

Der Referent, Dr. Rolf Gössner, ist Rechtsanwalt in Bremen, Publizist, Vorstandsmitglied der Internationalen Liga für Menschenrechte (Berlin), Stellv. Richter am Staatsgerichtshof der Freien Hansestadt Bremen und Mitherausgeber des „Grundrechte-Report“, der jährlich die Lage der Bürger- und Menschenrechte in der Bundesrepublik kritisch unter die Lupe nimmt.

Proteste zum politischen Aschermittwoch der CDU

Über 50 Menschen demonstrierten gestern vor dem Hotel Trebeltal gegen die Abschiebung in Krisengebiete, statt dessen die wirklichen Fluchtursachen zu bekämpfen und nicht nur Symptome anzugehen, sowie das Leid an den Grenzen von Europa zu beenden. Im Hotel zelebrierte die CDU mit Merkel, de Maizière, Caffier und den anderen, welche die aktuelle Flüchtlingspolitik zu verantworten haben, ihren politischen Aschermittwoch.
Außen auf der Kundgebung sprach unter anderem ein Afghane, der als Übersetzer für die NATO gearbeitet hat und dessen Ex-Frau von den Taliban entführt und umgebracht wurde. Eine seiner Tochter musste er auch von den Taliban freikaufen. Aber er hat keine Erlaubnis, seine Kinder nach Deutschland zu holen.
Auf der Kundgebung waren neben den Afghanen auch Menschen aus Mauretanien, Syrien und anderen Ländern.

Am 8. März geht es weiter mit den Protesten vor dem Landtag in Schwerin. In der Landtagssitzung ist die Flüchtlingspolitik dann Thema und es wird ab 8 Uhr einen Infotisch mit Einladung an die Verantwortlichen zum Gespräch geben und ab 17 Uhr eine Kundgebung: http://afghanistanmv.blogsport.eu/protest/aktionen-zur-landtagssitzung-am-8-maerz/

Info-Blatt: Findet wirklich eine ausreichende Einzelprüfung vor den Abschiebungen statt?

Gleiche Rechte für alle Menschen

Warum gibt es fast keine legale Möglichkeit für Geflüchtete nach Europa zu kommen? Auch viele in der SPD stellen sich diese Fragen wie Gesine Schwan Doch bis jetzt wird die Abschottung von Europa weiter ausgebaut, dafür braucht es nicht einmal Trump.
Zeigen wir morgen am Aschermittwoch Angela Merkel und Lorenz Caffier, dass ihr aktuelles Agieren die Probleme nur verschärft, nicht verbessert.

Ein kleiner Erfolg der Proteste gegen die Abschiebungen nach Afghanistan ist vielleicht dadurch erkennbar, dass keiner der drei Extra-Flieger, die seit Mitte Dezember losgeflogen, vollbesetzt war und jedesmal weniger Menschen abgeschoben werden konnten, im letzten waren es nur 18 von 50.

Beim Diskutieren auf der Strasse hört mensch immer wieder das Argument, dass die Geflüchteten nur kommen, um von unserem „hart erarbeiteten Wohlstand“ was abzubekommen. Die Zeit der Kolonisation wird oft ausgeblendet. dabei hat die nicht nur bestehende Sozialstrukturen in den besetzten Ländern zerstört. Die wirtschaftliche Ausbeutung hält bis heute an, schon durch die geringen Löhne wie in der Textilindustrie oder durch die Erze, die Europa sehr billig einkaufen kann. Dadurch konnte sich in anderen Teilen der Welt kaum eine Wohlstand in der Bevölkerung entstehen.

Weitere Infos:
http://facebook.com/afghanistanmv/
http://50ausidomeni.de/

Kundgebung am Aschermittwoch in Demmin: Keine Abschiebung in Kriegsgebiete! Flüchtlingsleid an den Grenzen von Europa beenden!

Geflüchtete kommen nicht ohne Grund nach Europa. Weltweit gibt es immer mehr Kriege. Nicht nur in Afghanistan ist die Situation unsicher. Mali und weitere Staaten sind dauerhaft im Kriegszustand. Menschen fliehen aber auch aus Staaten, in denen Menschenrechtsverletzungen Standard sind. Die wirtschaftliche Lage wird in Afrika durch die Handelsverträge mit der EU verschlimmert. Klimaveränderungen werden weltweit spürbar. Die Lebensgrundlage in vielen Regionen der Welt sinkt. Primär sollten Fluchtursachen bekämpft werden, derzeit findet aber nur ein Flüchtlingsmanagement statt. Lösungen müssen gefunden werden, aber nicht auf dem militärischen Weg. Dadurch werden die Konflikte nur angeschürt.

Vor 80 Jahren waren auch in Europa viele Menschen auf der Flucht, um ihr Leben zu retten. Asylrecht ist ein Ergebnis aus diesen Erfahrungen und darf nicht noch weiter aufgehoben werden.
Derzeit sind die Bedingungen schon so verschärft worden, dass kaum ein Flüchtling eine Chance auf Asyl hat. Die neue Dublin-Verordnung soll es noch schwerer machen.
Auf der Suche nach Sicherheit scheitern sie an den Außengrenzen von Europa, hängen auf der Balkanroute unter widrigen Bedingungen fest oder sterben im Mittelmeer. Die wenigen, die es nach Europa schaffen wird oft die Familienzusammenführung erschwert oder unmöglich gemacht. Statt dessen werden Menschen, die hier Wurzeln geschlagen haben, in ein unsicheres Umfeld abgeschoben.

Geflüchtete, die in Griechenland unter menschenunwürdigen Bedingungen leben, können in MV noch genug leerstehende Wohnungen finden. Deutschland hat schon vor drei Jahren zugesagt, Griechenland zu entlasten, umgesetzt wird es aber nur schleppend (Relocation Programme).

Innenminister Caffier: Stoppen sie die Abschiebungen nach Afghanistan und in andere Kriegsgebiete. Sie haben die Möglichkeit dazu.

Kommt zur Kundgebung am 1.3.2017 von 15 Uhr bis 17 Uhr vor dem Hotel Trebeltal, Ecke Meyenkrebs/Klänhammer Weg, 17109 Demmin


Demminer*innen waren auxh anwesend bei der Kundgebung am 11.2. in Rostock

Erster Eindruck von der Mahnwache gegen Abschiebung von heute

Heute waren 50 Menschen auf der Mahnwache in Demmin gegen die Abschiebung nach Afghanistan.
In den Reden wurde darauf eingegangen, dass es nicht nur um Afghanistan geht, sondern dass es auch in anderen Staaten Bürgerkrieg gibt, aber die Regierung trotzdem dorthin abschieben will. Am Rande gab es leider wieder die üblichen Pöbeleien von Autofahrer*innen, die meinten, das Pack soll nicht vor dem Krieg fliehen sondern kämpfen. Doch Krieg ist immer schrecklich.

Hier ein kurzer Eindruck:

Eindrücke von den anderen Mahnwachen in MV gibt es hier: http://afghanistanmv.blogsport.eu/

Mahnwachen gegen Abschiebungen nach Afghanistan am 14.1.

Trotz Krieg und Bundeswehreinsatz in Afghanistan hob am 14.12.16 der erste Flieger nach Afghansistan in Hamburg ab, um Flüchtlinge zurück zu bringen. Doch die Sitution in Afghanistan ist nicht dafür geeignet, dass Menschen dort sicher leben. In der Bundesregierung ist es anscheinend aber gerade wichtig, die Flüchtlinge los zu werden, weil die Rassist_innen laut geworden sind. Also werden Grundsätze und Erfahrungen aus der Geschichte vergessen und fleißig der Weg zur Abschiebung bereitet.

Dagegen rührt sich Widerstand und am Samstag sollen an 14 Orten in MV Mahnwachen stattfinden.
In Demmin gibt es eine Mahnwache von 10 Uhr bis 11 Uhr auf dem Luisenplatz .

Weitere Infos zu den Landesweiten Mahnwachen, organisiert von vielen Gruppen, koordiniert vom Flüchtlingsrat MV, findet ihr hier:

http://afghanistanmv.blogsport.eu/

https://www.facebook.com/afghanistanmv/?hc_ref=PAGES_TIMELINE&fref=nf

„Afghanistan ist nicht sicher. Die deutsche Regierung schließt ihre eigene Botschaft und gibt Reisewarnungen für Deutsche heraus. Uns schickt man aber dorthin zurück. Sind unsere Leben weniger schützenswert?“, so Mohamed, Aktivist im Netzwerk.

Party am 2. Weihnachtsfeiertag im interkulturellen Café

Gemeinsam vielfältig essen, tanzen, musizieren, spielen… wollen wir am 2. Weihnachtsfeiertag, 26.12.
Und so ein wenig Farbe in den grauen Alltag bringen – Kleinstadt beleben.

Offen einander zuhören, auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind. Gedanken austauschen. Geschichten erzählen, und dabei auch die Schwierigkeiten ansprechen ist Programm im Café zu den Öffnungszeiten an jedem Freitag.
Unsere Gesellschaft basiert auf den Menschenrechten und das aus vielen Gründen und Erfahrungen. Hass bringt uns nicht weiter. Doch wie wird die Welt friedlicher? Jeder Einzelne kann in kleinem Rahmen in seinem Wohnumfeld mit Toleranz und Verständigung etwas dazu beitragen anstatt das gesellschaftliche Zusammenwachsen zu gefährden.

Eingeladen sind alle:
Weihnachtsgäste, die vielleicht früher einheimisch waren, neugierige Zugezogene, ehemalige Flüchtlinge und Einheimische, die ein wenig Abwechslung wollen.

Live Musik mit Bob Beeman (Folk, Soul, Blues), sowie DJ Samir
Kochcrew: „Fläming Kitchen“

Kommt ins interkulturelle Café am Montag, 26.12.2016 ab 16 Uhr, Demmin, Clara-Zetkin-Str. 16, in den Räumen des Vereins Demminer Bürger e.V.

Anmerkung: Am 23.12. ist das Café nicht geöffnet!

Abschiebungen stoppen! Fluchtursachen bekämpfen! Demo am 26.11. in Rostock

Viele erinnern sich bestimmt an die Situation vor einem Jahr, als Millionen Menschen gezwungen waren aus ihren Heimatländern zu fliehen. Für tausende war Rostock eine Station ihrer Fluchtroute; viele machten sich über den Fährhafen weiter auf den Weg nach Skandinavien. Diese und zahlreiche weitere Schutzsuchende sollen nun zurückgeführt und in ihre Erstaufnahmeländer, oder direkt zurück in den Krieg, abgeschoben werden. Menschlichkeit sieht anders aus!
Ob von islamistischen Gruppen terrorisiert, wegen der ethnischen Herkunft vom sozialen und wirtschaftlichen Leben ausgegrenzt oder von internationalen Konzernen ausgebeutet – für ein menschlicheres Leben bietet sich keine andere Perspektive als die Flucht.
Bleiben darf, wer profitabel ist. Alle anderen werden zurück ins Elend geschickt. Es wird wohl nicht lange dauern, wenn von „Rückführungen“ betroffene Geflüchtete am Fährhafen ankommen und mit ziemlicher Sicherheit direkt über den Flughafen Rostock-Laage weiter geschoben werden. Solch einer Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit werden wir nicht tatenlos zuschauen.
Fordert mit uns ein „Bleiberecht für alle!“ – bis kein Mensch mehr zur Flucht gezwungen ist und bis sich alle niederlassen können wo sie wollen!

Refugees welcome!

Kommt zur Demo am Samstag, 26.11. von 13:00 – 17:00 Uhr
Start: Rostock Hbf

Kein „Heldengedenken“ in Waren/Müritz!

Nach dem Vorbild der NSDAP und Wehrmacht – die im Jahre 1934 den Volkstrauertag zum „Heldengedenktag“ umfunktionierten und fortan nicht mehr den Toten des ersten Weltkrieges gedachten, sondern ihre „Helden“ feierten – hat sich die hiesige Neonaziszene für den 12.11.2016 mit einem Trauermarsch in Waren/Müritz angekündigt.

In unmittelbarer Nähe des Gedenksteins der gefallenen Soldat_innen der zwei Weltkriege, befindet sich ein Mahnmal der 224 im KZ Retzow-Waren ermordeten antifaschistischen Widerstandskämpfer_innen. Wir werden kein „Heldengedenken“ in unmittelbarer Nähe eines Mahnmals für ermordete Antifaschist_innen zulassen. Wir werden keine Glorifizierung von und durch Faschist_innen zulassen.

Lasst uns gemeinsam mit unseren Genoss_innen aus Waren/Müritz das „Heldengedenken“ vermiesen und das Widerstands-Mahnmal vor Übergriffen schützen! Für eine freie und solidarische Gesellschaft, gegen Geschichtsrevisionismus, Glorifizierung und Folklore.

Kein Vergessen den NS-Opfern!
Kein Vergeben den NS-Täter_innen!

12. November 2016 // 16 Uhr // Parkfläche neben dem Mahnmal für die ermordeten Widerstandskämpfer_innen // Kietzstraße, Waren (Müritz)

Der erste Tag vom interkulturellen Café

Gestern gingen um 15 Uhr die Tür auf und verschiedene Menschen aus Demmin trafen sich zum Kaffeetrinken, Austauschen, Spielen und Lachen. Wie erwartet kamen noch nicht die Massen, aber es war ein schöner Anfang in den Räumlichkeiten des Vereins der Demminer Bürger e.V.

Die Stimmung war gut, bei den Geflüchteten und genauso bei den Hiergebliebenen („Einheimischen“). Es war ein Kommen und Gehen. Auch unerwartete Besucher*innen kamen und waren angetan von den Möglichkeiten, die sich vor Ort bieten und wollten Freunde für den nächsten Freitag dazu einladen. Unvermeidlicherweise liefen auch die lokalen Nazis die Straße entlang um von außen zu sehen was los ist.
Das interkulturelle Café gibt es jeden Freitag von 15 Uhr bis 19 Uhr in der Clara-Zetkin-Str. 16 in Demmin, weitere Öffnungszeiten und Angebote sind in Planung.

Bericht von gestern: Menschenrechte kennen keine Grenzen – Refugees welcome!

Gestern kamen ca. 40 Menschen zur Kundgebung, um sich solidarisch mit allen Opfern rechter Gewalt zu zeigen und sich gegen den sich ausbreitenden Rassismus zu wehren. Aus allen Fraktionen im Rathaus, also von SPD, CDU, UWG und Linke waren Stadtverordnete anwesend.

Zu Beginn wurde reflektiert über die Übergriffe der letzten Zeit in Demmin. Viele Übergriffe werden als nicht fremdenfeindlich eingestuft, wie es beispielsweise beim Vorfall auf dem Boltzplatz zuerst der Fall war.
Ein Geflüchteter sprach: „Wir sind friedlich und kamen hierher um in Sicherheit zu leben. Wir mussten leiden, als wir durch die Zustände gezwungen wurden, unser Land zu verlassen. Lasst uns nicht noch einmal leiden durch euren Rassismus.“

Auf der anderen Straßenseite standen zwei Dutzend beobachtende Menschen, die sehen wollten was abgeht. Dazwischen einige Figuren aus dem rechten Spektrum, die die Lage checken wollten.

Auszug aus einer vorgetragenen Rede von Menschen aus Greifswald: „Es kann nicht sein, dass viele Menschen nicht einkaufen gehen können, ohne von fremdenfeindlichen Sprüchen begleitet zu werden. Selbst klare Gewaltandrohungen bis zu Gewaltattacken sind mittlerweile gnadenloser Alltag. Immer wieder gibt es dabei auch zahlreiche Angriffe, wie am 22.12.2015, wo in Tutow zu einem Brandanschlag gegen die Wohnung einer freiwilligen Helfer_in , die in den Geflüchtetenunterkünften hilft, kam. Diese und weitere Beispiele zeigen auf, wohin Alltagsrassismus und ständige Hetze führen. Es darf zu keinem „Lichtenhagen 2.0“ kommen!! Wir, und das sind WIR ALLE, müssen JETZT aufstehen und handeln, statt wegzuschauen und rechte Ideologien und Übergriffe als Normalität zu tolerieren.“

Leider kommt es auch in anderen Stellen von MV zu heftigen Übergriffen. Am Freitag gab es in Schwerin eine vorbereitete Aktion von rechten Schlägern, einige auch aus Jamel. In der Innnenstadt drängten mehr als 30 von ihnen 10 Ausländer in eine Falle um sie zusammenzuschlagen.

Eine Person aus Neubrandenburg wies darauf hin, dass am 8.10. in Neubrandenburg ein Zeichen der Solidarität mit allen Betroffenen des Anschlags vom letzten Wochenende und allen Betroffenen rassistischer Gewalt gesetzt werden soll. Kommt um 14 Uhr zum Platz der Familie, NB-Datzeberg.

Viele Menschen aus Demmin unterstützen/helfen regelmäßig die Flüchtlinge. Kontinuierlich an den Schwierigkeiten zu arbeiten und Vorbehalte gegenüber Geflüchteten abzubauen ist wichtig. Musik, Sport und Kochen verbindet die Menschen und so öffnet am 14.10. zum ersten Mal das interkulturelle Cafe bei den Demminer Bürgern, Clara-Zetkin-Str. 16 in Demmin. Das Cafe soll jeden Freitag von 15 Uhr bis 19 Uhr geöffnet sein. Weiteres ist in Planung.

Menschenrechte kennen keine Grenzen – Refugees welcome!

Hier der Link zum Nordkurierartikel

Solidarisch mit den Opfern! Gegen rechte Gewalt und gegen Rassismus!

Die Kundgebung am Mittwoch ist dazu gedacht, die Atmosphäre in der Stadt zu ändern, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und die Fremdenfeindlichkeit im Keim zu ersticken.
Es gibt seit einer Woche keine neuen heftigen Vorfälle in Demmin, aber der Alltagsrassismus in der Stadt ist spürbar und wir wollen weitere Vorfälle verhindern.

Viele Politiker hetzen weiter gegen Geflüchtete, vorneweg die AfD. Sie versucht auf legalem Weg an die Macht zu kommen – dann will sie „aufräumen“, „ausmisten“ und „Politik nur für das Volk machen“. Wer diese Rhetorik verharmlost, macht sich mitschuldig. Das heizt die Schläger und Brandstifter an. In der Nacht von Samstag auf Sonntag gab es in Neubrandenburg einen Brandanschlag vor der Wohnung einer syrische Familie. Die Hintergründe sind noch nicht klar, vermutet wird Fremdenfeindlichkeit.

Am Mittwoch, 5.10.2016 treffen wir uns zur Kundgebung um 18 Uhr in Demmin auf dem Luisenplatz (beim Luisenturm an der Clara-Zetkin-Str.).

Infotelefon: 0160-6208018

Für Menschlichkeit und Toleranz statt Fremdenhass und Gewalt

Rechtsextremisten und Rassisten werden in Deutschland immer häufiger gewalttätig. Von Januar bis Mitte September registrierte die Polizei bereits 507 Fälle fremdenfeindlicher Gewalt. Damit hat sich die Zahl gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt. Insgesamt wurden in den ersten achteinhalb Monaten des Jahres mehr als 1800 politisch motivierte Straftaten gegen Asylbewerber und Flüchtlinge registriert. Neonazis und Asylgegner legten in diesem Jahr schon 78 Mal Feuer, die Polizei zählte sieben Tötungsdelikte.
Trotz der massiven Zunahme rechter Gewalt stufen die Behörden nur 20 Rechtsextremisten als „Gefährder“ ein. Zum Vergleich: Bundesweit sind 520 islamistische Gefährder registriert. Da klafft im rechten Bereich ein gewaltiges Loch zwischen der Anschlagswirklichkeit und der Zahl derer, die man real im Fokus hat.

In MV haben sich die Straftaten in diesem Bereich verdreifacht. Mehrere fremdenfeindliche, gewalttätige Vorfälle gab es in letzter Zeit in Schwerin. Dort soll nun ein neu gegründetes mobiles Team dagegen vorgehen.

Auch in den Straßen von Demmin ist das zu spüren und es gibt es vermehrt Vorfälle, hier ein paar Beispiele: Am Nachmittag des 29.8. haben zwei Frauen und ein Mann, alle drei betrunken und polizeibekannt, in der Treptower Straße in Demmin zwei afghanische Frauen beleidigt, das Kopftuch runter gerissen und ins Gesicht geschlagen. Grund: Fremdenhass. Die Afghaninnen wurden leicht verletzt und mussten zur Behandlung ins Demminer Krankenhaus. Siehe auch den Nordkurierartikel dazu.
Am 20.9. wurde im Sky-Markt eine Demminerin, deren Partner einen Iraner ist, von einer der Frauen, die schon beim ersten Vorfall dabei war, im und vor dem Sky-Markt mit „Ausländerschlampe“ und weiterem beleidigt Später kam noch die Drohung: „Ich verprügele dich und deine Kinder.“ Siehe auch den Nordkurierartikel dazu.

Sonntag, 25.9. ist ein Gruppe von Syrer auf dem roten Fußballboltzplatz bei der Pestalozzi-Schule am Spielen. Zwei Autos mit Rechten fahren vollbesetzt vor und steigen aus. Einer geht auf einen Syrer zu, trägt dabei komische Sprüche vor und gibt dem Syrer einen Schlag in den Bauch. Dann sagt er, sie sollen hier verschwinden, Fußballspielen sei vorbei. Schon in der Zeit davor saßen die Deutschen öfter auf dem Platz beim Bier trinken und wurden dabei beobachtet, wie sie die Flaschen zerstört und die Scherben auf dem Platz verteilt haben, um das Fußballspielen zu stören.

Rassistische Pöbeleien sind leider Alltag in Demmin. Aus Gruppen heraus werden oft fremdenfeindliche Parolen ausgestoßen gegen Nicht-Deutsche, die an der Gruppe vorbei laufen. Deswegen trauen sich auch Frauen mit Migrationshintergrund nicht alleine auf die Straße.
Angefeuert werden die Rassisten_innen durch fremdenfeindlichen Sprüchen aus der Politik und sie fühlen sich motiviert von den Erfolgen der AfD. Doch Flüchtlinge aufnehmen ist ein Zeichen der Menschlichkeit. Auf der Flucht haben sie schon genug Schreckliches erlebt und brauchen unsere Hilfe. Wehren wir uns gegen die rassistische Hetze und fremdenfeindliche Gewalt.

Wichtig ist schon im Alltag gegen die Pöbeleien direkt den Mund auf zu machen. Denn wenn es da schon Widerspruch gibt, trauen sie sich weniger, noch aggressiver zu werden. Und falls irgendwer Übergriffe sieht hilft es oft, mit anderen zusammen dazwischen zu gehen um die Situation zu deeskalieren.

Kommt zur Kundgebung am 5.10.2016 um 18 Uhr in Demmin auf dem Luisenplatz (beim Luisenturm an der Clara-Zetkin-Str.)

Pastörs und die Scheiße

Udo Pastörs wollte an die Gegendemonstrierenden heute in Demmin Handzettel verteilen, aber das kam nicht gut an:

Von den Reden von Udo Pastörs kann hier leider wenig berichtet werden, weil die Protestierenden zu viel Lärm machten. Das meinte zumindest das Ordnungsamt MSE, weit bekannt durch sein kreatives Engagement.
Es waren ca. 10 Menschen im NPD-Dress anwesend und 10 weitere hörten zu. Ca. 30 zählte die Seite, die nichts mit Rassismus am Hut hat.
Nur Lärm bringt es aber auf die Dauer nicht. Das nächste mal sind die Protestierenden noch kreativer, war aus der Menge zu hören.

In Anklam gab es danach gegen die NPD genauso lautstarke Proteste. Dort war dann festzustellen, dass die NPD große Teile ihres Puklikums – einfach gestrickte Männer in Jogginghosen – zu den Protesten mitbringt, denn viele waren die Selben wie in Demmin.
Und parallel gab es zahlreiche Proteste bei den Infoständen der NPD in Greifswald

Bericht vom Nordkurier

Gemeinsam gegen Rassismus!

auch wenn jetzt anscheinend gleich Udo Pastörs in Demmin spricht, für den wahrnehmbaren Rechtsruck in der Politik steht die AFD, deswegen unterstützen wir Neubrandenburg Nazifrei bei ihrem Protest übermorgen:

Gemeinsam gegen Rassismus!

Am kommenden Freitag, den 12. August um 18 Uhr will die selbsternannten „Alternative für Deutschland“ eine Kundgebung auf dem Neubrandenubrg Marktplatz abhalten.
Zuletzt hat der Kreisverband bereit klar und deutlich gezeigt, dass sie beim Rechtem Flügel ihrer Partei angesiedel ist, indem sie André Poggenburg (Mitglied des Bundesvorstandes der Partei und Sachsen-Anhaltinischen Fraktions- und Landesvorsitzenden) zur Vorstellungsrunde der Neubrandenburger Direktkandidaten eingeladen hatte. Nun folgt die nächste Einladung eines rechten Hardliners innerhalb der Patei, Björn Höcke aus Thüringen.
So sagte Höcke auf einer Kundgebung am 30.09.15 in Erfurt:
„Ich will, dass Deutschland nicht nur eine tausendjährige Vergangenheit hat. Ich will, dass Deutschland auch eine tausendjährige Zukunft hat.“

weitere Infos und Treffpunkte unter:
http://nbnazifrei.de/nb1208-der-afd-widersprechen/

10.8. um 12.30 in Demmin: Die NPD entlarven, damit sie nicht wieder in den Landtag einzieht!

Da die NPD um den erneuten Einzug in den Landtag bangen muss, will sie mit krassen Sprüchen auf sich aufmerksam machen. Morgen ab 13 Uhr will sie für eine Stunde auf dem Markt wieder ihre Hetze abgeben. Hauptthema werden wohl wieder die Flüchtlinge sein. Oft verstecken sie sich hinter populistischen Forderungen, doch die NPDler wollen die Demokratie abschaffen und einen Staat mit Führerstruktur, alles Andersdenkende soll ausgemerzt werden, wie damals.

Ab 12.30 ist eine Mahnwache vom Aktionsbündnis auf dem Markt angemeldet.
Auch einige Menschen aus der Stadtspitze wollen sich wieder gegen rechts positionieren.
Wir freuen uns über weitere Unterstützung von Menschen, die sich gegen Faschismus und Rassismus wehren.

So ählich wird es dann wohl morgen auf dem Markt aussehen:

NPD-Mini-Kundgebung am Montag, 17.03.2014, auf der anderen Seite zahlreiche Protestierende

NPD-Kundgebung am Mittwoch, 10.8. in Demmin

Der Wahlkampf läuft auf vollen Touren. Auch die NPD will jetzt nach Demmin kommen: am Mittwoch, 10.8.2016 von 13 – 14 Uhr soll es eine Versammlung auf dem Markt geben. Bei so kurzer Versammlungszeit deutet das auf eine Minikundgebung ohne marschieren hin. Aber auch das sollte nicht unkommentiert bleiben.
Also achtet auf weitere Ankündigungen!

Entschlossen gegen den rechten Spuk

Mehr als 500 Menschen zeigten in zwei Demonstrationen und fünf Mahnwachen, dass sie den Nazis am 8. Mai nicht die Straße überlassen. Themen waren die Lebenssituation der Asylbewerber_innen (es sprach eine Frau aus dem Iran), die Kriegseinsätze und Waffenexporte von Deutschland und der Naziterror, den Bürgerwehren und Schläger auf die Straße tragen.

Um die 200 Nazis spulten ihren Trauermarsch wie eine Pflichtübung ab. Petereit und noch einer hielten Reden, die schon im Abstand von 10 Meter nicht mehr zu hören waren. Und der Pathos, der ihnen sonst so wichtig ist, war nicht zu spüren.

Unverhältnismäßig und ruppig war mal wieder das Verhalten der Polizei. Wie leider bei vielen Naziaufmärschen üblich wurden die Grundrechte von Gegendemonstrierenden stark eingeschränkt: Einkesselung im Gartenbereich weit ab der Strecke. Viele Pfeffersprayeinsätze, die jedes mal Verletzte produzieren sowie teilweise gegen bestätigte Versammlungen eingesetzt werden. Oder das Polizeibeamte einfach so präventiv abschrecken und dadurch Meinungsäußerung im Keim ersticken. Gegenprotest wird als störend tituliert.

Wir werden jedenfalls auch am nächsten 8. Mai mit neuen Ideen auf die Straße gehen, um uns den Nazis engegenzustellen.

Weitere Berichte folgen die Tage.

Farbe bekennen gegen rechtes Gedankengut am 8. Mai in Demmin

Neo-Nazis verbreiten Schrecken im Land, zünden Flüchtlingsheime an, streben nach einem starken Reich mit einem Führer. Sie setzen auf die Angst vor dem Fremden. Nach außen geben sie sich populistisch. In den letzten Monaten stiegen die Umfragewerte der Parteien am rechten Rand. Dagegen gilt es aufzustehen, sich einzusetzen für eine offene, freie Gesellschaft.
Heute marschieren die Neo-Nazis wieder in Trauer geordnet und wollen die Geschichte verdrehen. Seit 2006 gedenken sie an Tötungen und Vertreibung der Deutschen 1945 und verlieren dabei die Ursachen aus dem Blick. Deutschland hatte den Krieg 1939 begonnen und seit der Machtergreifung 1933 viele Juden, Sinti und Roma, Andersdenkende terrorisiert und umgebracht. Demmin war eine Hochburg der Nazis, mehr als 2/3 der Bevölkerung wählte 1932/1933 faschistisch. Der Antisemitismus war so groß, dass schon Mitte 30er der viele Juden flohen. Viele autoritäre Strukturen waren nach der Kaiserzeit ungebrochen am Werk und bauten ihren Einfluss in der Weimarer Republik weiter aus.
Früher wie heute gab es viele Flüchtlinge, die in Demmin ankamen. Viele Flüchtlinge kamen nach dem 2. Weltkrieg an. Damals wurden die Ankommenden an vielen Stellen als „Polaken“ ausgegrenzt, sind aber heute normaler Teil der Gesellschaft. Die Großeltern viele Menschen heute waren damals Flüchtlinge. Wirtschaftliche Flucht weg aus der Demminer Region gab es beispielsweise von 1863 bis 1881, als 1/3 der Bevölkerung auswanderten oder nach 1989.

Bei den letzten Naziaufmärschen in MV wurden die Rechte von Demonstrierenden oft stark eingeschränkt, damit die Neo-Nazis ungehindert laufen konnten. Protest wird oft in die Nebenstraßen abgeschoben und unrechtmäßig festgesetzt. Dies widerspricht dem gemeinsamen Landtagsbeschluss nach den Ereignissen vor zwei Jahren am 8. Mai in Demmin. Wir werden die Ereignisse an diesem 8. Mai auswerten und gegebenenfalls juristisch klären lassen

Stellen wir uns den Neo-Nazis entgegen! Rollläden runter lassen reicht nicht!

Musik-Flashmob

Was soll der Flashmob?
Brandanschläge auf Flüchtlingsheime. Messerattacken und Steinwürfe gegen Asylsuchende. Ein kleiner Auszug aus einer langen Liste. Denn auch vor unserer Haustür in Mecklenburg-Vorpommern entlädt sich wöchentlich der rassistische Hass gegen Geflüchtete. Menschen verlassen ihre Heimat nicht freiwillig. Sie entrinnen Gewalt, Zerstörung und Tod. Sie wollen in Deutschland ein neues Leben in Frieden und Freiheit beginnen. Doch wiederum fürchten sie um ihr Leben. Und die AfD zieht mit einem deutschnationalen Wahlkampf in ost- und westdeutsche Landtage ein. Die Nazis versammeln sich alljährlich zu Fackelmärschen und „Gedenkversammlungen“ in Demmin und anderswo, um ihr rassistisches und rechtsradikales Gedankengut zu verbreiten.
Es reicht! Wir dulden keine weiteren Opfer und keine weiteren Anfeindungen von Geflüchteten. Dafür gehen wir auf die Straße und singen, weil wir glauben, dass wir nur mit friedlichem, aber lautem Protest etwas erreichen können. Und wir sind nicht alleine: In Demmin gehen am 8. 5. viele Menschen gegen Rechtsradikalismus und Fremdenhass auf die Straße. Sei dabei!

Warum genau dieses Lied?
Dieses Traditional stammt aus der Bürgerrechtsbewegung der 1960er Jahre in den USA, als die schwarze Bevölkerung für gleiche Rechte kämpfte. Ähnlich ist es heute mit den Geflüchteten, die sich auf das Asylrecht in unserer Verfassung und die von Deutschland unterzeichnete Genfer Flüchtlingskonvention beziehen. Gewähren wir ihnen Schutz und Hilfe, auf dass sie in eine friedliche Welt kommen!

Reichen wir uns für gegenseitige Toleranz die Hände und singen gemeinsam „We shall overcome“!

Aktionskarte, Ticker und Infotelefon für den 8.5.2016

Infotelefon ab dem 8. Mai 15 Uhr: 0160-62 080 18
Ermittlungsausschuss: 0157 337 30 212

Twitter-Hashtag:: #8mDM

Ticker: https://www.aktionsticker.org/
https://twitter.com/#!/demminnazifrei
Antifa-Ticker: https://twitter.com/nonazisdm

Friedensdemonstration: Start um 17.15 Uhr am Marktplatz
Mahnwachen von verschiedenen Organisationen starten ca. 18 Uhr
Antifademo startet um 17 Uhr am Bahnhof

Die Neo-Nazis haben ihren Treffpunkt am 8. Mai in Demmin um 19.00 Uhr am Parkplatz vom Stadion. Das Ziel vom Naziaufmarsch bleibt wie in den letzten Jahren die Kundgebung im Hafen, zum Gedenken an die deutschen Toten von 1945.
Die genaue Nazi-Route für 2016 ist nicht bekannt, und wird es vermutlich auch nicht, aber Start und Ziel sind klar. Dazwischen haben sie oft die Straßen genommen, die frei sind.

Und schaut euch den Brölliner Aktionskonsens an.

Karte für Sonntag:

Wehren wir den Anfängen – stellen wir uns entgegen!

Für eine offene Gesellschaft! Kein Krieg – nirgends!

Aufruf des Aktionsbündnisses 8. Mai Demmin zum 8. Mai 2016

Viele, die nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus wollen; viele, die Menschen, gleich welcher Herkunft, willkommen heißen; viele, die Unterstützerkreise für die Geflüchteten aufgebaut haben; viele, die für eine freie, friedliche und offene Gesellschaft eintreten – sie, wir wollen den öffentlichen Raum nicht denjenigen überlassen, die Hass, Angst und Sündenböcke schaffen.

Etwas mehr als acht Jahrzehnte erst ist es her, dass die Machtergreifung der Nazis Krieg, Zerstörung, Vernichtung über Europa brachte und Millionen Menschen in die Flucht trieb. Auch heute ist Krieg der wichtigste Grund, zu fliehen. Mit Waffenexporten und wirtschaftlichen Interessen ist Deutschland mit verantwortlich für die aktuellen Kriege, die wieder Millionen Menschen in die Flucht treiben. Falls es diesen gelingt, Stacheldraht an den Grenzen und das Mittelmeer lebend zu überwinden, suchen sie Schutz bei uns. Doch für viele Geflüchtete werden die europäischen Grenzen immer undurchlässiger, andere begegnen hier auf den Straßen Misstrauen und Gewalt.

Bedrohlich ist der Aufmarsch der Neo-Nazis jedes Jahr am 8. Mai in Demmin. Sie geben vor, den Opfern der sowjetischen Besetzung zu gedenken. Dabei negieren sie, dass die deutschen Faschisten Krieg und Vernichtung über Europa gebracht haben. Diese Verdrehung der Geschichte benutzen sie, um mit Hassparolen gegen alles Fremde anzugehen.

Wehren wir den Anfängen – stellen wir uns entgegen!

Infoveranstaltungen zum 8. Mai 2016

Mobiveranstaltungen in MV: (Es kann noch weitere Veranstaltungen geben, auch in anderen Städten. Hört euch um!)

27.04.2016 | 20.00 Uhr | AJZ Neubrandenburg
02.05.2016 | 20.00 Uhr | Median Rostock
03.05.2016 | 20.00 Uhr | Klex Greifswald
entfällt: 04.05.2016 | Stralsund
05.05.2016 | 20.00 Uhr | IKuWo Greifswald

um Berlin
:
21.04. / 19 Uhr / Projektraum H48 / U Boddinstraße
23.04. / 20 Uhr / Schreina47 / S+U Frankfurter Allee
26.04. / 19 Uhr / Potsdam / Black Fleck / Zeppelinstr. 26
02.05. / 18 Uhr / Linienstr. 206

Hamburg:
noch in Planung

Busanreise: aus allen genannten Städten gibt es auch eine Anreise mit dem Bus, weiteres dazu demnächst.

„zivilCHORage“ – Tag der Begegnung am 8.5. in Dargun

Am Vormittag des 8. Mai gibt es eine interessante Veranstaltung in Dargun, auf die wir gerne hinweisen:

„Zivilchorage“ ist ein Zusammenschluss von Menschen, die sich mit Gesang zu aktuellen gesellschaftspolitischen Themen zu Wort melden um eine Kultur des ‚Miteinander‘ zu stärken.

Wir laden alle zu uns geflüchteten Menschen, deren UnterstützerInnen sowie singfreudige Menschen und Chöre unserer Region herzlich ein, die offene Bühne mit Beiträgen aus verschiedenen Kulturen und in verschiedenen Sprachen mit uns zu gestalten.
Ladet FreundeInnen, Bekannte, NachbarInnen und die geflüchteten
Menschen aus eurer Umgebung zu diesem Tag ein!

Kontakt: zivilchorage@systemausfall.org

#mvfüralle

8. Mai 2016 – Swing-Tanz-Blockade in Demmin

Viele Gruppen aus dem letzten Jahr wollen wieder zum 8. Mai nach Demmin kommen und kündigen dies auch schon an, wie zum Beispiel die “ Swing-Tanz-Blockade“:

Auch in diesem Jahr wollen Nazis wieder am 8. Mai in Demmin marschieren. Dagegen sind vielfältige Aktionen und Blockaden geplant. Einige Menschen planen auch wieder eine Swing-Tanz-Blockade.

http://gegenseitig.blogsport.de/2016/04/14/swing-tanz-blockade-in-demmin/
swing-gegen-nazis@mail36.net

Jedes Jahr am 8. Mai, dem Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus, ziehen mehrere hundert Nazis am Abend mit einem Fackelmarsch durch die Kleinstadt Demmin in Mecklenburg-Vorpommern, um den „deutschen Opfern“ zu gedenken und ihren Geschichtsrevisionismus zu verbreiten. Anlass für einen der wichtigsten Naziaufmärsche in Norddeutschland ist ein Massenselbstmord am Ende des 2. Weltkrieges. Direkt nach dem Einmarsch der Roten Armee kam es zu hunderten Selbstmorden der deutschen Bevölkerung in Demmin.

Auch in diesem Jahr soll am 8. Mai den Nazis und ihrer Hasspropaganda nicht die Straße überlassen werden. So gibt es zahlreiche Gegenveranstaltungen in Demmin: ein Friedensfest, eine antifaschistische Demonstration, Mahnwachen und Blockaden.
Wir wollen wie im letzten Jahr mit einer Tanzblockade unseren Beitrag dazu leisten. Alle sind eingeladen sich tanzend dem braunen Spuk entgegenzustellen. Und all denen, die gerne auf der Tanzblockade Swingschritte tanzen möchten, bieten wir nachmittags eine Einführung an.

Swing gegen Rechts
Swing-Musik und Swing-Tanz galt bei den Nazis als „entartete Musik“, als „künstlerische Zuchtlosigkeit“ und „Verlotterung und Verschlampung im musikalischen Ausdruck“. Die Rede war auch von „unanständigen Tanzformen“ und einem „politischem Kampfmittel der Juden“.
Swing-Musik entstand in den 20er und 30er-Jahren in den USA. Vor allem Afroamerikaner_innen entwickelten den Swing aus vorangegangen Stilrichtungen des Jazz. Auch im Deutschland der 30er Jahre wurde Swing sehr populär. Aber schon 1932 wurde von der Reichsregierung unter Franz von Papen (später Vizekanzler unter Hitler) ein Auftrittsverbot für schwarze Musiker veranlasst und 1935 vom Reichssendeleiter Eugen Hadamovsky das endgültige Verbot des Jazz für den Rundfunk in Nazi-Deutschland erlassen.
Trotzdem wurde weiter Swing-Musik gespielt, gehört und dazu getanzt. So entstand die Swing-Jugend, eine oppositionelle Jugendkultur in vielen deutschen Großstädten, die sich oft erst mal nur gegen Uniformierung und militärischen Drill in der Hitlerjugend wendete.
Am 18. August 1941 wurden bei der „Sofort-Aktion gegen die Swing-Jugend“ über 300 Mitglieder der Swing-Jugend verhaftet. Die Repression reichte vom Abschneiden langer Haare über Schutzhaft und Schulverweise bis zur Verhaftung angeblicher Rädelsführer und deren Deportation in Konzentrationslager. Nach der Verhaftungswelle begannen einige Swing-Jugendliche den Nationalsozialismus auch politisch zu bekämpfen. Sie verteilten regimekritische Flugblätter und es gab Kontakte zur „Weißen Rose“ und zu den „Edelweißpiraten“.
An diese Geschichte wollen wir mit unserer (Swing-)Tanzblockade anknüpfen.

Treffzeit und -ort für die Einführung ins Swing-Tanzen und die Swing-Tanz-Blockade werden wir demnächst bekannt geben.